Kapitel 2 der Arbeit beschäftigt sich näher mit dem Begriff des Grundvermögens und der Abgrenzung zu anderen Vermögensarten. Kapitel 3 geht auf die Relevanz einer Bewertung von Grundvermögen ein, stellt die wesentlichen gesetzlichen Grundlagen für die Wertermittlung von Grundvermögen vor und zeigt die Bewertungsansätze auf nationaler und internationaler Ebene.
In Kapitel 4 werden die verfügbaren Bewertungsmaßstäbe ausführlich behandelt. Bewertungsmaßstäbe wie zB der gemeine Wert dienen nämlich zur Orientierung bei der Bewertung und geben vor, welcher Wert mittels Bewertungsverfahren zu ermitteln ist. Abhängig von dem zu ermittelnden Wert, sei es zB der gemeine Wert oder der Einheitswert, ist ein bestimmtes Wertermittlungsverfahren anzuwenden. In den Kapiteln 5 bis 7 werden sodann sowohl Wertermittlungsverfahren, die auf nationaler Ebene angewandt werden, als auch Bewertungsverfahren, die in anderen Nationen herangezogen werden, beschrieben. Kapitel 8 und 9 gehen in weiterer Folge auf die Kombination von Bewertungsverfahren und die Beurteilung der Wertermittlungsverfahren im Vergleich ein.
Kapitel 10 befasst sich mit der Einheitswertermittlung und zeigt, bei welchen Steuern in Österreich der Einheitswert heranzuziehen ist bzw war. Gleichzeitig wird ein Vergleich mit anderen Nationen vorgenommen und dargestellt, ob bei diesen bei der jeweiligen Steuerart auch der Einheitswert oder ein anderer Wert zu ermitteln ist.
Kapitel 11 setzt sich mit der anteiligen Wertermittlung von Grund und Boden und Gebäude auseinander. Dabei werden verschiedene Methoden vorgestellt, wie das Aufteilungsverhältnis ermittelt werden kann. Die Steuerreform 2015/2016 hat diesbezüglich im außerbetrieblichen Bereich eine Änderung des Aufteilungsverhältnisses herbeigeführt.
In einem abschließenden Kapitel werden die Relevanz eines Gutachtens sowie die Anforderungen an ein Gutachten im Abgabeverfahren erläutert. Mit einem Gutachten kann etwa die Bemessungsgrundlage oder das oben genannte Aufteilungsverhältnis nachgewiesen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Grundvermögen
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Vermögensarten
2.3 Bewertungsgegenstand
2.4 Abgrenzung von betrieblichem und außerbetrieblichem Vermögen
2.4.1 Relevanz der Abgrenzung
2.4.2 Betriebliche Einkünfte
2.4.3 Außerbetriebliche Einkünfte
3. Bewertung von Grundvermögen
3.1 Relevanz der Bewertung im außerbetrieblichen Bereich
3.1.1 Ansatz
3.1.2 Absetzung für Abnutzung
3.1.3 Steuerbemessungsgrundlage
3.2 Gesetzesgrundlagen zur Bewertung von Grundvermögen
3.2.1 Bewertungsgesetz
3.2.2 Einkommensteuergesetz
3.2.3 Liegenschaftsbewertungsgesetz und ÖNORM B 1802
3.3 Bewertungsansätze
3.3.1 Grundlegendes
3.3.2 Wertermittlung auf nationaler Ebene
3.3.3 Wertermittlung im internationalen Vergleich
4. Steuerliche Bewertungsmaßstäbe
4.1 Unterscheidung Bewertungsmaßstab – Bewertungsmethode
4.2 Anschaffungs- und Herstellungskosten
4.3 Gemeiner Wert
4.4 Teilwert
4.5 Fiktive Anschaffungskosten
4.6 Einheitswert
4.7 Grundstückswert
5. Vergleichswertverfahren
5.1 Grundlagen
5.2 Anforderungen an das Bewertungsverfahren
5.3 Nationales Vergleichswertverfahren
5.4 Internationaler Vergleich
5.4.1 Deutschland
5.4.2 Großbritannien
5.4.3 Frankreich
5.4.4 USA
6. Ertragswertverfahren
6.1 Grundlagen
6.2 Anforderungen an das Bewertungsverfahren
6.3 Nationales Ertragswertverfahren
6.4 Internationaler Vergleich
6.4.1 Deutschland
6.4.2 Großbritannien
6.4.3 Frankreich
6.4.4 USA
7. Sachwertverfahren
7.1 Grundlagen
7.2 Anforderungen an das Bewertungsverfahren
8. Kombination der Bewertungsverfahren
9. Beurteilung der Bewertungsverfahren im Vergleich
9.1 Nationale Ebene
9.2 Internationale Ebene
10. Einheitswertermittlung
