Innovationen in der Unternehmensstrategie. Design Thinking als Lösungsansatz im Personalmanagement


Hausarbeit, 2016
16 Seiten, Note: 1.0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Herkunft, Begriffsklärung und Voraussetzungen des Design Thinking
2.1. Herkunft
2.2. Begriffsklärung
2.3. Voraussetzungen von Design Thinking

3. Erfolgsfaktoren des Design Thinking
3.1. Raumkonzept
3.2. Multidisziplinäre Teams
3.3. Prozess

4. Phasen des Design Thinking-Prozesses
4.1. Verstehen
4.2. Beobachten
4.3. Sichtweise definieren
4.4. Ideen finden
4.5. Prototypen entwickeln
4.6. Testen

5. Hürden bei der Anwendung
5.1. Teammitglieder
5.2. Projektkontext

6. Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Beispiel für das Raumkonzept

Abbildung 2: Phasen des Prozesses

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

Die globale wirtschaftliche Vernetzung stellt jedes Unternehmen vor die Aufgabe, sich permanent weiter zu entwickeln. Es müssen wiederkehrend Anstrengungen unternommen werden, um sich vom Mitbewerber abzuheben, die Produkt- und Dienstleistungsportfolios zu ändern um somit die eigene zukünftige Existenz zu sichern. Das Schlagwort hierbei ist Innovation. Kleine familiengeführte Unternehmen, welche langfristig am Markt existieren, betreiben oft nur intuitiv einzelne Teile von Innovationsmanagement bzw. es wird sich nicht um Weiterentwicklung bemüht. Bei mittelständischen Unternehmen, Konzernen und jungen Start-Up’s fällt auf, dass Innovation ein zentrales Thema in der Unternehmensstrategie ist. Hierbei begegnet einem das Vorgehen „Design Thinking“1 immer öfter. Doch ist die neue Kreativitätsmethode „Design Thinking“ nur alter Wein in neuen Schläuchen? Im Folgenden wird geklärt, was sich hinter diesem Begriff verbirgt und die Herkunft von DT aufgezeigt. Des Weiteren werden zentrale Erfolgsfaktoren, welche diesem Konzept zu Grunde liegen näher erläutert und die einzelnen Phasen des Prozesses dargestellt. Im Anschluss daran, werden Herausforderungen und Hürden beim Umsetzen der möglichen Kreativitätsmethode diskutiert und ein Fazit gezogen.

2. Herkunft, Begriffsklärung und Voraussetzungen des Design Thinking

2.1. Herkunft

Erste Ansätze von DT entstanden bereits 1962 in der Stanford University im Silicon Valley. Über die folgenden Jahre hinweg wurde die Methode durch David Kelly2 und den Professoren Terry Winograd und Larry Leifer an den sogenannten „D.schools“ weiterentwickelt und findet sich zunehmend als fester Bestandteil bei Beratungsunternehmen und Hochschulen. Das Hasso-Plattner-Institut in Potsdam arbeitet seit 2007 nach dem Vorbild der „D.school“ im Silicon Valley. Die Bezeichnung „HPI School of Design Thinking“ unterstreicht die Neuausrichtung von Studiengängen.3

2.2. Begriffsklärung

Es existiert keine allgemein gültige Definition für den Begriff an sich. Zusammensetzend aus „Design“ und „Thinking“ soll aber das Verständnis dargestellt werden, dass der Focus auf systematisches und explizites Designen und Erschaffen von Dienstleistungen, Produkten und Geschäftsmodellen liegt.4 Es soll ein faktenbasierter, aus Kundensicht orientierter Denkprozess angestoßen werden, welcher Freiraum für intuitive Ideen und Denkweisen lässt. Ziel ist es, die Erfolgswahrscheinlichkeit eines innovativen Ergebnisses zu erhöhen, um dadurch die Kunden- und Nutzeransprüche zu erfüllen.5

2.3. Voraussetzungen von Design Thinking

Die drei klassischen Dimensionen für Innovation - People, Business und Technology finden sich auch im Grundverständnis des DT wieder.6 Die Vergangenheit zeigte, dass Projekte, welche sich primär an den Dimensionen Business oder Technology ausgerichtet haben, die menschliche Perspektive vernachlässigt haben. Aus diesem Grund werden diese beiden Dimensionen als sekundär betrachtet und die Komponente Mensch in den Vordergrund gestellt. Als unabdingbares Grundgerüst für DT wird die Kollaboration genannt. Der Einsatz von multidisziplinären Teams wird im Kapitel 3.2 näher behandelt.7

3. Erfolgsfaktoren des Design Thinking

Um die Methode in der Praxis anzuwenden bedarf es Freiräume hinsichtlich verschiedener Aspekte. Ein simultanes Anwenden im täglichen Arbeitsablauf ist nicht möglich, da der Ansatz des DT die folgenden Erfolgsfaktoren berücksichtigt.8

