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Ethnomethodologische Studie

Title: Ethnomethodologische Studie

Seminar Paper , 2001 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: M.A. Annett Rischbieter (Author)

Sociology - Methodology and Methods
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I. VORBEMERKUNG

Im folgenden möchte ich kurz beschreiben, was ich mir von meiner Studie erhoffe:

Sie ist so angelegt, daß ich mich im Verlauf eines Backgammon-Spiels entgegen den normalen Regeln mich verhalte. Somit möchte ich mein Gegenüber in eine verfremdete Situation bringen, nämlich und an ihm dann beobachten, wie er sich bei und nach meiner Regelverletzung verhält und was er unternimmt, um die Situation für sich selbst wieder zu normalisieren.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. VORBEMERKUNG

II. ZUR ETHNOMETHODOLOGIE

III. ZUM EXPERIMENT

1. Beschreibung des Experiments

2. Durchführung des Experiments

3. Auswertung

4. Versuch, die Verbindung zu Garfinkels Spieltheorie herzustellen

IV. ZUSAMMENFASSUNG

V. BIBLIOGRAPHIE

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht mittels eines ethnomethodologischen Spieleexperiments, wie Menschen in Alltagssituationen auf Regelverletzungen reagieren und welche Prozeduren sie anwenden, um die Normalität wiederherzustellen.

  • Grundlagen der Ethnomethodologie nach Harold Garfinkel
  • Konzeptualisierung eines Krisenexperiments im Backgammon-Spiel
  • Analyse von Interaktionsprozessen bei Regelverstößen
  • Verbindung zwischen Alltagshandeln und konstitutiven Erwartungen

Auszug aus dem Buch

Versuch, die Verbindung zu Garfinkels Spieltheorie herzustellen

Harold Garfinkels Spieltheorie geht vom Konzept der Basisregeln („basic rules“) aus. Man findet diesen Regelkatalog in der Spielanleitung eines jeden Spiels. Ein Spiel wird also nach bestimmten, vorgegebenen Regeln durchgeführt, und jeder, der an dem Spiel teilnimmt, erwartet, daß die anderen Spieler, so wie er selbst auch, nach diesen Regeln handeln.

Es wird also folgendes vorausgesetzt:

- Die Grundregeln bestimmen die Menge der zum Spiel gehörenden Handlungsmöglichkeiten, unter denen ein Spieler unbeschadet seiner Wünsche, besonderen Umstände, Pläne, Interessen und der ihn oder anderen treffenden Konsequenzen seiner Entscheidungen eine Wahl treffen muß, wenn er unter den Spielern kompetentes Mitglied bleiben will.

- Jeder Spieler erwartet, daß dieselbe Menge verfügbarer Handlungsmöglichkeiten auch für die anderen Spieler Kriterium ihres Mitgliedsstatus ist, daß also niemand die Menge der Grundregeln verändern darf.“

Diese Erwartungen werden als konstitutive Erwartungen bezeichnet. Sie beziehen sich auf den Hintergrund und gelten als nicht veränderbar. Wenn man spielt, muß man sich danach richten. Wirkt man diesen Regeln entgegen und bricht sie, dann ruft diese Handlung bei den Mitspielern Unmut und Mißfallen hervor. Es kommt oft zu Einsprüchen. Auf diese Art und Weise versuchen sie mit der neuen Situation umzugehen, sie wieder unter Kontrolle zu bekommen beziehungsweise zurück zu den normalen Verhältnissen und Spielbedingungen zu finden. Funktioniert das nicht, so geschieht es nicht selten, daß die Spielsituation zusammenbricht.

Zusammenfassung der Kapitel

I. VORBEMERKUNG: Die Autorin erläutert das Ziel, durch bewusste Regelverstöße in einem Spiel die Reaktionen des Gegenübers und dessen Bemühen zur Normalisierung zu beobachten.

II. ZUR ETHNOMETHODOLOGIE: Es werden die theoretischen Grundlagen des soziologischen Forschungsansatzes nach Harold Garfinkel und Alfred Schütz dargelegt, die den Fokus auf das interpretative Alltagswissen legen.

III. ZUM EXPERIMENT: Dieses Kapitel beschreibt die Durchführung eines Backgammon-Spiels mit modifizierten Regeln sowie die anschließende Analyse der emotionalen und kommunikativen Reaktionen des Mitspielers.

IV. ZUSAMMENFASSUNG: Die zentralen Erkenntnisse über die Bedeutung von Routinen und Basisregeln für das soziale Handeln werden synthetisiert.

V. BIBLIOGRAPHIE: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Ethnomethodologie, Harold Garfinkel, Alltagshandeln, Krisenexperiment, Basisregeln, Normalität, Sozialphänomenologie, Interaktion, Spieltheorie, konstitutive Erwartungen, Alltagswissen, Regelverletzung, Kommunikation, soziale Struktur, interpretative Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich der soziologischen Ethnomethodologie und untersucht, wie soziale Ordnung und Normalität durch Alltagspraktiken aufrechterhalten werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Arbeit behandelt die grundlegenden Mechanismen des Alltagshandelns, die Bedeutung von Basisregeln in Interaktionen und die soziologischen Theorien nach Harold Garfinkel.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, durch ein gezieltes Krisenexperiment sichtbar zu machen, wie Menschen reagieren, wenn anerkannte soziale Regeln verletzt werden und die vermeintliche Normalität der Situation infrage steht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine empirische, ethnomethodologische Untersuchung in Form eines kontrollierten Spieleexperiments durchgeführt, bei dem der Beobachter bewusst die Spielregeln bricht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben der theoretischen Herleitung die konkrete Planung und Durchführung eines Backgammon-Experiments sowie die anschließende Analyse der Interaktionsverläufe und Reaktionen dokumentiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Ethnomethodologie, Basisregeln, Alltagshandeln, Krisenexperiment und soziale Normalität.

Warum wurde ausgerechnet ein Backgammon-Spiel für das Experiment gewählt?

Backgammon eignet sich besonders gut, da es auf klar definierten, allgemein akzeptierten Regeln basiert, die für ein Experiment leicht durch bewusste Verstöße "verfremdet" werden können.

Wie reagierte der Spielgegner auf die bewussten Regelverstöße der Autorin?

Die Reaktion verlief in Stufen: Erstes Unverständnis, dann zunehmende Verärgerung und Wut, gefolgt von einer tiefen Verwirrung und dem Bedürfnis, die Spielanleitung als objektive Instanz zur Klärung heranzuziehen.

Welche Rolle spielt die Einbeziehung eines Dritten im Experiment?

Der Einbezug eines eingeweihten Dritten diente dazu, die Autorin in ihrer Regelverletzung zu bestätigen, um die Verwirrung beim Gegner zu verstärken und die Stabilität der sozialen Situation endgültig zu erschüttern.

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Details

Title
Ethnomethodologische Studie
College
University of Leipzig  (Institut für Soziologie)
Course
Ethnomethodologie oder die Kunst Normalität zu schaffen
Grade
2,3
Author
M.A. Annett Rischbieter (Author)
Publication Year
2001
Pages
13
Catalog Number
V2979
ISBN (eBook)
9783638117920
Language
German
Tags
Ethnomethodologische Studie Ethnomethodologie Kunst Normalität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Annett Rischbieter (Author), 2001, Ethnomethodologische Studie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2979
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