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Kompetenz im Verhältnis zu System und Lebenswelt. Habermas´sche Gesellschaftstheorie als Grundlage für eine kritische Reflexion des Kompetenzbegriffs von Erpenbeck und Rosenstiel

Title: Kompetenz im Verhältnis zu System und Lebenswelt. Habermas´sche Gesellschaftstheorie als Grundlage für eine kritische Reflexion des Kompetenzbegriffs von Erpenbeck und Rosenstiel

Term Paper , 2012 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Timo Bleckwedel (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Diese Ausarbeitung versucht eine kritische Analyse des in den letzten Jahren eine zunehmende Verbreitung und Beliebtheit erfahrenden Kompetenzbegriffes. Hierzu wird Kompetenz und Kompetenzmessung in einem ersten Abschnitt erläutert. Der Kompetenz-Abschnitt schließt mit einer kritischen Zusammenfassung, die auf theorieimmanente Leerstellen hinweist. Es wird aufgezeigt, dass der zuvor explizierte Kompetenzbegriff einseitig auf die produktive Verarbeitung von Veränderung und Komplexitätszunahme abzielt. Moralische Fragen nach den Ursachen von gesellschaftlichen Veränderungen und den langfristigen Folgen der vom Kompetenzbegriff explizit erfassten, spontanen und kreativen Lösungshandlungen werden nicht gestellt.

Diese Leerstelle soll mit der Habermas´schen Gesellschaftstheorie gefüllt werden. Diese wird im folgenden Abschnitt skizziert. Insbesondere die im letzten Unterpunkt beschriebene Kolonialisierung der Lebenswelt liefert einen theoretischen Anknüpfungspunkt an den Kompetenzbegriff.
Im letzten Abschnitt wird versucht, die Gefahren eines rein zweckrational, ohne moralische Reflexionsebene, ausgerichteten Kompetenzbegriffes mithilfe des Habermas´schen Kolonialisierungstheorems zu begründen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kompetenz

2.1 Der Begriff: Kompetenz

2.2 Definition von Kompetenz

2.3 Kompetenzmessung

2.4 Einflussorte von Kompetenz (Schule, Beruf)

2.5 Kritische Zusammenfassung

3. Habermas Gesellschaftstheorie

3.1 Die Theorie des Kommunikativen Handelns

3.2 Diskurstheorie

3.3 System – Lebenswelt

3.4 Kolonialisierung der Lebenswelt

4. Zusammenfassende Kritik

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine kritische Analyse des Kompetenzbegriffes, insbesondere in der Lesart von Erpenbeck und von Rosenstiel, vor dem Hintergrund der Habermas’schen Gesellschaftstheorie vorzunehmen. Im Zentrum der Untersuchung steht die Forschungsfrage, inwiefern der moderne Kompetenzbegriff und die damit verbundenen Messverfahren eine zweckrationale Logik verfolgen, die eine "Kolonialisierung der Lebenswelt" begünstigen und moralische Reflexionsräume unterlaufen können.

  • Kritische Analyse des Kompetenzbegriffes in Wirtschaft und Bildung
  • Untersuchung der Habermas’schen Unterscheidung von System und Lebenswelt
  • Diskussion der Kolonialisierung der Lebenswelt durch systemische Imperative
  • Kritische Bewertung von Kompetenzmessverfahren und deren ethischen Implikationen
  • Zusammenhang zwischen Bologna-Prozess, ökonomischen Anforderungen und Kompetenzentwicklung

Auszug aus dem Buch

3.4 Kolonialisierung der Lebenswelt

Habermas geht davon aus, dass es eine Schwelle gibt, an der die in Abb. 5 dargestellte „[...] Mediatisierung der Lebenswelt in eine Kolonialisierung umschlägt [...]“ (Habermas 1988a: 471). Wie unter 3.4 erläutert, dienen Systeme eigentlich der Entlastung komplexer Gesellschaften, indem sie nicht auf konsensuale Verständigungsprozesse angewiesen sind. Sie steuern sich, nach zweckrationalen Maßgaben, selbst. Diese Unabhängigkeit von der Lebenswelt stellt einerseits eine Entlastung dar, andererseits kann es zu negativen Rückwirkungen auf die Lebenswelt kommen. Dabei unterscheidet Habermas zwei Folgen von negativen Systemeinflüssen:

Freiheitsverlust: Hier greifen funktionale Systemimperative auf kommunikativ vergesellschaftete Teile der Lebenswelt durch. Habermas schließt an Webers Beobachtungen zum Sinnverlust an und erklärt diesen mit der Monetarisierung und Bürokratisierung des Alltags. Das Private wird zunehmend durch Konsumismus und Leistungsmotive bestimmt und „[...] diese medieninduzierte Umstellung auf zweckrationale Handlungsorientierungen ruft die Reaktion eines von diesem Rationalitätsdruck entlastenden Hedonismus hervor.“(Habermas 1988a: 480).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik des Kompetenzbegriffes ein und skizziert die geplante kritische Auseinandersetzung mithilfe der Gesellschaftstheorie von Habermas.