3.1. Raumkonzept

Der erste elementare Bestandteil ist der Raum in dem sich die Design-Thinker bewegen. Für kreative Ideen wird ein kreativer Ort benötigt: „Ein großer, variabel zu nutzender, heller, offener Raum, der sich durch mobile Wände unterteilen lässt, die gleichzeitig als Pinnwände und Schreibtafeln dienen können“9. Die Einrichtung des Raumes soll so gestaltet sein, dass Offenheit und Kommunikation gefördert wird. Dies wird erreicht, indem Stühle, Tische, Projektionsflächen und Sofas frei im Raum verschiebbar sind um sie den jeweiligen Bedürfnissen der Teilnehmer anzupassen.10 Die Einrichtung muss jedem einzelnen Design-Thinker die Möglichkeit geben, sich entweder an einen Hochtisch zur Aktivierung des Muskeltonus oder auf ein Sofa zum Entspannen zu setzen. Eine gern genutzte Variante um Transparenz und Offenheit zu transportieren, ist die Nutzung großer Fensterflächen und durchsichtiger Pinnwände.11

3.2. Multidisziplinäre Teams

Idealtypisch für jede Challenge ist ein Team, welches aus Teilnehmern verschiedenster Fachbereiche wie z.B. Betriebswirtschaft, Rechtswissenschaft, Theologie und Technik besteht. Weiterhin sollen die Teilnehmer aus verschiedenen Hierarchieebenen stammen.12 Die Grundlage für die zuvor genannte offene Kommunikation ist, dass vorherrschende Rollen und Positionen der Teilnehmer abgelegt werden um so auf Augenhöhe zu kollaborieren. Durch diesen Mix an Erfahrung und Wissen wird die Stärke des Teams gefördert. Weiterhin ist es so möglich, Probleme von verschiedenen Perspektiven zu betrachten, um im Anschluss möglichst viele kreative Ideen und Herangehensweisen in den Ablauf einfließen zu lassen.13 Um ein aktiver Teilnehmer des Prozesses zu werden, ist kein Vorwissen im Bereich DT notwendig, jedoch werden in der Literatur Eigenschaften genannt, welche der Mitwirkende unabdingbar mitbringen muss:

Einfühlungsvermögen14

Empathie bedeutet, dass sich der Teilnehmer in die Lage anderer Personen versetzen kann. Er kann die Welt aus Sicht der Kunden sehen. Ihm entsteht dadurch die Möglichkeit, Lösungen für die expliziten und impliziten Bedürfnisse des Klienten zu erarbeiten. Das Einfühlungsvermögen ist eine essentielle Eigenschaft, da Design Thinking immer auf die Probleme des Kunden ausgerichtet ist.

Integratives Denken15

Hinter diesem Begrifft steht die Befähigung, sich auf ausgefallene Lösungsansätze zu konzentrieren. Der Design-Thinker sollte nicht nur nach bereits gegebenen analytischen Verfahren arbeiten, sondern auch widersprüchliche Aspekte einer Problemstellung erkennen und dadurch neuartige und innovative Lösungen zu generieren.

Optimismus16

Ein guter Nährboden für Kreativität ist Optimismus. Der Mitwirkende soll in der Lage sein, auch bei aussichtslosen Projekten positiv gestimmt zu sein und zu bleiben. Er muss sich bewusst sein, dass eine Lösung, welche im Ansatz als nicht umsetzbar erscheint, besser ist, als keine Lösung zu haben. Experimentierfreude17

Damit wird die Fähigkeit umschrieben, neuartig zu handeln und sich in neuen Situationen zu probieren. Der Teilnehmer soll neue Wege gehen, auch wenn die Gefahr besteht, dass diese falsch erscheinen und eine Konfliktsituation hervorrufen.

Fähigkeit im Team zu arbeiten18

Im Design Thinking wird davon ausgegangen, dass jeder Mitwirkende ein enthusiastischer Kollaborateur ist. Dieser zeichnet sich durch Flexibilität und Konfliktfähigkeit aus. Des Weiteren soll er kommunikative Fähigkeiten, Ehrgeiz und Engagement besitzen.

