Beobachtungsbericht einer Schülerin mit Asperger-Syndrom in der dritten Klasse. Protokoll, Analyse, Interpretation und pädagogische Konsequenzen


Hausarbeit, 2016

36 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Deskription
1.1 Das Kind
1.2 Beobachtungsbeispiel

2 Exploration
2.1 Tabelle
2.2 Thema

3 Interpretation
3.1 Analysekategorien
3.2 Interpretation des Beispiels

4 Pädagogische Konsequenzen

5 Literaturverzeichnis

1 Deskription

1.1 Das Kind

Anna besucht die Grundschule X in Selters. Die Grundschule ist eine Brennpunkt- und Schwerpunktschule und bietet auch eine Ganztagsbetreuung an. Anna ist 9 Jahre alt und besucht die dritte Klasse. Bei ihr wurde das Asperger-Syndrom diagnostiziert. Zu ihr selbst: Sie ist in Großbritannien aufgewachsen, ihr Vater stammt aus Großbritannien, somit hat sie englische Wurzeln. Sie hat zwei jüngere Brüder. Die Kinder verbringen die meiste Zeit mit ihrer Mutter, da der Vater aus beruflichen Gründen unter der Woche nicht zu Hause ist. Annas große Leidenschaft ist das künstlerische Gestalten. Sie verfügt über ein ausgeprägtes künstlerisches Talent, sie kann zum Beispiel sehr gut Tiere zeichnen. Sie interessiert sich sehr für Tiere, besonders für Pferde und verfügt über sie ein breites Fachwissen. Darüber hinaus hat sie ein ausgeprägtes Allgemeinwissen und kann ihrer Klasse oftmals fremde Wörter erklären. Ihre Klasse 3x hat 13 Schüler, 4 Schülerinnen und 9 Schüler. Die Altersspanne der Schüler liegt bei 8-11 Jahren. Da die Grundschule eine Brennpunkt- und Schwerpunktschule ist, spiegelt sich dies auch in der Klasse 3x wieder.

In der ersten Unterrichtsstunde findet die zweite Einheit zum „Teamtraining“ nach Klippert/PSE statt. Diese Trainingsbausteine finden parallel in allen anderen Klassenstufen zu unterschiedlichen Themen statt.

Die Kinder werden in vier Gruppen eingeteilt. Alle Kinder bekommen einen Umschlag, der Papierstücke enthält. Die Aufgabe besteht darin, dass jedes Kind diese Papierstücke zu einem Quadrat zusammenlegen muss. Dabei dürfen sich die Kinder gegenseitig helfen, sie dürfen jedoch nicht laut miteinander reden. Für die Unterrichtsstunde stehen ein Praktikant und die Klassenlehrerin für Fragen zur Verfügung. Das anstehende zweite Unterrichtsfach ist Mathematik. Die Kinder sollen in Stillarbeit in ihren Mathematikbüchern selbstständig Aufgaben bearbeiten. Auch hier stehen der Praktikant und die Klassenlehrerin für Fragen zur Verfügung.

1.2 Beobachtungsbeispiel

Zeitangabe: 08:25- 10:40 Uhr

08:25: Begrüßung: Während sich alle Mitschüler stehend begrüßen, sitzt Anna auf ihrem Platz und malt. Sie verhält sich dabei aber leise und stört die Kinder nicht.

08:26: Die Lehrerin fordert Anna auf aufzustehen, jedoch bleibt sie erst mal sitzen und malt weiter, hört nun aber den Mitschülern bei ihren Geschichten zu und packt ihr Mäppchen langsam ein.

08:27: Lehrerin: „Anna bist du fertig?“ Sie schaut zu ihrer Lehrerin und packt ein, räumt ihr Bild weg und steht nun auch auf.

08:28: Nachdem Anna steht, versucht die Lehrerin Anna ins Begrüßungsgespräch einzubinden, und fragt: „Wie geht es dir, Anna?“ Anna antwortet nicht, schaut die Lehrerin schweigend an. Die ganze Klasse wartet auf Annas Antwort.

