Die vorliegende Bachelorarbeit arbeitet heraus, welche Interventionsmöglichkeiten für die professionelle Pflege im Rahmen von Selbstmanagementprogrammen zur Verfügung stehen, um Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zu unterstützen. Es wird untersucht, wie die Pflege zur Förderung des Selbstmanagements intervenieren kann und welchen Nutzen der Patient daraus zieht. Dabei gilt es, zunächst die Probleme eines Patienten mit COPD herauszustellen, um anschließend das Potenzial der Förderung des Selbstmanagements für den Patienten zu klären. Die professionelle Pflege nimmt dabei einen hohen Stellenwert ein.
Es ergeben sich folgende Teilfragestellungen:
(1) Welche pflegerischen Probleme lassen sich bei Menschen mit einer COPD bezüglich der Förderung des Selbstmanagements im Verlauf der Erkrankung identifizieren?
(2) Durch welche edukativen pflegerischen Interventionen kann die Pflege im Rahmen spezifischer Komponenten von Selbstmanagementprogrammen ansetzen, um das Selbstmanagement bezüglich der Wahrnehmung von Symptomen und der Symptomkontrolle sowie dem Erlernen von Methoden der Krankheitsbewältigung zu fördern?
(3) Welche Nutzen und Evidenzen ergeben sich aus diesen Interventionen für die Krankheitsbewältigung des Patienten mit einer COPD?
Inhaltsverzeichnis
1 Hintergrund
1.1 Einleitung
1.2 Methodik
2 Grundlagen zur COPD Erkrankung
2.1 Anatomische Grundlagen
2.2 Symptome und Verlauf der COPD
2.3 Schweregradeinteilung der COPD
2.4 COPD und komorbide Begleiterkrankungen
2.5 Defizite in der Versorgung
3 Chronische Erkrankungen und Selbstmanagement
3.1 Handlungserfordernisse chronisch Kranker
3.2 Definition Selbstmanagement
3.3 Selbstmanagementkompetenzen
3.4 Bedarfe und Bedürfnisse von Patienten mit COPD
3.5 Selbstmanagementprogramme
3.6 Empowerment
3.7 Patientenedukation durch die Pflege
4 Selbstmanagementinterventionen durch die Pflege
4.1 Tabakentwöhnung
4.2 Exazerbationen
4.3 Bewegung und erhöhte körperliche Aktivitäten
4.4 Management von Dyspnoe
4.5 Ernährungsberatung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die Rolle der professionellen Pflege bei der Förderung des Selbstmanagements von Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). Ziel ist es, pflegerische Interventionsmöglichkeiten innerhalb von Selbstmanagementprogrammen zu identifizieren, um die Krankheitsbewältigung, die Symptomkontrolle und die Lebensqualität der Patienten nachhaltig zu verbessern.
- Grundlagen und Krankheitsverlauf der COPD sowie Versorgungsdefizite.
- Theoretische Einordnung von Selbstmanagement, Empowerment und Patientenedukation in der Pflege.
- Analyse spezifischer pflegerischer Interventionen (Tabakentwöhnung, Exazerbationsmanagement, Bewegung, Dyspnoe-Management, Ernährung).
- Bewertung des Nutzens und der Evidenz pflegerischer Selbstmanagementförderung für Betroffene.
Auszug aus dem Buch
1.1 Einleitung
Gemäß der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease gilt die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) deutschlandweit als die fünfthäufigste Todesursache (GOLD, 2014). Entsprechend der Erwartung des Statistischen Bundesamtes wird sich die COPD zur dritthäufigsten Ursache der weltweiten Todesursachenstatistik entwickeln (Statistisches Bundesamt, 2013). Die Prävalenz weist dabei große Schwankungen auf und liegt zwischen 1,3% und 13,2% der Gesamtbevölkerung (Aumann, I., Prenzler, A., 2013). Deutlich zu erkennen ist eine Zunahme dieser mit steigendem Alter (Aumann, I., Prenzler, A., 2013).
Die COPD wird durch eine anhaltende Verengung der Atemwege charakterisiert, die progressiv verläuft und mit einer erweiterten chronischen Entzündungsreaktion der Atemwege und der Lunge einhergeht (GOLD, 2014). Als weitere Begleiterkrankungen werden häufig Herz- Kreislauferkrankungen, Osteoporose, Depression und Lungenkrebs beobachtet (Bungeroth, U., 2010). Die Ursachen einer COPD sind im Tabakkonsum, der berufsbedingten Staubexposition, der allgemeinen Luftverschmutzung und einer genetischen Disposition zu sehen (GOLD, 2014).
