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Predictive Policing in Deutschland. Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Polizeiarbeit

Title: Predictive Policing in Deutschland. Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Polizeiarbeit

Term Paper , 2017 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Simon Landmesser (Author)

Mathematics - Statistics
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Diese Arbeit stellt sich die Forschungsfrage, wie sinnvoll der Einsatz von Predictive Policing zur operativen Planung in der deutschen Polizei ist. Um diese Frage zu beantworten, wird im Rahmen der Arbeit zunächst Predictive Policing definiert und die aktuelle Situation in Deutschland analysiert.

Im Anschluss wird differenziert, inwieweit Predictive Policing dem Bereich des Controllings zuzuordnen ist. Das Potential und die Grenzen von Predictive Policing werden untersucht, um die Anwendungsmöglichkeiten in Deutschland eingrenzen zu können. Der aktuelle Stand der Forschungen auf dem Gebiet wird vorgestellt und anschließend erarbeitet, wie eine Evaluation der Genauigkeit eines Predictive Policing-Instruments und eine sich anschließende Wirkungsevaluation durchgeführt werden könnten.

Im Jahr 2011 wurde Predictive Policing vom Time Magazine als eine der 50 besten Erfindungen des Jahres genannt. Predictive Policing wird durch die Polizei genutzt, um effizienter gegen Kriminalität vorzugehen. Dabei liefern computergestützte Algorithmen Wahrscheinlichkeitswerte, wann und wo Straftaten begangen werden könnten. Den Zweck des Einsatzes von Predictive Policing beschreibt Charlie Beck, der aktuelle Polizeichef von Los Angeles, folgendermaßen: „I’m not going to get more money. I’m not going to get more cops. I have to be better at using what I have, and that’s what predictive policing is about…“.

Predictive Policing eilt ein überaus positiver Ruf voraus. So sollen die Kriminalitätszahlen in Los Angeles durch den Einsatz von Predictive Policing um 20% in nur einem Jahr gesenkt worden sein. Vor dem Hintergrund der steigenden Einbruchskriminalität der letzten Jahre setzen auch immer mehr Polizeien in Deutschland auf Predictive Policing. So wird beispielsweise in Bayern die Software PRECOBS mittlerweile in einigen Regionen fest eingesetzt, in vielen anderen Bundesländern werden Pilotprojekte mit eigener oder eingekaufter Software durchgeführt.

Trotz des weitgehenden operativen Einsatzes, gestaltet sich die Suche nach wissenschaftlichen Studien, die die Wirksamkeit von Predictive Policing bestätigen, problematisch. Der Großteil der Literatur zum Thema findet sich im englischsprachigen Raum. In Deutschland ist der Einsatz von Predictive Policing noch vergleichsweise jung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Predictive Policing

2.1 Begriffsbestimmung

2.2 Anwendung in Deutschland

2.3 Predictive Policing als Controlling-Aufgabe

3. Möglichkeiten und Grenzen

3.1 Potential von Predictive Policing

3.2 Grenzen

4. Evaluation von Predictive Policing-Instrumenten

4.1 Mangel an wissenschaftlichen Studien

4.2 Evaluation der Genauigkeit des Instruments

4.3 Wirkungsevaluation

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit und Wirksamkeit des Einsatzes von Predictive Policing zur operativen Planung innerhalb der deutschen Polizei. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich das Instrument in den Bereich des Controllings einordnen lässt, welche Potenziale und rechtlichen Grenzen bestehen und wie eine wissenschaftlich fundierte Evaluation der eingesetzten Software-Systeme gestaltet werden könnte.

  • Grundlagen und Definition von Predictive Policing
  • Anwendungsstatus in Deutschland und Einordnung als Controlling-Aufgabe
  • Analyse der Potenziale und regulatorischer Grenzen
  • Evaluationsmethodik für Genauigkeit und Wirkung
  • Kritische Würdigung der Wirksamkeit basierend auf dem aktuellen Forschungsstand

Auszug aus dem Buch

3.2 Grenzen

Eine sehr häufige, aber nicht zu unterschätzende Grenze von Predictive Policing sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Polizei ist an Recht und Gesetz gebunden. Sie unterliegt einerseits dem Vorrang des Gesetzes, darf also nicht entgegen geltendem Recht handeln. Andererseits gilt auch der Vorbehalt des Gesetzes, sie darf also nicht ohne rechtliche Grundlage tätig werden. Der Einsatz von Predictive Policing-Instrumenten stützt sich auf die gefahrenabwehrrechtliche Aufgabe und Befugnisse der Polizei. Schranken finden sich insbesondere hinsichtlich der Datenquellen. So dürfen nach geltendem Datenschutzrecht laut der Landesbeauftragten für den Datenschutz in Niedersachsen „nur öffentlich zugängliche Daten, die keine Rückschlüsse auf individuelle Personen ermöglichen, sowie Daten der polizeilichen Lagebilder und Systeme verwendet werden.“ (Thiel 2015: 4674). Somit ist die Auswertung von sozialen Medien, sowie personenbezogenes Predictive Policing in Deutschland nach geltendem Recht ausgeschlossen.