08:29: Da Anna immer noch schweigt und nicht antwortet, stellt die Lehrerin die Frage: „Kannst du zeigen, wie es dir geht?“ Anna schüttelt den Kopf und verneint somit die Frage. Die Lehrerin nimmt somit ein anderes Kind dran.

08:30: Während ein anderes Kind erzählt wie es ihm geht, hört Anna ihm aufmerksam zu.

08:31: Nachdem einige Kinder berichten, wie es ihnen geht, macht die Lehrerin ein bekanntes Lied an. Dann beginnt die Brain-Gym-Übung, eine Konzentrationsübung.Vor der Klasse stehen zwei Kinder, die die Tanzschritte vormachen. Alle Kinder singen und tanzen mit, außer Anna. Sie hingegen steht auf ihrem Platz und beobachtet die Kinder.

08:32: Steht weiterhin erst mal auf ihrem Platz und beobachtet ihre Mitschüler. Sie tanzt weder mit, noch singt sie mit. Verhält sich dabei aber ruhig und stört die anderen Kinder nicht.

08:33: Nun fängt auch Anna an zu tanzen und singt mit. Sie beobachtet dabei aufmerksam die zwei Kinder, die vorne stehen und die Tanzschritte vorgeben. Sie ist dabei konzentriert und versucht die Tanzschritte richtig zu machen.

08:34: Dann bricht sie ab, hört auf mitzutanzen und schaut auf den Boden. Sie bleibt auf ihrem Platz stehen, beobachtet dann ihre Mitschüler wieder beim Tanzen. Sie tanzt zwar nicht mehr, aber sie singt weiter mit.

08:35: Nun fängt sie wieder an zu tanzen. (Das Lied endet.) Alle Kinder setzen sich auf ihre Plätze, auch Anna setzt sich hin. Sie sitzt leise und hört der Lehrerin aufmerksam zu, während sie den Tagesplan erklärt.

08:36- 08:37: Lehrerin erläutert den Tagesplan weiter. Anna sitzt leise auf dem Platz und hört zu.

08:38: Nun sollen die Kinder Gruppentische aufstellen. Alle Kinder stehen auf und helfen dabei, auch Anna steht auf.

08:39: Sie beobachtet erst ihre Mitschüler, hebt dann ihren Stuhl hoch und stellt ihn auf den Tisch, um den Stuhl von der anderen Seite wieder holen zu können.

08:40: Nachdem die Tische aufgestellt sind und alle Kinder sitzen, steht Anna noch. Die Lehrerin fordert Anna auf sich auch hinzusetzen. Daraufhin setzt sie sich.

08:41: Die Lehrerin fängt an die Aufgabe zu erklären, die sie in der Gruppe erledigen sollen. Dabei hört Anna erst aufmerksam und konzentriert zu.

08:42: Während die Lehrerin noch die Aufgabe erklärt, schaut Anna kurz durch die Gegend. Dann richtet sie ihre Blicke wieder auf ihre Lehrerin und hört ihr zu.

(• Aufgabe der Kinder: Alle Kinder bekommen einen Briefumschlag, der Papierstücke enthält. Die Papierstücke müssen sie zu einem Quadrat zusammenlegen. Die schwarze Seite der Papierstücke muss oben liegen. Die Kinder dürfen während dieser Aufgabe nicht laut miteinander reden, sie dürfen sich jedoch gegenseitig helfen.)

08:43: Nun werden die Kinder durch Abzählen in Gruppen eingeteilt. Während abgezählt wird ist Anna leise und hört zu.

08:44: Anna hat die Nummer 3 und darf somit auf ihrem Platz sitzen bleiben. Die anderen Kinder wechseln jeweils zu dem Tisch mit ihrer Nummer.

08:45: Anna beobachtet ihre Mitschüler beim Umsetzen und kaut dabei an ihren Fingernägeln. In der Zeit verteilt der Praktikant die Umschläge.