2. Kompetenz: In diesem Kapitel werden der Begriff, die Definition und die Messbarkeit von Kompetenzen auf Basis des Standardwerkes von Erpenbeck und von Rosenstiel dargelegt und erste Leerstellen aufgezeigt.

3. Habermas Gesellschaftstheorie: Hier wird der theoretische Rahmen um die Theorie des kommunikativen Handelns, Diskurstheorie sowie die Differenzierung von System und Lebenswelt entfaltet.

4. Zusammenfassende Kritik: Der Autor führt die beiden Hauptbegriffe zusammen und kritisiert die Vereinnahmung der Wissenschafts- und Moralsphäre durch ökonomische Systemimperative.

Schlüsselwörter

Kompetenz, Kompetenzmessung, System, Lebenswelt, Kolonialisierung, Habermas, Zweckrationalität, Diskurstheorie, Bologna-Prozess, Erpenbeck, von Rosenstiel, Handlungskompetenz, Verdinglichung, Arbeit, Wirtschaftssystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch den in modernen Bildungs- und Wirtschaftskontexten verbreiteten Kompetenzbegriff und setzt ihn in Bezug zu den gesellschaftstheoretischen Überlegungen von Jürgen Habermas.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind der Kompetenzbegriff (nach Erpenbeck und von Rosenstiel), die Theorie des kommunikativen Handelns, das System-Lebenswelt-Modell sowie die Auswirkungen dieser Dynamiken auf Wissenschaft und Moral.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass der aktuelle Kompetenzbegriff primär eine zweckrationale Logik verfolgt, die gesellschaftliche Bereiche "kolonialisieren" kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse und der Anwendung der Habermas’schen Gesellschaftstheorie auf moderne Kompetenzkonstrukte basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Ausarbeitung des Kompetenzbegriffs, eine theoretische Grundlegung der Diskurstheorie nach Habermas und eine abschließende kritische Synthese beider Ansätze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Kompetenz, Kolonialisierung, Lebenswelt, System, Zweckrationalität und Diskurs.

Warum ist die Verbindung von Kompetenz und Wirtschaft laut Autor problematisch?

Der Autor argumentiert, dass Kompetenzen zunehmend als zweckrationale Imperative verstanden werden, die den Menschen in seiner Arbeitsrolle auf ökonomische Optimierung reduzieren und moralische Aushandlungsprozesse unterdrücken.

Welche Rolle spielt der Bologna-Prozess in dieser Untersuchung?

Der Bologna-Prozess dient als Beispiel für eine kolonialisierende Entwicklung, bei der die wissenschaftliche Sphäre zunehmend an den Imperativen des Wirtschaftssystems (Outcome-Orientierung) ausgerichtet wird.

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Details

Title
Kompetenz im Verhältnis zu System und Lebenswelt. Habermas´sche Gesellschaftstheorie als Grundlage für eine kritische Reflexion des Kompetenzbegriffs von Erpenbeck und Rosenstiel
College
Leuphana Universität Lüneburg  (Institut für Sozialpädagogik)
Course
Qualifikation oder Bildung? Zur Konstruktion eines kompetenztheoretischen (akademischen) Bildungsbegriffs
Grade
1,0
Author
Timo Bleckwedel (Author)
Publication Year
2012
Pages
36
Catalog Number
V385398
ISBN (eBook)
9783668599291
ISBN (Book)
9783668599307
Language
German
Tags
Jürgen Habermas Erpenbeck Rosenstiel Kompetenz Messung Diskurstheorie System Theorie des kommunikativen Handelns kolonialisierung lebenswelt kritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Timo Bleckwedel (Author), 2012, Kompetenz im Verhältnis zu System und Lebenswelt. Habermas´sche Gesellschaftstheorie als Grundlage für eine kritische Reflexion des Kompetenzbegriffs von Erpenbeck und Rosenstiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/385398
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