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Ausnahmesituation Intensivstation. Individuelle Gestaltung von Sterben und Tod unter extremen Bedingungen

Titre: Ausnahmesituation Intensivstation. Individuelle Gestaltung von Sterben und Tod unter extremen Bedingungen

Thèse de Bachelor , 2016 , 63 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Pia Achinger (Auteur)

Sciences infirmières - Divers
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Die vorliegende Bachelorarbeit geht der Frage nach, wie Sterben und Tod unter den extremen Bedingungen einer Intensivstation individuell gestaltet werden können.

Das Sterben in der Gesellschaft unterliegt einem ständigen Wandel. Früher fanden Geburt und Sterben eines Menschen noch in den Bereichen des täglichen Lebens statt, zu Hause in gewohnter Umgebung, mit der Geborgenheit und Zuwendung der Familie und Angehörigen. Heute besitzt jeder Mensch eine andere Vorstellung darüber, wie und wo er sein Lebensende verbringen möchte. Die Studie Faktencheck Palliativversorgung der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass 76 Prozent der Deutschen zu Hause sterben möchten, aber auch, dass nur ein Fünftel der Einwohner tatsächlich in den eigenen vier Wänden stirbt. Fast die Hälfte der Menschen stirbt in einem Krankenhaus; bis zu 90 Prozent von ihnen benötigen eine gute Palliativversorgung.

Ein hoher Anteil der Sterbefälle findet auf den Intensivstationen statt. Vor allem in diesem Bereich ist die Diskrepanz zwischen Überleben und Lebensende am kleinsten. „Die Fortschritte der modernen Intensivmedizin haben vielen Menschen das Leben gerettet. Trotzdem hat die Vorstellung, auf einer Intensivstation sterben zu müssen, für die meisten Menschen etwas Furchterregendes.“ (BORASIO 2012: 33) Geräte, Schläuche, Kabel, Apparate, ungewohnte Geräusche, anders gekleidetes Krankenhauspersonal sind typische Merkmale einer Intensivstation. Genau diese Dinge wirken sowohl auf Patienten, als auch auf Angehörige angsteinflößend und verunsichernd. Auch das Pflegepersonal und die Ärzte stehen ständig im Zwiespalt von Technik und Humanität.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sterben und Tod

2.1 Definition Sterben

2.2 Wann ist ein Mensch tot?

2.3 Sterbeorte – Wunsch und Wirklichkeit

3 Ausnahmesituation Intensivstation – Die Situation der Sterbenden, der Angehörigen und des Pflegepersonals

3.1 Der sterbende Patient

3.1.1 Die Situation und Belastungen

3.1.2 Die Bedürfnisse

3.2 Bedürfnisse und Belastungsfaktoren der Angehörigen

3.3 Die Sicht der Pflegekräfte

4 Individuelle Sterbebegleitung auf der Intensivstation – Möglichkeiten und Empfehlungen

4.1 Was bedeutet Sterbebegleitung?

4.2 Fehlende individuelle und institutionelle Rahmenbedingungen und Verbesserungsvorschläge

4.3 Betreuung in den letzten Stunden

4.3.1 Anregungen für die Betreuung der Sterbenden

4.3.2 Pflegeschwerpunkte bei sterbenden Intensivpatienten

4.3.3 Betreuung der Angehörigen

4.4 Nach dem Tod –Empfehlungen

4.4.1 Am Totenbett

4.4.2 Begleitung der Hinterbliebenen

4.4.3 Begleitung des Personals

5 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie Sterben und Tod unter den extremen Bedingungen einer Intensivstation individuell gestaltet werden können. Ziel ist es, Möglichkeiten für das Pflegepersonal aufzuzeigen, wie eine humane Sterbebegleitung trotz technischer und organisatorischer Herausforderungen in der Praxis umgesetzt werden kann.

  • Analyse der Bedürfnisse und Ängste von sterbenden Intensivpatienten.
  • Untersuchung der psychischen Belastungen von Angehörigen in der Intensivmedizin.
  • Evaluation pflegerischer Maßnahmen zur individuellen Sterbebegleitung.
  • Herausarbeitung von institutionellen und personellen Hindernissen für ein würdevolles Sterben.
  • Empfehlungen für die Begleitung von Patienten, Angehörigen und Personal nach dem Tod.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die Bedürfnisse

Da jeder Mensch individuell ist, sind somit auch die Bedürfnisse im Sterbeprozess teilweise verschieden. Rest beschäftigt sich in seinem Buch mit den von JANUSZ KORCZAK dargestellten Bedürfnissen der Menschen in Bezug auf die allgemeinen Grundrechte. Der polnische Arzt KORCZAK erläuterte, dass sich die Bedürfnisse des Menschen im Bezug auf seine Grundrechte verschieden realisieren. Die Grundrechte nach KORCZAK lauten (KORCZAK 1930, zit. n. REST 2006: 183):

- Das Recht des Menschen auf Tod

- Das Recht auf den heutigen Tag

- Das Recht, so zu sein, wie der Mensch gerade ist

Vor allem das Recht des Menschen auf den Tod, wird oftmals auf einer Intensivstation nicht berücksichtigt. Wie bereits erläutert ist es die Aufgabe der Intensivstation, Leben zu erhalten und zu retten. Der Tod wird dort häufig als Niederlage verstanden. Des Weiteren befindet sich im Anhang eine Übersicht über die „Zwölf Rechte des Sterbenden“, welche die Situation eines sterbenden Menschen im Allgemeinen gut darstellt (Anhang 3).

