Im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung sollen Schülerinnen und Schüler wertorientiert sach- und raumgerecht tätig werden. Diese Raumverhaltenskompetenz vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit ist die Richtlinie der Geographiedidaktik. Die zunehmend komplexeren Entwicklungen unserer Zeit, wie Globalisierung, Klimawandel und weitere Kernprobleme des gesellschaftlichen Lebens, verlangen, sich „mit guten Gründen fachlich, sachlich und persönlich zu entscheiden und zu handeln“. Gerade die Geographie als Brückenfach bietet ein besonderes Potential, da sie naturwissenschaftliche und gesellschaftswissenschaftliche Bildung verknüpft .
Im Unterricht erfolgt diese Wissens- und Kompetenzvermittlung in Form von Kommunikationsangeboten. Die interaktive Auseinandersetzung und die kommu-nikative Darstellung von Lernprodukten und deren Reflexion tragen zu einem konstruktivistischen Lernen bei. Denn fachliches Wissen kann nur durch Kommunikation individuell „in Wert“ gesetzt werden und somit bei Problemlösungen zur Verfügung stehen.
Die Kommunikationskompetenz ist damit Voraussetzung für den Erwerb von Fachwissen und fachlichem Können und im Zusammenhang mit der Raumverhaltenskompetenz gerade dann von Bedeutung, wenn keine eindeutigen Entscheidungen zu treffen sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Problemstellung
1.1 Themenfindung
1.2 Bezug zum Modul und zu den Ausbildungsstandards
1.3 Leitfrage und Zielvorstellung
2. Unterrichtspraxis
2.1 Unterrichtliche Voraussetzungen
2.2 Vorstellung des Unterrichtsgegenstandes
2.3 Didaktische Überlegungen
2.4 Methodische Überlegungen
3. Evaluation und persönliches Resümee
3.1 Angewandte Evaluationsverfahren
3.2 Ergebnisse der angewandten Evaluationsverfahren
3.2.1 Im Verlauf der zweiten Sequenz
3.2.2 Im Verlauf der dritten Sequenz
3.2.3 Am Ende der Unterrichtseinheit
3.3 Überprüfung der Evaluationsergebnisse in Bezug auf die Zielvorstellung und die Leitfrage
3.4 Schlussfolgerung für eine erneute Umsetzung und Resümee
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Förderung der Argumentationsrezeption bei Schülerinnen und Schülern einer 7. Klasse im Fach Geographie. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwiefern das Argumentationsmodell von Toulmin als Reflexionswerkzeug dazu beitragen kann, ethische Argumentationsstrukturen zu analysieren und Entscheidungsprozesse im Kontext der Nachhaltigkeit am Beispiel des Tropischen Regenwaldes zu begründen.
- Förderung der Argumentationsrezeption im Geographieunterricht
- Einsatz des Argumentationsmodells von Toulmin als Reflexionswerkzeug
- Schulung der ethischen Urteilsbildung und Bewertungskompetenz
- Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) am Beispiel des Tropischen Regenwaldes
- Methodische Gestaltung von Gedankenexperimenten im Unterricht
Auszug aus dem Buch
2.2 Vorstellung des Unterrichtsgegenstandes
Diese Abbildung stellt ansatzweise die Vernetzung zwischen unserer Lebenswelt und dem Tropischen Regenwald dar, jedoch ist diese weitaus weitreichender als abgebildet. Die Verflechtung betrifft nicht nur Lebensmittel, sondern hat Einfluss auf Bereiche wie Wohnen, Musik und Körperhygiene. Immer häufiger werben Lebensmittelläden, Baumärkte und auch Musikfirmen mit nachhaltig zertifizierter Ware. Der uns weit weg erscheinende Tropische Regenwald ist plötzlich ganz nah und für viele von großer Bedeutung, wenn sie auf die genutzten Regenwaldprodukte aufmerksam gemacht werden. Dieser Einfluss im alltäglichen Handeln sollte den SuS bewusst gemacht werden, da sich damit die Attraktivität dieses Lerngegenstandes erhöht. Da der Raum des Tropischen Regenwaldes von Jahr zu Jahr schrumpft und eine einflussreiche Rolle in Bezug auf das Klimasystem und die biologische Vielfalt spielt (BMU 2011, S.3- 9), stellen die unterschiedlichen und teilweise irreversiblen Nutzungsansprüche den Haken an der Sache dar. Die Vielfältigkeit und kontroversen Nutzungsformen (ERNST KLETT VERLAG 2012 S.50- 51; WESTERMANN SCHROEDEL 2010, S.48- 49; BMU 2011, S.8) dienen im Besonderen zur Förderung der Argumentationsrezeption gerade im Hinblick darauf, dass es keine eindeutig zu treffende Entscheidung gibt (MSB SH 2015, S.17).
