Das Ziel dieser Arbeit ist, den Staatsbürgerkundeunterricht anhand der Grundsätze handlungsorientierten Unterrichts zu untersuchen. Die zugrundeliegende Frage ist, inwieweit die Handlungsorientierung im Staatsbürgerkundeunterricht stattfand.
Dafür wird im zweiten Kapitel dieser Arbeit die Handlungsorientierung thematisiert. Zunächst wird auf das Bildungsziel eingegangen, da es ein wichtiger Bezugspunkt für die Handlungsorientierung ist. Die Darstellung der Handlungsorientierung und des handlungsorientierten Unterrichts erfolgt abschließend.
Die politische Bildung in der DDR ist das Thema im dritten Kapitel. Um einen umfassenden Überblick zu erhalten, wird zunächst auf die Entwicklung der politischen Bildung der DDR eingegangen. Im Anschluss folgt die Darstellung des Ziels der politischen Bildung und des Faches Staatsbürgerkunde. Diese bildet die Grundlage für das weitere Vorgehen.
Im vierten Kapital findet die Analyse hinsichtlich der Handlungsorientierung und des handlungsorientierten Unterrichts statt.
In der abschließenden Schlussbetrachtung werden die wichtigsten Punkte zusammengefasst noch einmal hervorgehoben und das Ergebnis präsentiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Handlungsorientierung in der politischen Bildung
2.1 Ziel der politischen Bildung
2.2 Handlungsorientierung und handlungsorientierter Unterricht
3 Politische Bildung in der DDR
3.1 Entwicklung der staatsbürgerlichen Erziehung
3.2 Ziel der staatsbürgerlichen Erziehung und Bildung
3.3 Staatsbürgerkunde als Schlüsselelement der staatsbürgerlichen Erziehung und Bildung
4 Analyse des Staatsbürgerkundeunterrichtes hinsichtlich der Handlungsorientierung
5. Schlussbetrachtung
6. Anhang
6.1. Sieben Grundüberzeugungen für die staatsbürgerliche Erziehung
6.2 10 Gebote:
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der vorliegenden Hausarbeit ist es, den Staatsbürgerkundeunterricht in der DDR anhand der didaktischen Grundsätze handlungsorientierten Unterrichts zu untersuchen, um zu klären, inwieweit Handlungsorientierung in diesem Fach Anwendung fand.
- Didaktische Prinzipien der Handlungsorientierung
- Struktur und Zielsetzungen der politischen Bildung in der DDR
- Die Rolle des Fachs Staatsbürgerkunde
- Analyse der Unterrichtspraxis hinsichtlich Ganzheitlichkeit, Offenheit, Produkt- und Interessenorientierung sowie Schüleraktivierung
Auszug aus dem Buch
3.3 Staatsbürgerkunde als Schlüsselelement der staatsbürgerlichen Erziehung und Bildung
Für die Erziehung zur sozialistischen Persönlichkeit war nicht allein die staatsbürgerliche Erziehung zuständig. Für die Fähigkeiten und die Moral waren auch die Kollektiv- und Arbeitserziehung, die Erziehung zu bewusster Disziplin und die polytechnische Bildung verantwortlich. Die SED war der Ansicht, dass nur im Kollektiv alle Fähigkeiten einer sozialistischen Persönlichkeit entwickelt werden können. Die Arbeitserziehung beinhaltete den Erwerb einer sozialistischen Arbeitseinstellung. Die zu Erziehenden sollten die körperlich und geistige Arbeit lieben und die Arbeiterklasse wertschätzen. Die Erziehung zu bewusster Disziplin sollte die jungen Menschen dazu befähigen, ihr Verhalten entsprechend den sozialistischen Normen und Werten selbstständig und verantwortungsbewusst zu steuern. Die polytechnische Bildung sollte zudem die Verbindung von Theorie und Praxis herstellen und den Schülern einen Einblick in die Berufs- und Arbeitswelt geben. Diese unterschiedlichen Richtungen der Erziehung fanden sowohl in der Schule als auch außerhalb der Schule statt.
Außerhalb der Schule waren die Pionierorganisationen, die Freie Deutsche Jugend (FDJ) und der polytechnische Unterricht für die Realisierung der Erziehung zuständig. In den Pionierorganisationen gingen die Schüler von der ersten bis zur siebten Klasse. Anschließend konnten sie nach einer Aufnahmeprüfung in die FDJ eintreten. Der polytechnische Unterricht fand in den öffentlichen Betrieben statt.
