Die vorliegende Seminararbeit analysiert mithilfe der bestehenden Theorie den Einfluss des Zieldefinitionsprozesses auf das Zielcommitment der Mitarbeitenden am Beispiel der Marketingabteilung des Schweizerischen Roten Kreuzes Kanton Aargau. Durch den mehrstufigen Zieldefinitionsprozess der Marketingabteilung setzt sich der Mitarbeitende intensiv mit dem Ziel, den Handlungsmöglichkeiten und Strategien auseinander.
Dieser kognitive Aufwand, welcher von Locke & Latham auch Zielintensität genannt wird, beeinflusst das Zielcommitment und ist einer der drei Haupteinflussfaktoren. Ein weiterer Faktor ist der Wert des Ziels. Motivierungspotenziale wie Aufgabenstruktur, Arbeitsumgebung und soziale Gegebenheiten beeinflussen zusammen mit den persönlichen Motiven die Attraktivität des Ziels sowie die Attraktivität der Ergebnisfolgen. Diese werden zusammenfassend als Wert des Ziels bezeichnet.
Die Erwartung bezüglich der Zielerreichung ist der letzte Einflussfaktor des Zielcommitments. Sie beinhaltet die Erfolgswahrscheinlichkeit, die Instrumentalität und das Vertrauen in die eigene Tüchtigkeit. Die Seminararbeit zeigt theoretisch auf, dass der Zieldefinitionsprozess der Marketingabteilung einen positiven Effekt auf das Zielcommitment hat.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hinführung
1.2 Ausgangslage Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Aargau
1.3 Zweck der Arbeit und Themenabgrenzung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begrifflichkeiten
2.2 Überblicksmodell nach Heckhausen
2.3 Erweitertes Kognitives Motivationsmodell nach Heckhausen
2.4 Zielsetzungstheorie nach Locke und Latham
2.4.1 Zielmerkmale
2.4.2 Moderatoren
2.4.3 Mediatoren
2.4.4 Leistung
2.4.5 Belohnungen
2.4.6 Zufriedenheit
2.4.7 Konsequenzen
2.4.8 Zusammenfassung der Zielsetzungstheorie
2.5 Handlungsphasenmodell nach Heckhausen und Gollwitzer
2.5.1 Prädezisionale Phase
2.5.2 Präaktionale Phase
2.5.3 Aktionale Phase
2.5.4 Postaktionale Phase
2.5.5 Zusammenfassung
2.6 Zielintention versus Durchführungsintention
2.6.1 Zielintention
2.6.2 Durchführungsintention
3 Bedeutung für die Marketingabteilung
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss eines strukturierten, mehrstufigen Zieldefinitionsprozesses auf das Zielcommitment von Mitarbeitenden am Beispiel der Marketingabteilung des SRK Kanton Aargau. Ziel ist es, die förderlichen Faktoren dieses Prozesses theoretisch zu fundieren und aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Gestaltung des Zielsetzungsvorgangs die Mitarbeiterbindung an Unternehmensziele gestärkt werden kann.
- Analyse der Zielsetzungstheorie nach Locke und Latham
- Anwendung des Handlungsphasenmodells nach Heckhausen und Gollwitzer
- Identifikation zentraler Einflussfaktoren (Zielintensität, Wert des Ziels, Erfolgserwartung)
- Reflektion der praktischen Umsetzung in der Marketingabteilung des SRK
Auszug aus dem Buch
Zieldefinitionsprozess
Dieser Prozess beinhaltet sämtliche Schritte der Vorbereitung und Durchführung der Zielsetzung bei der Marketingabteilung des SRK Kanton Aargau.
- Der Mitarbeitende macht sich während zwei Wochen Gedanken über mögliche Ziele.
- Der Mitarbeitende bespricht die möglichen Ziele mit dem Vorgesetzten. Gemeinsam definieren sie drei Ziele für das kommende Jahr.
