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Ausländische Schüler an Förderschulen. Werden ausländische Kinder im deutschen Bildungssystem benachteiligt?

Title: Ausländische Schüler an Förderschulen. Werden ausländische Kinder im deutschen Bildungssystem benachteiligt?

Term Paper , 2016 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anonym (Author)

Sociology - Miscellaneous
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Gomolla & Radtke (2000) haben festgestellt, dass ausländische Schüler häufig aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse auf Sonderschulen überwiesen werden.
Ob diese Praxis mit den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur sonderpädagogischen Förderung in den Schulen in der Bundesrepublik Deutschland vereinbar ist, darf zumindest bezweifelt werden.
Darüber hinaus kann faktisch kein Beleg dafür gefunden werden, dass Sonderschulen besondere Kompetenzen in der Vermittlung von (Fremd-)Sprachen und der Anwendung von Didaktik besitzen, die zur Überwindung von Problemlagen nichtdeutscher Jugendlicher beitragen.
Insofern verunmöglicht die Überweisung ausländischer Kinder an Sonderschulen aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse ihnen eine normale Bildungskarriere, ohne den mangelnden Deutschkenntnissen Abhilfe schaffen zu können.

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Inhaltsverzeichnis

1 Flüchtlingsstrom als Herausforderung

2 Definition von Förderschule

3 Entwicklung und Aufgaben von Förderschulen

3.1 Entwicklungsgeschichte von Förderschulen

3.2 Aufgaben von Förderschulen

3.3 Förderansatz und Methoden von Förderschulen

4 Daten zum Besuch von Förderschulen

4.1 Übliches Verfahren bei der Überweisung an Förderschulen

4.2 Ausländeranteil an Förderschulen

4.3 Über- und Unterrepräsentation ausländischer Schüler an Förderschulen

4.3.1 Daten zum Ausländeranteil nach Bundesland

4.3.2 Daten zum Ausländeranteil nach Nationalität und Geschlecht

4.4 Bildungsabschlüsse von Förderschülern

5 Benachteiligung ausländischer Schüler in Förderschulen

5.1 Überweisung an Förderschulen aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die Überweisung ausländischer Schüler an Förderschulen primär aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse erfolgt und ob dies als Indikator für eine strukturelle Benachteiligung im deutschen Bildungssystem gewertet werden kann.

  • Herausforderungen durch den Flüchtlingszustrom
  • Entwicklung und Förderansätze des Sonderschulwesens
  • Statistische Analyse zur Repräsentation ausländischer Schüler
  • Zusammenhang zwischen Sprachdefiziten und Förderschulüberweisungen
  • Langfristige bildungsbiografische Konsequenzen für betroffene Kinder

Auszug aus dem Buch

5.1 Überweisung aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse

„Gomolla & Radtke (2000) haben festgestellt, dass ausländische Schüler häufig aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse auf Sonderschulen überwiesen werden“ (Diefenbach 2010, S. 71). Dies hat jedoch nicht immer etwas mit einer geringeren intellektuellen Begabung zu tun (Siegert, S. 29). Dass ausländische Schüler nur schlecht deutsch können ist nicht verwunderlich, aber nicht unbedingt verbunden mit einer Lernbehinderung oder der gleichen.

Ob diese Praxis mit den Empfehlungen der Kultusministerkonferenz zur sonderpädagogischen Förderung in den Schulen in der Bundesrepublik Deutschland vereinbar ist, darf zumindest bezweifelt werden (Diefenbach, S. 71). Denn mangelnde Deutschkenntnisse könnten allenfalls in den Bereich 'Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit' fallen. Da es in der KMK-Empfehlung aber keine weiteren Ausführungen zur Annahme des sonderpädagogischen Förderbedarfs gibt, bleibt es fraglich, ob aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse ein sonderpädagogischer Förderbedarf überhaupt vorliegt, der zu einer Überstellung an eine Förderschule berechtigt. Dementsprechend müssen auch die sonderpädagogischen Gutachten bezüglich der Überweisung ausländischer Schüler in Frage gestellt werden.

Laut Siegert gibt es Anzeichen, dass die verstärkte Überstellung von nichtdeutschen Schülern mit dem Bestreben der Schulen begründet werden kann, hinsichtlich Leistung und Alter der Schüler möglichst homogene Klassen zu schaffen, in die ausländische Schüler mit mangelhaften Deutschkenntnissen jedoch nur schwierig integriert werden können (Siegert, S.29).

