Die METALOG® Methode als handlungs- und erfahrungsorientierte Lern- und Lehrmöglichkeit in der Erwachsenenbildung


Hausarbeit, 2016
31 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Definitionsversuche der wichtigsten Begrifflichkeiten
1.1.1 Terminus Handlung
1.1.2 Terminus Erfahrung
1.1.3 Terminus METALOG® Methode
1.1.4 Terminus METALOG® training tools

2. Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen
2.1 Merkmale handlungs- und erfahrungsorientierter Didaktik
2.2 Methodische Konsequenzen der Handlungs- und Erfahrungsorientierung

3. Der Einsatz von METALOG® training tools in der Erwachsenenbildung
3.1 Die Entstehung der METALOG® Methode und der METALOG® training tools
3.2 Die drei Schritte der Metalog-Methode: Inszenierung – Durchführung – Bedeutung geben
3.3 Beobachterrolle und Ziele
3.4 Das METALOG® training tool „WortSpiel“ in der Erwachsenenbildung

4. Resümee

Glossar

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Anhang

Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Die vier Interventionskategorien

Abb. 2: Das Modell des 3-phasigen Übergangs

Abb. 3: Anregungen für den Praxistransfer beim „WortSpiel“

Abb. 4: Beliebte Einsatzbereiche der Tools

Abb. 5: „Erfahrungskegel“ nach Dale

Abb. 6: Die Lösung des METALOG® trainings tool „WortSpiel“

1. Einführung

Die folgende Ausführung beschäftigt sich mit der Anwendung der METALOG® Methode als handlungs- und erfahrungsorientierte Lern- und Lehrmöglichkeit in der Erwachsenenbildung“. Die METALOG® Methode wird von der Autorin dieser Ausarbeitung im Bereich der Erwachsenenbildung/Lehrerbildung eingesetzt. Einerseits zum Training sozialer Kompetenzen und andererseits zur handlungs- und erfahrungsorientierten Vermittlung von Lerninhalten im Fach „Kommunikation“. Die angehenden Lehrkräfte benötigen in Ihren späteren Arbeitsbereichen vielfältige soziale Kompetenzen und Kenntnisse über Kommunikationstheorien. Diese Tatsache verlangt nach praktischen Erfahrungen und theoretisch verständlichen Erläuterungen für die Referendare, welche einen Transfer des Gelernten in die Praxis ermöglichen.

In der vorliegenden Hausarbeit wird der Frage nachgegangen, warum der Einsatz der METALOG® Methode für handlungs- und erfahrungsorientierte Lehr- und Lernmöglichkeiten in der Erwachsenenbildung sinnvoll ist. Ebenso wird dargestellt, wie gewinnbringend der Transfer des Gelernten in die „echte“ Welt sein kann. Da es sich bei den erfahrungsorientierten Arbeitsaufträgen um die Lösung eines Problems oder einer anstehenden Herausforderung mittels METALOG® training tools handelt und meist gemeinsam in der Gruppe gearbeitet wird, wird es von Außenstehenden oft als „spielen“ bezeichnet. Das dem nicht so ist, sondern durch die angepasste Inszenierung der Aufgabe und passenden Einsatz der METALOG® training tools sowie durch Reflexion und den Transfer in die jeweilige Arbeitswelt der Erwachsenen, ein sinnvolles Lernprojekt entsteht, soll hiermit begründet werden. (vgl. Voss, 2011, S. 76)

Begonnen wird mit der Definition der verwendeten Begrifflichkeiten. Anschließend erfolgt ein Blick auf die Merkmale der handlungs- und erfahrungsorientierten Didaktik. Ebenso wird auf die Konsequenzen der Handlungs- und Erfahrungsorientierung eingegangen. Im dritten Punkt werden die drei Schritte bei METALOG® Lernprojekten: Inszenierung, Durchführung und Bedeutung geben dargestellt und anschließend Bezug genommen zum Einsatz in der Erwachsenenbildung. Das ausgewählte METALOG® trainings tool „WortSpiel“ wird in der Praxisanwendung genauer ausgeführt. Im Resümee erfolgt die Beantwortung der oben gestellten Kernfragen. Zur leichteren Verständlichkeit befindet sich vor dem Literaturverzeichnis ein Glossar. Die geschichtliche Entwicklung der Handlungs- und Erfahrungsorientierung wird auf Grund des begrenzten Seitenumfangs ausgespart. Bevor nun auf handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen eingegangen wird muss geklärt werden, was unter den Begriffen Handlung, Erfahrung, METALOG® Methode und METALOG® training tools zu verstehen ist.

