Eine familienfreundliche Unternehmenspolitik bringt Effekte mit sich, die unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten sehr positiv zu beurteilen sind und aufgrund oben genannter Entwicklungen zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Dass von familienfreundlichen Maßnahmen nachfolgende Verbesserungen der Unternehmenssituation erwartet werden, zeigt eine quantitative Analyse von Arthur und Cook im Jahr 2004. Sie untersuchten auf Basis von 1.153 Unternehmen, die zwischen 1971 und 1996 zu den Fortune 500 zählten, wie die Ankündigung der Einführung familienbewusster Maßnahmen im Wall Street Journal den Börsenwert von Aktiengesellschaften beeinflusst. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass die Ankündigung familienfreundlicher Maßnahmen den Börsenwert bedeutend erhöht mit einer abnormalen Rendite von bis zu 0,32%.
Im Folgenden soll aufgezeigt werden, worin der Nutzen einer familienfreundlichen Unternehmenspolitik für Unternehmen genau liegt. Dazu werden die betriebswirtschaftlichen Effekte dargestellt und es wird herausgestellt, inwiefern sie sich positiv auf Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auswirken. Wie ausgeprägt diese Wirkungen sind, wird von einer Reihe von Faktoren beeinflusst, die anschließend vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 WIRKUNGEN FAMILIENFREUNDLICHER MASSNAHMEN
2.1 Verringerung der Fluktuation
2.2 Senkung der Abwesenheitsdauer nach Mutterschutz
2.3 Senkung von Fehlzeiten und Krankenstand
2.4 Steigerung der Motivation und Zufriedenheit
2.5 Erhöhte Produktivität
2.6 Verbessertes Unternehmensimage und verbessertes Personalmarketing
3 WIRKUNGSBEEINFLUSSENDE FAKTOREN
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die betriebswirtschaftlichen Effekte einer familienfreundlichen Personalpolitik auf Unternehmen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, inwieweit Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zur Steigerung von Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit beitragen können.
- Analyse der Auswirkungen auf Fluktuation und Personalkosten
- Untersuchung der Produktivitätssteigerung durch Mitarbeiterzufriedenheit
- Bewertung der Imagevorteile im Personalmarketing
- Identifikation betriebsindividueller Einflussfaktoren
- Betrachtung von Kosten-Nutzen-Relationen familienorientierter Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
2.1 Verringerung der Fluktuation
Es würden 59% bzw. 63% der Frauen mit Kindern bis zu drei Jahren bei entsprechenden Rahmenbedingungen wieder arbeiten gehen. Unternehmen können also durch eine familienfreundliche Personalpolitik, die die entsprechenden Bedingungen für ein Miteinander von Beruf und Familie setzt, die Rückkehrquote aus der Elternzeit erheblich erhöhen und damit die familienbedingte Fluktuation wesentlich verringern. Durch diese Verringerung der Fluktuation profitieren Unternehmen in zweierlei Hinsicht:
Eine gut eingearbeitete Belegschaft, die über unternehmensspezifisches Know-how und Erfahrungswissen verfügt, ist für die meisten Betriebe ein elementarer Erfolgsfaktor, weshalb das Ausscheiden langjähriger Mitarbeiter zu beträchtlichen Einbußen bei Umsatz und Ertrag führen kann. Vor allem bei spezifischen Dienstleistungen, bei denen die Stellen mit persönlichem Kontakt zu einem Kundenstamm verbunden sind und die Mitarbeiter Produkte, Vorgänge, Klienten und Kunden schon gut und gegebenenfalls seit mehreren Jahren kennen, sind diese Einbußen besonders hoch. Angesichts der Tatsache, dass solche Tätigkeiten aufgrund der Entwicklung zu einer Dienstleistungsgesellschaft zunehmen werden, spielt es für Unternehmen immer mehr eine Rolle, qualifizierte Kräfte an das Unternehmen zu binden und zu verhindern, dass Mitarbeiter aufgrund einer Unvereinbarkeit von Beruf und Familie aus dem Unternehmen ausscheiden.
Zudem kann durch eine Verringerung der Fluktuation der erhebliche Aufwand für die Neubesetzung von Stellen gesenkt werden. Die Kosten, die für eine Neueinstellung anfallen, sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz familienfreundlicher Unternehmenspolitik und Darstellung der quantitativen Basis zur Erwartung wirtschaftlicher Verbesserungen.
2 WIRKUNGEN FAMILIENFREUNDLICHER MASSNAHMEN: Detaillierte Analyse spezifischer positiver Effekte wie geringere Fluktuation, verkürzte Fehlzeiten, höhere Produktivität und Imagegewinne durch gezielte Personalmaßnahmen.
3 WIRKUNGSBEEINFLUSSENDE FAKTOREN: Untersuchung der Rahmenbedingungen, die bestimmen, wie stark sich familienfreundliche Maßnahmen auf ein spezifisches Unternehmen auswirken, wie etwa Frauenquote oder Qualifikationsniveau der Belegschaft.
Schlüsselwörter
Familienfreundliche Personalpolitik, Betriebswirtschaftliche Effekte, Fluktuation, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Mitarbeiterzufriedenheit, Arbeitsproduktivität, Unternehmenserfolg, Wettbewerbsfähigkeit, Personalmarketing, Fachkräftemangel, Elternzeit, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Kosten-Nutzen-Analyse, Unternehmenskultur, Arbeitgeberattraktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ökonomischen Vorteile, die ein Unternehmen erzielen kann, wenn es eine familienfreundliche Personalpolitik einführt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Mitarbeiterbindung, der Produktivitätssteigerung, der Senkung von Fehlzeiten sowie der Verbesserung des Unternehmensimages im Wettbewerb um Talente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass familienfreundliche Maßnahmen kein reiner Kostenfaktor sind, sondern direkt zur Steigerung der betriebswirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Studien und wirtschaftswissenschaftlicher Daten, um die Korrelation zwischen Familienfreundlichkeit und Unternehmenserfolg zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die direkten Wirkungen von Maßnahmen auf die Belegschaft (z.B. Fluktuationssenkung) und danach die situativen Faktoren (z.B. Betriebsgröße, Personalstruktur) erläutert, die den Erfolg der Maßnahmen beeinflussen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Personalpolitik, Work-Life-Balance, Mitarbeiterbindung, Produktivität, Unternehmenserfolg und Wettbewerbsvorteile.
Warum spielt die Fluktuationsrate eine so große Rolle?
Die Arbeit zeigt auf, dass der Verlust langjähriger Mitarbeiter durch teure Neubesetzungsprozesse und den Verlust von unternehmensspezifischem Know-how enorme Kosten verursacht, die durch Familienfreundlichkeit vermieden werden können.
Inwiefern beeinflussen betriebsindividuelle Faktoren das Ergebnis?
Der Erfolg hängt von der spezifischen Situation ab; so profitieren Unternehmen mit einem hohen Anteil an weiblichen Kräften oder hoch qualifiziertem Fachpersonal überproportional stark von den untersuchten Maßnahmen.
Gilt das Konzept der Familienfreundlichkeit nur für Großkonzerne?
Nein, die Arbeit stellt fest, dass auch KMU durch angepasste, nicht zwingend kostenintensive Maßnahmen signifikante Vorteile erzielen können.
- Quote paper
- Kristina Koegler geb. Schneider (Author), 2007, Auswirkungen einer familienfreundlichen Personalpolitik. Betriebswirtschaftliche Effekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/296374