Wenn man das Wort „Wissenschaft“ hört, denken die meisten Menschen erst einmal an Naturwissenschaft. Doch der Begriff ist deutlich breiter gefächert. So gibt es auch die Translationswissenschaft mit all ihren Übersetzungstheorien, die sich im Laufe der Jahrzehnte dank vieler internationaler Übersetzungstheoretiker entwickelt haben.
Diese Seminararbeit handelt vom spanischen Übersetzungstheoretiker Francisco Ayala. Dieser ist zwar in erster Linie als Schriftsteller bekannt, doch er war ebenfalls Übersetzer und beschäftigte sich zudem intensiv mit der Theorie seiner Tätigkeit. Die Tatsache, dass er ein leidenschaftlicher Literat war, macht es natürlich umso interessanter zu untersuchen, inwiefern das seine Übersetzungstätigkeit und –theorie beeinflusst hatte und wie stark er sich von anderen Theoretikern unterscheidet.
Der Hauptteil dieser Seminararbeit gliedert sich in drei Bereiche: Die Kurzbiographie bildet den ersten Teil und zeigt die vielen äußerst interessanten und wichtigen Abschnitte im Leben Ayalas. Anschließend geht es mit dem wichtigsten und umfangreichsten Teil dieser Seminararbeit weiter, der Übersetzungstheorie Ayalas. Im Anschluss gibt es noch einen Einblick in die weiteren Interessen Ayalas neben dem Übersetzen.
Zweifelsohne war der Spanier ein hervorragender Schriftsteller und Essayist, ein äußerst kluger Kopf, sehr ehrgeizig und nicht nur sprachbegabt, was das Spanische betrifft. All das waren sehr große Hilfen für seine Übersetzertätigkeit, und auch seine vielen verschiedenen Erfahrungen im Laufe seines Lebens haben ihn sehr geprägt.
Die Frage, die man sich stellen muss, lautet: Ist Ayalas Theorie praxistauglich und hilfreich? Oder ist sie doch nur eine weitere von vielen, die letztendlich doch eher schwer in die Praxis übertragbar sind? Die Übersetzungstheorie eines guten Übersetzers ist nicht zwangsläufig „besser“ als die eines weniger begabten. Am Ende dieser Seminararbeit sollen diese Fragen so gut wie möglich geklärt sein, auch wenn es letztendlich jedem selbst überlassen ist, was man von Ayalas Theorie hält.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Kurzbiographie
2. Die Übersetzungstheorie
3. Weitere Interessen
Schluss
Publikationsliste
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Leben und die spezifische Übersetzungstheorie des spanischen Schriftstellers Francisco Ayala, mit dem Ziel zu klären, inwieweit seine theoretischen Ansätze für die praktische Übersetzungstätigkeit relevant und hilfreich sind.
- Biographische Eckdaten und prägende Lebenserfahrungen von Francisco Ayala.
- Analyse von Ayalas theoretischem Hauptwerk "Problemas de la traducción".
- Die Rolle der literarischen Kompetenz im Übersetzungsprozess aus Ayalas Sicht.
- Unterscheidung zwischen verschiedenen Textarten (wissenschaftlich, philosophisch, literarisch) in der Übersetzungspraxis.
- Einordnung von Ayalas soziologischen Interessen und deren Einfluss auf sein Werk.
Auszug aus dem Buch
Die Übersetzungstheorie
Francisco Ayala war nicht nur äußerst sprachbegabt was das Spanische anbelangte. Er beherrschte viele Sprachen auf hohem Niveau: So übersetzte er aus dem Französischen, dem Deutschen, dem Englischen, dem Italienischen und dem Portugiesischen ins Spanische. Er ist auch heutzutage noch jedem Translationswissenschaftler ein Begriff, zumal er Werke namhafter Autoren übersetzte (Mann, Rilke,…). Manche behaupten sogar, dass Ayalas Übersetzungen letztendlich noch besser klangen als die eigentlichen Werke in der Ausgangssprache.
Doch Ayala beschäftigte sich nicht nur mit der Übersetzungspraxis, seine Übersetzungstheorie gehört mit zu den bekanntesten in der Translationswissenschaft. Auch wenn er verglichen mit anderen Übersetzungswissenschaftlern keine wirklich explizite Theorie veröffentlichte, so kann man doch in seinem bekanntesten Werk zum Thema des Übersetzens seine Ansichten gut erkennen. Dieses veröffentlichte er 1956 in Mexiko unter dem Namen Breve teoría de la traducción. 1965 erschien das Werk mit neuem Titel in Spanien (Problemas de la traducción).
