Die letzten Monate, Wochen, Tage oder Stunden in der vertrauten Umgebung zu verbringen, keine starken Schmerzen spüren zu müssen, nicht alleine zu sein und in Würde zu sterben – all das wünschen sich Menschen am Ende ihres Lebens. Leider ist dies nicht immer leicht umzusetzen.
Nicht nur für die Menschen mit schweren Erkrankungen, bei denen keine Heilung in Aussicht steht, ist diese Phase unvorstellbar, sondern auch für die Angehörigen. Sobald Menschen mit dem Prozess des Sterbens konfrontiert werden, erleben sie eine meist unvorbereitete schwierige und leidvolle Situation.
Um die letzte Lebensphase würdevoll und qualitätsbewusst zu gestalten, Ängste zu nehmen sowie Schmerzen zu lindern, bedarf es einer speziellen Versorgung. Aus der bisherigen Hospizarbeit hat sich eine besondere Art der Versorgung von kranken Menschen entwickelt - die Palliativpflege. Patienten, die an einer unheilbaren Krankheit erleiden, sollen durch die Palliativversorgung in ihren letzten Lebensphasen optimal betreut werden.
Die Entwicklung der Palliativpflege und Hospizarbeit ist ein wichtiger Aspekt, der vermehrt in den Vordergrund rückt. Immer mehr Menschen sind palliativpflegebedürftig. Leider steht die Versorgung noch lange nicht flächendeckend zur Verfügung. Durch die Einführung des Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG) soll dieser Bereich ausgebaut und weiterentwickelt werden, um den sterbenden Menschen eine würdevolle letzte Lebensphase zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aufbau
1.2 Ziel
2. Theoretische Grundlagen der Palliativpflege
2.1 Definitionen und Ziele
2.1.1 Die Palliativpflege
2.1.2 Die Hospizidee
2.2 Historische Grundlagen
3. Welche Menschen sind palliativpflegebedürftig?
4. Das Leistungsspektrum der Palliativpflege
5. Organisationsformen der palliativen Betreuungseinrichtungen
5.1 Palliativstationen
5.2 Stationäre Hospize
5.3 Ambulante Hospizversorgung
5.4 Allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV)
5.5 Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)
5.6 Palliativmedizinischer Konsiliardienst (PKD)
5.7 Tageshospize
6. Aktuelle Situation und Entwicklung in Deutschland
7. Sozialversicherungsrechtliche Aspekte der Palliativversorgung
8. Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Palliativpflege, deren Organisationsstrukturen sowie die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland unter besonderer Berücksichtigung des "Gesetzes zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung" (HPG) und dessen Auswirkungen auf die pflegerische und medizinische Praxis.
- Definitionen und historische Entwicklung der Palliativpflege sowie der Hospizidee.
- Analyse verschiedener stationärer und ambulanter Organisationsformen der palliativen Versorgung.
- Untersuchung der sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen.
- Evaluation der Auswirkungen und Ziele des neuen Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG).
- Darstellung der aktuellen Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
5.5 Spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV)
Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung ist in § 37b SGB V geregelt. Voraussetzung für einen Anspruch auf eine spezielle ambulante Palliativversorgung ist, dass der Betroffene an einer nicht mehr heilbaren, fortschreitenden und weit fortgeschrittenen Erkrankung bei einer zeitgleich begrenzten Lebenserwartung leidet und dass die Krankheit wegen der Komplexität einer besonders aufwändigen Versorgung bedarf, die den Einsatz eines spezialisierten Palliativteams notwendig macht. Die Betroffenen werden von spezialisierten palliativärztlichen und –pflegerischen Fachkräften versorgt. Des Weiteren muss diese Art der Palliation von dem Betroffenen gewünscht sein. Ziel ist, mit einer 24h-Rufbereitschaft die Lebensqualität zu verbessern und die letzte Lebensphase bis zum Tod optimal in häuslicher Umgebung zu ermöglichen, so dass eine Krankenhauseinweisung vermieden wird. Die Leistungen umfassen ärztliche sowie pflegerische Beratung und Betreuung, insbesondere eine Schmerztherapie und Symptomkontrolle. Auch bei der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung handelt es sich um eine zusätzliche Leistung, die im häuslichen Umfeld des Patienten, d.h. im Pflegeheim oder in den eigenen vier Wänden, erbracht wird.
