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Ästhetik im Sehen in Ostasien. Wie Kultur das Verständnis von Schönheit beeinflusst

Titre: Ästhetik im Sehen in Ostasien. Wie Kultur das Verständnis von Schönheit beeinflusst

Dossier / Travail de Séminaire , 2014 , 20 Pages , Note: 1,8

Autor:in: Simon Dietze (Auteur)

Études Culturelles - Divers
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In unserem Projektmodul zur „Ostasiatischen Ästhetik und Philosophie“ diskutierten wir zum Einstieg die „Komparative Ästhetik“ von Rolf Elberfeld. Diese möchte ich in meiner Verschriftlichung ebenfalls für den Einstieg in das Thema nutzen, um vor allem den kulturellen Einfluss auf die Ästhetik deutlich zu machen. Danach wird die Ästhetik im Sehen zentral. Dabei geht es speziell um die Annahme der Schönheit, die sich beispielsweise auch im Prinzip der Leere, der Anordnung eines Parks oder auch in Mustern verbergen kann. Es soll ein kleiner Einblick in die Annahme der Schönheit in Ostasien sein. Bevor ich im Fazit noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasse, ist auch die Kunst der Fadheit Thema.

Der Begriff der Ästhetik lässt sich nicht einfach definieren. Er unterliegt stetig dem historischen Wandel und wird je nach Kultur unterschiedlich aufgefasst. In der europäischen Kultur ist die Ästhetik als Disziplin erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts aufgetaucht und verknüpfte dabei die Wissenschaft mit der sinnlichen Erkenntnis. Ausgangspunkt ist dabei immer der altgriechische Begriff αἴσθησις (aisthesis), der wörtlich mit „Wahrnehmung“ oder „Empfindung“ übersetzt wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Komparative Ästhetik

3. Die Ästhetik im Sehen

3.1 Die Betrachtung der chinesischen Gartenkunst

3.2 Das Prinzip der Leere

3.3 Von Mustern der Regelmäßigkeit zur Unregelmäßigkeit

3.4 Die Freiheit in der Fadheit entdecken

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit reflektiert die im Projektmodul „Ostasiatische Ästhetik“ erarbeiteten Konzepte und untersucht insbesondere, wie kulturell geprägte Unterschiede in der Wahrnehmung und im Sehen zwischen asiatischen und westlichen Denksystemen ästhetische Wertungen beeinflussen.

  • Komparative Ästhetik und der kulturelle Einfluss auf das Sehen
  • Die Funktion der Leere im Zen-Buddhismus und in der Kunst
  • Regelmäßigkeit vs. Unregelmäßigkeit in der ästhetischen Gestaltung
  • Das Konzept der Fadheit als Ausdruck von Freiheit und Weisheit

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Prinzip der Leere

Leere Räume gelten in der europäischen Architektur als „kalte“ Räume. Stille wird nicht wirklich als Musik angesehen. Monochrome Malerei wurden in den sechziger Jahren noch als Kunst der Negation gebrandmarkt. In Japan hingegen herrscht die Idee der Leere bereits seit dem 12. Jahrhundert und gilt seitdem als Ausdruck höchster Erkenntnis und Vollkommenheit. Die Befreiung von allem Überflüssigen ist gleichzeitig eine Konzentration auf das Elementare, Wesentliche und Einfache: Die Leere.

„Shiki soku ze kû, kû soku ze shiki“ lautet der Kerngedanke der Herz-Sûtra, einer der berühmtesten Texte des Mahayana-Buddhismus. Es heißt übersetzt „Form ist Leere, Leere ist Form“ und beschreibt die für unser Denken so schwer verständliche Existenz-Frage. Demnach besitzen alle Dinge die Natur der Leere, haben dadurch weder Anfang noch Ende oder anders: sind weder vollkommen oder unvollkommen. Sie stehen zwischen den dualistischen Extremen. Die Leere hat eine eigene Form, stellt aber auch die Form des Seienden her, indem sie als Abgrenzungslinie fungiert.