10.1 Historische Entwicklung
10.2 Grundsteuer
10.2.1 Nationale Ebene
10.2.2 Internationaler Vergleich
10.3 Erbschafts- und Schenkungssteuer
10.3.1 Nationale Ebene
10.3.2 Internationaler Vergleich
10.4 Vermögensteuer
10.4.1 Nationale Ebene
10.4.2 Internationaler Vergleich
10.5 Grunderwerbsteuer
10.5.1 Nationale Ebene
10.5.2 Internationaler Vergleich
11. Ermittlung des Wertanteiles von Grund und Boden und Gebäude
11.1 Erfordernis einer Aufteilung von Grund und Boden und Gebäude
11.2 Methoden
11.3 Verwaltungspraxis
11.3.1 Alte Rechtslage
11.3.2 Neue Rechtslage
11.4 Differenzmethode
11.5 Verhältnismethode
12. Gutachten
12.1 Anwendung
12.2 Beweismittel, Beweiswürdigung und Beweislast
12.3 Anforderungen an ein Gutachten
13. Zusammenfassung und kritische Würdigung
Zielsetzung & Themen
Die Masterarbeit befasst sich mit der steuerrechtlichen Relevanz und den Anforderungen an die Bewertung von Grundvermögen. Ziel ist es, die notwendigen Bewertungsverfahren darzulegen, die sich aus der steuerlichen Notwendigkeit ergeben, den Wert von Grundstücken und Gebäuden zu ermitteln, sowie einen historischen Abriss und internationalen Vergleich zu bieten.
- Grundlagen und Definition des Grundvermögens sowie dessen steuerliche Abgrenzung.
- Detaillierte Analyse der gängigen Bewertungsverfahren: Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren.
- Untersuchung steuerlicher Bewertungsmaßstäbe wie Anschaffungs- und Herstellungskosten, gemeiner Wert und Einheitswert.
- Internationaler Vergleich der Bewertungsmethoden in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und den USA.
- Relevanz und formale Anforderungen an Sachverständigengutachten im Abgabeverfahren.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Ansatz
Obwohl der Steuerpflichtige im außerbetrieblichen Bereich die Einkünfte grundsätzlich lediglich nach § 4 Abs 3 EStG zu ermitteln hat, muss er ein Anlagenverzeichnis über die verwendeten Wirtschaftsgüter des abnutzbaren Anlagevermögens gem § 7 Abs 3 EStG führen. In diesem sind die Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Gebäuden und der Betrag der jährlichen Absetzung für Abnutzung von Gebäuden anzuführen.
Im außerbetrieblichen Bereich hängt der zu ermittelnde Wert eines Gebäudes, der im Anlagenverzeichnis anzuführen ist und auch die Bemessungsgrundlage für die Afa bildet, von der Erwerbsart des Wirtschaftsgutes ab. Dabei wird danach unterschieden, ob ein entgeltlicher oder unentgeltlicher Erwerb stattgefunden hat, sowie ob das Gebäude sofort nach Erwerb oder erstmalig nach früherem Erwerb zur Einkunftserzielung verwendet wurde.
Wird eine Liegenschaft entgeltlich erworben und zur Einkunftserzielung aus Vermietung und Verpachtung verwendet, so sind gem § 16 Abs 1 Z 8 lit a EStG die tatsächlichen Anschaffungskosten im Anlagenverzeichnis anzuführen und eine Bewertung mittels Bewertungsverfahren ist nicht erforderlich. Wird eine Liegenschaft unentgeltlich erworben, die vorher schon der Einkunftserzielung aus Vermietung und Verpachtung gedient hat, so sind gem § 16 Abs 1 Z 8 lit b EStG die bisherigen Anschaffungskosten und Abschreibungen des Rechtsvorgängers fortzusetzen. Auch in diesem Fall wäre eine Bewertung mittels Bewertungsverfahren nicht erforderlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt die steuerrechtliche Problemstellung der Bewertung von Grundvermögen dar und skizziert den Aufbau der Arbeit.
2. Grundvermögen: Definiert den Begriff des Grundvermögens sowie dessen Abgrenzung zu anderen Vermögensarten und definiert den Bewertungsgegenstand.
3. Bewertung von Grundvermögen: Erläutert die Relevanz der Bewertung im außerbetrieblichen Bereich, gesetzliche Grundlagen und allgemeine Bewertungsansätze.