08:46: Dann richtet sie die Blicke auf die Lehrerin und beobachtet sie. Sie verhält sich leise, stört die anderen Kinder nicht, blickt nur vor sich hin und schaut durch die Gegend.

08:47: Nun sitzen alle Kinder auf den richtigen Plätzen und sind leise. Lehrerin: „Habt ihr die Aufgabe verstanden?“ Daraufhin nicken alle Kinder, bis auf Anna, sie spielt mit ihren Fingernägeln.

08:48: Da nun jeder einen Umschlag vor sich liegen hat, öffnen die Kinder die Umschläge. Anna nimmt den Umschlag in die Hand und öffnet ihn. Nimmt die Papierstücke aus dem Umschlag, schaut sich die Papierstücke kurz an.

08:49: Blickt kurz zum Sitznachbarn rüber und fängt an zu arbeiten. Sie hebt zwei Papierstücke hoch und schaut sich die an. Legt sie dann wieder hin und nimmt ein weiteres Papierstück in die Hand und hebt es auch hoch. Guckt nun wieder zum Sitznachbar rüber und schaut dann wieder auf ihre Papierstücke.

08:50: Nun versucht sie die Papierstücke zu einem Quadrat zu legen. Dabei verhält sie sich sehr leise und konzentriert. Dann hilft der Sitznachbar Anna, indem er auf ein Papierstück zeigt, was in die Lücke gehört. Anna bedankt sich nicht, gibt auf diese Hilfe keine richtige Reaktion schaut auch nicht zu ihm rüber. Sie nimmt dieses Papierstück und legt es in die Lücke.

08:51: Dann wirft sie die gelegten Papierstücke durcheinander. Schaut zum Sitznachbar rüber, da er schon fertig ist.

08:52: Die Lehrerin unterbricht kurz die Arbeit. Lehrerin: „Jedes Kind muss ein Quadrat haben, erst dann hat die Gruppe gewonnen, egal wie lange die Kinder brauchen.“ Anna hört der Lehrerin aufmerksam zu und lässt die Papierstücke liegen.

08:53: Nach der Unterbrechung arbeitet Anna weiter. Sie hebt wieder zwei Papierstücke hoch und schaut sich diese an. Versucht dann sie richtig hinzulegen. Dabei ist sie konzentriert und leise. Während sich die Kinder in ihrer Gruppe gegenseitig helfen, arbeitet sie alleine weiter.

08:54: Sie arbeitet still weiter, legt ein Papierstück nach dem anderen. Versucht immer wieder, das passende Papierstück zu finden. Schaut kurz durch die Gegend, macht sich dann wieder an ihre Arbeit.

08:55: Die Kinder in ihrer Gruppe versuchen ihr zu helfen. Jedoch beachtet sie die hilfsbereiten Teammitglieder nicht und spielt mit zwei Papierstücken. Sie reibt die zwei Papierstücke aneinander und schenkt den anderen Kindern keine Aufmerksamkeit.

08:56: Eine weitere Unterbrechung folgt. Die Lehrerin gibt den Tipp, dass die Kinder in der Gruppe zusammenarbeiten sollen. Anna hört der Lehrerin aufmerksam zu.

08:57: Anna arbeitet nun wieder konzentriert und hat die Aufgabe beendet. Ihr Quadrat liegt fertig gelegt auf ihren Tisch. Nun guckt sie den anderen Kindern zu, die noch nicht fertig sind.

08:58: Anna zeigt ihrem Tischnachbarn ihr Quadrat. Der Tischnachbar schaut kurz auf ihr Quadrat und arbeitet dann weiter an seinem Quadrat. Anna beobachtet ihm beim Legen der Papierstücke.

08:59: Sie dreht sich nun zum rechten Sitznachbar und hilft ihm. Sie zeigt mit dem Finger auf ein Papierstück und dann auf die Stelle, wo er es hinlegen soll. Das Papierstück passt auf die gezeigte Stelle, somit ist es richtig.