1.1 Definitionsversuche der wichtigsten Begrifflichkeiten

1.1.1 Terminus Handlung

Unter Handeln wird eine Vorgehensweise verstanden. Wenn ein Individuum einen bewussten Entschluss gefasst hat und daraufhin handelt – etwas tut. Als Handeln wird es nur betrachtet, wenn eine Verhaltenskomponente beinhaltet ist. (vgl. Höffer-Mehlmer, 2012a, S. 1) „Handlungen haben für uns ein Ziel, einen Zweck, sie geschehen aus einem Interesse heraus, sind intentional; wir betrachten sie als sinnvoll oder auch als unsinnig, als gut oder schlecht.“ (Meyer, 1986 S. 445) Handlungen können nach den ihr zu Grunde liegenden Motiven, Ziele sowie Intentionen oder auch nach moralischen, kognitiven oder ästhetischen Gesichtspunkten bewertet werden. Als soziales Handeln wird es nach Max Weber bezeichnet, wenn sich das Handeln ausschließlich auf andere Menschen bezieht. (vgl. Weber, 1980, S. 1)

Geschichtlich betrachtet ist die Definition was Handeln ist abhängig davon welches Menschenbild vorherrscht. Der Mensch ist zu planmäßigem und kontrolliertem Handeln fähig. Er greift auf gewonnene Erfahrungen zurück und kann dadurch besser den Erfolg bzw. Misserfolg verschiedener Handlungsalternativen einschätzen. Dies zeigt, dass Handeln mit Lernen und gemachten Erfahrungen verwoben ist. Unser Handeln erfolgt idealtypisch in den fünf Stufen realitätsorientierte Motivationsphase, Intentionsbildung d.h. Entwicklung der Handlungsabsicht, präaktionale Phase d.h. wenn das Handeln in Bezug auf die realen Bedingungen abgewogen wird, Volitions- oder Handlungsphase d.h. hier wird gehandelt und abschließend die postaktionale Phase in welcher die Bewertung in Bezug auf spätere Handlungen erfolgt. In der Realität ist diese Abgrenzung nicht so zu erkennen und es kommt zu einer Vermischung der fünf Stufen. Viele unserer Handlungen sind automatisiert und entlasten so unser Arbeitsgedächtnis. Bei bewusster und umfassender Handlungsplanung würden so viele Verarbeitungsprozesse stattfinden, dass wir in ein Kontrolldilemmata verfallen würden. Handlungen haben nicht nur einen festlegbaren Beginn und ein Ende sondern bestehen aus Teilhandlungen. Hierbei gibt es verschiedene Strategien, die zu einem Handlungsziel führen. Dies bedeutet, dass Menschen mit einem umfangreichen Strategierepertoire kompetenter sind und mehr Möglichkeiten zur Zielerreichung besitzen. (vgl. Eibel-Eibesfeldt, 2004, S. 163) Eibl-Eibesfeldt hat menschliches Handeln wie folgt beschrieben:

„Menschliches Handeln wird […] meist von konkreten Zielvorstellungen geleitet. Stets lässt es sich als geregelte Folge von Handlungsschritten beschreiben, die zu bestimmten Zielen führen. Ein Ziel kann dabei auf mehreren Wegen erreicht werden. Wir können das Verhalten demnach auch in Form eines Wegnetzes mit mehreren Entscheidungspunkten beschreiben.“ (Eibel-Eibesfeldt, 2004, S. 128)

1.1.2 Terminus Erfahrung

Erfahrung ist ein wahrgenommenes Ereignis und wie Handeln ein menschliches Phänomen. In der Konfrontation mit der Wirklichkeit macht das Individuum subjektive Erfahrungen die meist eine langfristige Veränderung bewirken. Erfahrung hängt also eng mit der Verarbeitung von Wahrnehmung zusammen und kann Lernen fördern oder verhindern. Unser Verhalten kann sich durch eine Erfahrung verändern. So sind Lernprozesse meist mit vorangegangenen Erfahrungen verbunden. Gage postuliert „Lernen ist der Prozess, durch den ein Organismus sein Verhalten als Resultat von Erfahrung ändert.“ (Gage/Berliner, 1996, S. 230) In dieser Äußerung werden Verhaltensänderungen ausgeschlossen welche beispielsweise auf primäre Reifungsprozesse, auf Drogenkonsum oder auf Übermüdung zurückzuführen sind. (Gage/Berliner, 1996, S. 231)