4. Steuerliche Bewertungsmaßstäbe: Behandelt die verschiedenen steuerlichen Wertmaßstäbe wie Anschaffungskosten, Teilwert, gemeinen Wert und Einheitswert.
5. Vergleichswertverfahren: Analysiert die Grundlagen, Anforderungen und die Anwendung des Vergleichswertverfahrens im nationalen und internationalen Vergleich.
6. Ertragswertverfahren: Beschreibt die Prinzipien des Ertragswertverfahrens und beleuchtet die Anwendung internationaler Methoden wie der Investment Method und dem DCF-Verfahren.
7. Sachwertverfahren: Erläutert Grundlagen und Anforderungen des Sachwertverfahrens und dessen eher untergeordnete Bedeutung im steuerlichen Kontext.
8. Kombination der Bewertungsverfahren: Diskutiert die Zulässigkeit und Problematik der Kombination verschiedener Bewertungsverfahren bei der Wertermittlung.
9. Beurteilung der Bewertungsverfahren im Vergleich: Führt eine kritische Beurteilung der Verfahren auf nationaler und internationaler Ebene durch.
10. Einheitswertermittlung: Untersucht historisch und aktuell die Bedeutung der Einheitswertermittlung für verschiedene Steuerarten im In- und Ausland.
11. Ermittlung des Wertanteiles von Grund und Boden und Gebäude: Analysiert die Notwendigkeit und Methoden zur Aufteilung des Gesamtwerts auf Grund und Boden sowie Gebäude.
12. Gutachten: Erörtert die Relevanz, Anforderungen und Beweiskraft von Gutachten im steuerlichen Abgabeverfahren.
13. Zusammenfassung und kritische Würdigung: Resümiert die Entwicklung der Immobilienbewertung in Österreich und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Verkehrswertermittlung.
Schlüsselwörter
Grundvermögen, Immobilienbewertung, Steuerrecht, Einheitswert, Vergleichswertverfahren, Ertragswertverfahren, Sachwertverfahren, Verkehrswert, Anschaffungskosten, Bemessungsgrundlage, Gutachten, Grunderwerbsteuer, Grundsteuer, Liegenschaftsbewertung, DCF-Verfahren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Bewertung von Grundvermögen für steuerliche Zwecke, insbesondere die Anforderungen an die Bewertungsverfahren, deren historische Entwicklung und einen Vergleich mit internationalen Standards.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit umfasst die Definition von Grundvermögen, die Analyse verschiedener steuerlicher Wertmaßstäbe, die Anwendung der klassischen Bewertungsmethoden (Vergleichs-, Ertrags- und Sachwertverfahren) sowie die Rolle von Gutachten im Abgabeverfahren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Grundvermögen steuerrechtlich korrekt bewertet wird, welche unterschiedlichen Bewertungsansätze existieren und wie diese in Österreich sowie ausgewählten anderen Nationen (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, USA) praktiziert werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine rechts- und steuerwissenschaftliche Arbeit, die auf der Analyse von Gesetzestexten (BewG, EStG, LBG), der einschlägigen Fachliteratur, Verwaltungsrichtlinien und der Rechtsprechung (VfGH, VwGH, OGH) basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die verschiedenen Bewertungsverfahren (Vergleichs-, Ertrags-, Sachwertverfahren), die steuerlichen Bewertungsmaßstäbe sowie die spezifischen Ermittlungen für verschiedene Steuern (Grundsteuer, Grunderwerbsteuer) detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Grundvermögen, Einheitswert, Verkehrswert, Ertragswertverfahren, steuerliche Bemessungsgrundlage und Immobilienbewertung.
Welche Rolle spielt die Steuerreform 2015/2016 in dieser Arbeit?
Die Steuerreform 2015/2016 wird als maßgebliche Änderung im österreichischen Steuerrecht behandelt, insbesondere in Bezug auf die Neuerungen bei der Grunderwerbsteuer und die geänderten Aufteilungsverhältnisse zwischen Grund und Gebäude.
Wie unterscheidet sich die Bewertung in Österreich von jener in den USA?
Während in Österreich die Einheitsbewertung und spezifische gesetzliche Verfahren eine große Rolle spielen, ist der US-amerikanische Markt durch eine hohe Transparenz geprägt, wobei der "Income Approach" und der "Sales Comparison Approach" als marktgerechte Hauptmethoden dominieren.
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- Eva-Maria Bauer (Autor), 2016, Die Bewertung von Grundvermögen für steuerliche Zwecke, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345158