9:00: Dann dreht sie sich zum linken Sitznachbar um. Sie nimmt ein Papierstück in die Hand und gibt es ihm. Zeigt dann auf die passende Stelle und hilft ihm somit auch.

09:01: Hilft dem linken Sitznachbarn weiterhin. Sie hilft ihm mit den Fingern, in dem sie auf die jeweiligen Papierstücken und deren zugehörigen Stellen zeigt.

09:02: Dann macht sie ihr Quadrat kaputt und versucht es erneut zu legen. Schaut dann kurz zu den Sitznachbarn rüber und legt ihre Papierstücke konzentriert weiter.

09:03: Ohne zu zögern legt sie weiter und ist wieder fertig. Schaut dann wieder auf die Arbeit der Gruppenmitglieder und löst ihr gelegtes Quadrat wieder auf. Wieder versucht sie es erneut zu legen.

09:04: Sie arbeitet weiter, ist dabei konzentriert und nicht abgelenkt. Legt ein Papierstück nach dem anderen.

09:05: Nun schaut sie wieder zum Nachbarn, legt dann ein Papierstück und schaut wieder zu ihm rüber. Hebt dann zwei Papierstücke hoch, legt weiter und ist dann wieder fertig. Sie verhält sich dabei sehr ruhig, konzentriert und stört keinen.

09:06: Alle Gruppen sind fertig, alle haben vor sich ein fertiges Quadrat liegen. Somit ist die Gruppenarbeit beendet. Daraufhin fragt die Lehrerin die Kinder: „Was hat im Team gut geklappt und was hat nicht so gut geklappt? Was kann man beim nächsten Mal besser machen?“ Diese Fragen sollen die Kinder erst untereinander besprechen. Anna lässt die Papierstücke liegen und hört der Lehrerin aufmerksam zu.

09:07: Die Gruppe von Anna fängt an die Fragen zu besprechen, jedoch beteiligt Anna sich nicht an der Gruppendiskussion. Sie schaut durch die Gegend und zeigt kein Interesse.

09:08: Lehrerin bricht die Diskussionen in den Gruppen ab. Fordert die Gruppen nacheinander auf, aufzustehen und von ihren Erfahrungen zu berichten.

09:09: Die erste Gruppe berichtet von ihren negativen und positiven Erfahrungen in ihren Gruppen. Anna hört aufmerksam zu und blickt zu der Gruppe.

09:10: Sie hört weiterhin aufmerksam zu und beobachtet dabei die Gruppe.

09:11: Die zweite Gruppe berichtet. Anna hört nicht zu, schaut aus dem Fenster.

09:12: Sie lenkt sich ab, in dem sie mit ihrem Kopf wackelt, dann oben die Decke anstarrt und durch die Gegend schaut. Sie ist unaufmerksam und schaut weiterhin durch die Gegend.

09:13: Nun ist Annas Gruppe an der Reihe. Alle Gruppenmitglieder stellen sich hin, zuletzt steht Anna auf und stellt sich zu ihnen. Während einer nach dem anderen berichtet, spielt Anna mit ihren Fingern, dann legt sie die Hände ins Gesicht, wackelt hin und her und dreht sich im Kreis.

09:14: Sie schenkt ihren Gruppenmitgliedern überhaupt keine Aufmerksamkeit, sie zappelt hin und her und dreht sich weiter. Daraufhin fragt die Lehrerin Anna, wie sie die Gruppenarbeit fand. Anna bleibt stehen und antwortet nicht.

09:15: Die anderen Kinder berichten weiter und Anna dreht sich währenddessen weiter. Schenkt weiterhin den Gruppenmitgliedern keine Aufmerksamkeit, sie ist mit sich selbst beschäftigt. Nachdem alle Kinder fertig berichtet haben, setzen sie sich hin, auch Anna ging auf ihren Platz.

