Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Theory of Science, Anthropology

Illuminatio. Zur Entwicklung der Bildungstheorie des wahrhaften Lehrers im Werk des heiligen Augustinus

Title: Illuminatio. Zur Entwicklung der Bildungstheorie des wahrhaften Lehrers im Werk des heiligen Augustinus

Examination Thesis , 2004 , 127 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. phil. Andreas Christian Bär (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit von Andreas Bär befragt Augustins Schriften mithilfe von Analysekategorien des Problemgeschichtlichen Ansatzes in der Historischen Pädagogik: Aus dem Gesamtwerk des Augustinus wird freigelegt, wie sich der Erziehungs- und Bildungsgedanke im Laufe seines Lebens entwickelt haben. Sein Bildungsbegriff reicht dabei von der frühen manichäischen Vorstellung der Welt und des Menschen im kosmischen Kampf zweier Götter und seiner Zwitterstellung im Reich der Finsternis und im Reich des Lichtes über die Illuminationslehre der Einstrahlung des göttlichen Lichtes in den menschlichen Geist bis hin zur späten Konzeption der Gnadenlehre und der gnadenhaft Erwählten, die den unsichtbaren Gottesstaat bilden. Seit seiner Loslösung vom Manichäismus geht es Augustinus um die Schulung der Kräfte des Denkens und des Guten, um einen vernunftgemäßen Umgang des Menschen mit der je eigenen Willensbestimmung und dem Problem des Bösen, um Möglichkeiten, Methoden und Grenzen der Förderung zur Höherbildung durch einen wahrhaft lehrenden Lehrer.

Ein Rückgang auf einen vormodernen, voraufklärerischen Bildungsgedanken, wie er bei Augustinus zu finden ist, stellt vielschichtig reflektierte Aspekte von Bildung bereit. Er trägt bildungshistorisch begründet zu einer kritischen Sicht auf das Bildungsproblem bei, so zum Beispiel auch zu einer kritischen Sicht auf Lern-, Erziehungs- und Bildungsansätze, die den Bildungsweg des Schülers zu vereinseitigen drohen.

Nach einem Vergleich der Erziehungs- und Bildungsbegriffe von Augustinus, Humboldt und Klafki werden Nietzsches, Klemperers und Meyer-Drawes Kritik an Autonomiekonzeptionen bemüht. Dies ist dem Untersuchungsvorhaben verpflichtet, aus Augustins Bildungsansatz Denkmöglichkeiten offenzulegen, die einem in der Tradition der Moderne verhafteten Lehrer- und Bildungsbegriff eher unzugänglich sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Augustins Bildungsbegriff: Einordnung des vorliegenden Beitrags in die Landschaft der Augustinus-Forschung und zur methodischen Vorgehensweise im Horizont des problemgeschichtlichen Ansatzes

2. Augustins Bildungsverständnis vor dem Hintergrund seiner Gotteskonzeption

2.1 Das Verhältnis zwischen den Göttern und Menschen nach manichäischer Vorstellung

2.2 Bildung als frei gewollter Aufstieg der rationalis anima zu den im Geiste Gottes liegenden Ideen

2.3 Christus als einziger wahrhafter Lehrer und als Möglichkeitsbedingung der Bildung des Menschen

3. Zu einer Kontinuität des Denkens über Bildung bei Augustinus, den Vertretern materialer und formaler Bildungstheorien und bei Klafki

3.1 Die Fragestellung des Augustinus als Ausgangs- und Bezugspunkt der Theorien materialer und formaler Bildung

3.2 Augustins Fragestellung als Ausgangs- und Bezugspunkt der Theorie der kategorialen Bildung bei Klafki

4. Zum Beitrag des frühen und späten Augustinus zur kritischen Diskussion um die Autonomie des Menschen und zu einer facettenreichen Reflexion auf Bildungskonzeptionen

4.1 Problematisierung der Autonomie in der Moderne bei Klemperer, Meyer-Drawe und Nietzsche

4.2 Zur Bedeutung des Bildungsgedankens bei Augustinus und der Gnadenlehre für eine reflektierte Betrachtung des Autonomieproblems und moderner Bildungskonzeptionen

5. Systematische Zusammenfassung und Ausblick

6. Bibliographie:

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, den Bildungsgedanken bei Augustinus systematisch zu rekonstruieren, seine Reichhaltigkeit aufzuzeigen und seine Relevanz für zeitgenössische, insbesondere neuhumanistische und kategoriale Bildungskonzeptionen zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern Augustins Vorstellungen eine facettenreichere und gegenüber dem modernen Autonomiebegriff kritischere Sicht auf die Bildung des Menschen und des Lehrers ermöglichen.

