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Die Niedrigzinspolitik der EZB. Realwirtschaftliche Auswirkungen

Título: Die Niedrigzinspolitik der EZB. Realwirtschaftliche Auswirkungen

Trabajo , 2015 , 29 Páginas , Calificación: 1.0

Autor:in: Justus Meyer (Autor)

Economía - Teoría y política monetaria
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Ausgelöst durch die 2007 in den USA ausgebrochene Finanz- und Wirtschaftskrise befindet sich die Europäische Währungsunion seit nunmehr fünf Jahren in einer andauernden asymmetrischen Strukturkrise.

Durch die Implementierung neuer Institutionen und unkonventionelle Maßnahmen der Zentralbank konnte ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone bisher verhindert werden. Dennoch bleibt die konjunkturelle Situation angespannt. Sowohl auf dem Arbeitsmarkt als auch auf dem Finanzmarkt der EWU ist eine zunehmende nationale Fragmentierung zu konstatieren, welche die Heterogenität der Teilnehmerländer verstärkt.

Stand in der öffentlichen Debatte zu Beginn noch die fiskalische Konsolidierung der Teilnehmerländer im Mittelpunkt, rückt nun ─ insbesondere in Deutschland ─ die Nachhaltigkeit der Entwicklungen auf dem Finanzmarkt in den Fokus. In erster Linie steht im Kontext des aktuellen Niedrigzinsumfelds die Rolle der Europäischen Zentralbank als dauerhafter Krisenbekämpfer in der Kritik. Seit dem Ausbruch der Finanzmarktkrise und der Krise der peripheren Euro-Länder versucht die EZB mit traditionellen Maßnahmen, wie schrittweisen Zinssenkungen, aber auch unkonventionellen Schritten eine systemische Finanzmarktkrise zu verhindern. Bereits vor zwei Jahren warnten jedoch Ökonomen des Münchner IFO Instituts im Hinblick auf mögliche Risiken der EZB Politik: „Billiges Geld kann teuer werden“.

Vor dem Hintergrund fortdauernder wirtschaftlicher Divergenz der EWU Teilnehmerländer und ausbleibender konjunktureller Stabilisierung, trotz dauerhafter Niedrigzinsen im Euroraum, stellt sich daher die Frage: Welche realwirtschaftlichen Konsequenzen hat die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank für die deutsche Volkswirtschaft unter Beachtung des aktuellen Niedrigzinsumfelds?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Geldpolitische Transmissionsmechanismen

1.1 Primäre Übertragungskanäle

1.2 Der Risikokanal der Geldpolitik

2 Ursachen des aktuellen Niedrigzinsumfelds

3 Indikatoren

4 Deskriptive Evidenz

5 Handlungsspielräume der EZB

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die realwirtschaftlichen Konsequenzen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank für die deutsche Volkswirtschaft im Kontext des aktuellen Niedrigzinsumfelds und bewertet dabei die Effektivität der geldpolitischen Transmissionsmechanismen.

  • Analyse geldpolitischer Transmissionsmechanismen (Zins-, Kredit-, Wechselkurs- und Vermögenspreiskanal)
  • Untersuchung der Ursachen des aktuellen Niedrigzinsumfelds
  • Empirische Bewertung der EZB-Politik anhand ökonomischer Indikatoren
  • Analyse der realwirtschaftlichen Auswirkungen in Deutschland und Krisenländern
  • Diskussion der verbliebenen Handlungsspielräume der EZB

Auszug aus dem Buch

1.2 Der Risikokanal der Geldpolitik

Neben den positiven realwirtschaftlichen Auswirkungen expansiver Geldpolitik durch niedrige Leitzinsen zeigen sich vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise die Schattenseiten einer zu lockeren Geldpolitik. Die niedrigen Leitzinsen der amerikanischen Notenbank trugen dazu bei die Risikobereitschaft der Banken zu erhöhen und so einen kreditgetriebenen Wirtschaftsboom auszulösen. Eine Sichtweise die sich im Rahmen der Euroraumkrise manifestiert. Hier führte die Zinskonvergenz ausgelöst durch die Einführung des Euro und Vereinheitlichung der Geldpolitik dazu, dass für einige Länder die Zinsen gemessen an Konjunkturdaten zu gering waren und dort ein inflationärer Boom entstand.