Die Betreuung durch die Leistungserbringer der allgemeinen und spezialisierten ambulanten Palliativversorgung ist so aufgeteilt, dass die Mehrzahl der Kranken durch Primärversorger im Rahmen der allgemeineren ambulanten Palliativversorgung behandelt wird. Dieser Anteil beträgt ca. 90 %. Etwa 10 % der Betroffenen bedürfen einer spezialisierten ambulanten Palliativversorgung durch Palliativmediziner.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Palliativpflege ein, erläutert die Relevanz der Versorgung am Lebensende und legt den Aufbau sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Theoretische Grundlagen der Palliativpflege: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Palliativpflege und Hospizidee, grenzt diese ab und beleuchtet die historischen Wurzeln der Palliativ- und Hospizbewegung.
3. Welche Menschen sind palliativpflegebedürftig?: Hier wird der Kreis der Bedürftigen definiert, wobei hervorgehoben wird, dass die Palliativpflege heute nicht mehr nur auf Tumorerkrankungen begrenzt ist, sondern auch schwere chronische Krankheiten umfasst.
4. Das Leistungsspektrum der Palliativpflege: Dieses Kapitel erläutert die Hauptleistungen der Palliativpflege, wie Symptomkontrolle sowie psychologische und spirituelle Unterstützung, um ein würdevolles Sterben zu ermöglichen.
5. Organisationsformen der palliativen Betreuungseinrichtungen: Das Kapitel stellt die verschiedenen ambulanten und stationären Strukturen wie Hospize, Palliativstationen und SAPV dar und erläutert deren spezifische Zielsetzungen und Einsatzbereiche.
6. Aktuelle Situation und Entwicklung in Deutschland: Es wird der Stand der Palliativversorgung in Deutschland analysiert, wobei auf den demografischen Wandel und den Ausbau der Versorgungsangebote eingegangen wird.
7. Sozialversicherungsrechtliche Aspekte der Palliativversorgung: Dieses Kapitel erläutert die Finanzierung der Leistungen durch die gesetzliche Krankenversicherung und die rechtliche Verankerung im Sozialgesetzbuch.
8. Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung: Das Kapitel detailliert die Ziele, Regelungen und strukturellen Verbesserungen, die durch das HPG mit dem Ziel einer flächendeckenden Versorgung eingeführt wurden.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bewertet den Fortschritt durch das HPG und weist auf den weiteren Bedarf für einen flächendeckenden Ausbau der ambulanten Versorgung hin.
Schlüsselwörter
Palliativpflege, Hospizidee, Palliativversorgung, Hospiz- und Palliativgesetz, SAPV, AAPV, Lebensqualität, Sozialgesetzbuch, Symptomkontrolle, Sterbebegleitung, Gesundheitswesen, Palliativstation, Ambulante Hospizdienste.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Palliativpflege in Deutschland, deren Organisationsformen und der gesetzlichen Neuregelung durch das Hospiz- und Palliativgesetz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Palliativpflege, die verschiedenen Versorgungsstrukturen, die rechtliche Finanzierung sowie der aktuelle Ausbaustatus in Deutschland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein umfassender Einblick in die Palliativpflege und die Analyse der Auswirkungen des HPG auf die Versorgung sterbender Menschen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Auswertung relevanter Gesetze, statistischer Daten sowie Fachexpertisen aus dem Gesundheitsbereich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Hintergründe, die verschiedenen Betreuungseinrichtungen wie Hospize und Palliativstationen sowie die sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Palliativpflege, Hospizgesetz (HPG), Lebensqualität, ambulante Versorgung und Sozialversicherungsrecht.
Was unterscheidet die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) von anderen Formen?
Die SAPV richtet sich an Patienten mit besonders komplexem Versorgungsbedarf bei begrenzter Lebenserwartung und beinhaltet spezialisierte Fachkräfte sowie eine 24h-Rufbereitschaft.
Welche Rolle spielen Ehrenamtliche in der Hospizarbeit?
Ehrenamtliche bilden eine tragende Säule der ambulanten Hospizdienste und ergänzen die hauptamtliche Arbeit, insbesondere durch Sterbe- und Trauerbegleitung.
Wie hat sich die Bedeutung der Palliativpflege historisch gewandelt?
Aus einer ursprünglichen Tabuisierung des Sterbens und einem Fokus auf rein kurative Medizin entwickelte sich ein Verständnis, das die Lebensqualität am Lebensende in den Mittelpunkt stellt.
Welche Auswirkung hat das HPG auf die Finanzierung von Hospizen?
Durch das HPG wurden die Zuschüsse der gesetzlichen Krankenkassen für stationäre Hospize von 90 % auf 95 % erhöht, um die finanzielle Situation zu verbessern.
- Citation du texte
- Carolin Bösking (Auteur), 2016, Die Palliativpflege. Beachtung der Auswirkungen des Hospiz- und Palliativgesetzes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/346612