Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Lernmotivationen im aufgabenorientierten Fremdsprachenunterricht. Insbesondere geht sie der Frage nach, inwieweit aufgabenorientierter Fremdsprachenunterricht die Lernmotivationen begünstigt. Hierbei gehen wir davon aus, dass Lernmotivationen die Lernqualität der Lernenden beeinflusst.
Die Arbeit ist in vier Hauptkapitel gegliedert: Nach der Einleitung befindet sich in Kapitel 2 ein Theorieteil, in dem zunächst der aufgabenorientierte Fremdsprachenunterricht und die Kriterien von Lernaufgaben vorgestellt werden. Hiernach wird die Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci / Ryan (1993) kurz erläutert. Auf dieser theoretischen Grundlage wird dann in Kapitel 3 ein Entwurf von einer Lernaufgabe für den Französischunterricht vorgestellt und unter Berücksichtigung der Kriterien von Lernaufgaben und Lernmotivationen kritisch untersucht. In dem letzten Kapitel werden die wichtigsten Punkte zusammenfassend erneut in der französischen Sprache dargestellt und die Frage, inwieweit aufgabenorientierter Fremdsprachenunterricht die Lernmotivationen begünstigt, beantwortet und Rückschlüsse in Bezug auf die Unterrichtsqualität gezogen.
Die Relevanz dieser wissenschaftlichen Hausarbeit begründet sich aus den neuen Bildungsstandards, welche eine Neuorientierung des Fremdsprachenunterrichts erfordern. Dieser ist in einem immerwährenden Wandel. In dem Rahmen dieser Neuorientierung werden alte Lehrmethoden und Aufgabentypen von neueren abgelöst. So tritt die Konzeption von aufgabenorientiertem Unterricht mit Einsatz von Lernaufgaben mehr und mehr in den Fokus des modernen Fremdsprachenunterrichts.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Der aufgabenorientierte Fremdsprachenunterricht
2.2 Kriterien von Lernaufgaben
2.3 Selbstbestimmungstheorie der Motivation
3. Entwurf einer Lernaufgabe
3.1 Unterrichtsverlauf
3.2 Berücksichtigung der Kriterien von Lernaufgaben
3.3 Lernmotivationen in der Lernaufgabe
4. Bilan
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Einfluss von aufgabenorientiertem Fremdsprachenunterricht auf die Lernmotivation von Schülern. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwieweit die methodische Gestaltung von Lernaufgaben dazu beitragen kann, die intrinsische Motivation und somit die Lernqualität zu steigern.
- Grundlagen des aufgabenorientierten Fremdsprachenunterrichts
- Kriterien für effektive und motivierende Lernaufgaben
- Anwendung der Selbstbestimmungstheorie der Motivation nach Deci und Ryan
- Praktischer Entwurf und kritische Reflexion einer Unterrichtsreihe
- Zusammenhang zwischen motivierenden Lernsettings und Sprachlernqualität
Auszug aus dem Buch
2.3 Selbstbestimmungstheorie der Motivation
Motivation definiert einen Zustand in der eine Person durch seine Handlung ein gewisses, zukünftiges Ziel zu verwirklichen beabsichtigt. Dieses zukünftige Ziel könnte sowohl unmittelbar nach der Handlung als auch später einsetzen (vgl. Deci/Ryan 1993: 224). Grundlegend ist hierbei der Grad der Selbstbestimmung bzw. der Kontrolliertheit dieser motivierten Handlung. Deci/Ryan unterscheidet zwischen selbstbestimmter/frei gewählter Motivation und aufgezwungener Motivation. Die selbstbestimmte/frei gewählte Motivation wird als intrinsische Motivation und aufgezwungene Motivation als extrinsische Motivation bezeichnet (vgl. Deci/Ryan 1993: 225).
