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Kulturelle Schlüsselbegriffe und Kulturwörter in der literarischen Übersetzung. "Desengaño" und "Engaño" in den Werken von Miguel de Cervantes und Pedro Calderón

Title: Kulturelle Schlüsselbegriffe und Kulturwörter in der literarischen Übersetzung. "Desengaño" und "Engaño" in den Werken von Miguel de Cervantes und Pedro Calderón

Research Paper (undergraduate) , 2014 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Julia Sinz (Author)

Cultural Studies - Empiric Cultural Studies
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Die Angewandte Linguistik behandelt die für alle Sprachen und Kulturen geltenden Eigenschaften zwischenmenschlicher Kommunikation unter Einbezug der verschiedenen Formen des Übersetzens und Dolmetschens. Untersuchungen zur Kulturspezifik in der Translation nehmen in der Angewandten Sprachwissenschaft einen besonderen Stellenwert ein, sind jedoch Teil eines noch ungenügend bearbeiteten Untersuchungsbereichs. Nur eine geringe Auswahl an Literatur und Untersuchungen befassen sich mit Kulturwörtern und kulturellen Schlüsselbegriffen in literarischen Übersetzungen und genauso verhält es sich auch mit der Desengaño-Thematik.

Diese wird zwar in literaturwissenschaftlichen Werken zum Siglo de Oro des Öfteren erwähnt, jedoch wird es lediglich bei Schulte genauer behandelt. Zur Kombination beider Themengebiete sind bisher keine spezifischen Betrachtungen vorhanden. Aus diesem Grund soll im Rahmen dieser Arbeit eine Analyse unterschiedlicher Übersetzungsmethoden für kulturelle Schlüsselbegriffe und Kulturwörter in literarischen Übersetzungen angefertigt werden. Zu diesem Zweck werden verschiedene deutsche Übersetzungen von ausgewählten Werken von Cervantes und Calderón aus der Zeit des Siglo de Oro beispielhaft auf die jeweiligen Verfahren zur Wiedergabe von desengaño und engaño untersucht.

Zunächst werden im ersten Teil dieser Arbeit die theoretischen Grundlagen zur Betrachtung kultureller Schlüsselbegriffe und Kulturwörter in literarischen Übersetzungen dargelegt und behandelt. Im zweiten Teil der Arbeit folgt daraufhin zuerst ein kurzer Überblick über Bedeutung und Definition der Desengaño-Thematik in der Literatur des Siglo de Oro. Anschließend werden verschiedene deutsche Übersetzungen von Werken von Pedro Calderón de la Barca und Miguel de Cervantes Saavedra auf ihren Umgang mit desengaño und engaño hin untersucht und verglichen. Abschließend werden die bei der Analyse und Gegenüberstellung der gewählten Übersetzungen erarbeiteten Resultate kritisch bewertet und auf Schwierigkeiten untersucht. Zu Beginn wird jedoch mit einer Definition und Differenzierung von kulturellen Schlüsselbegriffen und Kulturwörtern in die theoretischen Grundlagen eingeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Formen, Funktionen und Texttypen

2.2 Problematik für den Übersetzer

2.3 Translatorische Verfahren

3. Bewertung übersetzerischer Probleme anhand der Desengaño-Thematik in spanischen Werken aus der Zeit des Siglo de Oro

3.1 Bedeutung von desengaño und engaño in Spanien

3.2 Untersuchung deutscher Übersetzungen von desengaño und engaño in literarischen Werken

3.3 Kritische Analyse der Untersuchungsergebnisse

4. Schlussbetrachtung

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die Herausforderungen bei der Übersetzung kulturspezifischer Schlüsselbegriffe, insbesondere im Kontext der spanischen "Desengaño-Thematik" der Epoche des Siglo de Oro, um durch den Vergleich verschiedener deutscher Übersetzungen Erkenntnisse über translatorische Verfahren und deren Auswirkungen auf die semantische Genauigkeit zu gewinnen.

