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Gesundheitliche Eigenverantwortung in der Berichterstattung deutschsprachiger Printmedien. Welches Verständnis von Gesundheit wird konstruiert?

Eine diskursanalytische Untersuchung

Titre: Gesundheitliche Eigenverantwortung in der Berichterstattung deutschsprachiger Printmedien. Welches Verständnis von Gesundheit wird konstruiert?

Thèse de Master , 2016 , 166 Pages , Note: 1,56

Autor:in: Sophie Rubscheit (Auteur)

Santé - Divers
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Immer lauter wird die Forderung, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. In nahezu jedem Bereich des täglichen Lebens werden Produkte und Dienstleistungen unter dem Label "Gesundheit" vermarktet. Magazine wie "Brigitte" und "Men’s Health" sind ganz vorne mit dabei, wenn es um Themen wie Bewegung, eine ausgewogene Ernährung oder den verantwortungsvollen Umgang mit Genussmitteln geht.

Vor jenem Hintergrund geht dieses Buch der Frage nach, wie das populäre Konstrukt gesundheitlicher Eigenverantwortung in den deutschen Printmedien dargestellt wird. Welche Anforderungen werden an die Leser herangetragen? Und welches Verständnis von Gesundheit wird in diesem Zusammenhang konstruiert?

Die Basis der Untersuchung bildet die Diskurstheorie des französischen Philosophen Michel Foucault. Dabei geht die Autorin von der These aus, dass die Kommunikation gesundheitlicher Eigenverantwortung zu einem leistungsbezogenen Gesundheitsverständnis führt.

Übergeordnetes Ziel der Arbeit ist es, den Leser zu motivieren, sich einerseits seine persönliche Definition von Gesundheit zu vergegenwärtigen, und sich andererseits deren Ursprung und Herleitung zu verdeutlichen.

Aus dem Inhalt:
- Eigenverantwortung;
- Gesundheit;
- Diskursanalyse;
- Printmedien;
- Michel Foucault;

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Inhaltliche Einbettung und Stand der Forschung

2.1 Gesundheit als Konstruktion

2.2 Eigenverantwortliches Gesundheitsverhalten

2.3 Förderung gesundheitlicher Eigenverantwortung

2.4 Kritik an gesundheitlicher Eigenverantwortung

2.5 Empirischer Stand der Forschung

3 Theoretischer Hintergrund – Diskurstheorie

3.1 Der Diskursbegriff und die Produktion von Wahrheit

3.2 Die Diskursanalyse

4 Methodologie

4.1 Methodisches Vorgehen der inhaltlichen Einführung

4.2 Diskursanalyse und Datenkorpus

4.2.1 Anmerkungen zu Methode und Themenwahl

4.2.2 Die Auswahl der Daten

4.2.3 Die Generierung des Datenkorpus

4.3 Methodisches Vorgehen der Diskursanalyse

4.3.1 Die Grobanalyse

4.3.2 Die Feinanalyse

5 Ergebnisse

5.1 Grobanalyse der Brigitte

5.1.1 Allgemeine Phänomene und gesundheitliche Eigenverantwortung in der Brigitte

5.1.2 Die Konstruktion von Gesundheit der Brigitte

5.2 Feinanalyse Brigitte

5.3. Grobanalyse Men’s Health

5.3.1 Allgemeine Phänomene und gesundheitliche Eigenverantwortung in der Men’s Health

5.3.2 Die Konstruktion von Gesundheit der Men’s Health

5.4 Feinanalyse Men’s Health

5.5 Zusammenführung der Zwischenergebnisse

6 Diskussion

6.1 Diskussion der Methode

6.2 Diskussion der Ergebnisse

7 Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Diskurs gesundheitlicher Eigenverantwortung in den deutschsprachigen Printmedien "Brigitte" und "Men’s Health", mit dem Ziel, das darin konstruierte Gesundheitsverständnis und die an die Individuen gerichteten Anforderungen mittels diskurstheoretischer Analyse nach Michel Foucault kritisch zu hinterfragen.

  • Konstruktion von Gesundheit als soziales Konstrukt
  • Die Rolle der Eigenverantwortung im Gesundheitswesen
  • Diskursanalytische Untersuchung medialer Gesundheitskommunikation
  • Anforderungen an das unternehmerische Selbst in der Gesundheitsprävention
  • Verhältnis von Eigenverantwortung und Solidarität im Gesundheitssystem

Auszug aus dem Buch

2.1 Gesundheit als Konstruktion

In der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Stand Mai 2014 heißt es: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Die Gesundheitsdefinition des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie fokussiert auf ähnliche Aspekte: „Gesundheit wird als mehrdimensionales Phänomen (seltsames, ungewöhnliches Ereignis) verstanden und reicht über den ‚Zustand der Abwesenheit von Krankheit’ hinaus“ (BMBF, 1997). Beide Begriffsdefinitionen verweisen auf die subjektiven Dimensionen von Gesundheit, die im Hinblick auf zeitliche und kulturelle Bedingungen zudem einem kontinuierlichen Wandel unterliegen (Bloch, 1995).

Hurrelmann (2006: 7) schließt sich dem an und definiert Gesundheit als einen „Zustand des Wohlbefindens einer Person, der gegeben ist, wenn diese Person sich körperlich, psychisch und sozial im Einklang mit den jeweils gegebenen inneren und äußeren Lebensbedingungen befindet“. Der objektive und subjektiv empfundene Gesundheitszustand eines Individuums hänge demnach von der Fähigkeit ab, körperliche, seelische und soziale Bereiche in Balance zu bringen. Weiterhin bedinge er sich dadurch, die individuellen Lebensbedingungen mit den gegebenen persönlichen Ressourcen und Zielen in Einklang zu bringen, sodass die Erfüllung von Pflichten und der Genuss von Vergnügen gewährleistet seien (ebd.). Diese Konnotation fasst Freud wie folgt zusammen: „Gesundheit ist die Fähigkeit lieben und arbeiten zu können“ (Freud, o.J. in Waller 2006: 9).