Die Motivation des Menschen eine bestimmte Handlung auszuführen um einen bestimmten Zweck zu erfüllen, sozusagen seine Handlungsenergie, entspringt seiner physiologischen Bedürfnisse, seiner Emotionen und seiner psychologischen Bedürfnisse (vgl. Deci/Ryan 1993: 229). Der Mensch verfügt über „angeborene psychologische Bedürfnisse“ (Deci/Ryan 1993: 229) die seine Motivation bestimmen. Diese Bedürfnisse sind nach Deci/Ryan „Bedürfnis nach Kompetenz oder Wirksamkeit, Autonomie oder Selbstbestimmung und soziale Eingebundenheit oder soziale Zugehörigkeit.“ (Deci/Ryan 1993: 229). Der Mensch braucht also ein soziales Umfeld in dem er autonom und kompetent handeln kann (vgl. Deci/Ryan 1993: 229).
Nach der „Selbstbestimmungstheorie der Motivation“ von Deci/Ryan (1993) steht die Lernmotivation in einem engen Zusammenhang mit der Lernqualität (vgl. Deci/Ryan 1993: 222). „Eine auf Selbstbestimmung beruhende Lernmotivation“ korreliert positiv mit der „Qualität des Lernens“ (Deci/Ryan 1993: 222). Demnach ist intrinsische Motivation förderlich für die Lernqualität. Interesse, Neugier und Freude am Lerninhalt seitens der Lernenden bewirkt eine höhere intrinsische Motivation und führt zum Tiefenverständnis des Lernstoffs (vgl. Deci/Ryan 1993: 233).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas im Kontext neuer Bildungsstandards und umreißt den methodischen Aufbau der Arbeit.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel liefert die fachdidaktische Basis, indem es den aufgabenorientierten Fremdsprachenunterricht, zentrale Aufgabenkriterien sowie die Selbstbestimmungstheorie erläutert.
3. Entwurf einer Lernaufgabe: Hier wird eine konkrete Unterrichtsreihe für den Französischunterricht vorgestellt und hinsichtlich ihrer Konformität mit den zuvor definierten Kriterien sowie ihrem Motivationspotenzial kritisch geprüft.
4. Bilan: Das abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse in französischer Sprache zusammen und reflektiert die Ergebnisse zur Förderung der Lernmotivation.
Schlüsselwörter
Aufgabenorientierter Unterricht, Lernmotivation, Fremdsprachenunterricht, Selbstbestimmungstheorie, Lernaufgaben, intrinsische Motivation, Französischunterricht, Lernqualität, Kompetenzförderung, Authentizität, Lernerorientierung, Sprachproduktion, Unterrichtsgestaltung, Kommunikation, Lehrplan NRW
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung von aufgabenorientiertem Fremdsprachenunterricht und der Steigerung der Lernmotivation bei Schülern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Definition von Lernaufgaben, die Selbstbestimmungstheorie nach Deci und Ryan sowie die praktische Umsetzung im Französischunterricht der gymnasialen Oberstufe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass ein aufgabenorientierter Ansatz, der den Schülern Freiheitsgrade lässt, die intrinsische Motivation und damit die Qualität des Spracherwerbs nachhaltig positiv beeinflusst.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch fachdidaktische Literatur und einer darauffolgenden kritischen Analyse eines selbst entworfenen Unterrichtsentwurfs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung und die praktische Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Thema "Austausch mit Paris", die auf ihre Kriterienkonformität geprüft wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe aufgabenorientierter Unterricht, Selbstbestimmungstheorie, intrinsische Motivation und Lernerorientierung bestimmt.
Wie trägt die Selbstbestimmungstheorie zum Verständnis der Lernaufgaben bei?
Sie liefert das psychologische Erklärungsmodell, warum Faktoren wie Autonomie, Kompetenzerleben und soziale Zugehörigkeit entscheidend dafür sind, dass Schüler Aufgaben als sinnvoll und motivierend empfinden.
Warum wurde das Beispiel „Organiser une rencontre franco-allemande à Paris“ gewählt?
Dieses Beispiel wurde gewählt, da es authentisch ist, einen realen Bezug zur Lebenswelt der Schüler bietet und eine komplexe, produktorientierte Kommunikation erfordert.
- Citar trabajo
- Incinur Cakir (Autor), 2016, Schüler motivieren. Der aufgabenorientierte Fremdsprachenunterricht im Fach Französisch, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/373429