  • Definition und Differenzierung von Kulturwörtern und kulturellen Schlüsselbegriffen
  • Die spezifische Problematik der Übersetzung von Schlüsselbegriffen für den Translator
  • Analyse der Begriffe desengaño und engaño als kulturelle Schlüsselthematik
  • Vergleichende Untersuchung deutscher Übersetzungen von Werken Calderóns und Cervantes'
  • Kritische Bewertung von Transferverfahren wie Auslassung, Umschreibung und Übersetzung

Auszug aus dem Buch

2.3 Translatorische Verfahren

Bei der Übersetzung von kulturellen Schlüsselbegriffen und Kulturwörtern finden unterschiedliche Verfahren Anwendung. Für welchen Umgang der Übersetzer sich im einzelnen Fall entscheidet hängt nach dem Standpunkt von Brigitte Schultze (2004: 929) meist von mehreren Faktoren ab: den „jeweiligen Sprach-, Literatur- und Kulturpaaren“, der „historischen Distanz zwischen Ausgangstext und Übersetzungsgeschehen“ und der Textsorte. Im Wesentlichen erarbeitet Schultze (2004) in ihren Überlegungen zum Umgang mit kulturellen Schlüsselbegriffen und mit Kulturwörtern jeweils fünf unterschiedliche Transferverfahren. Vier dieser fünf Verfahren finden sowohl beim Umgang mit kulturellen Schlüsselbegriffen als auch mit Kulturwörtern Anwendung.

Das Verfahren der Auslassung, also der völligen Eliminierung des Wortes, wird bei Schlüsselbegriffen meist in freien oder bearbeitenden Übersetzungen angewandt, bei Kulturwörtern hingegen häufig aufgrund der Tendenz zur kulturellen Anpassung von Übersetzungen, sodass kulturfremde Teile oft schlichtweg weggelassen werden (vgl. Schultze 2004: 929). Dadurch geht jedoch oft kultureller und historischer Kontext verloren. Werden Kulturwörter oder Schlüsselbegriffe direkt übernommen, so sind bei kulturellen Schlüsselbegriffen oft zusätzlich Fußnoten oder Erklärungen im Vor- oder Nachwort zu finden. Die direkte Übernahme von Kulturwörtern ist jedoch selten und meist nur dann zu beobachten, wenn diese bereits in der Gesellschaft etabliert sind (vgl. Schultze 2004: 929). Die kulturelle Information wird hierbei übertragen und geht nicht verloren. Die dritte Art kulturelle Schlüsselbegriffe und Kulturwörter in Übersetzungen zu behandeln ist die explikative Übertragung. Die Umschreibung kultureller Schlüsselbegriffe wird wie Schultze (2004: 929) anmerkt besonders bei „narrativen Texten“ gewählt, da hier eine größere Wortmenge kein Problem darstellt. Kulturwörter hingegen erfahren meist in gebundener Rede einen explikativen Transfer um die Direktübernahme zu umgehen und zugrundeliegende Werte zu erhalten (vgl. Schultze 2004: 930).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Übersetzung kulturspezifischer Begriffe in der Angewandten Linguistik ein und definiert das Untersuchungsziel anhand der Desengaño-Thematik im Siglo de Oro.

2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erarbeitet die begriffliche Abgrenzung zwischen Kulturwörtern und kulturellen Schlüsselbegriffen sowie die damit verbundenen Herausforderungen für Übersetzer.

2.1 Formen, Funktionen und Texttypen: Hier werden die verschiedenen Bezeichnungen und Erscheinungsformen kulturspezifischer Elemente in unterschiedlichen Textgattungen untersucht.

2.2 Problematik für den Übersetzer: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle des Übersetzers als Kulturvermittler und die Schwierigkeiten bei der Übertragung verschlüsselter Weltbilder.

2.3 Translatorische Verfahren: Hier werden fünf zentrale Transferstrategien – von der Auslassung bis zur direkten Übersetzung – vorgestellt und theoretisch verortet.

3. Bewertung übersetzerischer Probleme anhand der Desengaño-Thematik in spanischen Werken aus der Zeit des Siglo de Oro: Dieses Kapitel bildet den empirischen Rahmen, indem es die spezifische Epoche des Siglo de Oro und die Bedeutung des Goldenen Zeitalters für die spanische Kultur einführt.