Edgar Dales versuchte durch seinen Erfahrungskegel die Erfahrungswelt zu ordnen. Eine Abbildung des Erfahrungskegels befindet sich im . Die verschiedenen Formen der Erfahrung wurden von ihm in eine taxonomische Ordnung abnehmender Unmittelbarkeit bzw. zunehmender Abstraktion gebracht. Er differenziert zwischen direkten Erfahrungen, die im Bereich des Handelns gemacht werden, zwischen theoretischen Erfahrungen auf Grund von Beobachtung und symbolischen Erfahrungen. Für den Lernprozess postuliert er daher, dass unmittelbare Erfahrungen der untersten Ebene besonders bedeutsam sind. Ebenso selbst Erlebtes, welches viele Sinne anspricht. (vgl. Höffer-Mehlmer, 2012a, S. 13-14) Wenn wir wahrnehmen wird eine Auswahl an Reizen vorgenommen welche in den sensorischen Kurzzeitspeicher gelangen. Das hier Wahrgenommene wird für kurze Zeit gespeichert. Ein Teil der hier verarbeiteten Informationen gelangt später in das Langzeitgedächtnis. Dort wird es in relativ fester Verbindung abgelegt. (vgl. Höffer-Mehlmer, 2012a, S. 15)

„Hierzu werden die Informationen durch Vergleich mit anderen, bereits gespeicherten Informationen, durch die Verbindung mit ihnen, durch die Integration in existierende Bestände oder durch Reduktion. Abstraktion bzw. Hierarchiebildung verarbeitet. In umgekehrter Richtung werden Wahrnehmung und Kurzzeitverarbeitung auch durch die im Langzeitgedächtnis bestehenden Elemente und Muster beeinflusst, nach denen beispielsweise einzelne Sinnesphänomene etwa als bedeutsam, bekannt, neu oder bedrohlich bewertet werden.“ (Höffer-Mehlmer, 2012a, S. 15)

Bei der Auswahl, was ausgeblendet wird und was nicht spielt die emotionale Bewertung eine große Rolle. Bei der Bewertung findet ein Vergleich der gegenwärtigen Situation mit dem emotionalen Gedächtnis statt. Mithilfe eines Teils der Hirnrinde (cortico-hippocampales System) wird die Sachlage erfasst und es findet ein mehr oder weniger rationales Abwägen der Sachlage statt. (vgl. Roth, 2003, S. 376) Deshalb kann man nicht davon ausgehen, dass wie bei Dalesch Modell des Erfahrungskegels eine automatische Verbindung zwischen der Art der Erfahrung und der Behaltenswahrscheinlichkeit besteht. Entscheidend sind die Vorerfahrungen des Individuums und der damit verbundene Differenzierungsgrad der Wahrnehmung. Unmittelbare Erfahrungen sind also nicht zwangsläufig förderlicher für das Lernen als beispielsweise symbolische Erfahrungen. Erfahrungen sind abhängig von der subjektiven Wahrnehmung und führen zu langfristigen Verhaltensänderungen. (vgl. Höffer-Mehlmer, 2012a, S. 16)

1.1.3 Terminus METALOG® Methode

Die METALOG® Methode ist ein Konzept, bei dem Interaktionsaufgaben, meist mittels Verwendung von METALOG® training tools, als handlungs- und erfahrungsorientierte Lehr- und Lernmethoden eingesetzt werden. Der Begriff METALOG® ist geschützt und als Markenzeichen registriert. Die Teilnehmer bekommen die Möglichkeit sich selbst in Interaktion zu erfahren. Bei der Durchführung der METALOG® Methode spielen Kommunikationsmuster von Milton Erickson eine wichtige Rolle. Dies hat im Zusammenhang mit der METALOG® Methode nichts mit Schlaf oder Entspannung zu tun, sondern bedeutet hier die Fokussierung der individuellen Aufmerksamkeit. (vgl. Voss, 2011, S. 9f) Die METALOG® Methode besteht aus den drei Schritten Inszenierung, Durchführung und Bedeutung geben. Auf diese drei Komponenten wird in Punkt 3.1 genauer eingegangen.