Der Grund der Überweisung liegt also häufig in diesem Bestreben der Schulen und nicht in der geringeren Begabung ausländischer Schüler.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Flüchtlingsstrom als Herausforderung: Das Kapitel thematisiert die aktuelle Herausforderung durch den Zuzug von Flüchtlingskindern und weist auf die Korrelation zwischen Sprachbarrieren und der Zuweisung zu Sonderschulen hin.

2 Definition von Förderschule: Hier werden die Begrifflichkeiten und die offiziellen Kriterien für sonderpädagogischen Förderbedarf gemäß der Kultusministerkonferenz dargelegt.

3 Entwicklung und Aufgaben von Förderschulen: Dieses Kapitel skizziert die historische Genese der Sonderbeschulung und erläutert die pädagogischen Zielsetzungen sowie die methodischen Ansätze, insbesondere beim Schwerpunkt Lernen.

4 Daten zum Besuch von Förderschulen: Es erfolgt eine detaillierte statistische Aufarbeitung der Förderschulbesuche, inklusive der Analyse von Über- und Unterrepräsentationen nach Herkunft und Bundesländern.

5 Benachteiligung ausländischer Schüler in Förderschulen: Das Kapitel kritisiert die Praxis der Überweisung aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse und hinterfragt die Legitimität dieser bildungspolitischen Entscheidungen.

6 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das System die ausländischen Schüler benachteiligt, indem es Sprachdefizite mit Förderbedarf verwechselt und somit Bildungschancen nachhaltig einschränkt.

Schlüsselwörter

Förderschule, Sonderpädagogischer Förderbedarf, Ausländische Schüler, Bildungsbenachteiligung, Sprachkenntnisse, Integration, Lernbehinderung, Schulsystem, Überrepräsentation, Bildungskarriere, Migrationshintergrund, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch, wie das deutsche Förderschulsystem mit ausländischen Schülern umgeht, die aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse statt aufgrund tatsächlicher Lernbehinderungen an Förderschulen überwiesen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Sonderschulwesens, der statistischen Auswertung von Schülerzahlen mit Migrationshintergrund an Förderschulen und der bildungssoziologischen Kritik an der aktuellen Überweisungspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Überweisung an Förderschulen häufig als Instrument zur Herstellung homogener Klassen dient und nicht dem tatsächlichen sonderpädagogischen Bedarf der Kinder entspricht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine deskriptive Auswertung von Statistiken (Statistisches Bundesamt) und Sekundärliteratur (KMK-Empfehlungen, Forschungsberichte), um die Diskrepanz zwischen Förderbedarf und Überweisungspraxis zu belegen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Förderschulen, der historischen Entwicklung, den statistischen Daten zur Überrepräsentation und der Analyse, warum Sprachmängel oft fälschlicherweise als Lernbehinderung diagnostiziert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Förderschule, Bildungsbenachteiligung, Integration, sonderpädagogischer Förderbedarf und Migrationshintergrund.

Welche Rolle spielt das Bundesland bei der Überweisung?

Die Daten zeigen, dass es signifikante Unterschiede in der Repräsentation ausländischer Schüler gibt, wobei insbesondere westdeutsche Bundesländer eine stärkere Überrepräsentation aufweisen als ostdeutsche.

Warum ist das Ergebnis für die Zukunft problematisch?

Da der Besuch einer Förderschule den Ausstieg aus einer normalen Bildungskarriere bedeutet und oft keinen Hauptschulabschluss ermöglicht, haben die betroffenen Schüler, insbesondere junge Flüchtlinge, schlechtere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.

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Details

Title
Ausländische Schüler an Förderschulen. Werden ausländische Kinder im deutschen Bildungssystem benachteiligt?
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Course
Jugendsoziologie: Migration und Bildung
Grade
2,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2016
Pages
13
Catalog Number
V356110
ISBN (eBook)
9783668419391
ISBN (Book)
9783668419407
Language
German
Tags
überweisung schüler förderschulen deutschkenntnisse indikator benachteiligung kinder bildungssystem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2016, Ausländische Schüler an Förderschulen. Werden ausländische Kinder im deutschen Bildungssystem benachteiligt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/356110
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