Schule im Medienzeitalter. Die Einbringung von Medien im Unterricht am Beispiel von Hörtexten

Mit Unterrichtsverlauf (1. Klasse, Grundschule)


Hausarbeit, 2012
18 Seiten, Note: 2,7
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Mediennutzung von Kindern heute (KIM - Studie)

3. Hörtexte in der Primarstufe - Vorteile
3.1 Buch versus Hörbuch - „ altes “ gegen „ neues “ Medium
3.1.1 Lesefähigkeit und Hörsinn
3.1.2 Buch und Hörbuch - intermedial

4. Beispiel - „ Leselöwen spitzt die Ohren- Detektivgeschichten “ (Primarstufe, Klasse 1)
4.1 Vorarbeit
4.2 Durchführung
4.3 Didaktische Überlegungen

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Medien spielen in unserer heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle, sie gehören zum Lebensalltag und sind in die jeweilige Lebenswelt miteinbezogen. Man ist tagtäglich von ihnen umgeben und auch Kinder haben schon früh uneingeschränkten Zugang zu ihnen. Gerade für sie ist es wichtig einen geeigneten und kritischen Umgang gegenüber Medien zu erlernen. Seit einiger Zeit finden auch immer mehr Medien Einzug in die Schule. Computer im Klassenraum sind längst keine Seltenheit mehr. Die Schule ist die Instanz, welche den Kindern Hilfe für einen kompetenten Medienumgang bieten kann. Kinder werden zwar auch durch ihre Eltern früh dazu angeregt Medien zu nutzen, was im Idealfall zu einer vielfältigen und differenzierten Mediennutzung führen kann, jedoch kann es auch zu problematischen Einseitigkeiten führen.1

Ich werde mich in meiner Arbeit hauptsächlich mit Hörtexten als auditivem Medium befassen, da dieses Medium meiner Einschätzung nach noch sehr wenig zu schulischen Zwecken genutzt wird.

Zunächst werde ich auf die heutige Mediennutzung von Kindern eingehen, um noch einmal zu verdeutlichen, welche Rolle Medien im Leben der Kinder spielen. Dabei werde ich zu der KIM - Studie Bezug nehmen. Zum einen werde ich auf den Gerätebesitz der Kinder (2010) und zum Anderen auf die Themeninteressen (2008) eingehen. Hier sei schon einmal vorweggenommen, dass das Medium Buch bei den Themeninteressen der Jungen und Mädchen keine große Beliebtheit findet. Auch der Gerätebesitz der 6 - bis 13 -jährigen Kinder ist sehr interessant für meine Themenstellung, da vor allem die auditiven Medien bei den Kindern einen hohen Stellenwert haben.

Im Hauptteil werde ich zunächst darauf eingehen, welche Vorteile es für Kinder gibt, wenn sie früh mit Hörmedien in Kontakt kommen. Danach werden die Medien Buch und Hörbuch gegenübergestellt, somit auch die Lesefähigkeit und der Hörsinn. Darauf folgt die intermediale Arbeit mit dem Hörbuch und dem Buch, hier werde ich intensiver auf die Möglichkeiten der Leseförderung eingehen.

Daran anschließend folgt ein Unterrichtsverlauf für eine erste Klasse einer Grundschule. Dazu habe ich einen Hörtext aus der Reihe „Leselöwen spitzt die Ohren“ des Jumbo Verlags ausgewählt. Der Unterrichtsverlauf ist gegliedert in Vorarbeit, Durchführung und Didaktische Überlegungen. Abschließend folgt das Fazit, in dem ich unter anderem auf eine spiralcurriculare Einbindung von Hörmedien in der Schule eingehe.

2. Mediennutzung

Im Folgenden werde ich auf die KIM - Studie eingehen und dazu mit zwei Abbildungen aus der Studie arbeiten. Zum Einen werde ich auf den Gerätebesitz von 2010 und zum Anderen auf die Themeninteressen von 2008 eingehen.