  • Rekonstruktion des augustinischen Bildungsverständnisses vor dem Hintergrund seiner Gotteskonzeption und Illuminationslehre.
  • Analyse der Kontinuität zwischen augustinischem Denken und modernen Bildungstheorien (u.a. Klafki, Humboldt).
  • Kritische Auseinandersetzung mit modernen Autonomiekonzeptionen unter Einbezug von Klemperer, Meyer-Drawe und Nietzsche.
  • Untersuchung der pädagogischen Implikationen, insbesondere der Rolle des Lehrers als Anreger und des "inneren Lehrers" Christus.
  • Reflexion über die Grenzen menschlicher Autonomie und die Notwendigkeit einer heteronomen Orientierung in der Bildung.

Auszug aus dem Buch

2.3 Christus als einziger wahrhafter Lehrer und als Möglichkeitsbedingung der Bildung des Menschen

Aus der Bestimmung des Augustinischen Bildungsbegriffs geht hervor, dass Bildung von Augustinus nicht bloß negativ gedacht, sondern darüber hinaus zusätzlich mit Inhalten gefüllt wird, aufgrund derer sich die These, er habe den Begriff der Bildung eines Menschen zu Gott und somit zu dessen Glück positiv bestimmt, begründet vertreten lässt. Wer den Vorgang der Bildung aus seinem freien Willen heraus, dem Augustinus bis zu der Abfassung seiner Gnadenlehre noch potentiell jedem Menschen zubilligt, in sich in Gang setzt und ihn in sich zum Fortgang führt, bildet sich zu etwas. Bildung ist auf ein telos gerichtet. Sie hat ihr Ziel, nämlich in der Gotteserkenntnis, der mit dieser einhergehenden Selbsterkenntnis und – unter ethischer Perspektive – der Herstellung sowie der Sicherung von Glückseligkeit. Bildung wird zum Vorbereiter und zum Garanten für das Reich der Glückseligkeit des Menschen. Was er im Gang der Vergeistigung an ideenhaft Bleibendem erfasst, lässt ihn verstehend teilhaben an Inhalten des Geistes seines Schöpfers, folglich an Gott als der Wahrheit an sich.

Wie nun ist das Ziel einer jeden Bildung zur Realisierung zu bringen? Mitunter der Titel der Schrift De magistro legt die Vermutung nahe, dies könnte durch die sprachliche Handlung eines Lehrers geschehen, zumindest durch eine solche vorbereitet werden, handelt der Dialog doch von dem Wert sprachlicher Zeichen, werden in ihm doch die Leistungsfähigkeit und der Nutzen von Wörtern, von Vokabeln diskutiert und wird doch in ihm jedwedes Sprechen entweder der eigenen Person oder des Mitmenschen als ein organon gesehen, dem die Funktion zukommt, zu lehren oder zu lernen oder die erlernten, im Gedächtnis konservierten Inhalte zu erinnern, ihnen im Gedächtnis des Menschen Gegenwart zu verleihen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Augustins Bildungsbegriff: Einordnung des vorliegenden Beitrags in die Landschaft der Augustinus-Forschung und zur methodischen Vorgehensweise im Horizont des problemgeschichtlichen Ansatzes: Dieses Kapitel verortet das augustinische Denken in der Bildungsgeschichte und führt in die methodische Vorgehensweise ein, um die Relevanz Augustins für moderne Bildungsansätze zu begründen.

2. Augustins Bildungsverständnis vor dem Hintergrund seiner Gotteskonzeption: Hier wird dargelegt, wie Augustinus seine Bildungsauffassung von seiner Abkehr vom Manichäismus und seiner spezifischen Gotteskonzeption her entwickelt, wobei Gott als Zentrum und Maß der Bildung fungiert.

3. Zu einer Kontinuität des Denkens über Bildung bei Augustinus, den Vertretern materialer und formaler Bildungstheorien und bei Klafki: Das Kapitel untersucht die Verbindung zwischen Augustins Denken und modernen Bildungstheorien sowie Klafkis Theorie der kategorialen Bildung, um aufzuzeigen, dass Augustinus grundlegende bildungstheoretische Fragen vorwegnimmt.