Aufmerksamkeit erhält die problematische Transmission niedriger Leitzinsen über den Finanzmarkt in der gegenwärtigen Erforschung des Risikokanals. In der empirischen Forschung dominiert die Sichtweise, dass die Risikoübernahme von Banken bei niedrigen Zinsen deutlich ansteigt. In einer Periode lang anhaltender Niedrigzinsen besteht die Gefahr, dass eine zunehmend risikoreiche Kreditvergabe der Banken Übertreibungen am Kreditmarkt hervorbringt. Geldpolitik kann auf diese Art einen Finanzzyklus auslösen, dessen Krisen dramatische Folgen für die Realwirtschaft haben. Wird der reale Zinssatz negativ erfolgt eine stetige Entwertung des Geldvermögens und es entstehen Verluste für Sparer. Eine Ursache für vermehrt eingegangene Risiken ist die Suche der Anleger nach Alternativinvestitionen in Zeiten niedriger Renditen. Diese „Search for Yield“ ist vereinzelt auch durch institutionelle Umstände bedingt. Zu einer Mindestrendite verpflichtete Finanzdienstleister, wie beispielsweise Versicherungen, sind auf rentable Anlagen angewiesen. Als Resultat der Renditesuche und Portfolioumschichtungen, zu kommt es steigenden Vermögenspreisen. Bilden entsprechende Vermögenswerte einen signifikanten Anteil an den hinterlegten Sicherheiten einer Bank, stiegt die Risikoaffinität der Akteure, da die relative Ausfallwahrscheinlichkeit gesunken ist. Verhaltensändernd wirken niedrige Zinsen auch dann, wenn sie als langfristig angesehen werden. Durch die verbesserten Refinanzierungsbedingungen steigen Konsum und Investitionen, die bei höheren Zinsen nicht rentabel wären. Der Zins verliert so seine Lenkungsfunktion für die optimale intertemporale Allokation der Ressourcen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die andauernde Strukturkrise der Eurozone und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den realwirtschaftlichen Konsequenzen der EZB-Niedrigzinspolitik für die deutsche Wirtschaft.

1 Geldpolitische Transmissionsmechanismen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Wirkungskanäle, über die geldpolitische Zinsentscheidungen die Realwirtschaft beeinflussen, einschließlich des Zins-, Kredit- und Risikokanals.

2 Ursachen des aktuellen Niedrigzinsumfelds: Hier werden die strukturellen und situativen Faktoren analysiert, die zu den historisch niedrigen Zinsen im Euroraum beigetragen haben.

3 Indikatoren: In diesem Kapitel werden geeignete ökonomische Indikatoren definiert, um die Auswirkungen der Geldpolitik auf die Realwirtschaft messbar zu machen.

4 Deskriptive Evidenz: Das Kapitel bietet eine empirische Analyse der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und ausgewählten Krisenländern unter Berücksichtigung der Transmission der Geldpolitik.

5 Handlungsspielräume der EZB: Es werden die verbleibenden Möglichkeiten der Geldpolitik untersucht, da die Nullzinsgrenze weitgehend erreicht ist und Interventionen die Unabhängigkeit der EZB gefährden könnten.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die EZB-Politik in einer konjunkturellen Sackgasse steckt und die Störung der Transmissionsmechanismen eine Lösung der Krise durch bisherige Maßnahmen verhindert.

Schlüsselwörter

Europäische Zentralbank, Niedrigzinspolitik, Euroraum, Transmissionsmechanismen, Risikokanal, Zinskanal, Kreditkanal, Realwirtschaft, Finanzmarktstabilität, Konjunktur, Geldpolitik, Krisenländer, Investitionen, Vermögenspreise, Wirtschaftskrise

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank auf die deutsche Realwirtschaft unter Berücksichtigung der seit 2007 andauernden Finanz- und Wirtschaftskrise.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Funktionsweise geldpolitischer Übertragungskanäle (Transmissionsmechanismen), die Ursachen des aktuellen Niedrigzinsumfelds sowie die Bewertung der wirtschaftlichen Konsequenzen für Deutschland und europäische Krisenländer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche realwirtschaftlichen Konsequenzen die Niedrigzinspolitik der EZB für die deutsche Volkswirtschaft hat und ob diese Politik nachhaltig zur Stabilisierung beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Herleitung der Transmissionsmechanismen in Kombination mit einer deskriptiven Analyse anhand ausgewählter ökonomischer Indikatoren für den Zeitraum 2010 bis 2013.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Skizzierung der Transmissionskanäle, der empirischen Auswertung von Daten zu Investitionen, Konsum und Kreditvergabe sowie der Diskussion der EZB-Handlungsspielräume.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie EZB, Niedrigzinspolitik, Transmissionsmechanismen, Realwirtschaft, Risikokanal, Kreditkanal und Euro-Krisenmanagement.

Welche Rolle spielen Banken laut der Analyse im Transmissionsprozess?

Banken werden als zentrale Finanzintermediäre gesehen, deren Kreditvergabe bei einer Störung des sogenannten Banken- oder Kreditkanals die realwirtschaftliche Erholung maßgeblich hemmen kann.

Zu welchem Schluss kommt der Autor bezüglich der EZB-Politik?

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass die bisherige Politik der EZB in einer konjunkturellen Sackgasse endet, da die Transmissionsmechanismen gestört sind und eine Fortführung der Interventionen eher neue Risiken schafft als die strukturellen Probleme löst.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Niedrigzinspolitik der EZB. Realwirtschaftliche Auswirkungen
Universidad
University of Göttingen  (Institut für Internationale und Monetäre Ökonomik)
Curso
Volkswirtschaftliches Hauptseminar
Calificación
1.0
Autor
Justus Meyer (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
29
No. de catálogo
V299995
ISBN (Ebook)
9783656963790
ISBN (Libro)
9783656963806
Idioma
Alemán
Etiqueta
niedrigzinspolitik realwirtschaftliche auswirkungen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Justus Meyer (Autor), 2015, Die Niedrigzinspolitik der EZB. Realwirtschaftliche Auswirkungen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/299995
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