Aufklärung, Anleitung, emotionale Begleitung. Beratungsgespräche auf einer Chirurgisch-Orthopädischen Station


Hausarbeit, 2016

11 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1 Einleitung
1.1 Vorstellung einer Chirurgisch - Orthopädischen Station
1.2 Potentieller Anleitungs-, Schulungs- und Beratungsbedarf der PatientInnen auf Station
1.3 Planung der Aufklärung, Anleitung und emotionalen Begleitung einer Patientin sowohl vor, als auch nach einem totalendoprothetischen Ersatz des Hüftgelenks

2 Hauptteil
2.1 Theoretische Überlegungen über das Vorgehen bei Aufklärungen, Anleitungen und emotionalen Begleitungen
2.2 Praktische Durchführung der Aufklärung, Anleitung und emotionalen Begleitung
2.2.1 Das Aufklärungsgespräch vor der Operation
2.2.2 Die emotionale Begleitung vor der Operation
2.2.3 Die Anleitung nach der Operation

3 Reflexion der durchgeführten Aufklärung, Anleitung und emotionalen Begleitung

4 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Vorstellung einer Chirurgisch - Orthopädischen Station

Meinen vorletzten Stationseinsatz im dritten Jahr der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin absolvierte ich auf einer chirurgisch - orthopädisch ausgerichteten Station des X - Klinikums in Y. Die Station verfügte über 34 Betten, welche überwiegend mit PatientInnen vor und nach Operationen im Bereich der Wirbelsäule, der Hüfte und des Knies belegt waren. Neben denen, die auf eine Spondylodese oder einen totalendoprothetischen Gelenkersatz angewiesen waren, wurden auf dieser Station auch PatientInnen mit angeborenen oder erworbenen Fehlstellungen und jeglichen Frakturen versorgt. Das Patientenklientel war teilweise alt bis hochbetagt (60 bis 98 Jahre) und mit dem Alter einhergehend zunehmend multimorbid, teilweise waren die PatientInnen aber auch noch jung beziehungsweise mittelalt (20-59). Hin und wieder musste die Station auch Kinder und Jugendliche im Alter von 7 bis 19 Jahren aufnehmen.

Im Gegensatz zu den PatientInnen aus den älteren Altersklassen, waren die Einweisungsdiagnosen der Kinder und Jugendlichen häufiger Hüftdysplasien, Umstellungsosteotomien, Klumpfüße, Knick-Senkfüße, sowie Frakturen der oberen und unteren Extremitäten.

1.2 Potentieller Anleitungs-, Schulungs- und Beratungsbedarf der PatientInnen auf Station

Die Aufklärung im Sinne einer gezielten Informationsweitergabe vor und nach einer Operation oder einer diagnostischen Maßnahme stellte eine äußerst wichtige Tätigkeit auf der Station im X-Klinikum dar. Mir wurde klar, dass dies nicht nur Aufgabe der Ärzte, sondern auch Aufgabe der Pflegenden war, da jene maßgeblich an der prae- und postoperativen Versorgung der PatientInnen beteiligt und gewissermaßen auch dafür verantwortlich waren. Die Tatsache, dass sich die meisten PatientInnen nach einer Aufklärung durch den Arzt noch einmal an die Pflegenden wandten, um Unklarheiten zu beseitigen und oft auch erst zu verstehen, was ihnen der Arzt vermitteln wollte, deute ich als ein Indiz dafür, dass auf der Station ein großer Bedarf an umfassenden und für den Betroffenen verständlich gemachten Informationsweitergabe- und Aufklärungsgesprächen bestand.

Ebenso hoch schätzte ich den Bedarf an empathischen Gesprächen und emotionalen Begleitungen der PatientInnen ein, beispielsweise bei Notaufnahmen, am Tag vor und nach einer Operation oder einer diagnostischen Maßnahme, während einer Veränderung des Krankheitsverlaufs und ganz besonders auch bei Kindern und Jugendlichen, wenn sie ängstlich oder überfordert wirkten, weil sie sich in einer unbekannten Umgebung, umringt von fremden Menschen, mit sich und ihrer Erkrankung, deren Symptome sowie deren Therapie auseinandersetzen mussten.

Egal welchen Alters die PatientInnen waren oder wegen welcher Erkrankung sie stationär behandelt wurden, sie alle hatten Schmerzen. Deshalb sah ich bei allen PatientInnen auf Station die Notwendigkeit einer Beratung, Anleitung oder Schulung bezüglich des Schmerzmanagements. Spätestens seit der Entdeckung und intensiven Erforschung der Neuroplastizität ist bekannt, dass Menschen, die unter chronischen Schmerzen leiden, häufig ein sogenanntes Schmerzgedächtnis entwickeln (vgl. Flor, S. 53). Um die Ausbildung eines solchen Schmerzgedächtnisses zu verhindern, sollten aufkommende Schmerzen so früh wie möglich adäquat erfasst und therapiert werden.

