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Lebensverlängernde Maßnahmen im Wachkoma

Pro- und Contraargumentation zur Entscheidungsfindung der Versorgung wachkomatöser Menschen

Title: Lebensverlängernde Maßnahmen im Wachkoma

Seminar Paper , 2015 , 10 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Benjamin Schmidt (Author)

Nursing Science - Miscellaneous
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In der Hausarbeit wird eine kritische Diskussion zum Thema lebensverlängernde Maßnahmen im Wachkoma geführt. Dieser Beitrag bedient sich der Pro- und Contraargumentation, um eine gewissenhafte Entscheidungsfindung über die weitere Versorgung erwachsener Menschen im Wachkoma herbeizuführen. Außerdem werden die persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen des Autors anhand von zwei Fallbeispielen erörtert.

Lebensverlängernde Maßnahmen: Behandlungsmethoden oder Therapien, die bei einer lebensbedrohlichen Erkrankung Patienten am Leben erhalten oder ihre Lebensqualität am Lebensende erhöhen sollen. Sie können den Sterbeprozess aber auch qualvoll lange hinauszögern, obwohl Patienten bereit sind zu sterben. Dazu gehören: Künstliche Beatmung, das Legen einer PEG- Sonde zur künstlichen Ernährung, Reanimation, Katheter und Zugänge, Operationen, Medikamente, Infusionen zur Flüssigkeitszufuhr und jede intensivmedizinische Behandlung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition

3. Pro- Argumentation

4. Contra- Argumentation

5. Lösungsstrategien

6. Stellungnahme

7. Diskussion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der ethischen und pflegerischen Herausforderung lebensverlängernder Maßnahmen bei erwachsenen Patienten im Wachkoma auseinander, um auf Basis rechtlicher und ethischer Rahmenbedingungen eine reflektierte Entscheidungsgrundlage zu schaffen.

  • Definition und medizinisch-rechtliche Einordnung des Wachkomas
  • Patientenautonomie, Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
  • Ethische Pro- und Contra-Argumente zur Lebensverlängerung
  • Lösungsstrategien bei moralischen Entscheidungsfindungen
  • Praktische Fallreflexionen aus der pflegerischen Tätigkeit

Auszug aus dem Buch

Stellungnahme

Die persönliche Konfrontation mit dem Thema der lebensverlängernden Maßnahmen fand am Beispiel zweier „wachkomatöser“ Menschen statt.

Herr S., 86 Jahre, war assistierend durch ein Einschlauchsystem beatmet. Er griff nach dem endotrachealen Absaugen immer wieder nach der Gänsegurgel als wollte er damit vermitteln, dass er schlecht Luft bekomme und auf die Maschine angewiesen sei. Einige Tage später erschien seine Ehefrau mit einer Patientenverfügung und verlangte vom Pflegepersonal die Beatmungsmaschine abzustellen. Herr S. wäre vermutlich am selben Tag noch verstorben, da seine respiratorischen Fähigkeiten nicht ausreichend waren um dauerhaft ohne Maschine atmen zu können. Bei genauerem Hinsehen war erkennbar, dass seine Frau die Patientenverfügung unterschrieben hatte. Es konnte von Seiten des Pflegepersonals nicht gemutmaßt werden, dass Herr S. den Willen äußerte seine lebenserhaltenden Maßnahmen einzustellen. Außerdem ist es nicht möglich Patientenverfügungen für jemanden anderen zu erstellen. Somit wurde der Wunsch der Ehefrau abgelehnt.

Im zweiten Fall handelte es sich um Herrn I., 59 Jahre alt, welcher durch einem schweren hypoxischen Hirnschaden ein apallisches Syndrom entwickelte und keine Spontanatmung zeigte. Nachdem er einige Wochen auf einer Intensivstation stabilisiert worden war, entschloss man sich Herr I. in eine Langzeitpflegeeinrichtung mit Schwerpunkt neurologische Störungen/ Beatmung zu verlegen. Es vergingen wieder einige Wochen in denen sein Zustand unverändert blieb. Seine Familie erwähnte in dieser Zeit häufiger, dass sie nicht wüssten, wie sie die aufwändige Pflege finanzieren sollen. Eines Tages brachte die Familie eine Patientenverfügung, welche sich angeblich noch gefunden habe und schon älter sei. Diese Verfügung wies allerdings ein aktuelles Datum, welches nach dem traumatischen Ereignis eingetragen wurde, auf. Der Familie wurde mitgeteilt, dass es nicht rechtskonform sei eine Patientenverfügung im Nachhinein zu konstruieren. Dem Wunsch der Familie die Maschine auszustellen wurde nicht entsprochen und entgegnet, dass sie diesen Vorgang wenn so große Dringlichkeit bestünde, selbst erledigen solle.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtung der eigenen pflegerischen Erfahrungen und kritische Hinterfragung des professionellen Handelns in Bezug auf Lebensverlängerung.

2. Begriffsdefinition: Klärung zentraler Begriffe wie lebensverlängernde Maßnahmen, Patientenautonomie, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Wachkoma.

3. Pro- Argumentation: Darstellung ethischer und moralischer Gründe für die Aufrechterhaltung des Lebens unter Berücksichtigung von Berufsethos und Menschenwürde.

4. Contra- Argumentation: Erörterung kritischer Aspekte wie Patientenwillen, Sterbeprozess, Schmerzvermeidung und der Problematik pauschalisierter Patientenverfügungen.

5. Lösungsstrategien: Vorstellung von Vorgehensweisen bei unklarer Sachlage, einschließlich der Nutzung von Ethikkomitees und interdisziplinären Fallbesprechungen.

6. Stellungnahme: Reflexion von zwei praktischen Fallbeispielen aus der Pflege, die die Komplexität und Missbrauchsgefahr bei Patientenverfügungen aufzeigen.

7. Diskussion und Ausblick: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Hinweis auf weiteren Forschungsbedarf im Umgang mit Wachkoma-Patienten.

Schlüsselwörter

Wachkoma, Apallisches Syndrom, Patientenverfügung, Patientenautonomie, Lebensverlängernde Maßnahmen, Pflegeethik, Sterbehilfe, Vorsorgevollmacht, Behandlungsabbruch, Informed Consent, Intensivpflege, Medizinethik, Menschenwürde, Mutmaßlicher Patientenwille, Lebensqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der pflegerischen und ethischen Problematik, wenn lebensverlängernde Maßnahmen bei erwachsenen Patienten im Wachkoma angewendet werden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Patientenautonomie, die rechtliche Bindung von Patientenverfügungen, ethische Abwägungen zur Lebensverlängerung und die praktische Anwendung in der Pflege.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das eigene pflegerische Handeln kritisch zu reflektieren und Kriterien für eine ethisch und rechtlich fundierte Entscheidungsfindung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse einschlägiger Literatur, gesetzlicher Bestimmungen und die Reflexion eigener praktischer Fallbeispiele.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsdefinitionen, eine Pro- und Contra-Argumentation, Lösungsstrategien bei unklarer Sachlage sowie eine persönliche Stellungnahme anhand von Fallreflexionen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Wachkoma, Patientenautonomie, Patientenverfügung, Pflegeethik und Lebensqualität beschreiben.

Warum spielt die Vorsorgevollmacht in der Arbeit eine wichtige Rolle?

Sie ist entscheidend für die rechtliche Sicherheit, wenn der Patient selbst nicht mehr einwilligungsfähig ist und der mutmaßliche Wille ermittelt werden muss.

Welche Bedeutung haben die in der Arbeit genannten Negativfälle?

Die Fälle von Herr S. und Herrn I. verdeutlichen die Gefahr des Missbrauchs von Patientenverfügungen und unterstreichen die Notwendigkeit sorgfältiger, fallbezogener Einzelfallentscheidungen.

Wie unterscheidet sich die passive von der aktiven Sterbehilfe in dieser Arbeit?

Die passive Sterbehilfe (Einstellung lebenserhaltender Maßnahmen bei entsprechendem Willen) wird rechtlich als zulässig eingestuft, während die aktive Tötung strafbar ist.

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Details

Title
Lebensverlängernde Maßnahmen im Wachkoma
Subtitle
Pro- und Contraargumentation zur Entscheidungsfindung der Versorgung wachkomatöser Menschen
College
University of Applied Sciences Frankfurt am Main  (Fachbereich Gesundheit und Soziales)
Course
Reflexion
Grade
1,3
Author
Benjamin Schmidt (Author)
Publication Year
2015
Pages
10
Catalog Number
V338393
ISBN (eBook)
9783668279148
ISBN (Book)
9783668279155
Language
German
Tags
Lebensverlängernde Maßnahmen Sondenkost Beatmung Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung Patientenautonomie Lösungsstrategien Wachkoma apallisches Syndrom coma vigile unresponsive wakefulness syndrome Syndrom reaktionsloser Wachheit vegetative state persistent vegetativ state permanent vegetativ state Aktive Sterbehilfe Passive Sterbehilfe Abbruch lebensverlängernder Maßnahmen Sondenernährung Euthanasie verhungern verdursten direkte Sterbehilfe indirekte Sterbehilfe Vorsorgevollmacht Betreuungsverfügung Patientenverfügung Betreuer mutmaßlicher Wille Angehörige gesetzlicher Betreuer Pflegepersonen Palliativ Palliativversorgung Palliativ Care Zwiespalt
Product Safety
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Quote paper
Benjamin Schmidt (Author), 2015, Lebensverlängernde Maßnahmen im Wachkoma, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338393
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