Die vorliegende Seminararbeit setzt sich grundlegend mit der Problematik des Zweckes von Verrechnungspreisen unter Berücksichtigung von Einkünftekorrekturen sowohl aus deutscher als auch aus internationaler Sicht und deren Rechtsfolgen auseinander.
Dazu werden im zweiten Kapitel die grundlegenden Begriffe und Rahmenbedingungen erläutert, die zu Einkünftekorrekturen aus deutscher Sicht und im dritten Kapitel zu Korrekturen im Sinne des § 1 AStG führen können. Im vierten Kapitel werden dann einzelne ausgewählte Korrekturmaßstäbe zur Ermittlung von Verrechnungspreisen aufgezeigt. A
nschließend folgt im Kapitel 5 eine Betrachtung zu Eintretenden Rechtsfolgen aus den in Kapitel 2 genannten Einkünften. Den Abschluss der Arbeit bildet ein kurzes Fazit, in welchem noch einmal die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammenfassend genannt werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Verrechnungspreise- eine aktuelle Thematik
1.2 Gang der Untersuchung
2 Einkünftekorrekturen aus deutscher Sicht
2.1 Allgemeine Regelungen
2.2 Entnahme/Einlage
2.3 Verdeckte Gewinnausschüttung/Einlage
3 Berichtigung nach § 1 Außensteuergesetz
3.1 Allgemeine Hinweise
3.2 Tatbestandsvoraussetzungen
3.2.1 Minderung von Einkünften eines Steuerpflichtigen
3.2.2 Geschäftsbeziehungen zum Ausland
3.2.3 Nahe stehenden Personen
3.2.4 Abweichung vom Fremdvergleichsgrundsatz
4 Korrekturmaßstäbe
4.1 Fremdvergleichswerte
4.2 Tatsächliche Fremdvergleiche
4.3 Hypothetische Fremdvergleiche
4.4 Artikel 9 OECD-Musterabkommen
5 Eintretende Rechtsfolgen
5.1 Entnahme/Einlage
5.2 Verdeckte Gewinnausschüttung/Einlage
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Problematik von Verrechnungspreisen bei international agierenden Unternehmen und untersucht, wie Einkünftekorrekturen aus deutscher sowie internationaler Sicht rechtssicher umgesetzt werden können, um steuerliche Risiken zu minimieren.
- Steuerliche Herausforderungen und Rechtssicherheit bei Verrechnungspreisen
- Regelungen zu Entnahmen, Einlagen und verdeckten Gewinnausschüttungen
- Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes nach § 1 Außensteuergesetz
- Methoden zur Ermittlung angemessener Verrechnungspreise (tatsächlicher vs. hypothetischer Fremdvergleich)
- Bedeutung des Artikels 9 des OECD-Musterabkommens zur Vermeidung von Doppelbesteuerung
Auszug aus dem Buch
4.2 Tatsächliche Fremdvergleiche
Beim tatsächlichen Fremdvergleich kann man zwischen dem internen und externen Fremdvergleich unterscheiden. Ist bei der zum Vergleich herangezogenen Transaktion einer der beteiligten Geschäftspartner der Steuerpflichtige selbst, spricht man von einem internen Fremdvergleich. Betrachtet man hingegen Transaktionen außerhalb des Unternehmens, also zwischen fremden Dritten und legt diese der Preisermittlung zu Grunde, so spricht man von einem externen Fremdvergleich.73 Der interne Fremdvergleich ist theoretisch gesehen wohl die exakteste Methode, sofern dem Steuerpflichtigen genügend Datenbestände Hausintern zu Grunde liegen, da der Maßstab des fremdvergleichsüblichen Verhaltens durch das Unternehmen selbst gesetzt wird. Welche der beiden Arten Anwendung findet, hängt jedoch vom jeweiligen betrachteten Einzelfall ab. Liegt eine uneingeschränkte Vergleichbarkeit der Werte vor, so ist nach § 1 Abs. 3 Satz 1 AStG eine der im Folgenden kurz dargestellten Standardmethoden anzuwenden. Der Gesetzgeber schreibt jedoch keine Rangfolge der Anzuwendenden Methoden vor.
Bei der Preisvergleichsmethode74 (comparable uncontrolled price method) wird der Fremdvergleichspreis aus Marktpreisen abgeleitet, indem eine Bandbreite von Preisen herangezogen wird, die fremde Dritte am Markt für jeweils vergleichbare Transaktionen vereinbart haben, oder Preise die der Steuerpflichtige mit fremden Dritten vereinbart hat.75 Diese Methode wird meistens bei Massenwaren oder Serviceleistungen (vor allem EDV-Leistungen) angewandt. Jedoch ist es in der Praxis nicht ganz einfach konkrete marktorientierte Verrechnungspreise abzuleiten, deshalb greift u. a. auf die nachfolgende Methode zu.