Auf der chirurgisch - orthopädischen Station in Y wurde zu diesem Zweck bei vielen PatientInnen ein peripherer Schmerzkatheter gelegt, über welchen kontinuierlich und gegebenenfalls auch per Bolusgabe ein Lokalanästhetikum verabreicht werden konnte. Bezüglich der Handhabung des Schmerzkatheters, insbesondere der Bolusgabe, welche die PatientInnen meist persönlich ausübten, sah ich definitiv einen potentiellen Anleitungsbedarf. Ebenso bezüglich der korrekten Einnahme der oralen Schmerzmedikation. Da Körperregionen, welche über einen peripheren Schmerzkatheter versorgt werden, aufgrund der Wirkung des Lokalanästhetikums häufig in Motorik und Sensorik eingeschränkt sind, besteht dort auch ein erhöhtes Verletzungsrisiko, auf welches die PatientInnen unbedingt aufmerksam gemacht werden müssen. Auch hier boten sich während meines Einsatzes viele Beratungen beziehungsweise Anleitungen zur richtigen Lagerung und Mobilisation der betroffenen Körperregionen an.

Einen weiteren großen Teil des potentiellen Anleitungs-, Schulungs- und Beratungsbedarf der PatientInnen auf Station machten die Themen Lagerung und Frühmobilisation nach größeren Operationen wie Knie- und Hüft - Totalendoprothetiken oder Spondylodesen aus. Die PatientInnen mussten darüber informiert werden, wie sie sich bewegen sollten und welche Bewegungen sie nicht ausführen durften, um den Erfolg der vorangegangenen Operation nicht zu gefährden. Darüberhinaus sollten wichtige Bewegungsabläufe gemeinsam mit dem/der Betroffenen eingeübt worden sein.

Betagte und hochbetagte PatientInnen auf Station, hatten neben ihrer Einweisungsdiagnose oft noch mit anderen Grunderkrankungen zu kämpfen, wie zum Beispiel mit einem schlecht eingestellten Diabetes Mellitus oder einer unbehandelten arteriellen Hypertonie, Adipositas und einer damit einhergehenden Hypercholesterinämie, Asthma Bronchiale oder einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Die PatientInnen waren meist schon umfangreich über ihre Grunderkrankungen informiert, doch was ihnen vielleicht noch fehlte, war eine Sensibilisierung der eigenen Körperwahrnehmung, der Aufbau einer angemessenen Einstellung zur Erkrankung und die Vermittlung von Selbstmanagement-Konzepten.

Bei den Kindern und Jugendlichen war es oft besonders wichtig, die Angehörigen in die Pflege mit einzubeziehen und sie auch gleichermaßen zu beraten und anzuleiten. Potentieller Bedarf lag meist im Bereich der Lagerung und Mobilisation nach Operationen, der Schmerzmedikation und der Handhabung eines Schmerz- oder Blasenkatheters.

1.3 Planung der Aufklärung, Anleitung und emotionalen Begleitung einer Patientin sowohl vor, als auch nach einem totalendoprothetischen Ersatz des Hüftgelenks

Während meines Einsatzes auf der chirurgisch - orthopädischen Station des X - Klinikums in Y, kam es zu unzähligen kleinen und auch größeren, jedoch meist ungeplanten Gesprächssituationen, die von einer beratenden, schulenden oder emotional-einfühlenden Komponente begleitet wurden. Im Rahmen dieses Praxisberichts habe ich die im Punkt 2.2 geschilderten Gespräche hingegen bewusst und unter Berücksichtigung theoretischer Grundlagen geplant. Ich wählte eine Patientin aus, die ich selbst aufnehmen und bis zur Entlassung begleiten konnte. Sie war 69 Jahre alt und litt seit einigen Jahren an einer einseitigen Coxarthrose, wovon die rechte Hüfte betroffen war. In einem unserer Gespräche erzählte Sie mir, dass Sie einen künstlichen Gelenkersatz und die damit verbundene Operation so lange wie möglich hinauszögern wollte, bis ihr Ehemann eines Tages den ausschlaggebenden Impuls lieferte, indem er ihr sagte, er könne es nicht länger ertragen, dass seine Frau täglich unter solchen Schmerzen leiden muss. Daraufhin fing sie an, die bevorstehende Operation und anschließende Rehabilitation im Y-er Klinikum zu planen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Aufklärung, Anleitung, emotionale Begleitung. Beratungsgespräche auf einer Chirurgisch-Orthopädischen Station
Hochschule
Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V345153
ISBN (eBook)
9783668354722
ISBN (Buch)
9783668354739
Dateigröße
473 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pflege, beratungsgespräch, pflege dual, anleitung
Arbeit zitieren
Lisa Beer (Autor), 2016, Aufklärung, Anleitung, emotionale Begleitung. Beratungsgespräche auf einer Chirurgisch-Orthopädischen Station, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345153

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