Es gilt, die Differenzen zwischen den Entscheidungsmöglichkeiten zu entschlüsseln, Standpunkte zu verstehen und zu bewerten (LEDER 2015, S.142). Daraus ergeben sich wiederum die Lernprodukte in Form des Argumentationsmodells von Toulmin, anhand dessen die entscheidungsbeeinflussenden Normen und Werte reflektiert werden. Somit ist eine inhaltliche und kompetenzorientierte Passung des Lernproduktes gegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Problemstellung: Dieses Kapitel begründet die Notwendigkeit der Förderung von Argumentationskompetenz im Geographieunterricht und leitet die Forschungsfrage sowie das Ziel der Unterrichtseinheit ab.
2. Unterrichtspraxis: Hier werden die unterrichtlichen Voraussetzungen, der Lerngegenstand Tropischer Regenwald sowie die didaktischen und methodischen Überlegungen für die Unterrichtssequenzen detailliert erläutert.
3. Evaluation und persönliches Resümee: Dieses Kapitel stellt die eingesetzten Evaluationsverfahren vor, analysiert die Ergebnisse der Unterrichtseinheit und zieht ein persönliches Fazit für zukünftige Umsetzungen.
Schlüsselwörter
Argumentationsrezeption, Toulmin, Tropischer Regenwald, Nachhaltigkeit, Geographieunterricht, ethische Urteilsbildung, Bewertungskompetenz, Gedankenexperiment, Handlungskompetenz, Bildungsstandards, Unterrichtspraxis, Reflexionswerkzeug, Argumentationsstruktur, Nachhaltigkeitsdreieck, Normen und Werte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Förderung der Argumentationsrezeption bei Schülerinnen und Schülern einer 7. Klasse durch die Anwendung des Argumentationsmodells von Toulmin im Kontext des Tropischen Regenwaldes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), die Analyse geographischer Sachverhalte, ethische Urteilsbildung und die Stärkung der Kommunikations- sowie Bewertungskompetenz.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Leitfrage ist, inwiefern das Argumentationsmodell von Toulmin als Reflexionswerkzeug dazu beitragen kann, ethische Argumentationsstrukturen zu reflektieren und Entscheidungen begründet zu treffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer beispielhaften Unterrichtseinheit, die mittels qualitativer Evaluationsverfahren (Beobachtungen, Hausaufgabenanalysen, Kompetenztest, Evaluationsbogen) begleitend und abschließend ausgewertet wurde.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Unterrichtsplanung, die didaktische Einbettung in das Thema Nachhaltigkeit sowie die Ergebnisse der Erprobung des Toulmin-Schemas in drei Unterrichtssequenzen dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Argumentationsrezeption, Toulmin-Schema, Tropischer Regenwald, Nachhaltigkeit, ethisches Urteil und geographische Bewertungskompetenz.
Warum wird das Toulmin-Modell in der 7. Klasse eingesetzt?
Es dient als strukturelle Hilfe, um den Schülern zu helfen, Behauptungen, Belege und Schlüsse zu identifizieren und die hinter Entscheidungen stehenden Werte und Normen explizit zu reflektieren.
Welche Rolle spielt das Nachhaltigkeitsdreieck?
Das Nachhaltigkeitsdreieck (Wirtschaft, Mensch, Natur) dient der Visualisierung und Einordnung von Werten, um Schüler bei der Gewichtung verschiedener Aspekte in ihrer Argumentation aktiv zu unterstützen.
- Citation du texte
- Linda Becker (Auteur), 2017, Förderung der Argumentationskompetenz. Das Argumentationsmodell von Toulmin. Der Tropische Regenwald, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380741