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Thomas Hobbes und die politische Strömung des Realismus. Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Titre: Thomas Hobbes und die politische Strömung des Realismus. Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Dossier / Travail , 2017 , 20 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Julia Engels (Auteur)

Politique - Méthodes, Recherche
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In dieser Hausarbeit soll untersucht werden, in welchem Maß das Menschenbild von Thomas Hobbes für die politische Strömung des Realismus prägend war. Um die besondere Bedeutung von Hobbes' Menschenbild in Bezug auf den Realismus zu erklären, geht die Arbeit zunächst auf den Naturzustand nach den Vorstellungen von Hobbes ein, um anschließend auf die Konzeption des fiktiven Staatskörpers "Leviathan" einzugehen, wobei vorwiegend die Funktionalität des Staates betont werden soll. Danach beschäftigt sich die Arbeit mit den Eigenschaften der politischen Strömung des Realismus.

Die zentrale Fragestellung lautet dabei: Warum ist besonders der "Leviathan" für die Entstehung des Realismus der Internationalen Beziehungen so bedeutend, beziehungsweise: in welcher Hinsicht zeichnet Hobbes idealtypisch den Prozess einer Ordnungskonstruktion und welche Implikationen ergeben sich daraus für die Theorie des politischen Realismus?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Fragestellung

2. Der Naturzustand und das Menschenbild nach der Vorstellung von Thomas Hobbes

2.1. Der Naturzustand als Gefangenendilemma

2.2. Die Konzeption des fiktiven Staatskörpers "Leviathan"

3. Die Eigenschaften der politischen Strömung Realismus

3.1. Der Naturzustand im realistischen Ansatz

3.2. Das Sicherheitsdilemma

4. Die Rolle des Realismus in den Internationalen Beziehungen aus heutiger Sicht

5. Politische Unordnung und Ordnung bei Hobbes und im Internationalen Realismus

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht, inwieweit das Menschenbild von Thomas Hobbes als grundlegende Legitimationsfigur für die politische Strömung des Realismus in den Internationalen Beziehungen fungierte, und analysiert dabei die Übertragbarkeit seiner Konzepte wie den Naturzustand und das Sicherheitsdilemma auf die heutige Weltordnung.

  • Das Menschenbild von Thomas Hobbes im Kontext des Naturzustandes.
  • Die spieltheoretische Analyse des Naturzustandes als Gefangenendilemma.
  • Die Funktion des Staates und des Souveräns im Werk "Leviathan".
  • Der Realismus als Denkschule in den Internationalen Beziehungen.
  • Die Relevanz des Sicherheitsdilemmas für moderne zwischenstaatliche Beziehungen.

Auszug aus dem Buch

2.1. Der Naturzustand als Gefangenendilemma

Ob sich das Gefangenendilemma mit Hobbes´ Naturzustand assoziieren lässt, ist in der Vergangenheit öfters kontrovers diskutiert worden (vgl. Hüttemann 2004: 29). Jedenfalls sind eindeutige Parallelen zu Hobbes erkennbar, weshalb dieses Gedankenexperiment nennenswert ist. Der Naturzustand geht einher mit einem Gefangendilemma. Das Gefangendilemma ist wie der Naturzustand ein rechtsfreier Raum. Es wird bei einer großen Bandbreite soziologischer und ökonomischer Fragestellungen angeführt. In der Ökonomie soll mit dem einfachen spieltheoretischen Modell des Gefangenendilemmas die Annahme, dass egoistisches und selbstsüchtiges Verhalten gleichzeitig zum Besten aller ist, widerlegt werden. Dieses Szenario heißt Gefangenendilemma, weil es -zurückgehend auf ein Forschungsprojekt des US- amerikanischen Mathematikers Albert William Tucker aus dem Jahre 1950- zumeist am Beispiel zweier Gefangener erklärt wird (vgl. Tucker 1950: 228).

Das Beispiel geht (vereinfacht) so: Häftling A und B, die sich vorher nicht absprechen konnten, stehen vor folgender Entscheidung: Gesteht einer, kommt er als Kronzeuge frei, der andere bekommt sieben Jahre Gefängnis. Gestehen beide, bekommt jeder vier Jahre, leugnen beide, nur ein Jahr. Der ausschließlich auf Eigennutz fixierte homo oeconomicus in Gestalt von Häftling A kalkuliert: B gesteht: gestehe ich auch, bekomme ich vier Jahre, leugne ich, bekomme ich sieben Jahre; B leugnet: gestehe ich, komme ich frei, leugne ich, bekomme ich ein Jahr. In beiden Fällen würde sich A mit einem Geständnis besser stehen. Da aber auch B die gleichen nur auf den eigenen Vorteil bedachten Überlegungen anstellen wird, werden beide Häftlinge sich für ein Geständnis entscheiden, so dass beide vier Jahre bekommen werden. Hätten beide geleugnet, wären sie mit nur einem Jahr Gefängnis viel besser gefahren. Dieses Dilemma versinnbildlicht den rational kühlen homo oeconomicus im Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Fragestellung: Die Autorin legt das Ziel dar, den Einfluss von Hobbes’ Menschenbild auf den Realismus zu untersuchen und hinterfragt die Bedeutung des "Leviathans" für die Theoriebildung.