09:16: Nun ist die letzte Gruppe an der Reihe, während sie berichten ist Anna leise und wieder aufmerksam. Sie sitzt ruhig auf dem Platz und zappelt nicht mehr.

09:17: Jedoch fängt sie nach einer kurzen Zeit an mit den Füßen zu zappeln und wird wieder unaufmerksam und unkonzentriert. Sie dreht sich mit dem Rücken zu der vortragenden Gruppe und schaut zur Seitentafel.

09:18: Auch die letzte Gruppe hat fertig vorgestellt. Die Lehrerin fordert die Kinder auf einzupacken. Anna ist ruhig und hört wieder aufmerksam zu.

09:19: Anna packt ihre Papierstücke in den Umschlag und legt dann den fertig gepackten Umschlag in die Mitte des Tisches, zu den anderen Umschlägen.

09:20: Sitzt still auf ihrem Platz und beobachtet die anderen Gruppenmitglieder beim Einräumen.

09:21: Nachdem alle Kinder eingepackt haben, fangen sie an die Tische umzustellen. Auch Anna hilft bei der Umstellung der Tische.

09:22: Sie geht auf ihren Platz zurück und packt aus ihrer Tasche ihre Frühstückssachen aus. Nachdem die Frühstückssachen auf dem Tisch stehen, steht sie auf und geht nach vorne zu der Lehrerin. Sie fragt die Lehrerin ob sie auf Toilette darf, daraufhin geht sie in Begleitung mit einem anderen Schüler auf die Toilette.

09:22-09:25: Anna ist auf Toilette.

09:26: Der Schüler, der Anna begleitet hat, kommt alleine zurück in den Klassenraum.

Lehrerin: „Wo ist Anna?“

Schüler: „Sie wollte kommen.“

Die Lehrerin geht raus, um nach ihr zu schauen. Während die Lehrerin draußen ist, liest der Praktikant eine Geschichte vor und die Kinder frühstücken dabei.

09:27-09:29: Anna ist noch nicht da.

09:30: Anna betritt mit der Lehrerin den Klassenraum. (Anna hat draußen auf ihren Mitschüler gewartet, sie wusste nicht, dass er schon gegangen ist.) Anna geht auf ihren Platz, setzt sich hin und fängt an zu frühstücken. Sie hört dem Praktikanten beim Vorlesen der Geschichte aufmerksam zu.

09:31-09:34: Sie isst weiter und hört weiterhin aufmerksam zu.

09:35: Der Praktikant beendet die Geschichte. Lehrerin fordert die Kinder auf, die Frühstückssachen einzupacken, außer Anna und den Schüler, der sie begleitet hat. Die beiden dürfen weiter frühstücken, da sie später angefangen haben. Anna frühstückt leise weiter.

09:36: Lehrerin: „Anna ich würde sagen noch 4 Minuten.“ Anna antwortet, indem sie mit ihrem Kopf nickt. Daraufhin fragt die Lehrerin: „Guckst du selbst auf die Uhr?“ Sie antwortet wieder mit einem Nicken und frühstückt weiter.

09:37: Die Lehrerin fordert die anderen Kinder auf, den Text für die Theatervorführung auszupacken. Lehrerin: „Wer möchte anfangen zu lesen?“ Viele Kinder melden sich. Anna frühstückt leise weiter.

09:38: Ein Schüler liest den Text vor. Anna hört dem Schüler aufmerksam zu und verhält sich leise.

09:39: Anna ist noch am frühstücken, ist aber leise und stört die anderen nicht. Sie hört weiterhin ihren Mitschülern beim Vorlesen zu.

09:40: Lehrerin: „Anna du kommst bitte zum Ende.“ Anna blickt zur Lehrerin und zögert kurz.

09:41: Dann fängt sie an ihre Frühstückssachen einzuräumen.

09:42: Sie hört ihren Mitschülern beim Lesen zu. Jedoch packt sie ihren Text nicht aus.