Ayala war der Ansicht, dass es durch den im Zuge der Globalisierung steigenden Bedarf an Übersetzungen auch immer mehr unqualifizierte Übersetzer gebe und exzellente Übersetzer nur noch selten zu finden seien. Dies läge natürlich einerseits an den Personen selbst, allerdings auch an der Schwierigkeit des Übersetzens. So bezeichnete Ayala dieses bereits zu Beginn seines Werkes als eine „hoffnungslose Aufgabe“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema der Arbeit, die sich mit Francisco Ayala als Schriftsteller und Theoretiker befasst sowie die Forschungsfrage nach der Praxistauglichkeit seiner Übersetzungstheorie stellt.
1. Kurzbiographie: Darstellung der Lebensstationen von Francisco Ayala, insbesondere seine Zeit im Exil und die prägenden Auswirkungen des Spanischen Bürgerkriegs auf sein Schaffen.
2. Die Übersetzungstheorie: Detaillierte Betrachtung von Ayalas Werk "Problemas de la traducción", in dem er die Schwierigkeiten des Übersetzens, die Rolle des Übersetzers als Literat und die Besonderheiten verschiedener Textgattungen erörtert.
3. Weitere Interessen: Überblick über Ayalas Wirken als Soziologe, seine Zugehörigkeit zur "Generation von 1927" und die thematische Vielfalt seiner Essays und Romane.
Schluss: Zusammenfassende Beantwortung der Ausgangsfrage, wobei Ayalas Bedeutung gewürdigt wird, seine Theorie jedoch als nur bedingt praxistauglich eingestuft wird.
Publikationsliste: Auflistung der umfangreichen schriftstellerischen Werke, Essays, Artikel und Übersetzungen Ayalas.
Schlüsselwörter
Francisco Ayala, Übersetzungstheorie, Translationswissenschaft, Problemas de la traducción, Literaturübersetzen, Exilliteratur, Spanischer Bürgerkrieg, Generation von 1927, Soziologie, Kultur, Sprachbegabung, Literat, Übersetzungspraxis, Textanalyse, Moderne.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Leben und Werk des spanischen Autors Francisco Ayala, mit einem besonderen Schwerpunkt auf seinen Ansichten zur Übersetzungstheorie.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben der Kurzbiographie stehen die Analyse seines Hauptwerkes zur Übersetzungstheorie, seine soziologischen Interessen sowie seine schriftstellerische Tätigkeit im Mittelpunkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Ayalas Übersetzungstheorie kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob seine Ansichten für moderne Übersetzer in der Praxis tatsächlich hilfreich sind.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit nutzt die Literatur- und Quellenanalyse, um Ayalas eigene theoretische Schriften und sekundärwissenschaftliche Einordnungen seines Lebenswerkes auszuwerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in seine Biographie, eine detaillierte Auseinandersetzung mit seiner Übersetzungstheorie und einen Überblick über seine weiteren Interessen wie Soziologie und Literaturgeschichte.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe Übersetzungstheorie, Francisco Ayala, Literaturübersetzung und die historische Einordnung durch den Spanischen Bürgerkrieg.
Warum hält Ayala das Übersetzen für eine "hoffnungslose Aufgabe"?
Ayala vertritt die Ansicht, dass eine perfekte Übertragung von Sprache und Kultur unmöglich ist, da jede Übersetzung zwangsläufig eine Art von Manipulation darstellt und das Original nie vollständig identisch wiedergeben kann.
Welche Rolle spielt die Schriftstellerei für Ayalas Theorie?
Ayala betont, dass nur ein begabter Schriftsteller ein guter Übersetzer sein kann, da für ihn ästhetische und künstlerische Aspekte beim Übertragen von Texten in eine Zielsprache von höchster Priorität sind.
- Quote paper
- Kevin Bongard (Author), Antonio Luis del Pino Nieto (Author), 2016, Francisco Ayala und seine Übersetzungstheorie. Ist seine Theorie praxistauglich und hilfreich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/375471