Seit Beginn der 90er Jahre hat eine größere Zahl an Gesundheitssystemen den Versicherten Wahlfreiheit zwischen den Krankenkassen eingeräumt beziehungsweise bestehende Wahlmöglichkeiten ausgebaut. Neben Deutschland bedienen sich dabei auch Belgien, Israel, die Niederlande und die Schweiz eines Risikostrukturausgleichs (RSA) um den Wettbewerb der Krankenversicherer aufrecht zu erhalten.
Das Ausgleichssystem in Deutschland befindet sich nun in seinem achten Jahr nach der Weiterentwicklung zum morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) und seiner Einbindung in den Gesundheitsfonds. Vor diesem Hintergrund soll untersucht werden, in welchen Bereichen der Morbi-RSA seine gesetzten Ziele bereits annähernd zu erreichen vermag und in welchen Bereichen noch Verbesserungsbedarf besteht.
Dazu soll zunächst auf die Rationale für einen (morbiditätsbezogenen) RSA eingegangen werden. Anschließend wird die derzeitige Ausgestaltung thematisiert und schließlich die Frage nach dem derzeitigen Stand der Zielgenauigkeit des RSA aufgegriffen.
Inhaltsverzeichnis
- Aktuelle Brisanz
- Ziele des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs
- Momentane Ausgestaltung des Risikostrukturausgleichs
- Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds
- Das Konstrukt des Morbi-RSA
- Zielgenauigkeit
- Aggregierte Güßemaße
- Unter- und Überdeckungen auf Gruppenebene
- Unter- und Überdeckungen auf Kassenebene
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit beschäftigt sich mit der Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs (RSA) in Deutschland, insbesondere mit der Zielgenauigkeit des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA). Sie untersucht, ob der Morbi-RSA seine Ziele erreicht und wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Arbeit analysiert die Rationale für einen RSA, die aktuelle Ausgestaltung des Morbi-RSA und die Frage nach seiner Zielgenauigkeit.
- Die Rolle des RSA im Wettbewerb zwischen Krankenkassen
- Die Bedeutung von Effizienz und Effektivität im Gesundheitswesen
- Das Konzept des Morbi-RSA und seine Auswirkungen
- Die Bewertung der Zielgenauigkeit des Morbi-RSA
- Die Herausforderungen und Chancen der Weiterentwicklung des RSA
Zusammenfassung der Kapitel
Aktuelle Brisanz
Das Kapitel beleuchtet die steigende Bedeutung des Risikostrukturausgleichs (RSA) in verschiedenen Gesundheitssystemen, insbesondere im Kontext des Wettbewerbs zwischen Krankenkassen. Es stellt die aktuelle Situation des Morbi-RSA in Deutschland dar und skizziert die Ziele und Herausforderungen seiner Weiterentwicklung.
Ziele des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs
Das Kapitel erläutert die rationale für einen morbiditätsorientierten RSA im Kontext eines wettbewerblich gestalteten Krankenversicherungssystems. Es beleuchtet die primären Ziele des RSA, wie die Schaffung einer fairen und funktionsfähigen Wettbewerbslandschaft zwischen den Krankenkassen, und analysiert die Bedeutung von Solidarität und Kontrahierungszwang in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).
Momentane Ausgestaltung des Risikostrukturausgleichs
Das Kapitel beschreibt die derzeitige Ausgestaltung des Risikostrukturausgleichs in Deutschland, insbesondere die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds. Es analysiert die Funktionsweise des Morbi-RSA und seine Auswirkungen auf den Wettbewerb zwischen Krankenkassen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter der Seminararbeit sind: Risikostrukturausgleich, Morbi-RSA, Gesundheitsfonds, Zielgenauigkeit, Wettbewerb, Krankenkassen, Solidarität, Kontrahierungszwang, GKV, Effizienz, Effektivität, Gesundheitswesen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptziel des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA)?
Das Hauptziel ist die Schaffung eines fairen Wettbewerbs zwischen den Krankenkassen, indem Unterschiede in der Morbidität (Krankheitslast) der Versicherten finanziell ausgeglichen werden.
Welche Länder nutzen neben Deutschland ebenfalls einen Risikostrukturausgleich?
Neben Deutschland setzen auch Belgien, Israel, die Niederlande und die Schweiz einen RSA ein, um den Wettbewerb der Krankenversicherer aufrechtzuerhalten.
Wie funktioniert die Zuweisung aus dem Gesundheitsfonds?
Die Krankenkassen erhalten Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds, die sich nach der Risikostruktur ihrer Versicherten richten, um ungleiche Kostenbelastungen auszugleichen.
Wo besteht beim aktuellen Morbi-RSA noch Verbesserungsbedarf?
Die Arbeit untersucht die Zielgenauigkeit auf Gruppen- und Kassenebene und identifiziert Bereiche mit Unter- oder Überdeckungen, die optimiert werden müssen.
Welche Rolle spielt der Kontrahierungszwang in der GKV?
Der Kontrahierungszwang verpflichtet Krankenkassen, jeden Versicherten aufzunehmen. Der RSA verhindert dabei, dass Kassen durch die Aufnahme kranker Menschen einen Wettbewerbsnachteil erleiden.
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- Moritz Reinsch (Author), 2016, Die Debatte um eine Weiterentwicklung des Risikostrukturausgleichs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/343365