1.1.4 Terminus METALOG® training tools

Der Begriff METALOG® beschreibt ein problemorientiertes Thema, bei dem die Beteiligten nicht nur über das Problem sondern auch über die Struktur des Gespräches sprechen sollen. Es ist eine Art Metakommunikation indem miteinander darüber geredet wird, wie gemeinsam kommuniziert wird. (vgl. Voss, 2011, S. 9) Das Wort tool kommt aus dem englischen und bedeutet Werkzeug. Es ist ursprünglich aus der Computerbranche entstanden und wurde als Begriff für eine zusätzliche Software bezeichnet, die eine Funktion übernimmt oder das Arbeiten vereinfacht. In Bezug auf die METALOG® Methode sind es Gegenstände, welche passgenau eingesetzt, helfen, einen Lernprozess zu inszenieren, die Theorie erlebbar machen und es dem Individuum ermöglichen, durch das METALOG® Lernprojekt Erfahrung zu sammeln und diese anschließend in die Praxis zu übertragen. Die METALOG® Trainingsgegenstände werden überwiegend in Werkstätten für behinderte Menschen in Bayern hergestellt. Die Trainingswerkzeuge sind in hoher Qualität und ansprechendem optischem Design in Handarbeit angefertigt. Im Anhang befindet sich eine aktuelle Übersicht über die derzeitigen METALOG® training tools und deren mögliche Verwendungsbereiche. Nach den vorgenommenen Definitionsversuchen folgen nun die Merkmale der handlungs- und erfahrungsorientierten Didaktik.

2. Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen

Unter erfahrungsorientiertem Lernen ist eine Konzeption zu verstehen, die theoretisches Lernen mit den realen Anforderungen des Lebens verknüpfen will. Den Lernenden werden neue Erfahrungen ermöglicht und an vorhandene Erfahrungen der Individuen angedockt. (http://1)

Im nachfolgenden Absatz wird auf die Merkmale handlungs- und erfahrungsorientierter Didaktik eingegangen.

2.1 Merkmale handlungs- und erfahrungsorientierter Didaktik

Die handlungs- und erfahrungsorientierte Didaktik ist wie folgt gekennzeichnet:

- Die Rolle des Lehrenden ändert sich hin zum Moderator. Dabei setzt der Moderator Methoden wie beispielsweise die Leittextmethode, die Moderation, Fallbeispiele, Projektarbeit, Lernstatt, usw. ein. Seine Aufgabe ist es selbsterschließende Lernprozesse zu initiieren und mit ausreichender Zurückhaltung und Neutralität zu begleiten. Als Moderator soll er den Ablauf des Lernprozesses und die Ergebnisse sichern. (vgl. Höffer-Mehlmer, 2012a, S. 57ff) Der Einsatz von METALOG® Lernprojekten kann hier auch zugeordnet werden.

Dies führt zu einer Neudefinition der Pädagogenrolle. Der Pädagoge lehrt kaum mehr sondern fördert die Selbstorganisation des Lernens.

- Persönlichkeitsentwickelndes Lernen
Durch subjektivierende Lernarrangements werden neben Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen auch personale Schlüsselqualifikationen entwickelt.
- Zweifacher Bezug auf das Handeln
Durch planvolles Handeln wird gelernt und auf zukünftiges Handeln vorbereitet. Von der Planung über die Durchführung bis zur Kontrolle und Bewertung der Handlungsergebnisse durchlaufen die Lernenden einen vollständigen Handlungsbogen. Die hierbei erlebte Selbstwirksamkeit fördert die Selbstevaluationsfähigkeit, welche wichtig zur verantwortlichen Steuerung von Lernprozessen ist.
- Zweifache Erfahrungsorientierung
Bei planvollemHandelnLernenderfließenalteErfahrungenmiteinundes
werden gleichzeitig neue Erfahrungen gemacht, die nicht durch reines Erleben entstehen, sondern der reflexiven Verarbeitung durch die Lernenden bedürfen.
- Vorrang der Selbststeuerung
Durch die Bearbeitung konkreter Aufgabenstellungen durch Selbsterschließungswerkzeuge, Selbstlernmaterialien und offen gestaltbaren Medien erschließen die Lernenden selbst neue Sachgebiete. Die Verantwortung für den individuellen Lernprozess wird nach und nach vollständig von den Lernenden übernommen. Nach einiger Erfahrung in handlungs- und erfahrungsorientierter Didaktik sind die Lernenden in der Lage ihre Lernziele mit dazugehörigen Bearbeitungswegen selbst zu organisieren.
- Handlungsorientierte Lernschleifen
Der Lehrende gibt zu Beginn den Auftrag bekannt und ermöglicht durcheigenes Zurücknehmen, das selbständige Erkunden des Lernstoffs durch die Lernenden. Nach der Präsentation der gewonnen Ergebnisse durch die Lernenden bleibt erfahrungsgemäß noch ein Teil des Lehrstoffs übrig, welcher vom Lehrenden in fragend-entwickelnder oder darbietender Form ergänzt werden kann. Bei handlungsorientierter Didaktik kommt es auf eine angepasste Methodenvarianz an.
- Ganzheitlicher Charakter
Der ganzheitliche Charakter bezieht sich interaktional auf die Inhalts-, Prozess- und Geschäftsordnungsebene, intentional auf die Vermittlung von Fach-, Methoden- und Sozialkompetenz und erfordert vom Lehrenden, dass er jederzeit den Blick auf den Lernstoff, die Lernenden und die Gruppe behält.