3.1 Bedeutung von desengaño und engaño in Spanien: Hier erfolgt eine detaillierte begriffliche Analyse der beiden Schlüsselbegriffe, die als zentrales Paar für Schein und Sein gelten.

3.2 Untersuchung deutscher Übersetzungen von desengaño und engaño in literarischen Werken: In diesem Kapitel werden konkrete Textbeispiele aus Werken von Calderón und Cervantes anhand verschiedener Übersetzungen vergleichend analysiert.

3.3 Kritische Analyse der Untersuchungsergebnisse: Dieses Kapitel bewertet die beobachteten translatorischen Verfahren und weist auf die oft resultierende Schwächung des kulturellen Begriffsstatus hin.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass die volle Vermittlung solcher Schlüsselkonzepte oft nur über zusätzliche editorische Hilfsmittel wie Fußnoten gelingen kann.

5. Bibliographie: Das Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Übersetzungswissenschaft, Kulturspezifik, kulturelle Schlüsselbegriffe, Kulturwörter, Siglo de Oro, Desengaño-Thematik, literarische Übersetzung, Transferverfahren, Calderón de la Barca, Cervantes, Äquivalenz, interkultureller Transfer, Übersetzungsproblematik, Sprachvergleich, Textanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Herausforderungen beim Übersetzen von kulturspezifischen Schlüsselbegriffen aus spanischen literarischen Werken des 16. und 17. Jahrhunderts in die deutsche Sprache.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Begriffe "desengaño" und "engaño", die in der spanischen Literatur des "Siglo de Oro" eine zentrale philosophische und kulturelle Rolle für das Verständnis von Schein und Sein spielen.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, durch einen Vergleich verschiedener historischer und moderner deutscher Übersetzungen zu analysieren, welche Strategien Übersetzer wählen, um diese kulturspezifischen Konzepte zu vermitteln und wo dabei die Grenzen der Vermittelbarkeit liegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Methode, bei der konkrete Textstellen aus Werken von Pedro Calderón de la Barca und Miguel de Cervantes Saavedra mit zwei jeweils unterschiedlichen deutschen Übersetzungen konfrontiert und hinsichtlich des verwendeten Transferverfahrens bewertet werden.

Was wird primär im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Übersetzungsstrategien von Schlüsselbegriffen und eine empirische Analyse, in der die Umsetzung von "desengaño" und "engaño" in konkreten literarischen Beispielen (z. B. "La dama duende" oder "Don Quijote") untersucht wird.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?

Die zentralen Schlagworte sind Kulturtransfer, literarische Übersetzung, Desengaño, Siglo de Oro und translatorische Verfahren.

Warum ist das Verfahren der "Auslassung" bei der Untersuchung so relevant?

Die Arbeit stellt fest, dass in vielen Übersetzungen Begriffe gestrichen werden, um den Lesefluss nicht zu stören, was jedoch dazu führt, dass der kulturelle Kontext für den Zielgruppenleser verloren geht.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor in Bezug auf die Vermittelbarkeit der Konzepte?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die reine Übersetzung oft nicht ausreicht; eine vollständige Vermittlung des kulturellen Gehalts würde häufig ergänzende Fußnoten oder Erklärungen im Paratext erfordern.

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Details

Title
Kulturelle Schlüsselbegriffe und Kulturwörter in der literarischen Übersetzung. "Desengaño" und "Engaño" in den Werken von Miguel de Cervantes und Pedro Calderón
College
University of Augsburg
Grade
1,7
Author
Julia Sinz (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V381338
ISBN (eBook)
9783668589728
ISBN (Book)
9783668589735
Language
German
Tags
kulturelle schlüsselbegriffe kulturwörter übersetzung desengaño engaño werken miguel cervantes pedro calderón
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Sinz (Author), 2014, Kulturelle Schlüsselbegriffe und Kulturwörter in der literarischen Übersetzung. "Desengaño" und "Engaño" in den Werken von Miguel de Cervantes und Pedro Calderón, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381338
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