09:43: Lehrerin unterbricht kurz die Geschichte und stellt eine Frage zum Text. Ruft Anna auf und fragt sie, ob sie die Antwort weiß. Daraufhin nickt Anna und zeigt die Antwort, indem sie auf ihren Kopf zeigt.

09:44: Lehrerin: „Anna kannst du es auch in Worten sagen?“ Daraufhin nickt sie und antwortet richtig: „Gedächtnis!“

09:45: Öffnet dann ihre Tasche und packt auch ihren Text aus.

09:46: Schiebt ihren Stuhl nah an den Tisch, setzt sich aufrecht hin und schaut in ihren Text rein. Reibt sich dann die Augen und schaut durch die Gegend.

09:47: Ein neuer Schüler wird dran genommen und liest den Text weiter. Dann schaut Anna wieder in ihren Text und verfolgt ihn mit dem Finger. Sie arbeitet wieder konzentriert und ist aufmerksam.

09:48: Nun liest die Lehrerin aufgrund der Kürze der Zeit den Text selbst weiter, da es in 2 Minuten klingelt. Anna schaut weiterhin auf den Text und verfolgt ihn mit dem Finger. Sie ist immer noch konzentriert, aufmerksam und lenkt sich nicht ab.

09:49: Sie schaut weiterhin in den Text und liest mit. Ändert jedoch ihre Sitzhaltung und legt die Hände auf ihren Kopf. Ihr Blick ist aber weiterhin auf den Text gerichtet und sie ist konzentriert. Der Text ist zu Ende, die Lehrerin fragt die Kinder, ob es Fragen zum Text gibt. Niemand meldet sich. Daraufhin fragt die Lehrerin: „Wer findet den Text gut?“ Alle melden sich, auch Anna.

09:50: Es klingelt. Anna packt ihren Text ein. Alle Kinder gehen in die Pause, Anna ist die Letzte.

09:51: Sie ist noch am Packen. Nachdem auch ihr Mäppchen in der Tasche verschwindet, sucht sie nach etwas in der Tasche.

09:52: Sie packt einen kleinen Block und einen Kugelschreiber aus ihrer Tasche. Verschließt die Tasche und nimmt ihren Block und Stift in die Hand und verlässt auch den Raum. ( Auf ihrem Block ist ein Pferd abgebildet.)

09:50- 10:05: Große Pause

10:10: Anna kommt von der Pause verspätet zurück, setzt sich auf ihren Platz und beobachtet die Mitschüler und schaut durch die Gegend. Fach Mathematik: Lehrerin erklärt die Aufgabe.

(•Aufgabe: Stillarbeit, die Kinder sollen im Mathematikbuch Aufgaben selbstständig bearbeiten.)

10:11: Die Lehrerin fordert die Kinder dazu auf, ihre Mathematikbücher auszupacken. Anna liegt mit dem Kopf auf dem Tisch. Hebt dann ihren Kopf hoch und schaut kurz ins Mathematikbuch von ihrem Nachbarn rein.

10:12: Sie schaut durch die Gegend und beobachtet die Klassenkameraden. In dem Moment geht die Lehrerin zum CD-Rekorder und macht eine entspannende Musik an. Die Musik ist ein Zeichen für die Stillarbeit, deswegen wird auch die Lautstärke der Klasse automatisch leiser.

10:13: Anna schaut erneut ins Mathematikbuch ihres Nachbars rein und kratzt sich dabei an der Schulter. Schaut dann hoch an die Decke und senkt dann ihre Blicke wieder auf das Mathematikbuch ihres Nachbarn.

10:14: Der Praktikant kniet sich zu Anna. Anna liegt währenddessen mit dem Kopf auf dem Tisch. Praktikant: „Anna wo ist denn dein Mathematikbuch?“ Anna zeigt mit ihrem Finger auf ihre Schultasche. Der Praktikant nimmt eine Mappe aus ihrer Schultasche raus.

10:15: Anna nimmt ihm die Mappe aus der Hand und packt ihr Mathematikheft und Mathematikbuch aus. Sie packt die Mappe wieder in die Tasche und legt das Mathematikbuch und Mathematikheft auf ihren Tisch.