Handlungsorientierte Didaktik wird von Arnold wie folgt definiert:

„Handlungsorientierte Didaktik bezeichnet eine Konzeption von Didaktik, welche auf konsequente Weise dem von der konstruktivistischen Erkenntnistheorie sowie der neueren Kognitionsforschung […] geprägten Verständnis von Lernen Rechnung trägt, wonach Wissen – und auch Fähigkeiten – nicht einfach konsumiert, sondern kontext- und aufgabenbezogen konstruiert werden. Der Logik der Selbstorganisation verpflichtet liefert handlungsorientierte Didaktik ein Konzept für die didaktisch-methodische Gestaltung aktivierender Lernarrangements, in denen durch wohldosierte Fremdsteuerung eine weitgehende Selbststeuerung der Lernenden ermöglicht wird. […]“ (http://2)

Die moderierende Haltung des Lehrenden und eine handlungsorientierte Didaktik können den Wandel von der Erzeugungs- hin zur Ermöglichungsdidaktik fördern. Damit einher geht eine stärkere Orientierung an der Lebenswelt des Lernenden und eine Förderung der Subjektorientierung in der Erwachsenenbildung. (http://3)

2.2 Methodische Konsequenzen der Handlungs- und Erfahrungsorientierung

Durch die oben bereits beschriebenen Kennzeichen handlungs- und erfahrungsorientierter Didaktik ergeben sich methodische Konsequenzen für die Seminargestaltung. Es werden unter anderem Techniken wie Moderation, Visualisierung, Mindmapping, Fallmethode, Projektmethode, Planspiel, Leittextmethode und die Lernstatt eingesetzt. Diese sollen die Aktivierung der Teilnehmer und die Selbstlernfähigkeit unterstützen. Der Einsatz von METALOG® training tools für METALOG® Lernprojekte kann ebenso hier verankert werden. Im Glossar werden die oben erwähnten Techniken kurz erklärt. Auf METALOG® Lernprojekte wird nun im nächsten Punkt ausführlich eingegangen.

3. Der Einsatz von METALOG® training tools in der Erwachsenenbildung

Durch den Einsatz von METALOG® training tools werden mehrere Sinne, oft sogar der ganze Körper miteinbezogen. Dadurch können Potenziale der Lernenden durch Aktivierung und Emotion im Erleben geweckt werden. Der Einsatz dieser Medien kann die Motivation und die Reflexionsbereitschaft sowie Transformation in die „echte“ Welt fördern. Worte allein können dies nicht leisten, so die Ergebnisse der aktuellen Hirnforschung und Neuro-Didaktik. (http://4)