In der Schule war die sozialistische Erziehung in allen Fächern eine zentrale Aufgabe. So beinhalteten die Texte in Deutsch, die Lieder in Musik sowie die Textaufgaben in Mathe und in den Naturwissenschaften politisch-ideologische Elemente. Besondere Rollen hatten auch das Fach Geschichte und der eingeführte Wehrunterricht. Der Geschichtsunterricht thematisierte Geschichte aus Sicht der unterdrückten Klasse mit dem Feindbild der herrschenden Klasse. Im Wehrunterricht mussten Fragen der sozialistischen Landesverteidigung beantwortet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert das Thema der politischen Bildung in der DDR und definiert die Zielsetzung der Arbeit, den Staatsbürgerkundeunterricht auf Handlungsorientierung zu analysieren.
2 Handlungsorientierung in der politischen Bildung: Dieses Kapitel definiert Handlungsorientierung als didaktisches Prinzip und erläutert dessen fünf zentrale Grundsätze: Ganzheitlichkeit, Offenheit, Produkt- und Interessenorientierung sowie Schüleraktivierung.
3 Politische Bildung in der DDR: Das Kapitel bietet einen Überblick über die historische Entwicklung der staatsbürgerlichen Erziehung und beleuchtet die ideologische Rolle sowie die inhaltlichen Schwerpunkte der Staatsbürgerkunde.
4 Analyse des Staatsbürgerkundeunterrichtes hinsichtlich der Handlungsorientierung: In diesem Kapitel wird der Staatsbürgerkundeunterricht kritisch anhand der in Kapitel 2 erläuterten fünf Grundsätze auf Merkmale der Handlungsorientierung untersucht.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass eine echte Handlungsorientierung im Staatsbürgerkundeunterricht aufgrund der ideologischen Vorgaben und der Lehrerzentrierung weitgehend fehlte.
6. Anhang: Der Anhang enthält ergänzende Materialien, darunter die sieben Grundüberzeugungen der staatsbürgerlichen Erziehung und die zehn Gebote für die sozialistische Erziehung.
Schlüsselwörter
DDR, Politische Bildung, Staatsbürgerkunde, Handlungsorientierung, Sozialistische Erziehung, SED, Didaktik, Politikunterricht, Sozialistische Persönlichkeit, Marxismus-Leninismus, Ideologie, Unterrichtsmethodik, Schulerziehung, Staatsbürgerliche Erziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der politischen Bildung in der DDR und untersucht speziell das Schulfach Staatsbürgerkunde im Hinblick auf das didaktische Prinzip der Handlungsorientierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die didaktischen Grundlagen der Handlungsorientierung, die historische Entwicklung der staatsbürgerlichen Erziehung in der DDR sowie die Analyse des Staatsbürgerkundeunterrichts auf basis von Dokumentenmaterial.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu untersuchen, inwieweit die Grundsätze eines handlungsorientierten Unterrichts im Staatsbürgerkundeunterricht der DDR umgesetzt wurden oder ob das Fach aufgrund ideologischer Anforderungen konträr dazu stand.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literatur- und Dokumentenanalyse. Grundlage bilden unter anderem Stundenplanungen, Aufzeichnungen von Unterrichtseinheiten und Interviews mit ehemaligen Schülern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Begriffs Handlungsorientierung, die historische Einordnung der politischen Bildung in der DDR und die anschließende Analyse der Unterrichtspraxis in der Staatsbürgerkunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie DDR, Politische Bildung, Staatsbürgerkunde, Handlungsorientierung und Sozialistische Erziehung definiert.
Inwiefern beeinflusste die SED den Unterricht?
Die SED nutzte das Bildungssystem als Instrument zur Durchsetzung ihres Herrschaftsanspruchs. Dies führte zu einer starken Lehrerzentrierung und ideologischen Bindung, die dem offenen, schüleraktiven Ansatz der Handlungsorientierung widersprach.
Warum wird im Fazit von einer "gespaltenen Persönlichkeit" gesprochen?
Der Autor argumentiert, dass die intensive ideologische Überzeugungsarbeit oft nicht zur erhofften Identifikation mit dem Staat führte, sondern Jugendliche dazu brachte, nach außen den Schein zu wahren, während sie ihre eigene Meinung verbargen.
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- Bachelor of Science Stefanie Pentz (Author), 2017, Handlungsorientierung in der politischen Bildung der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367562