Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Aspekten des problemorientierten Lernens (POL) in der Pflege.
Ströbel und Weidner beschreiben die Pflegebedürftigkeit als ein multidimensionales und vielschichtiges Phänomen. Es kann weder auf eine Ursache reduziert werden noch sind Auswirkungen von Einschränkungen und Entwicklungen vergleichbar. Der Pflege bedürftig zu sein, ist Teil menschlichen Lebens. Sorgende Zuwendung und Unterstützung anzunehmen und zu geben, ist die Basis jeder menschlichen Gemeinschaft.
So pflegen Eltern ihre Kinder, Kinder oder Schwiegerkinder ihre Eltern, und selbstverständlich werden auch kranke und behinderte Menschen gepflegt. Ströbel und Weidner merken an, dass ein allgemeines Verständnis von Pflegebedürftigkeit, welches die Laienpflege prägt, für den beruflichen Kontext konkretisiert werden muss. Die Zuschreibungen und der Bedeutungsgehalt zum Begriff „Pflegebedürftigkeit“ variieren jedoch je nach Zusammenhang und Disziplin.
In Anlehnung an Ströbel und Weidner führen Beeinträchtigungen, die Hilfe erfordern und nicht selbst kompensiert werden können, zu Pflegebedürftigkeit. Neben der Heilung einer verursachenden Krankheit stehen im Mittelpunkt des Handelns die Gestaltung und die Bewältigung des Lebensalltages. Systematisierung, Klassifizierung und Standardisierung von Beeinträchtigungen sind innerhalb der Gesundheitswissenschaften unterschiedlich. Sie sind abhängig von der konzeptionellen Grundlage, auf die sich die Gesundheit bezieht.
Inhaltsverzeichnis
1 Pflege-Arbeit
2 Eigener Gegenstand und Potential nicht benannt
3 Fallarbeit
3.1 Begriffsklärung
3.1.1 Problemorientiertes Lernen in der Pflegeausbildung
3.1.2 Problemorientiertes Lernen – neuer Wein in alten Schläuchen oder eher alter Wein in neuen Schläuchen?
3.2 Ausbildungskonzepte
3.2.1 Problemorientiertes Lernen – Transfer durch die Erweiterung von Situationsdeutungen
3.2.2 Lehren als Drahtseilakt zwischen Instruktion und Konstruktion – Versuch einer Annäherung am Beispiel der Gestaltung eines POL-Unterrichts in der Gesundheits- und Krankenpflegeausbildung
3.2.3 Reflexive Praxis mittels Fallarbeit als didaktische Methode
3.2.4 Pflegetheorie, Lernfelder und Problemorientiertes Lernen – Entwicklung eines Curriculums für Altenpflege in Ägypten
3.2.5 Der Lernbereich Training & Transfer
3.2.6 Entwicklung einer Modellschule mit Skillslabs als drittem Lernort und einem Problem-based Learning Curriculum
3.3 Strukturierte Informationssammlung (SIS)
3.4 Pragmatik
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept des problemorientierten Lernens (POL) in der Pflegeausbildung und setzt es in den Kontext aktueller pflegewissenschaftlicher Anforderungen sowie praktischer Anwendungsbereiche wie der strukturierten Informationssammlung (SIS).
- Theoretische Fundierung der Pflegearbeit und Pflegebedürftigkeit
- Methodik und Didaktik des problemorientierten Lernens in der Ausbildung
- Praxisnahe Ausbildungskonzepte und Lernorte wie Skillslabs
- Herausforderungen bei der Umsetzung der strukturierten Informationssammlung
- Pragmatische Einzelfallbetrachtungen zur Pflegedokumentation und Einstufung
Auszug aus dem Buch
3 Fallarbeit
Die Vorgehensweise ist so organisiert, dass sich die Lernenden das zum Verständnis oder zur Lösung des Falles notwendige Wissen anhand von Fällen, die komplexe pflegeberufliche Problemsituationen beinhalten, selbstgesteuert erarbeiten. Dies geschieht anhand einer vorgegebenen methodischen Struktur („Siebenschritt“). Der „situierte“ Erwerb von Wissen, also die Verknüpfung des zu erwerbenden Wissens mit Situationen aus der Berufswirklichkeit, soll den Transfer theoretischen Wissens in die Praxis befördern.
Es gibt widersprüchliche Auffassungen über Vor- und Nachteile von Frontalunterricht bzw. problem-orientiertem Lernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Pflege-Arbeit: Dieses Kapitel definiert Pflegebedürftigkeit als multidimensionales Phänomen und betont die Notwendigkeit, ein allgemeines Verständnis für den beruflichen Kontext zu konkretisieren.
2 Eigener Gegenstand und Potential nicht benannt: Hier wird die Pflegewissenschaft als Praxis- und Handlungswissenschaft charakterisiert, die sich durch die Verknüpfung von wissenschaftlicher Theorie und pflegerischer Praxis auszeichnet.
3 Fallarbeit: Dieser Hauptteil widmet sich der methodischen Struktur des problemorientierten Lernens sowie verschiedenen Ausbildungskonzepten und deren praktischer Anwendung in der Pflegebildung.
3.3 Strukturierte Informationssammlung (SIS): Dieses Kapitel beleuchtet Fragen zur Anwendung und Aktualisierung der SIS im Rahmen der Pflegedokumentation und des Strukturmodells.
3.4 Pragmatik: Anhand konkreter Beispiele wird dargelegt, wie pflegerische Zusatzmaßnahmen die Grundpflege beeinflussen und bei der Einstufung individuell berücksichtigt werden müssen.
Schlüsselwörter
Pflegeausbildung, Problemorientiertes Lernen, POL, Fallarbeit, Pflegewissenschaft, Strukturierte Informationssammlung, SIS, Pflegedidaktik, Handlungsorientierung, Skillslabs, Grundpflege, Pflegebedürftigkeit, Wissenstransfer, Praxisreflexion, Gesundheitsberufe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Aspekten des problemorientierten Lernens (POL) in der Pflegeausbildung und diskutiert dessen Bedeutung für eine praxisnahe Ausbildung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Pflege, didaktische Konzepte wie die Fallarbeit, der Einsatz von Skillslabs sowie pragmatische Fragestellungen zur Pflegedokumentation (SIS).
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch problemorientiertes Lernen der Transfer von theoretischem Wissen in die berufliche Pflegepraxis optimiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode findet Anwendung?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse sowie die Darstellung von Entwicklungsprojekten und Fallbeispielen, um die Anwendbarkeit didaktischer Methoden in der Pflege zu untermauern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von POL, die Vorstellung diverser Ausbildungskonzepte und die Analyse von Praxisbeispielen zur Einstufung und Dokumentation in der Pflege.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Pflegeausbildung, problemorientiertes Lernen, Fallarbeit, Pflegewissenschaft und strukturierte Informationssammlung.
Wie beeinflussen krankheitsspezifische Maßnahmen die Grundpflege?
Zusätzliche Pflegemaßnahmen, die über die Grundpflege hinausgehen, wirken sich zeitlich erschwerend aus und müssen bei der Einstufung individuell und gesetzlich begründet berücksichtigt werden.
Welche Bedeutung kommt der Ethik in der Pflege zu?
Wie im Fazit erläutert, verleiht die Ethik der Pflegearbeit einen normativen Wesensbezug, der für das Pflegepersonal als kulturelle und menschliche Orientierung unerlässlich ist.
- Citation du texte
- Fabian Renger (Auteur), Attila Czirfusz (Auteur), 2016, Aspekte des problemorientierten Lernens (POL) in der Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/320933