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Ein Vergleich der arbeitsmarktpolitischen Ausgabenentwicklungen in Deutschland, Großbritannien und Schweden

Pfadabhängigkeit oder Konvergenz?

Titre: Ein Vergleich der arbeitsmarktpolitischen Ausgabenentwicklungen in Deutschland, Großbritannien und Schweden

Élaboration , 2016 , 15 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Auteur)

Politique - Systèmes politiques en général et en comparaison
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Wohlfahrtsstaatlichkeit ist heutzutage ein zentrales Strukturmerkmal aller fortgeschrittenen Demokratien geworden. Eine ausgebaute Sozialpolitik zählt, zusammen mit einer demokratischen Verfassung und Marktwirtschaft, zu den wesentlichen Merkmalen der wirtschaftlich entwickelten westlichen Länder. Doch die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts grundlegend verändert. Vielfältige neue Herausforderungen und Problemlagen sind entstanden. Eine der größten dieser Herausforderungen dürfte die Globalisierung mit all ihren Wirkungen und Konsequenzen sein. Unter vielen Ökonomen herrscht Einigkeit darüber, dass die Globalisierung Staaten dazu zwinge, den Sozialstaat billiger zu machen.

Doch was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff Globalisierung? Dieser ist heute sowohl aus der Alltagssprache als auch aus dem wissenschaftlichen Diskurs nicht mehr wegzudenken. Genauso unterschiedlich wie dieser Begriff inhaltlich definiert wird, sind auch die Meinung darüber, welche genauen Auswirkungen die „fortschreitende Entgrenzung von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“ (Obinger et al. 2009: 33) auf die sozialen Sicherungssysteme der einzelnen Nationalstaaten hat. Von Wohlfahrtsstaatlichkeit als Voraussetzung für Marktöffnung bis zu einem „ruinösen sozialpolitischen Unterbietungswettbewerb“ (Obinger et al. 2009: 35) sind stark gegensätzliche Ansichten vertreten. Neben Globalisierungsprozessen werden auch weitere Faktoren herangezogen und diskutiert, wenn es darum geht, wohlfahrtsstaatlichen Wandel zu erklären. Selbst darüber, ob ein solcher Wandel überhaupt nachweisbar ist, teilen sich die Meinungen der wissenschaftlichen Gemeinde.

Diesem Diskurs soll sich diese Ausarbeitung anschließen, in dem sie überprüft, ob eine konvergente Entwicklung unterschiedlicher Wohlfahrtsstaaten, wie sie im weiteren Verlauf noch näher erklärt werden sollen, festgestellt werden kann. Globalisierung soll dabei als ein möglicherweise wichtiger Faktor behandelt werden, der Anspruch dieser Arbeit besteht allerdings nicht darin, einen empirischen Beweis für Globalisierung als Hauptkriterium für arbeitsmarktpolitischen Wandel zu bringen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Esping-Andersen: „The Three Worlds of Welfare Capitalism“

3. Globalisierung: Wirkung und Meinungen

4. Empirie

5. Fazit: Konvergenz oder anhaltende: Pfadabhängigkeit?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Druck durch die fortschreitende Globalisierung zu einer konvergenten Entwicklung der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland, Großbritannien und Schweden geführt hat oder ob die Länder weiterhin ihren jeweiligen Wohlfahrtsregimen entsprechend pfadabhängig agieren.

  • Analyse der Wohlfahrtsstaatstypen nach Gøsta Esping-Andersen
  • Untersuchung der Effekte wirtschaftlicher Globalisierung auf nationale Sozialsysteme
  • Diskussion der Effizienzthese im Kontext des sozialpolitischen Wettbewerbs
  • Empirischer Vergleich von Ausgaben für passive Arbeitsmarktpolitik
  • Vergleich der Nettolohnersatzraten bei Arbeitslosigkeit als Indikator für Rekommodifizierung

Auszug aus dem Buch

2. Esping-Andersen: „The Three Worlds of Welfare Capitalism“

In seiner wegweisenden Studie erklär Gøsta Esping-Andersen die Entstehung unterschiedlicher Wohlfahrtsstaatstypen anhand von Machtressourcen unterschiedlicher sozialer und ökonomischer Gruppen (Ostheim/Schmidt 2007: 42). Wie andere Wohlfahrtsstaatsforscher vertritt Esping-Andersen die Ansicht, dass die Höhe von Sozialausgaben als einziger Indikator für die Ausprägung von Wohlfahrtsstaatlichkeit unzureichend ist. Stattdessen schlägt er in seinem Werk zunächst drei Kriterien vor: Dekommodifizierung, Stratifizierung und das Verhältnis zwischen Markt, Staat und Familie.

Hinter dem Begriff Dekommodifizierung verbergen sich Leistungen seitens des Staates, die den Bürger von der Abhängigkeit vom Markt befreien. Durch sie entsteht also das Ende der menschlichen Arbeitskraft als Ware bzw. Produktionsfaktor durch die Einführung moderner sozialer Menschenrechte (Esping-Andersen 1990: 21-22). In einem Staat mit einem hohen Dekommodifizierungsgrad können Staatsbürger „freely, and without potential loss of job, income or general welfare, opt out of work when they themselves consider it necessary“ (Esping-Andersen 1990: 23).