4. Zum Beitrag des frühen und späten Augustinus zur kritischen Diskussion um die Autonomie des Menschen und zu einer facettenreichen Reflexion auf Bildungskonzeptionen: Diese Analyse setzt sich mit der modernen Autonomiekritik auseinander und zeigt, wie der frühe Augustinus Autonomie und Heteronomie integriert, während der späte Augustinus eine radikale Heteronomisierung vertritt.

5. Systematische Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Kernergebnisse zur augustinischen Bildungslehre zusammen und reflektiert deren Bedeutung für aktuelle Debatten über Bildungskonzepte.

Schlüsselwörter

Augustinus, Bildungstheorie, Illumination, De magistro, kategoriale Bildung, Autonomie, Heteronomie, Gotteskonzeption, Klafki, Humboldt, Willensfreiheit, Gnadenlehre, christliche Erziehung, Selbsterkenntnis, Vernunft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Bildungsbegriff des heiligen Augustinus und dessen Bedeutung im Kontext der Geistesgeschichte sowie seine Verbindung zu modernen Bildungstheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die Gotteskonzeption Augustins, die Lehre von der Illumination, die Rolle des Lehrers, das Verhältnis von menschlicher Autonomie zu göttlicher Gnade sowie die Kontinuität zwischen antikem Denken und zeitgenössischer Didaktik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Bildungsbegriff Augustins als facettenreiche Alternative zu einseitigen modernen Bildungskonzepten zu präsentieren und dabei insbesondere die Verwobenheit von autonomem Streben und heteronomer Angewiesenheit aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einem problemgeschichtlichen Ansatz, der augustinische Schriften im Dialog mit modernen bildungstheoretischen Positionen (wie denen von Klafki oder Humboldt) analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Augustins Abkehr vom Manichäismus, seine Illuminationslehre, die Rolle Christi als Lehrer sowie die kritische Reflexion des modernen Autonomiebegriffs unter Rückgriff auf Augustinus ausführlich erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe wie Augustinus, Illumination, kategoriale Bildung, Autonomie, Heteronomie, Gnadenlehre und Vernunft bilden den theoretischen Kern der Untersuchung.

Welche Rolle spielt die Schrift "De magistro"?

Diese Schrift ist zentral für Augustins Verständnis der Rolle des menschlichen Lehrers, den er als bloßen Anreger definiert, da die wahre Belehrung nur durch den "inneren Lehrer" Christus erfolgen kann.

Wie bewertet der Autor Klafkis Theorie der kategorialen Bildung?

Der Autor zeigt auf, dass Klafkis Theorie wesentliche Ansätze des augustinischen Denkens aufgreift, diese jedoch in einen modernen Rahmen der kategorialen Bildung überführt, wobei die Gottesfrage bei Klafki weitgehend ausgeklammert bleibt.

Welche Bedeutung hat der Begriff der "Leiblichkeit" im Kontext der Autonomiekritik?

Die Leiblichkeit dient, insbesondere bei Meyer-Drawe und Nietzsche, als Argument gegen ein rein autonomes, vom Geist gesteuertes Selbstbild, da der Mensch stets in Situationen verstrickt ist, die sich seiner bewussten Steuerung entziehen.

Excerpt out of 127 pages  - scroll top

Details

Title
Illuminatio. Zur Entwicklung der Bildungstheorie des wahrhaften Lehrers im Werk des heiligen Augustinus
College
University of Duisburg-Essen  (Fakultät für Bildungswissenschaften - Institut für Pädagogik/Berufs- und Weiterbildung)
Grade
1,0
Author
Dr. phil. Andreas Christian Bär (Author)
Publication Year
2004
Pages
127
Catalog Number
V353194
ISBN (eBook)
9783668395626
ISBN (Book)
9783668395633
Language
German
Tags
Augustinus Bildung Erziehung Lehrer Erleuchtung Autonomie Didaktik Lehrerbildung Schüler Schülerbildung Religion Christentum Gott Illumination Theodizee Gnadenlehre Gottesstaat
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. phil. Andreas Christian Bär (Author), 2004, Illuminatio. Zur Entwicklung der Bildungstheorie des wahrhaften Lehrers im Werk des heiligen Augustinus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353194
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  127  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint