Diese Arbeit setzt sich mit der Bedeutung der Peergroup für Menschen mit leichten geistigen Behinderungen auseinander. Ebenso wird der Bezug zur emotionalen Entwicklung hergestellt. Es werden Unterschiede in der Bedeutsamkeit der Peergroup und im Verlauf der Entwicklung der Emotionalität von Jugendlichen mit und ohne geistige Behinderung aufgezeigt.
Zu Beginn sollen die Begrifflichkeiten „leichte geistige Behinderung“ und „Peergroup“ zum besseren Verständnis geklärt werden. Danach folgt die zeitliche Eingrenzung des Jugendalters. Im Anschluss wird der Verlauf der emotionalen Entwicklung in den drei Phasen der Kindheit und dann im Jugendalter zu erklären sein, um dann Bezug auf die Abweichungen in der Entwicklung bei Jugendlichen mit leichter geistiger Behinderung zu nehmen. Der darauffolgende Teil behandelt die Bedeutung der Peergroup. Hier stellt sich auch die Frage, ob es Unterschiede in der Bedeutung der Gleichaltrigengruppe für Jugendliche mit leichten geistigen Behinderungen gibt und wie sich diese zeigen. In diesen Punkten werden auch die Risikofaktoren einer Peergroup herausgearbeitet. Anschließend werden die Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesem Bereich erläutert. Um einen guten Überblick zu schaffen, wird zu Beginn jedes Kapitels kurz erwähnt, worauf als nächstes eingegangen wird.
Jugendliche verbringen ab einem gewissen Alter immer mehr Zeit mit ihren FreundInnen, die sie aus der Schule, aus dem Sportverein oder aus der Nachbarschaft kennen. Das Jugendalter ist der entscheidende Schritt ins Erwachsenenleben. Auch die Peergroup spielt in dieser Zeit eine große Rolle. Ebenso ist die Entwicklung der Emotionalität im Jugendalter sehr wichtig.
Doch das ist nicht nur bei normalentwickelten Heranwachsenden so. Auch Jugendliche mit leichten geistigen Behinderungen haben das Bedürfnis nach Freundschaften zu Gleichaltrigen und nach Zugehörigkeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1. geistige Behinderung
2.2. Peergroup
3. Einteilung und zeitliche Eingrenzung des Jugendalters
4. Verlauf der emotionalen Entwicklung
4.1. Verlauf im Säuglingsalter
4.2. Verlauf im Kindesalter
4.2.1. Verlauf in der frühen Kindheit
4.2.2. Verlauf in der mittleren und späten Kindheit
4.3. Verlauf im Jugendalter
4.4. Abweichungen bei Menschen mit leichten geistigen Behinderungen
5. Unterschiede in der Bedeutung der Peergroup im Jugendalter
5.1. allgemeine Bedeutung der Peergroup im Jugendalter
5.2. Bedeutung für Jugendliche mit leichten geistigen Behinderungen
5.3. Risikofaktoren einer Peergroup
6. Aufgaben der Sozialen Arbeit
7. Fazit und Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Peergroup für Jugendliche mit leichten geistigen Behinderungen unter besonderer Berücksichtigung der emotionalen Entwicklung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit sich die Funktion und Bedeutung der Gleichaltrigengruppe für diese Zielgruppe von der bei normalentwickelten Jugendlichen unterscheidet und welche Rolle die Soziale Arbeit in diesem Kontext spielt.
- Bedeutung der Peergroup im Jugendalter
- Verlauf der emotionalen Entwicklung bei Jugendlichen mit und ohne geistige Behinderung
- Herausforderungen und Risikofaktoren im Rahmen der Peergroup-Zugehörigkeit
- Aufgaben und Handlungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
- Inklusion und Teilhabe von Jugendlichen mit geistiger Beeinträchtigung
Auszug aus dem Buch
5.3. Risikofaktoren einer Peergroup
Die Peergroup hat viele positive Möglichkeiten, wie sie Jugendliche beeinflussen kann. Neben diesen positiven Faktoren gibt es jedoch auch negative. Berk (2011) nennt konkret Straftaten und Konsum von Drogen als große Risikofaktoren.
Mund (2007) nennt hier, dass in Freundesgruppen starker Druck ausgeübt werden kann. Gerade für jüngere Jugendliche oder Jugendliche, deren Selbstwertgefühl nicht sehr hoch ist, ist dies gefährlich. Auch kognitiv schwächere Heranwachsende sind gefährdeter. Sie sind dem Konformitätsdruck nicht gewachsen. Auch Gudjons (2012, S. 139) nennt Risikofaktoren in der Peergroup wie die Entstehung von Rivalitäten in der Gruppe, und die Ausgrenzung, wenn ein Jugendlicher nicht bereit ist, sich anzupassen. Dadurch können dann auch Lästereien und im schlimmsten Fall auch Mobbing entstehen. Gudjons nennt nicht nur die schlimmsten Aspekte, die eine Peergroup als Gefahr mit sich bringen kann, er nennt auch simplere Dinge wie das Verführen zum Rauchen oder zum Alkoholgenuss.