3.1 Die Entstehung der METALOG® Methode und der METALOG® training tools

1996 wurde METALOG® von Tobias und Daniela Voss gegründet. Ziel war es vorerst Firmenkunden mit maßgeschneiderten hochqualitativen Trainings und Organisationsentwicklungsprozessen zu versorgen. Mit den Jahren der Erfahrung wuchs der Wunsch vieler Kollegen nach handlungs- und erfahrungsorientierten Lernprojekten. Im Jahr 2002 wurde die Firma METALOG® training tools von Erwin und Tobias Voss ins Leben gerufen. Die Firma entwickelt weiterhin neue Ideen für vielfach nutzbare Lernkraftverstärker. Pro Jahr werden ca. 2-4 neue METALOG® training tools entwickelt. Tobias Voss, Begründer der METALOG® Methode und Miterfinder verschiedener METALOG® training tools hielt vor einigen Jahren ein Seminar für Flugbegleiter mit dem Titel „Kundenorientierung an Bord“. Hierbei hatte er eine Gruppe Erwachsener vor sich, welche sich kaum bewegen lies und wenig inhaltliches Interesse zeigte. Er fand es immer anstrengender vor der Gruppe zu sprechen und beschloss nach eineinhalb Tagen sein Konzept zu wechseln. Spontan holte Tobias Voss Trainingsmaterialien aus seinem Kofferraum, welche er noch von einem anderen Training übrig hatte. Bei diesem Material ging es darum, einen Ball mithilfe eines von Schnüren gehaltenen Rings von einem Ausgangsort zu einem Zielort zu transportieren. Bis dahin wusste Tobias Voss selbst noch nicht, wie er den Zusammenhang zum Thema herstellen sollte. Bei der Durchführung der Aufgabe bemerkte er, dass die Gruppe voll Freude, konzentriert und in offener Art gemeinsam die Aufgabe bewältigte. Da er nicht wusste, wie er die gewonnen Erfahrungen der Teilnehmer mit dem Thema zusammenbringen sollte, hoffte er auf die Gruppe und fragte diese, welche Zusammenhänge Sie bezüglich der durchgeführten Aufgabe und dem Seminarthema erkennen. Faszinierender Weise erkannten und benannten die Teilnehmer viele Zusammenhänge. Als Fazit nannte die Gruppe, dass ein kommunikativ freundlicher „Grund-Tonus“ des Einzelnen sehr wichtig sei für die Kundenorientierung an Board und den Umgang mit schwierigen Kundensituationen. Tobias Voss hat dadurch eine neue, faszinierende Facette einer Interaktionsaufgabe entdeckt: Die Gruppe scheint in einer Interaktionsaufgabe das zu finden, was sie sucht. In einem weiteren Seminar bei einer Fluggesellschaft setzte er METALOG® training tools mit ein. Nach zwei Monaten traf er zufällig einige der Teilnehmer wieder und diese berichteten, dass sie während ihrer Arbeit oft an das Seminar und die Durchführung mittels METALOG® training tools denken. Daraus zog er die Schlüsse, dass die körperliche Aktivität und das gemeinsame Erleben die Lust anregen, über Lernerfahrungen zu reden und nachhaltiges Lernen mit METALOG® training tools stattfindet. Er stellte fest, dass Einzelne und die Gruppe in einer Interaktionsaufgabe vieles entdecken, was dem Trainer verborgen bleibt, da er einen anderen Lebenshintergrund hat. Die Interaktionsaufgaben müssen je nach Situation für eine bestimmte Zielgruppe mit einem festgelegten Ziel maßgeschneidert werden, so dass Sie Teil einer realen Erlebniswelt werden. Beim Einsatz der METALOG® Methode war zu erkennen, dass die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Teilnehmer bei demselben Erlebnis häufig von allen Gruppenmitgliedern akzeptiert und zugelassen werden konnten. Nach einem Lernprojekt versuchen die Einzelnen und die Gruppe den Erfahrungen eine Bedeutung zu geben und es findet ein Suchprozess statt. Hier entdeckte Tobias Voss die Parallelität zur hypnotherapeutischen Metapher von Milton Erickson. (vgl. Voss, 2011, S. 14ff) „Ganz im Sinne von Erickson gab die Gruppe den verschiedenen Elementen der Interaktionsaufgabe eine oder mehrere für sie stimmige Bedeutungen.“ (Voss, 2011, S. 18) Voss stellte fest, dass die selbst abgeleiteten Lern-Fazits der Gruppe stärker sind, als die vom Lehrenden beabsichtigten. Somit können Interaktionsaufgaben als systemische Interventionen benannt werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Die METALOG® Methode als handlungs- und erfahrungsorientierte Lern- und Lehrmöglichkeit in der Erwachsenenbildung
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
31
Katalognummer
V317724
ISBN (eBook)
9783668179813
ISBN (Buch)
9783668179820
Dateigröße
783 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Metalog, Erwachsenenpädagogik, TU Kaiserslautern, Masterstudium, Erfahrungspädagogik, Handlungsorientiert, Erfahrungsorientierung, Seminarspiele, Hausarbeit, Lehrer, Lehrerbildung, Dozenten, Heilpädagogik, Pädagogik, Psychologie, Lehren, Lernen, Master, Tools
Arbeit zitieren
Martina Kellner-Fichtl (Autor), 2016, Die METALOG® Methode als handlungs- und erfahrungsorientierte Lern- und Lehrmöglichkeit in der Erwachsenenbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317724

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