Zuvor erläutere ich kurz was die KIM - Studie ist. KIM steht für Kinder + Medien, Computer + Internet. Die Studie wird seit 1999 alle ein - bis zwei Jahre vom Forschungsverband Südwest erhoben und behandelt den Medienumgang von 6- bis 13jährigen Kindern in Deutschland. Aus einer Grundgesamtheit von sechs Millionen deutschsprachigen Kindern von 6 bis 13 Jahren repräsentiert die Studie eine Stichprobe von 1.214 Personen.2 Mit Hilfe der der KIM-Studie erhält man also einen Einblick über die Mediennutzung von Kindern. Das Aufwachsen mit Medien ist heutzutage durch die dauerhafte Verfügbarkeit und Verbreitung technischer Geräte gekennzeichnet.3 „Eine wachsende Mehrheit der Kinder und Jugendlichen verfügt über eigene Fernseher, Radios und CD-Spieler, PCs, Handys [...]“4, was man der folgenden Abbildung entnehmen kann. Gerätebesitz 20105

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Folgenden möchte ich kurz die für mich wichtigsten Medien aus der Umfrage der KIM - Studie von 2010 aufführen.

Die Umfrage über den Gerätebesitz von 6 - bis 13 - jährigen Kindern zeigt, dass die auditiven Medien prägende Instanzen sind. 63% der Mädchen und 66% der Jungen besitzen einen eigenen CD- Player, welcher den ersten Platz einnimmt. Auch Kassettenrekorder, Walkman, Discman und (Mini-)Radio sind vertreten. Neben den auditiven Medien sind die audiovisuellen Medien ebenso stark vertreten, die Spielkonsole liegt auf dem zweiten Platz (Mädchen 48%, Jungen 65%). Fast die Hälfte der befragten Mädchen und Jungen besitzen einen eigenen Fernseher (Mädchen 42 %, Jungen 48%).

Computer und Internet sind in der Altersklasse noch nicht so stark verbreitet, gerade mal 13% der Mädchen und 17% der Jungen besitzen einen Computer.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei den Themeninteressen von Jungen und Mädchen von 2008 belegen nonmediale Aktivitäten die ersten drei Plätze (Freunde/ Freundschaft, Sport, Schule). Musik als auditives Medium erlangt den vierten Platz durch 35 % der Mädchen und 24 % der Jungen. Das Buch steht nicht sehr weit oben bei den Interessenangaben. 21 % der Mädchen und weniger als die Hälfte, gerade mal 9% der Jungen sind sehr interessiert an Büchern. Auffällig ist hier auch, dass Jungen bei den meisten technischen Medien sehr viel interessierter sind, als Mädchen. Auch bei dem Themeninteresse der Technik selbst sind Jungen drei mal so interessiert (21%) wie Mädchen (3%).

3. Hörtexte in der Primarstufe - Vorteile

„In Untersuchungen der letzten Jahre (Germann 1993; Finkbeiner 1997; Vorderer u.a. 2001 u.a.) wurde festgestellt, dass 46 % der sechs - bis dreizehnjährigen täglich Tonträger benutzen. [...]Bereits im Vorschulalter, etwa von 3 Jahren an, gehören medial vermittelte Hörerlebnisse mit ca. 34 Minuten zum Alltag der Kinder ( vgl. Hinz 2003, S. 231).“7

Vorschul- und Grundschulkinder machen also häufig durch elektronische Hörmedien ihre ersten literarischen Erfahrungen.8 Das Anhören des Mediums nimmt bei den Kindern unterschiedliche Funktionen ein. Es dient zum Anhören der Lieblingsgeschichte. Entweder für sich alleine oder auch in der Gruppe, um soziale Kontakte zu knüpfen. Diese Hörerlebnisse treten an die Stelle von früheren persönlichen Erfahrungen der Kinder mit Literatur durch das Vorlesen der Eltern.9

„Beim Anhören von Hörspielen, von Hörbüchern, von Musik nehmen die Kinder auch Emotionen auf. Sie nehmen wahr, wie das geschriebene Wort sich im Munde des Sprechenden verleiblicht und dadurch eine lebendige Kraft und Wirkungsmacht gewinnt.“10

Ein Hörbuch zu hören bedeutet außerdem einen Zugewinn an Sprachkompetenz und an Weltsicht.11 Der Zugewinn an Sprachkompetenz resultiert„[...] aus der Entdeckung der Vielfalt und Schönheit der Muttersprache, ihrer Farbigkeit und Originalität, der Verschiedenheit und Ungewöhnlichkeit des Ausdrucks [...]“.12 Der Zugewinn an Weltsicht erfolgt über die Sprache der Literatur. Über sie entdecken die Kinder und auch jeder andere, der ein Hörbuch hört13

„[...]verschiedene Welten, erleben über das Handeln und Verhalten der Protagonisten der Texte Gutes und Böses, Lustiges und Trauriges aus dem Menschenleben und dass sich das Leben lohnt, wenn man ihm einen Sinn geben kann“.14