Der Medizinsoziologe Talcott Parsons hingegen betont den verpflichtenden Charakter im Sinne einer Erfüllung von Rollen und Aufgaben. Er hält Gesundheit für einen „Zustand optimaler Leistungsfähigkeit eines Individuums, für die wirksame Erfüllung der Rollen und Aufgaben, für die es sozialisiert (…) worden ist“ (Parsons 1951: 431). Laut Parsons (1958: 10) stelle Gesundheit somit eine der funktionalen Vorbedingungen des sozialen Lebens dar. Denn beinahe in allen Definitionen zähle sie zu den funktionalen Bedürfnissen der Gesellschaftsmitglieder, was dazu führe, dass ein zu niedriges Gesundheitsniveau und ein zu häufiges Krankheitsauftreten dysfunktional im Hinblick auf das Funktionieren eines sozialen Systems seien, da Krankheit die Erfüllung sozialer Rollen unmöglich mache.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Thema der Eigenverantwortung im Gesundheitswesen vor und führt in die diskurstheoretische Fragestellung der Arbeit ein.

2 Inhaltliche Einbettung und Stand der Forschung: Dieses Kapitel erläutert den Gesundheitsbegriff als soziale Konstruktion und diskutiert den aktuellen Forschungsstand zur gesundheitlichen Eigenverantwortung.

3 Theoretischer Hintergrund – Diskurstheorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Diskurstheorie nach Foucault sowie deren Anwendung in der Diskursanalyse dargelegt.

4 Methodologie: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, von der Datengenerierung bis hin zur Durchführung der Grob- und Feinanalyse des Datenkorpus.

5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der diskursanalytischen Untersuchung der Zeitschriften "Brigitte" und "Men’s Health" werden hier im Detail präsentiert und zusammengeführt.

6 Diskussion: Die gewonnenen Erkenntnisse werden reflektiert, methodisch eingeordnet und in den breiteren wissenschaftlichen Kontext sowie zur Beantwortung der Forschungsfragen genutzt.

7 Conclusio: Die Conclusio fasst die Kernergebnisse der Untersuchung zusammen und gibt Impulse für zukünftige Forschungsansätze.

Schlüsselwörter

Eigenverantwortung, Gesundheit, Diskursanalyse, Michel Foucault, Gesundheitsförderung, Prävention, unternehmerisches Selbst, Leistungsfähigkeit, Printmedien, Brigitte, Men’s Health, Empowerment, Medizinisierung, Selbstoptimierung, Gesundheitsverständnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Konzept gesundheitlicher Eigenverantwortung in den populären Zeitschriften "Brigitte" und "Men’s Health" kommuniziert wird und welche Gesundheitsbilder dadurch konstruiert werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Konstruktion von Gesundheit, das Konzept der Eigenverantwortung, die ökonomische Steuerung von Gesundheitsverhalten und die Analyse medialer Machtstrukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Gültigkeit des Diskurses gesundheitlicher Eigenverantwortung zu hinterfragen und zu untersuchen, welche impliziten Anforderungen an die Subjekte gestellt werden, gesund zu bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung nutzt die wissenssoziologische Diskursanalyse nach Reiner Keller, basierend auf der Diskurstheorie von Michel Foucault.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine theoretische Einbettung, die methodische Herleitung, die detaillierte Grob- und Feinanalyse des Datenkorpus sowie die Diskussion der Ergebnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Eigenverantwortung, Gesundheit, Diskursanalyse, unternehmerisches Selbst, Empowerment und Selbstoptimierung.

Wie unterscheidet sich die Kommunikation in Brigitte und Men’s Health?

Während beide Medien auf Eigenverantwortung setzen, nutzt Brigitte häufiger Anspielungen und geschlechtsspezifische Themen, während Men’s Health direktere, offensivere Ratschläge und stark maskuline, leistungsorientierte Aspekte verwendet.

Welche Rolle spielt der Arzt in der untersuchten Berichterstattung?

Der Arzt fungiert weiterhin als letzte rettende Instanz mit hoher Deutungshoheit, an die sich das Subjekt bei ernsthaften Erkrankungen wenden kann, wenn die Eigenverantwortung an ihre Grenzen stößt.

Führt die Eigenverantwortung zu einem gesünderen Leben?

Die Arbeit legt nahe, dass die Kommunikation eher zu einer Ökonomisierung des Selbst und einem Zwang zur ständigen Selbstoptimierung führt, statt zwangsläufig das Wohlbefinden zu steigern.

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Résumé des informations

Titre
Gesundheitliche Eigenverantwortung in der Berichterstattung deutschsprachiger Printmedien. Welches Verständnis von Gesundheit wird konstruiert?
Sous-titre
Eine diskursanalytische Untersuchung
Université
University of Bremen
Note
1,56
Auteur
Sophie Rubscheit (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
166
N° de catalogue
V341284
ISBN (ebook)
9783668377820
ISBN (Livre)
9783960950257
Langue
allemand
mots-clé
Eigenverantwortung Gesundheit Diskursanalyse Foucault
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Sophie Rubscheit (Auteur), 2016, Gesundheitliche Eigenverantwortung in der Berichterstattung deutschsprachiger Printmedien. Welches Verständnis von Gesundheit wird konstruiert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/341284
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