Möchten wir wissen, auf welchen Ursachen räumliche Repräsentationen in kognitiven Prozessen basieren, so gilt es Beobachtungen bezüglich der Strukturen des physischen Raumes vorzunehmen. Hierbei liefert die Navigation, mit ihrer Kernfrage, wie ich mich, ob nun zu Land, zu Wasser oder zu Luft, 'von A nach B' fortbewege, wertvolle Anhaltspunkte. So zeigen Beobachtungen bezüglich räumlicher Strukturen Erkenntnisse über die Verarbeitung von Wissen über Raum aber auch über die Repräsentation und Verarbeitung von Wissen im Allgemeinen, da sich die hierzu erforderlichen Prozesse im Raum abspielen.
In der zu verfassenden Hausarbeit soll der Navigation auf See eine besondere Bedeutung zukommen. Dass sich hierbei die Methoden der Seefahrer im pazifischen Raum stark von der uns bekannten westlichen Navigation unterscheiden, wird schnell deutlich, wenn man Bezug auf mentale Konzepte und angewandte Hilfsmittel nimmt. Umso größer ist die Faszination über die nautischen und „navigatorischen Glanzleistungen“, die Navigatoren auf hoher See bereits vor ca. 1000 Jahren vollbrachten. Reisen bei Natur gegebenen Widrigkeiten über tausende von Meilen „ohne zwei- oder einseitige terrestrische Marken“, waren allein durch „kommunikatives, organisatorisches und sorgsames Planen erfolgreich zu bewältigen.“
So ist es von großem Interesse, dies zeigen viele Untersuchungen und Beobachtungen, zu erörtern, welcher Parameter und Techniken man sich bedient, um Naturwidrigkeiten kalkulierbar zu machen und die Präzision der Raumpräsentation möglichst aufrecht zu erhalten. Und was geschieht bei unvorhersehbaren Situation, gibt es Möglichkeiten der Kompensation?
Im Vortrag „Kognitive Karten“ wurde anhand der Navigatoren auf den Karolinen gezeigt, wie die Erstellung komplexer räumlicher Relationen in kognitiven Karten realisiert wird. Die zur Navigation erforderliche Leistung ist hierbei rein mentaler Natur und entzieht sich jeglicher technischer Instrumente, die bei der Bestimmung von relevanten Faktoren wie Geschwindigkeit, Route und Position Gebrauch finden.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung/ Navigation in Ozeanien
- Struktur der Ausarbeitung
- Parameter und Techniken (Hutchins)
- Sternenkompass
- ETAK Inseln
- Diskussion- am Beispiel der Cookinseln
- Abbildungsverzeichnis
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Navigation auf hoher See ohne technische Hilfsmittel, insbesondere mit den Methoden der Karoliner im pazifischen Raum. Sie analysiert die physischen und psychischen Hilfsmittel, die zur Navigation auf See verwendet werden und untersucht, wie diese im kulturellen Kontext eingebettet sind.
- Analyse der Navigationstechniken der Karoliner
- Bedeutung von mentalen Modellen für die Navigation
- Rolle des kulturellen Kontextes in der Navigation
- Untersuchung der Bedeutung von physischen und psychischen Hilfsmitteln
- Diskussion der Adaptionen und Veränderungen von mentalen Modellen
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung/ Navigation in Ozeanien: Die Einleitung stellt die Relevanz der Navigation auf hoher See dar und hebt die besonderen Methoden der Seefahrer im pazifischen Raum hervor. Es wird auf die Faszination über die Navigationsleistungen dieser Seefahrer eingegangen und die Frage nach den verwendeten Parametern und Techniken aufgeworfen.
- Struktur der Ausarbeitung: Dieses Kapitel präsentiert die Kernfrage der Arbeit: Welche physischen und psychischen Hilfsmittel werden auf hoher See benötigt, um das Ziel ohne technische Instrumente zu erreichen? Es wird ein kurzer Ausblick auf die im Seminar erarbeiteten Erkenntnisse zu mentalen Modellen im kulturellen Kontext gegeben.
- Parameter und Techniken (Hutchins): Das Kapitel analysiert die Navigationstechniken der Karoliner anhand des Werkes von Edwin Hutchins, "Applied Mental Models". Es wird die Bedeutung von Wetterbedingungen, Meeresmarken und Vögeln für die Navigation hervorgehoben.
- Diskussion - am Beispiel der Cookinseln: Dieses Kapitel analysiert die Navigationstechniken der Karoliner anhand eines konkreten Beispiels, der Cookinseln. Es untersucht die verschiedenen Methoden und Techniken, die die Seefahrer verwenden, um sich auf dem Meer zurechtzufinden.
Schlüsselwörter
Die Arbeit konzentriert sich auf die Schlüsselthemen der Navigation auf hoher See, insbesondere auf die Methoden der Karoliner im pazifischen Raum. Zu den zentralen Begriffen gehören: mentale Modelle, Navigation, Meeresmarken, physische und psychische Hilfsmittel, kultureller Kontext, Adaptionen, Navigationstechniken, Karoliner, Applied Mental Models.
Häufig gestellte Fragen
Wie navigierten ozeanische Seefahrer ohne technische Instrumente?
Sie nutzten mentale Modelle, kognitive Karten und Naturbeobachtungen wie Sterne, Wellenmuster und das Verhalten von Vögeln.
Was ist ein Sternenkompass?
Ein mentales Konzept, bei dem die Auf- und Untergangspunkte bestimmter Sterne am Horizont zur Orientierung genutzt werden.
Was versteht man unter „ETAK-Inseln“?
Es ist eine Navigationsmethode, bei der eine fiktive oder reale Referenzinsel genutzt wird, um die zurückgelegte Distanz mental zu visualisieren.
Wer ist Edwin Hutchins?
Hutchins ist ein Kognitionswissenschaftler, dessen Werk „Applied Mental Models“ die Grundlage für die Analyse dieser Navigationstechniken bildet.
Welche Rolle spielt der kulturelle Kontext bei der Navigation?
Die Navigation ist tief in der Kultur verwurzelt; das Wissen wird oft mündlich überliefert und basiert auf einem spezifischen Weltbild, das sich von westlichen Methoden unterscheidet.
- Citation du texte
- Anne Kautz (Auteur), 2014, Kognitive Karten und mentale Modelle. Ausführung zu Hutchins "Applied Mental Models", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/367971