Wenn Kinder lernen bewusst zuzuhören, entwickelt dies zum einen die kognitiven Fähigkeiten der Kinder, indem sie sich auf das Gehörte konzentrieren und es anschließend analysieren. Zum Anderen entwickelt es die Dekodierfähigkeit, da die Kinder etwas über Aussagen und deren Funktionen für den Inhalt entdecken.15 Sie gelangen auch an „Methodenkompetenz darüber, wie man einem Hörspiel, einem Hörbuch zuhört und wie man es beim Hören strukturiert auch unter bestimmter Aufgabenstellung des Lehrers.“16 Hinzu kommt, dass die Kinder Hörinteresse entwickeln können und lernen eine kritische Auswahl von Hörmedien zu treffen.17

Zudem ist das Zuhören eine „Schlüsselqualifikation für Kommunikation, das Verstehen, für Sprache und Lernen, den ästhetischen Genuss und Gesundheit in Beruf, Freizeit und Familie.“18 Der Hörsinn alleine reicht nicht aus, um literarische Texte für sich zu nutze zu machen. Die Fähigkeit richtig zu hören, zuzuhören und hinzuhören muss also erlernt werden.19

3.1 Medieneinsatz - Buch versus Hörbuch - „ altes “ gegen „ neues “ Medium

Wenn es um die Themen Medien und Schule geht wird oft davon ausgegangen, dass die neuen Medien das Buch verdrängen könnten. Jedoch ist es so, dass die Einführung eines neuen Mediums mediengeschichtlich bisher zu keiner Ablösung eines älteren Mediums geführt hat.20 Vielmehr ist es so, dass Menschen, die viel lesen, auch verstärkt und kompetent andere Medien nutzen.21

„Wenn man dazu beitragen will […] dem Buch eine gewichtete Stellung unter all den anderen Medien zu bewahren, müssen die jeweiligen Eigenheiten, Besonderheiten, Vorteile der einzelnen Medien bewusst sein.“22

Heutzutage wird in der Schule häufig nur mit dem Buch gearbeitet. Da jedoch das Buch, „[...]insbesondere Kinder- und Jugendliteratur in großen und noch immer größer werdenden Ausnahmen im Medienverbund existiert und in anderen Medien als dem Buch rezipiert wird […],“23 sollten auch medienkonvergente Angebote in der Schule stattfinden.

[...]


1 Vgl. Frederking/ Krommer/ Maiwald (2012), S. 65

2 Vgl. http://www.mpfs.de/fileadmin/KIM-pdf10/KIM2010.pdf

3 Vgl. Frederking/ Krommer/ Maiwald (2012), S. 65

4 Ebd.

5 Abbildung (entnommen aus) KIM-Studie 2010, Seite 8 4

6 Abbildung entnommen aus KIM-Studie 2008, Seite 6 5

7 Schulz (2007), S. 13

8 Vgl. Ebd., S. 6

9 Vgl. Ebd., S.14

10 Payrhuber/ Schulz, S. 6

11 Vgl. Schulz (2007), S. 13

12 Ebd.

13 Vgl. Schulz (2007), S.13

14 Ebd.

15 Vgl.Schulz (2007), S. 20

16 Schulz (2007), S. 20

17 Vgl. Ebd., S.20

18 Berhrens (2010), S. 61

19 Vgl. Ebd., S. 62

20 Vgl. Barsch (2011), S. 38

21 Vgl. Metzger (2001), S.16

22 Ebd., S. 15 f.

23 Ebd., S. 200

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Schule im Medienzeitalter. Die Einbringung von Medien im Unterricht am Beispiel von Hörtexten
Untertitel
Mit Unterrichtsverlauf (1. Klasse, Grundschule)
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Note
2,7
Jahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V333980
ISBN (eBook)
9783668242043
ISBN (Buch)
9783668242050
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ist es sinnvoll Hörtexte in der Grundschule einzusetzen und welche Fördermöglichkeiten bringen Hörtexte gegenüber des rein buchorientierten Unterrichts mit sich?
Schlagworte
schule, medienzeitalter, einbringung, medien, unterricht, beispiel, hörtexten, unterrichtsverlauf, klasse, grundschule
Arbeit zitieren
Anonym, 2012, Schule im Medienzeitalter. Die Einbringung von Medien im Unterricht am Beispiel von Hörtexten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/333980

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