Um einen Sterbenden optimal versorgen und begleiten zu können, sollte vor allem das Pflegepersonal genau diese Rechte und die unterschiedlichen Bedürfnisse kennen, welche sich in Alltagsbedürfnisse, Bedürfnisse aufgrund veränderter Sinneswahrnehmung und spirituelle Bedürfnisse unterscheiden lassen (vgl. FEICHTNER 2014: 58ff.). Um die individuellen Bedürfnisse und Wünsche eines sterbenden Patienten herauszufinden, kann die Einbeziehung und Befragung der Angehörigen vorteilhaft für die Informationsgewinnung sein. Zunächst werden nur die verschiedenen Bedürfnisse Sterbender dargestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel des Sterbens und die besonderen Herausforderungen der Sterbebegleitung im technisch geprägten Umfeld der Intensivstation.

2 Sterben und Tod: Dieses Kapitel definiert den Sterbeprozess, unterscheidet verschiedene medizinische Todesarten und kontrastiert den gesellschaftlichen Wunsch nach dem Sterbeort mit der klinischen Realität.

3 Ausnahmesituation Intensivstation – Die Situation der Sterbenden, der Angehörigen und des Pflegepersonals: Das Kapitel analysiert die belastende Ausnahmesituation auf Intensivstationen und beleuchtet detailliert die Bedürfnisse sowie Ängste von Patienten, Angehörigen und Pflegenden.

4 Individuelle Sterbebegleitung auf der Intensivstation – Möglichkeiten und Empfehlungen: Hier werden praktische Strategien für eine individuelle Sterbebegleitung vorgestellt, von der Gestaltung der letzten Stunden bis hin zur Betreuung der Hinterbliebenen und Unterstützung des Personals.

5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit einer humanen, am Patienten orientierten Sterbebegleitung trotz der Herausforderungen durch die Intensivmedizin.

Schlüsselwörter

Sterbebegleitung, Intensivstation, Palliative Care, Sterbeprozess, Pflegeethik, Angehörigenbetreuung, Patientenbedürfnisse, Menschenwürde, Intensivmedizin, Trauerbegleitung, Kommunikation, Sterbeort, Symptomkontrolle, Krankenhaus, Ethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie Sterben und Tod unter den extremen technischen und organisatorischen Bedingungen einer Intensivstation individuell und menschenwürdig gestaltet werden können.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Die zentralen Themenfelder sind die Bedürfnisse sterbender Patienten, die psychosoziale Belastungssituation von Angehörigen sowie die Rolle und psychische Entlastung des Pflegepersonals in dieser Krisensituation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, Optionen und Handlungsempfehlungen für das Pflegepersonal zu entwickeln, um eine würdevolle Begleitung sterbender Intensivpatienten trotz der technisierten Umgebung zu gewährleisten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche sowie auf qualitativen Daten, darunter Interviews mit Angehörigen und Pflegekräften, um praxisnahe Einblicke in die Sterbesituation auf Intensivstationen zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ausgangssituation (Belastungen und Bedürfnisse aller Akteure) und die Darstellung konkreter Möglichkeiten und Empfehlungen für die Sterbebegleitung, inklusive der Zeit nach dem Tod.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sterbebegleitung, Intensivstation, Patientenwürde, Angehörigenbetreuung und Palliative Care geprägt.

Welche besonderen Belastungen erleben Angehörige auf einer Intensivstation laut dieser Arbeit?

Angehörige empfinden die Umgebung oft als bedrohlich und angsteinflößend. Sie leiden unter Hilflosigkeit, Angst vor dem Versagen im Umgang mit dem Patienten und haben ein zentrales Bedürfnis nach verständlichen Informationen über den Gesundheitszustand.

Wie sollte das Personal mit der "Todesverarbeitung" im Team umgehen?

Um Burn-Out und psychische Belastungen zu vermeiden, empfiehlt die Arbeit Rituale, Gedenkfeiern und insbesondere regelmäßige Supervisionen, in denen das Team Erfahrungen reflektieren und sich gegenseitig stützen kann.

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Résumé des informations

Titre
Ausnahmesituation Intensivstation. Individuelle Gestaltung von Sterben und Tod unter extremen Bedingungen
Université
University of Applied Sciences Hamburg
Note
1,0
Auteur
Pia Achinger (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
63
N° de catalogue
V342315
ISBN (ebook)
9783668326002
ISBN (Livre)
9783668326019
Langue
allemand
mots-clé
Pflege Intensivstation Sterben Tod Sterbebegleitung Patientenbetreuung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Pia Achinger (Auteur), 2016, Ausnahmesituation Intensivstation. Individuelle Gestaltung von Sterben und Tod unter extremen Bedingungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/342315
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