Unter dem Begriff Stratifizierung ist zu verstehen, in welchem Umfang staatliche Sozialpolitik Ungleichheiten innerhalb einer Gesellschaft beseitigt oder auch fördert. Laut Esping-Andersen ist lange Zeit davon ausgegangen, dass Wohlfahrtsstaaten egalitäre Gesellschaften schaffen. Seiner Meinung nach fördert unterschiedliche Sozialpolitik hingegen verschiedene Systeme von Stratifizierung. So ist der Wohlfahrtsstaat keineswegs ein Instrument zur Beseitigung von Ungleichheitsstrukturen, sondern stellt selbst ein System der Stratifizierung dar, indem er soziale Beziehungsmuster ordnet (Esping-Andersen 1990: 23).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Wohlfahrtsstaats ein und formuliert die Forschungsfrage, ob eine konvergente Entwicklung der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland, Großbritannien und Schweden im Zuge der Globalisierung nachweisbar ist.

2. Esping-Andersen: „The Three Worlds of Welfare Capitalism“: Das Kapitel erläutert die Typologie von Gøsta Esping-Andersen, insbesondere die Konzepte der Dekommodifizierung und Stratifizierung, welche als theoretische Basis für die Einordnung der drei betrachteten Länder dienen.

3. Globalisierung: Wirkung und Meinungen: Hier werden zentrale theoretische Positionen zum Einfluss der Globalisierung auf nationale Sozialpolitiken, insbesondere die Effizienz- und die Kompensationsthese, gegenübergestellt.

4. Empirie: Dieses Kapitel prüft die Hypothese eines „Race to the Bottom“ durch die Auswertung von Daten zu Ausgaben für passive Arbeitsmarktpolitik und Nettolohnersatzraten in den drei Untersuchungsländern.

5. Fazit: Konvergenz oder anhaltende: Pfadabhängigkeit?: Das Fazit resümiert die Ergebnisse der empirischen Analyse und diskutiert die Grenzen der Aussagekraft bezüglich einer konvergenten Entwicklung der sozialen Sicherungssysteme.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsstaat, Globalisierung, Arbeitsmarktpolitik, Dekommodifizierung, Stratifizierung, Konvergenz, Pfadabhängigkeit, Effizienzthese, Kompensationsthese, Sozialpolitik, Soziale Sicherung, Race to the Bottom, Arbeitslosigkeit, Lohnersatzraten, Wohlfahrtsregime

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Einfluss der wirtschaftlichen Globalisierung auf die Arbeitsmarktpolitik und prüft, ob die Sozialsysteme verschiedener Länder (Deutschland, Großbritannien, Schweden) im Zeitverlauf konvergieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die Wohlfahrtsstaatstypologien nach Esping-Andersen, die Wirkung von Globalisierungsprozessen auf den Sozialstaat und die empirische Überprüfung von Reformtendenzen in der Arbeitsmarktpolitik.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, zu überprüfen, ob sich unterschiedliche Wohlfahrtsstaaten unter Globalisierungsdruck in Richtung eines einheitlichen, residualen Modells entwickeln oder ob nationale Pfade beibehalten werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden Ansatz (Fallauswahl) und stützt sich auf quantitative Daten (OECD, Comparative Welfare Entitlements Dataset), um Ausgabenentwicklungen und Nettolohnersatzraten zu analysieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Wohlfahrtsregime, die Diskussion der Effizienz- und Kompensationsthesen sowie die empirische Datenanalyse anhand von Indikatoren wie Lohnersatzraten und Ausgaben für passive Arbeitsmarktpolitik.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dekommodifizierung, Stratifizierung, Race to the Bottom und Konvergenz bestimmt.

Warum wurden gerade Deutschland, Großbritannien und Schweden für den Vergleich gewählt?

Diese Länder wurden gewählt, weil sie nach Esping-Andersen unterschiedliche Wohlfahrtsregime (konservativ, liberal, sozialdemokratisch) repräsentieren und somit eine ideale Basis für einen Vergleich unterschiedlicher Entwicklungswege bieten.

Was besagt die Effizienzthese, auf die sich der Autor stützt?

Die Effizienzthese postuliert, dass Staaten aufgrund von Standortkonkurrenz durch die Globalisierung gezwungen sind, Sozialstandards zu senken, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten, was zu einem „Race to the Bottom“ führt.

Welche Rolle spielt die „Rekommodifizierung“ in der Argumentation?

Der Begriff steht für den Abbau staatlicher Leistungen, wodurch Arbeitnehmer wieder stärker den Marktmechanismen und dem Druck des Arbeitsmarktes ausgesetzt werden, was als Indikator für eine Abkehr von hohen Dekommodifizierungsgraden dient.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Konvergenz?

Das Fazit bleibt vorsichtig: Während manche Daten auf eine Annäherung hindeuten, kann nicht abschließend geklärt werden, ob die Globalisierung die alleinige Ursache für diese Entwicklungen ist, da auch andere Faktoren wie sozioökonomischer Wandel eine Rolle spielen.

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Résumé des informations

Titre
Ein Vergleich der arbeitsmarktpolitischen Ausgabenentwicklungen in Deutschland, Großbritannien und Schweden
Sous-titre
Pfadabhängigkeit oder Konvergenz?
Université
University of Bremen
Note
1,3
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2016
Pages
15
N° de catalogue
V354223
ISBN (ebook)
9783668403604
ISBN (Livre)
9783668403611
Langue
allemand
mots-clé
vergleich ausgabenentwicklungen deutschland großbritannien schweden pfadabhängigkeit konvergenz
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2016, Ein Vergleich der arbeitsmarktpolitischen Ausgabenentwicklungen in Deutschland, Großbritannien und Schweden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/354223
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Extrait de  15  pages
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