Wahrlich ist die Leere mehr als nur Nichts. Heidegger interpretierte sie als eine Art Freiraum, die die Dinge erst möglich macht. Der Prozess des „Umstülpens von Leere in Fülle“ gibt so den Modus vor, um die Leere der Kunst als „erfüllte Leere“ zu gestalten. In dem für uns logisch konzipierten Denken im Dualismus unterscheiden wir ständig zwischen zwei Extremen und positionieren alles dazwischen. Markus Brüderlin fasst jenes Denken in „Die erfüllte Leere und der moderne Minimalismus“ als abendländisches rationalisiertes Denken zusammen, indem wir beispielsweise zwischen Materie und Geist, Sein und Nichts, Zeichen und Bezeichnetem oder Form und Inhalt unterscheiden. In der ostasiatischen „Lehre der Leere“ wird versucht, das dualistische Denken von Objekt und Subjekt aufzuheben. Um sich diesem Bewusstseinszustand zu nähern, wurden vielfältige Methoden entwickelt, wie die Sitz-Meditation (zazen), in der die Menschen „die unbelebten Dinge von innen heraus“ erleben und auch verstehen, somit nichts „von außen begreifen“ sollen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die begriffliche Komplexität der Ästhetik und zeigt die Differenzen zwischen dem griechischen Ursprung der sinnlichen Wahrnehmung und der ostasiatischen Lehre vom Schönen auf.

2. Komparative Ästhetik: Untersucht, wie der wechselseitige Blick zwischen asiatischen und europäischen Lebensräumen die Theoriebildung beeinflusst und warum ästhetische Phänomene in Asien für die Welterschließung zentraler sind.

3. Die Ästhetik im Sehen: Analysiert verschiedene visuelle Paradigmen, darunter die chinesische Gartenkunst, das Prinzip der Leere, das Verhältnis von Regelmäßigkeit zu Unregelmäßigkeit sowie das Konzept der Fadheit.

4. Fazit: Führt die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass ostasiatische Ästhetik eine Abkehr vom dualistischen Denken erfordert, um Schönheit in vermeintlich leeren oder unvollkommenen Dingen zu finden.

Schlüsselwörter

Ostasiatische Ästhetik, Komparative Ästhetik, Leere, Fadheit, Sehen, Zen-Buddhismus, Chinesische Gartenkunst, Symmetrie, Unregelmäßigkeit, Wahrnehmung, Tao, Dualismus, Minimalismus, Idealismus, Schönheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit reflektiert die Auseinandersetzung mit ostasiatischer Ästhetik und untersucht, wie sich die Art des Sehens und Betrachtens zwischen verschiedenen Kulturen unterscheidet.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die komparative Ästhetik, die Rolle des Sehens, das Prinzip der Leere, die Ästhetik des Musters sowie das Konzept der Fadheit in der Kunst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es, den kulturellen Einfluss auf die Ästhetik aufzuzeigen und zu verstehen, wie in Ostasien Schönheit in Dingen erkannt wird, die aus westlicher Sicht oft verborgen oder leer bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen komparativen Ansatz, bei dem verschiedene ästhetische Phänomene Asiens phänomenologisch betrachtet und mit europäischen Denkmustern in Beziehung gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden unter anderem die chinesische Gartenkunst, die Bedeutung der Leere in der Kunst sowie die Wertschätzung des Unregelmäßigen und der Fadheit detailliert analysiert.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem ostasiatische Ästhetik, Zen-Buddhismus, Leere, Fadheit, komparative Ästhetik und die Überwindung dualistischer Denkmuster.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von "Leere" in Ostasien von der europäischen Sichtweise?

Während Leere in Europa oft als Mangel oder „kalte“ Negation wahrgenommen wird, gilt sie in Asien als Ausdruck höchster Erkenntnis, Vollkommenheit und als Basis für neues Denken.

Warum wird das Konzept der "Fadheit" in dieser Arbeit positiv bewertet?

Fadheit wird als Ideal des Daseins verstanden, das den Menschen von äußeren Reizen und Lärm befreit und ihm erlaubt, eine tiefere, neutrale Wirklichkeit wahrzunehmen.

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Résumé des informations

Titre
Ästhetik im Sehen in Ostasien. Wie Kultur das Verständnis von Schönheit beeinflusst
Université
University of Weimar  (Fakultät Medien)
Cours
Ostasiatische Ästhetik
Note
1,8
Auteur
Simon Dietze (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
20
N° de catalogue
V334330
ISBN (ebook)
9783668241145
ISBN (Livre)
9783668241152
Langue
allemand
mots-clé
Ästhetik Ostasiatische Ästhetik Sehen Auge Betrachtung Schönheit Verständnis Authentizität Garten Gärten Kultur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Simon Dietze (Auteur), 2014, Ästhetik im Sehen in Ostasien. Wie Kultur das Verständnis von Schönheit beeinflusst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/334330
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Extrait de  20  pages
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