Die Idee hinter der WTO ist fast 200 Jahre alt. Der englische Ökonom David Ricardo entwickelte 1817 eine Theorie, wonach jedes einzelne Land Vorteile bei der Produktion bestimmter Güter habe. Ricardo schloss daraus, dass alle beteiligten Länder durch Außenhandel besser und zu günstigeren Preisen mit den Produkten versorgt sind. Vorausgesetzt die Güter lassen sich günstig transportieren und werden nicht durch Zölle künstlich versteuert. Während das GATT-Abkommen den Güterhandel liberalisierte, behandelt die 1995 gegründete WTO noch andere Themen: den Handel mit Dienstleistungen etwa, dem sich das so genannte GATS-Abkommen widmet und den Schutz handelsbezogener geistiger Eigentumsrechte, geregelt im Trips-Abkommen. Das vorliegende Buch richtet sich ausschließlich an das GATS-Abkommen und wird keine Stellung zu den beiden anderen Abkommen (TRIPS und GATT) nehmen.
Die Untersuchung beginnt mit einem kurzen Überblick über die geschichtliche Entwicklung des GATS-Abkommens. Anschließend wird eine Definition und die Abgrenzung des Dienstleistungsbegriffs vorgenommen. Nach der Erläuterung des Dienstleistungsbegriffs werden die wesentlichen Bestimmungen beschrieben. Die sehr komplexen Regeln des GATS sind in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil regelt die allgemeinen Verpflichtungen, die von allen GATS-Mitgliedern eingehalten werden müssen. Der zweite Teil regelt die spezifischen Verpflichtungen einzelner Mitglieder.
Im dritten Abschnitt dieses Buches wird auf die Chancen und Risiken des Dienstleistungsabkommens ausführlich Stellung genommen. Dabei richtet sich der Fokus auf die Wohlfahrtssteigerung durch Direktinvestition und Humankapital, sowie auf die Problematik der Souveränitätsrechte der WTO-Mitgliedsstaaten.
Abschließend werden im letzten Abschnitt die Auswirkungen des GATS auf den Wasserversorgungssektor analysiert, worauf sich dann auch die Schlussbetrachtung bezieht.
Inhaltsverzeichnis
- A. Das allgemeine Übereinkommen über den Dienstleistungsverkehr
- 1. Entstehungsgeschichte
- 2. Definition und Abgrenzung
- 3. Wesentliche Bestimmungen
- 3.1. Allgemeine Verpflichtungen
- 3.2. Spezifische Verpflichtungen
- B. Chancen und Risiken des GATS
- C. GATS und Wasserversorgung
- D. Mögliche Auswirkungen des GATS auf Länder mit unterschiedlichen Wasserversorgungssystemen
- E. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Allgemeinen Übereinkommen über den Dienstleistungsverkehr (GATS), einem Abkommen der Welthandelsorganisation (WTO). Das GATS zielt auf die Liberalisierung des Handels mit Dienstleistungen ab, indem es staatliche Barrieren gegen die Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen abbaut und Investitionen ausländischer Unternehmen in diesen Bereichen mit denen von Inländern gleichstellt. Die Arbeit analysiert die Entstehungsgeschichte des GATS, seine zentralen Bestimmungen, die Chancen und Risiken der Liberalisierung des Dienstleistungssektors und die potenziellen Auswirkungen des GATS auf die Wasserversorgung.
- Entstehung und Entwicklung des GATS
- Wesentliche Bestimmungen und Prinzipien des GATS
- Chancen und Risiken der Liberalisierung des Dienstleistungssektors
- Auswirkungen des GATS auf die Wasserversorgung
- Souveränitätsrechte von WTO-Mitgliedsstaaten im Kontext des GATS
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel A: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte des GATS im Kontext der Uruguay-Runde und die Bedeutung der Liberalisierung des Dienstleistungssektors für die Weltwirtschaft. Es wird der Dienstleistungsbegriff definiert und abgegrenzt, bevor die wesentlichen Bestimmungen des Abkommens vorgestellt werden.
- Kapitel B: Dieses Kapitel befasst sich mit den Chancen und Risiken des GATS. Es wird untersucht, wie das Abkommen zu Wohlstandssteigerungen durch Direktinvestitionen und Humankapital beitragen kann, gleichzeitig aber auch die Problematik der Souveränitätsrechte von WTO-Mitgliedsstaaten in den Vordergrund stellt.
- Kapitel C: Dieses Kapitel analysiert die Auswirkungen des GATS auf den Wasserversorgungssektor. Es untersucht die Rolle der EU und transnationaler Wasserkonzerne im GATS-Prozess und zeigt anhand von Beispielen die Auswirkungen von Privatisierung auf die Wasserversorgung auf.
- Kapitel D: In diesem Kapitel werden die potenziellen Auswirkungen des GATS auf Länder mit unterschiedlichen Wasserversorgungssystemen untersucht. Es wird zwischen Ländern ohne funktionierende öffentliche Wasserversorgung, Ländern mit funktionierender öffentlicher Wasserversorgung und Ländern mit alternativen Systemen differenziert.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: GATS, Welthandelsorganisation (WTO), Dienstleistungsverkehr, Liberalisierung, Privatisierung, öffentlicher Dienstleistungssektor, Wasserversorgung, Direktinvestitionen, Humankapital, Souveränitätsrechte, WTO-Mitgliedsstaaten.
Häufig gestellte Fragen
Was genau ist das GATS-Abkommen?
GATS steht für „General Agreement on Trade in Services“ und ist ein Abkommen der WTO zur Liberalisierung des weltweiten Handels mit Dienstleistungen.
Welche Auswirkungen hat GATS auf die Wasserversorgung?
Es fördert die Privatisierung öffentlicher Sektoren, was kritisch gesehen wird, da es den Zugang zu Wasser durch Marktmechanismen und ausländische Investitionen verändern kann.
Was sind die allgemeinen Verpflichtungen im GATS?
Dazu gehört unter anderem das Meistbegünstigungsprinzip, das alle GATS-Mitglieder gleichermaßen zur Einhaltung bestimmter Handelsregeln verpflichtet.
Welche Risiken birgt das Abkommen für die Souveränität von Staaten?
Kritiker befürchten, dass Staaten durch GATS-Regeln in ihrer Fähigkeit eingeschränkt werden, öffentliche Dienstleistungen nach nationalen Interessen selbst zu regulieren.
Was ist die Theorie von David Ricardo im Kontext der WTO?
Ricardo postulierte, dass Länder durch Außenhandel profitieren, wenn sie sich auf Güter spezialisieren, bei denen sie Produktionsvorteile haben.
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- Diplom Betriebswirt Mario Pasalic (Author), 2004, Das GATS-Abkommen: Überblick, Chancen / Risiken, Auswirkungen auf den Wasserversorgungssektor, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/34560