Ausgangspunkt der Wiederverkaufspreismethode76 (resale price method) ist der Preis, den die nahe stehende Person bei einem Weiterverkauf an einen fremden Abnehmer erzielt. Von dem erzielten Preis wird jedoch eine angemessene Gewinnspanne abgezogen, da diese den von dem Wiederverkäufer übernommenen Funktionen und Risiken darstellt.77 Dabei wird bei der Rückrechnung von dem Absatzmarkt bezogenen Preis auf dem Preis der einem Fremdvergleich standhalten kann eine Bandbreite angemessener Preise gebildet und zwischen den verbundenen Unternehmen angesetzt. Diese Methode wird vor allem bei Vertriebsbeziehungen verwendet für die kein Marktpreis feststellbar ist und bei der der Wiederverkäufer nur eine unwesentliche Wertschöpfung an dem jeweiligen Gut verrichtet hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die steigende Bedeutung von Verrechnungspreisen durch die Internationalisierung von Unternehmen und definiert das Ziel der Arbeit sowie den Gang der Untersuchung.
2 Einkünftekorrekturen aus deutscher Sicht: Erläutert die Grundlagen zu Einkunftsarten und die steuerlichen Regelungen zu Entnahmen, Einlagen sowie verdeckten Gewinnausschüttungen im nationalen Kontext.
3 Berichtigung nach § 1 Außensteuergesetz: Analysiert die Voraussetzungen für Einkünftekorrekturen bei Auslandsbeziehungen, einschließlich der Definition nahestehender Personen und des Fremdvergleichsgrundsatzes.
4 Korrekturmaßstäbe: Stellt verschiedene Methoden zur Ermittlung von Verrechnungspreisen vor, darunter den tatsächlichen und hypothetischen Fremdvergleich sowie die Regelungen des OECD-Musterabkommens.
5 Eintretende Rechtsfolgen: Detailliert die steuerlichen Konsequenzen von Abweichungen bei Verrechnungspreisen und illustriert diese anhand von Beispielen zu verdeckten Gewinnausschüttungen und Einlagen.
Schlüsselwörter
Verrechnungspreise, Außensteuergesetz, AStG, Fremdvergleichsgrundsatz, Einkünftekorrekturen, Verdeckte Gewinnausschüttung, Verdeckte Einlage, Doppelbesteuerung, OECD-Musterabkommen, Entnahme, Einlage, Kapitalgesellschaft, Konzernbesteuerung, Funktionsverlagerung, Steuerrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die steuerliche Problematik von Verrechnungspreisen in internationalen Konzernstrukturen und wie diese gemäß deutscher Gesetzgebung und internationaler Standards wie dem OECD-Musterabkommen zu behandeln sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die korrekte Ermittlung und Dokumentation von Verrechnungspreisen, die Vermeidung von Gewinnverlagerungen sowie die steuerlichen Rechtsfolgen bei Nichteinhaltung des Fremdvergleichsgrundsatzes.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, dem Leser einen Überblick über die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Einkünftekorrekturen zu geben und aufzuzeigen, wie Unternehmen Verrechnungspreise rechtssicher gestalten können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Steuergesetze, Richtlinien, Fachkommentare sowie der Auswertung einschlägiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der nationalen Korrekturvorschriften (Einkünftekorrekturen), die Berichtigungstatbestände nach § 1 AStG, die verschiedenen Korrekturmaßstäbe (Methoden) und eine detaillierte Betrachtung der daraus resultierenden Rechtsfolgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verrechnungspreise, AStG, Fremdvergleich, verdeckte Gewinnausschüttung und Doppelbesteuerung charakterisiert.
Wie unterscheiden sich Entnahmen und Einlagen von verdeckten Gewinnausschüttungen?
Während Entnahmen und Einlagen primär bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften (Betriebsvermögensvergleich) relevant sind, beziehen sich verdeckte Gewinnausschüttungen und Einlagen auf die Sphäre von Kapitalgesellschaften und deren Gesellschaftern.
Wann kommt ein hypothetischer Fremdvergleich zur Anwendung?
Ein hypothetischer Fremdvergleich wird dann durchgeführt, wenn kein tatsächlicher Fremdvergleich möglich ist, um einen fiktiven, marktüblichen Preis zu simulieren, der dem Handeln eines doppelten ordentlichen Geschäftsleiters entspricht.
- Arbeit zitieren
- Chris Krause (Autor:in), 2015, Der Zweck von Verrechnungspreisen bei Einkünftekorrekturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/335051