- Der Mitarbeitende macht sich während zwei Wochen Gedanken über mögliche Unterziele oder Massnahmen.
- Der Mitarbeitende bespricht die möglichen Unterziele oder Massnahmen mit dem Vorgesetzten. Gemeinsam definieren sie pro Ziel je zwei Unterziele oder Massnahmen.
- Der Mitarbeitende macht sich während zwei Wochen Gedanken über Risiken bei den Unterzielen und potenziellen Bewältigungsstrategien.
- Der Mitarbeitende bespricht die möglichen Risiken und Bewältigungsstrategien mit dem Vorgesetzten. Gemeinsam definieren sie pro Unterziel ein Risiko und pro Risiko eine Bewältigungsstrategie.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Stellt das Thema sowie die Ausgangslage im SRK Kanton Aargau vor und definiert die Kernfrage nach den Einflussfaktoren auf das Zielcommitment.
2 Theoretische Grundlagen: Erläutert die wissenschaftlichen Fundamente, insbesondere das Überblicksmodell von Heckhausen, die Zielsetzungstheorie von Locke und Latham sowie das Handlungsphasenmodell.
3 Bedeutung für die Marketingabteilung: Reflektiert die sechs Prozessschritte der Marketingabteilung unter Anwendung der zuvor dargelegten theoretischen Konzepte.
4 Fazit und Ausblick: Fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und identifiziert Zielintensität, Wert des Ziels und Erwartungen als zentrale Einflussgrössen für das Zielcommitment.
Schlüsselwörter
Zielcommitment, Zieldefinitionsprozess, Zielsetzungstheorie, Handlungsphasenmodell, Motivationspsychologie, Volition, Zielintensität, Zielakzeptanz, Arbeitsmotivation, Mitarbeitergespräch, Leistung, Erfolgserwartung, Selbstwirksamkeit, Zielvereinbarung, Strategieentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie ein definierter Prozess der Zielsetzung in einer Marketingabteilung dazu beitragen kann, das Engagement und die Bindung der Mitarbeitenden an ihre beruflichen Ziele zu erhöhen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Motivations- und Volitionspsychologie, die Zielsetzungstheorie nach Locke und Latham sowie das Rubikonmodell der Handlungsphasen nach Heckhausen und Gollwitzer.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Kernfrage lautet: „Welche Faktoren des Zieldefinitionsprozesses haben einen positiven Einfluss auf das Zielcommitment?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die bestehende motivationspsychologische Modelle auf einen konkreten, sechsstufigen Arbeitsprozess in der Praxis anwendet und reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Herleitung der Konzepte und deren anschliessende praktische Anwendung auf die sechs Schritte des Zieldefinitionsprozesses des SRK Kanton Aargau.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird massgeblich durch Begriffe wie Zielcommitment, Zieldefinitionsprozess, Zielsetzungstheorie, Motivation, Volition und Handlungsphasen geprägt.
Warum spielt die Zielintensität für das Commitment eine Rolle?
Die Zielintensität beschreibt den kognitiven Aufwand. Durch den mehrstufigen Prozess müssen sich Mitarbeitende intensiver mit ihren Zielen auseinandersetzen, was die innere Verpflichtung zum Ziel stärkt.
Was ist die Bedeutung des „Rubikonmodells“ in diesem Kontext?
Es dient als Metapher für den Prozess, in dem aus unverbindlichen Wünschen durch einen verbindlichen Entschluss (die Zielintention) ein konkreter, handlungsorientierter Plan entsteht.
Welche Rolle spielt der Vorgesetzte?
Der Vorgesetzte fungiert als Unterstützer, der durch die gemeinsame Definition von Zielen, Unterzielen und Bewältigungsstrategien eine positive Zielakzeptanz und Internalisierung begünstigt.
- Citar trabajo
- Erkan Cokicli (Autor), 2017, Erhöhung des Zielcommitments durch Neugestaltung des Zieldefinitionsprozesses, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/371469