10:16: Der Praktikant schlägt die entsprechende Seite im Mathematikbuch auf. Dann beginnt Anna mit den Aufgaben und der Praktikant geht zum nächsten Kind.

10:17: Sie gähnt kurz und reibt sich die Augen, schreibt aber dann weiter und arbeitet an ihren Aufgaben konzentriert.

10:18: Sie schreibt die nächste Aufgabe aus ihrem Mathematikbuch in ihr Mathematikheft und rechnet weiter. Dabei ist sie konzentriert.

10:19: Sie hört auf zu schreiben, schaut ins Heft, radiert was weg und schaut wieder durch die Gegend. Spielt währenddessen mit ihren Haaren. Der Praktikant kniet sich wieder zu Anna, erklärt ihr kurz die Aufgabe. Nachdem sie es verstanden hat rechnet sie weiter. Der Praktikant geht.

10:20: Anna arbeitet konzentriert weiter, schaut kurz hoch, macht dann aber wieder weiter.

10:21: Sie bricht die Arbeit ab, schaut durch die Gegend, ist unkonzentriert und lenkt sich ab. Sie spielt mit ihrem Stift und lässt die Arbeit stehen.

10:22: Der Praktikant kommt und stellt sich kurz hinter Anna, daraufhin fängt sie wieder an zu arbeiten. Nachdem er wieder weg ist, arbeitet sie trotzdem konzentriert weiter und macht ihre Aufgaben.

10:23: Schaut wieder kurz durch die Gegend, aber arbeitet wieder weiter.

10:24: Sie arbeitet immer noch konzentriert weiter an ihren Aufgaben.

10:25: Hört auf zu arbeiten, beobachtet die anderen Kinder bei der Arbeit. Sie spielt mit ihrem Stift, klappt ihr Mäppchen auf, macht es dann wieder zu. Tippt den Sitznachbarn an und zeigt nur auf seinen Radiergummi und redet dabei nicht. Ihr Sitznachbar gibt ihr seinen Radiergummi.

10:26: Sie radiert in ihrem Heft etwas weg und arbeitet dann wieder weiter. Konzentriert sich wieder auf die Aufgaben.

10:27: Arbeitet weiterhin konzentriert an ihren Aufgaben und lenkt sich nicht ab.

10:28: Sie arbeitet kurz weiter, hört dann aber wieder auf. Fängt an mit ihrem Stuhl zu wippen, legt den Stift weg und fängt an zu radieren.

10:29: Pustet die Fusel weg, arbeitet dann wieder weiter an ihrer Aufgabe.

10:30: Arbeitet kurz weiter, fängt aber dann wieder an mit dem Stuhl zu wippen. Lehnt sich dann nach hinten und schaut durch die Gegend. Dann schaut sie wieder rüber zum Nachbarn.

10:31: Blickt kurz in ihr Heft und dann wieder zum Nachbarn, als würde sie ihre Ergebnisse mit seinen vergleichen. Dann arbeitet sie kurz weiter. Kurz danach legt sie ihren Kopf auf den Tisch und schaut wieder durch die Gegend.

[...]

Ende der Leseprobe aus 36 Seiten

Details

Titel
Beobachtungsbericht einer Schülerin mit Asperger-Syndrom in der dritten Klasse. Protokoll, Analyse, Interpretation und pädagogische Konsequenzen
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Bildungswissenschaften)
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
36
Katalognummer
V345698
ISBN (eBook)
9783668358829
ISBN (Buch)
9783668358836
Dateigröße
610 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Asperger, Schule, konzentration, ablenkung, aufmerksamkeit
Arbeit zitieren
Gamze Bulut (Autor), 2016, Beobachtungsbericht einer Schülerin mit Asperger-Syndrom in der dritten Klasse. Protokoll, Analyse, Interpretation und pädagogische Konsequenzen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/345698

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