Weiterhin müsse laut Thiel sichergestellt sein, dass durch Verknüpfung von Daten eine Re-Anonymisierung nicht möglich ist (ebd.). Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder bemängeln außerdem die fehlenden Rechtsgrundlagen und weisen daher darauf hin, dass der Einsatz von Predictive Policing „nur in engen Grenzen als verfassungsrechtlich zulässig zu betrachten ist.“ (Bundesbeauftrage für den Datenschutz und die Informationssicherheit 2015: 2)

Neben rechtlicher Schranken birgt Predictive Policing ein inhärentes Paradoxon in sich. Denn die Berechnungen von Predictive Policing-Instrumenten basieren auf Daten, die durch eben diese reduziert werden sollen. Je präziser also die Auswertung, die ein Predictive Policing-Instrument liefert, desto größer ist der polizeiliche Erfolg. Je größer allerdings der polizeiliche Erfolg, desto weniger Daten werden angeliefert, wodurch die Auswertung wiederum unpräziser wird. „Oder anders formuliert: Es soll etwas gemessen werden, was eigentlich verhindert werden soll […].“ (Bode et al. 2017: 12)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Relevanz von Predictive Policing und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Sinnhaftigkeit des Einsatzes für die operative Polizeiarbeit in Deutschland.

2. Predictive Policing: Hier erfolgt die Begriffsdefinition sowie die Bestandsaufnahme zur Anwendung in Deutschland, verbunden mit der theoretischen Einordnung des Prozesses als operative Controlling-Aufgabe.

3. Möglichkeiten und Grenzen: Dieses Kapitel erörtert das Potenzial der Methode sowie die wesentlichen rechtlichen und systemimmanenten Grenzen des Einsatzes in Deutschland.

4. Evaluation von Predictive Policing-Instrumenten: Der Autor beleuchtet den Mangel an empirischen Studien und entwickelt einen methodischen Rahmen zur Evaluation der Prognosegenauigkeit und der tatsächlichen Wirkung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Notwendigkeit weiterer wissenschaftlicher Studien und bewertet den aktuellen Ansatz der länderspezifischen Pilotprojekte.

Schlüsselwörter

Predictive Policing, operative Planung, Controlling, Polizei, Kriminalitätsbekämpfung, Einbruchskriminalität, Near-Repeat-Hypothese, Evaluation, Genauigkeit, Wirkungsevaluation, Datenschutz, Datenanalyse, Algorithmen, Verdrängungseffekt, Pilotprojekt

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Nutzung von Predictive Policing als Instrument der operativen Planung innerhalb der deutschen Polizeibehörden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen, die praktische Anwendung durch verschiedene Softwarelösungen in Deutschland sowie die Möglichkeiten und rechtlichen Schranken der Technologie ab.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, wie sinnvoll der Einsatz von Predictive Policing für die operative Planung in der deutschen Polizei ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Verfasser nutzt eine Literaturanalyse und eine methodische Aufarbeitung aktueller Forschungsstände zur Evaluation von Predictive Policing-Systemen.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Einordnung des Themas, die Untersuchung des Potenzials und der rechtlichen Grenzen sowie die Entwicklung eines Evaluationsschemas.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Kernbegriffe sind Predictive Policing, operative Planung, Controlling, Evaluation und Kriminalitätsprognose.

Warum spielt das Controlling eine so zentrale Rolle?

Der Autor argumentiert, dass die Schritte der Datengewinnung, Aufbereitung und Auswertung zur Prognoseerstellung klassische Controlling-Aufgaben darstellen.

Welches Paradoxon wird im Rahmen der Evaluation beschrieben?

Es wird das inhärente Paradoxon erläutert, dass eine erfolgreiche Kriminalitätsprävention die Datenbasis für zukünftige Prognosen entzieht und damit das Messinstrument selbst beeinflusst.

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Details

Title
Predictive Policing in Deutschland. Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Polizeiarbeit
College
University of Kassel
Course
Master of Public Administration (MPA)
Grade
1,3
Author
Simon Landmesser (Author)
Publication Year
2017
Pages
16
Catalog Number
V375429
ISBN (eBook)
9783668529144
ISBN (Book)
9783668529151
Language
German
Tags
Predicitve Policing Predictive Policing Prävention Wohnungseinbruch operative Planung Polizei Bundespolizei Potential Controlling Evaluation Wirkungsevaluation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Landmesser (Author), 2017, Predictive Policing in Deutschland. Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Polizeiarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375429
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