2. Der Naturzustand und das Menschenbild nach der Vorstellung von Thomas Hobbes: Das Kapitel charakterisiert den Naturzustand als durch Konkurrenz, Misstrauen und Ruhmsucht geprägten "Krieg aller gegen alle" und erläutert die Notwendigkeit des Gesellschaftsvertrags.

2.1. Der Naturzustand als Gefangenendilemma: Hier wird der Naturzustand mit spieltheoretischen Modellen verknüpft, um zu verdeutlichen, wie rationales, egoistisches Handeln kollektiv suboptimale Ergebnisse erzwingt.

2.2. Die Konzeption des fiktiven Staatskörpers "Leviathan": Dieses Kapitel beschreibt die Machtübertragung an einen absoluten Souverän als notwendiges Mittel zur Friedenssicherung und Einhaltung des Gesellschaftsvertrags.

3. Die Eigenschaften der politischen Strömung Realismus: Die ideengeschichtlichen Wurzeln des Realismus werden analysiert, wobei dieser als Kontrastbewegung zum liberalen Fortschrittsoptimismus dargestellt wird.

3.1. Der Naturzustand im realistischen Ansatz: Die anarchische Struktur des internationalen Systems wird hier mit Hobbes’ Naturzustand gleichgesetzt, in dem Staaten als Hauptakteure um Macht konkurrieren.

3.2. Das Sicherheitsdilemma: Das Kapitel erklärt das Selbsthilfeprinzip und die daraus resultierende Spirale aus Aufrüstung und Unsicherheit zwischen den Staaten.

4. Die Rolle des Realismus in den Internationalen Beziehungen aus heutiger Sicht: Es wird analysiert, warum das auf nationaler Ebene funktionierende Gewaltmonopol auf globaler Ebene nicht umsetzbar ist und welche Rolle die Machtmaximierung heute spielt.

5. Politische Unordnung und Ordnung bei Hobbes und im Internationalen Realismus: Das Kapitel vergleicht die unterschiedlichen Ebenen von Ordnung und kommt zum Schluss, dass eine weltumfassende Ordnung nach dem Vorbild Hobbes’ unrealistisch bleibt.

6. Fazit: Die Autorin resümiert, dass Hobbes trotz der Vereinfachungen seines Modells eine zeitlos relevante Bezugsquelle für realistische außenpolitische Analysen bleibt.

7. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Realismus, Internationalen Beziehungen, Naturzustand, Gefangenendilemma, Sicherheitsdilemma, Machtmaximierung, Souverän, Anarchie, Gesellschaftsvertrag, Außenpolitik, Staatenwelt, Selbsthilfeprinzip, politische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die politische Philosophie von Thomas Hobbes, insbesondere sein Menschenbild und die Theorie des "Leviathans", das Fundament für die realistische Denkschule in den Internationalen Beziehungen bildet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernbereichen gehören der Hobbessche Naturzustand, das Konzept des Gefangenendilemmas, die Rolle staatlicher Machtkonzentration sowie die Übertragung dieser Konzepte auf das anarchische System der Internationalen Beziehungen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die ideengeschichtliche Verbindung zwischen Hobbes’ Ordnungsvorstellungen und dem politischen Realismus zu ergründen sowie die Anwendbarkeit seiner Konzepte auf moderne Sicherheitsfragen zu prüfen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die zentrale Begriffe der politischen Philosophie mit spieltheoretischen Modellen und politikwissenschaftlichen Theorien verknüpft, um Parallelen zwischen nationaler und internationaler Ordnung aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hobbes’ Menschenbild, die theoretische Ableitung des Realismus, die Analyse anarchischer Strukturen in den Internationalen Beziehungen und das daraus resultierende Sicherheitsdilemma.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hobbes, Realismus, Anarchie, Sicherheitsdilemma, Souveränität, Machtmaximierung und Gesellschaftsvertrag beschreiben.

Warum spielt das Gefangenendilemma eine Rolle für das Verständnis von Hobbes?

Das Gefangenendilemma dient als abstraktes Modell, um zu verdeutlichen, warum rationales, eigennütziges Handeln im Naturzustand ohne eine übergeordnete Instanz zu einem für alle schädlichen Ergebnis führt – eine Situation, die Hobbes als Ausgangspunkt für die Staatsgründung wählt.

Inwiefern sehen Realisten eine Verbindung zwischen Hobbes und modernen Staaten?

Realisten übertragen Hobbes’ pessimistische Sichtweise auf das globale System: Da es keine "Weltregierung" gibt, befinden sich Staaten in einer permanenten anarchischen Konkurrenzsituation, in der Sicherheit nur durch eigene Macht und militärische Stärke garantiert werden kann.

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Résumé des informations

Titre
Thomas Hobbes und die politische Strömung des Realismus. Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Université
RWTH Aachen University  (Institut für Politische Wissenschaft der RWTH Aachen)
Cours
Theorien internationaler Ordnung und Unordnung
Note
1,3
Auteur
Julia Engels (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
20
N° de catalogue
V359185
ISBN (ebook)
9783668440074
ISBN (Livre)
9783668440081
Langue
allemand
mots-clé
thomas hobbes strömung realismus gemeinsamkeiten unterschiede
Sécurité des produits
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Citation du texte
Julia Engels (Auteur), 2017, Thomas Hobbes und die politische Strömung des Realismus. Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/359185
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Extrait de  20  pages
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