Chronische Erkrankungen sind besonders durch eine hohe Komplexität der Erkrankungsfolgen, eine besondere Verlaufsdynamik und die Dauerhaftigkeit gekennzeichnet (Schaeffer, D., 2004). Eine chronische Erkrankung ist zwar nicht heilbar, kann jedoch in ihrem Verlauf grundsätzlich durch sekundärpräventive, gesundheitsförderliche und rehabilitative Maßnahmen beeinflusst werden (Hurrelmann, K., 2000). Die Betroffenen nehmen häufig Gesundheitsdienstleistungen in Anspruch, sind vermindert belastbar und werden zunehmend hilfs- und pflegebedürftiger. Dabei entwickeln sich ausgeprägte Krankheitskarrieren (Schaeffer, D., Moers, M., 2003).
Eines der wichtigsten Interventionsprinzipien bei Menschen mit einer chronischen Erkrankung ist die Förderung des Selbstmanagements. Das Selbstmanagement einer chronischen Erkrankung wird als ein Prozess beschrieben, der einer Person Vertrauen gibt und es ermöglicht mit Hilfe gesundheitsfördernder Verhaltensweisen die Auswirkungen ihrer Erkrankung über alle Aspekte ihrer Gesundheit zu minimieren. Dadurch können sowohl das Selbstwertgefühl gestärkt als auch physische, emotionale und soziale Schwierigkeiten bewältigt werden, um die Körperfunktion und die gesundheitsbezogene Lebensqualität zu steigern (Clark, N.M. et al., 1991; Corbin, S, Strauss, J., 1988).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Hintergrund: Einführung in die Thematik der COPD als chronische Erkrankung, Darlegung der epidemiologischen Relevanz und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2 Grundlagen zur COPD Erkrankung: Darstellung der anatomischen und physiologischen Grundlagen, des Krankheitsverlaufs, der Komorbiditäten sowie bestehender Versorgungsdefizite in der klinischen Praxis.
3 Chronische Erkrankungen und Selbstmanagement: theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Selbstmanagement, den Anforderungen an chronisch Erkrankte, der Rolle von Empowerment und der Bedeutung der Patientenedukation.
4 Selbstmanagementinterventionen durch die Pflege: Detaillierte Analyse pflegerischer Interventionsmöglichkeiten in den Bereichen Tabakentwöhnung, Exazerbationsmanagement, Bewegung, Dyspnoe-Management und Ernährung.
5 Fazit und Ausblick: Synthese der Ergebnisse, Würdigung der pflegerischen Rolle bei der Förderung der Patientenautonomie sowie Identifikation zukünftiger Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
COPD, Selbstmanagement, professionelle Pflege, Patientenedukation, chronische Erkrankung, Tabakentwöhnung, Exazerbation, Dyspnoe, körperliche Aktivität, Ernährungsberatung, Empowerment, Gesundheitsförderung, Lebensqualität, Krankheitsbewältigung, Pflegewissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Potenzial professioneller Pflege bei der Förderung des Selbstmanagements von Patienten mit der chronischen Lungenerkrankung COPD.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die medizinischen Grundlagen der COPD, die Konzepte des Selbstmanagements, Empowerment, Patientenedukation sowie spezifische pflegerische Interventionskompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Pflegekräfte im Rahmen von Selbstmanagementprogrammen intervenieren können, um die Krankheitsbewältigung und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturarbeit, bei der relevante Studien aus Datenbanken wie PubMed, Medline und Cochrane Collaboration analysiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Selbstmanagements sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit fünf spezifischen Interventionskomponenten (Tabak, Exazerbation, Bewegung, Dyspnoe, Ernährung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören COPD, Selbstmanagement, professionelle Pflege, Patientenedukation und Gesundheitsförderung.
Warum ist das Empowerment-Konzept für COPD-Patienten so wichtig?
Empowerment unterstützt Patienten dabei, sich ihrer eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden, Ressourcen zu mobilisieren und eine aktive Rolle bei der Gestaltung ihrer Lebensführung und Krankheitsbewältigung einzunehmen.
Welchen Stellenwert nimmt die Tabakentwöhnung ein?
Da Tabakkonsum die Hauptursache der COPD ist, gilt die Entwöhnung als ein entscheidender Baustein, um die Progression der Erkrankung zu verzögern und die Symptomatik zu lindern.
- Quote paper
- Marius Möller (Author), 2015, Förderung des Selbstmanagements von Menschen mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) durch die professionelle Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/309551