Für geistig behinderte Jugendliche ist dies ein entscheidender Aspekt. Die Teenager wollen dazugehören. Gerade Jugendliche mit leichten geistigen Behinderungen haben noch eher die Möglichkeit, sich normalentwickelten Jugendlichen anzuschließen. Um dann diesen Anschluss aufrechtzuerhalten begeben sie sich auch in Situationen, in denen dann z.B. Straftaten verübt werden. Die Ursachen dafür können zum einen das ebengenannte Dazu-gehören-wollen sein und zum anderen aber auch die Tatsache, dass kognitiv beeinträchtigte Jugendliche Risiken falsch abschätzen oder die Folgen nicht erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Freundschaften im Jugendalter dar und leitet zur Fragestellung über, wie sich die Peergroup-Bedeutung und emotionale Entwicklung bei Jugendlichen mit leichten geistigen Behinderungen verhalten.
2. Begriffsbestimmungen: Es werden die zentralen Begriffe „geistige Behinderung“ unter Bezugnahme auf Fachliteratur und WHO sowie der Begriff „Peergroup“ definiert und kontextualisiert.
3. Einteilung und zeitliche Eingrenzung des Jugendalters: Dieser Abschnitt definiert den Lebensabschnitt Jugendalter durch die Einteilung in verschiedene Entwicklungsstufen und Altersspannen bei Jungen und Mädchen.
4. Verlauf der emotionalen Entwicklung: Das Kapitel zeichnet die emotionale Entwicklung von der Kindheit bis zum Jugendalter nach und beleuchtet spezifische Abweichungen bei Menschen mit leichten geistigen Behinderungen.
5. Unterschiede in der Bedeutung der Peergroup im Jugendalter: Hier wird der Stellenwert der Gleichaltrigengruppe für die Entwicklung sozialer Kompetenzen analysiert und die Situation für Jugendliche mit geistiger Behinderung sowie potenzielle Risiken erörtert.
6. Aufgaben der Sozialen Arbeit: Das Kapitel benennt die Handlungsfelder und Aufgaben der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Jugendlichen mit Behinderungen im Kontext der Inklusion und Peergroup-Integration.
7. Fazit und Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse zum Einfluss der emotionalen Entwicklung auf die Peergroup und reflektiert die Rolle der Sozialen Arbeit.
Schlüsselwörter
Peergroup, Soziale Arbeit, leichte geistige Behinderung, emotionale Entwicklung, Jugendalter, Inklusion, Selbstwertgefühl, Identitätsbildung, Sozialkompetenz, Gleichaltrige, Risikofaktoren, Adoleszenz, Bindung, Konformitätsdruck, Teilhabe
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welche Rolle Peergruppen für das emotionale Wohlbefinden und die Entwicklung von Jugendlichen mit leichten geistigen Behinderungen spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Definition geistiger Behinderung, die Phasen der emotionalen Entwicklung, die Funktion von Freundesgruppen sowie die Herausforderungen bei der Integration in Peergroups.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Unterschiede in der Bedeutung der Peergroup für Jugendliche mit und ohne geistige Behinderung aufzuzeigen und die Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesem Prozess zu definieren.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auseinandersetzung mit entwicklungspsychologischen sowie sozialpädagogischen Fachdiskursen.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsklärungen, die zeitliche Einordnung des Jugendalters, den Verlauf der emotionalen Entwicklung und die Analyse der Peergroup-Dynamiken bei Jugendlichen mit und ohne Behinderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Peergroup, Inklusion, emotionale Entwicklung, soziale Kompetenz und Soziale Arbeit geprägt.
Wie unterscheidet sich die emotionale Entwicklung bei Jugendlichen mit leichten geistigen Behinderungen?
Obwohl die Phasen ähnlich verlaufen, kann die Entwicklung verlangsamt oder unvollständig sein; sie ist laut Autorin sehr individuell und sollte nicht mit kognitiven Defiziten gleichgesetzt werden.
Warum sind Jugendliche mit geistigen Behinderungen in Peergruppen besonderen Risiken ausgesetzt?
Aufgrund eines oft geringeren Selbstwertgefühls oder kognitiver Einschränkungen fällt es ihnen schwerer, Risiken korrekt abzuschätzen, wodurch sie sich zur Zugehörigkeit eher in gefährdende Situationen begeben.
- Citar trabajo
- Bianca Hutterer (Autor), 2016, Jugendliche mit geistiger Behinderung. Bedeutung der Peergroup für ihre emotionale Entwicklung und Unterschiede zu Jugendlichen ohne Behinderung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/353470