3.3. Prozess

In der Literatur wird der Design Thinking-Prozess in unterschiedlich viele Phasen gegliedert. Es werden Ansätze verfolgt, welche von drei bis sieben einzelnen Phasen reichen. Im Kern sind jedoch alle Methoden gleich, sie beschreiben DT als einen iterativen Prozess, welcher im Einzelnen die Prozessschritte Inspiration, Ideenfindung und Implementierung durchläuft.19 Im Folgenden werden sechs klar umrissene Einzelschritte näher erläutert, um den Aufbau des Gesamtprozesses besser darzustellen.20 Brown nennt es „a system of overlapping spaces rather than a sequence of orderly steps“.21

4. Phasen des Design Thinking-Prozesses

Trotz der Offenheit, welche die Kreativität im Design Thinking unterstützt, sind die zentralen Prozessschritte idealerweise aufeinander folgend und klar umrissen. Durch die Abbildung werden die iterativen Eigenschaften dargestellt.22

4.1. Verstehen

In diesem ersten Schritt des gesamten Prozesses geht es um das Verstehen der Problemstellung und der damit verbundenen Aufgabenstellung. Jedes Gruppenmitglied soll sich in dieser Phase tief in das Problem hinein denken und somit konkret ermitteln, welche Ansatzpunkte wichtig für den Projekterfolg sind.23 Um die Ursache eines Problems zu definieren, wird in der Praxis die 5-Why- Methode angewandt. Dabei wird hinterfragt - Wer, Was, Wann, Wo und Wie bzw. Warum. Durch dieses Vorgehen werden erste passende Antworten zum Problem getriggert. Diese 5-Why-Fragen könnten wie nachfolgend aussehen:24

- Wer ist unsere Zielgruppe/Auftraggeber? - Art, Größe und Eigenschaft
- Was schlägt der Auftraggeber als Lösung vor? - Ausrichtung des Auftraggebers
- Wann wird eine Problemlösung erwartet und wie lange soll sie nachhalten? – Eingrenzen des zeitlichen Horizontes
- Wo soll die Lösung eingesetzt werden? - Land, Medien, Orte

4.2. Beobachten

In der zweiten Phase des Design Thinking-Prozesses folgt eine intensive Ermittlung des Status quo durch Feldbeobachtung und Interviews. Ziel dabei ist es heraus zu finden, ob die Klienten, die im ersten Schritt angenommene Probleme tatsächlich haben oder ob es darüber hinaus weitere gibt.25 Die Beobachtungsphase gliedert sich typischer Weise in folgende Einzelphasen: Feldbeobachtung26

Hierbei werden die Nutzer in ihrem täglichen Arbeitsumfeld beobachtet. Es werden alle einzelnen Arbeitsschritte aufgezeichnet. Dies kann sowohl schriftlich, als auch durch Videoaufnahmen geschehen. Es ist darauf zu achten, dass sich der Nutzer nicht beobachtet fühlt um das Verfälschen von Informationen zu vermeiden.

Interviewen27

In diesem Schritt soll durch gezielte 5-Why-Fragen die tiefere Bedeutung der einzelnen Arbeitsschritte des Nutzers aufgedeckt werden. Der Nutzer soll die Möglichkeit bekommen, mündlich darzustellen, wie er an eine Problemstellung herangeht und eine Lösung findet. Weiterhin soll er die physischen Einzelschritte nacheinander zeigen und kommentieren, warum er tut was er tut.

[...]


1 Design Thinking wird nachfolgend teilweise mit DT abgekürzt.

2 Mitgründer der Agentur IDEO und gleichzeitiger Professor an der Standfort University.

3 http://hpi.de/das-hpi/organisation/geschichte.html , abgerufen am 03.12.2015, 08:02 Uhr.

4 Vgl. Plattner (2009), S. 59.

5 Vgl. Flyvbjerg (2011), S. 305 ff.

6 Vgl. Weiss (2002), S. 36.

7 Vgl. Grots/Pratschke (2009), S. 19.

8 Vgl. Brown (2009), S. 86.

9 Plattner (2009), S. 108.

10 Siehe Anhang; Abbildung 1: Beispiel für das Raumkonzept.

11 Vgl. Plattner (2009), S. 104 ff.

12 Vgl. Leonard-Barton (1995), S. 75.

13 Vgl. Brown (2009), S. 87.

14 Vgl. Plattner (2009), S. 72.

15 Ebd.

16 Vgl. Plattner (2009), S. 72.

17 Ebd.

18 Ebd.

19 Vgl. Kelley (2001), S. 6 ff.

20 In Anlehnung an HPI School of Design Thinking

21 Brown (2009), S. 16.

22 Siehe Anhang; Abbildung 2: Phasen des Prozesses.

23 Vgl. Brown (2009), S. 25.

24 Vgl. Ambrose/Harris (2010), S. 16.

25 Vgl. Norman (1988).

26 Vgl. Plattner (2009), S. 117 ff.

27 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Innovationen in der Unternehmensstrategie. Design Thinking als Lösungsansatz im Personalmanagement
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Note
1.0
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V350830
ISBN (eBook)
9783668377677
ISBN (Buch)
9783668377684
Dateigröße
1034 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
innovationen, unternehmensstrategie, design, thinking, lösungsansatz, personalmanagement
Arbeit zitieren
Sebastian Richter (Autor), 2016, Innovationen in der Unternehmensstrategie. Design Thinking als Lösungsansatz im Personalmanagement, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/350830

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