Der Mensch wird jeden Tag vor neuen Entscheidungen gestellt, sei es als Individuum oder in Gruppierungen. In der betrieblichen Praxis verhalten sich die Entscheidungsträger in ihrer Entscheidungsfindung lediglich unterschiedlich. Anhand verschiedener Untersuchungen in der Experimentalökonomie, kann man dieses Verhalten beobachten.
Anhand eines dieser experimentellen Evidenzen, soll in der Seminararbeit veranschaulicht werden, inwiefern sich Entscheidungen bei Individuen und in Gruppen verhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Entscheidungsfindung: Teams vs. Individuen
2.1 Die Entscheidung
2.2 Der Einzelentscheider
2.3 Die Entscheidung in Teams
3 Experimentelle Evidenz am Beispiel eines Lagerplanspiels
3.1 Aufbau des Lagerplanspiels
3.2 Beschreibung des Lagerplanspiels
4 Ergebnisdiskussion der experimentellen Evidenz
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Unterschiede in der Entscheidungsfindung zwischen Individuen und Gruppen anhand einer experimentellen Lagerplanspiel-Evidenz zu untersuchen und zu analysieren, ob Gruppen in komplexen Situationen zu besseren Ergebnissen gelangen als Einzelentscheider.
- Grundlagen der individuellen und kollektiven Entscheidungsfindung
- Konzeptionelle Unterschiede zwischen Einzel- und Teamentscheidungen
- Aufbau und Durchführung eines experimentellen Lagerplanspiels
- Analyse der Kostenverteilung bei verschiedenen Gruppengrößen
- Statistische Auswertung der Problemlösungskompetenz
Auszug aus dem Buch
3.1 Aufbau des Lagerplanspiels
Ein von Ludwig Pack veröffentlichtes funktionierendes Planspiel zur Lagerdisposition hat das Ziel eine typische Entscheidungssituation unter Unsicherheit zu schaffen (vgl. Dudda et al., 2010, S. 250–252). Dieses, für die Lehre konzipierte Planspiel, hat auch vierzig Jahre nach seiner Veröffentlichung nicht an Aktualität verloren. Für das Laborexperiment gingen vorab schon verschiedene Pretests mit kleineren Gruppen von Spielern voraus. Es wurde festgestellt, dass die Regeln und der Ablauf des Lagerplanspiels leicht zu verstehen sind und einfach kommunizierbar werden können (vgl. Dudda et al., 2010, S. 252).
Im Rahmen des Planspiels verwaltet der einzelne Spieler bzw. die spielende Gruppe ein Kühlschranklager eines Geschäfts, welches Kühlschränke veräußert. Das Lager wird als Cost Center geführt, indem die Verwalter für die Kosten zuständig sind. Aufgabe ist es, in einem Zeitraum von 25 Wochen, die anfallenden Lagerkosten zu senken. Eine Spielrunde wird als eine Woche definiert. Es ist notwendig den Lagerbetrieb gut zu betrachten, damit man eine Kostenminimierung realisieren kann (vgl. Dudda et al., 2010, S. 252).
In der ersten Spielrunde hat das Lager einen Lageranfangsbestand von 40 Kühlschränken. In den folgenden Wochen werden dann Kühlschränke nachgefragt, welche der Lagerverwalter aus seinem Lagerbestand decken muss. Erfolgt es dem Spieler nicht den Bestand zu decken, führt es zu einem Verlust des Deckungsbeitrags, auch „lost sales“ genannt, von 70 Geldeinheiten. Dieser Verlust wird der Kostenstelle des Lagerverwalters bei einer Lieferunfähigkeit als Fehlmengenkosten zugerechnet und es entstehen zudem weitere Lagerkosten. Jedem Kühlschrank, der sich Ende der Woche noch im Lager befindet, werden zwei Geldeinheiten der Kostenstelle des Spielers angelastet (vgl. Dudda et al. 2010, S. 252).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die existentielle Bedeutung von Entscheidungen und führt in die Fragestellung ein, ob sich Teams anders entscheiden als Individuen.
2 Grundlagen der Entscheidungsfindung: Teams vs. Individuen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Ansätze der Entscheidungstheorie, differenziert zwischen Individual- und Gruppenentscheidungen und beschreibt deren jeweilige Charakteristika.
3 Experimentelle Evidenz am Beispiel eines Lagerplanspiels: Es wird der Aufbau und die Durchführung des Lagerplanspiels detailliert dargestellt, um eine Grundlage für die anschließende Analyse zu schaffen.
4 Ergebnisdiskussion der experimentellen Evidenz: Hier werden die im Experiment erhobenen Daten ausgewertet und statistisch geprüft, um die Performanzunterschiede zwischen Einzelspielern und Teams zu bewerten.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert die Übertragbarkeit der Ergebnisse aus dem Planspiel auf die betriebliche Realität.
Schlüsselwörter
Entscheidungsfindung, Experimentalökonomie, Lagerplanspiel, Gruppenentscheidung, Individualentscheidung, Kostenminimierung, Fehlmengenkosten, Lagerkosten, Problemlösung, Teameffektivität, Unsicherheit, Rationalitätsanalyse, Entscheidungsmodelle, Gruppendynamik, betriebliche Praxis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob und wie sich Entscheidungen, die von Teams getroffen werden, von jenen durch Einzelpersonen unterscheiden, basierend auf experimentellen Daten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die Entscheidungstheorie, der Vergleich zwischen Einzelentscheidern und Teams sowie die praktische Anwendung in Form eines Lagerplanspiels.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, experimentelle Evidenz dafür zu finden, welcher Entscheidungsträgertyp – Individuum oder Team – in einer komplexen Lagerdispositionssituation erfolgreichere Ergebnisse erzielt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die Methode der Experimentalökonomie, konkret ein Lagerplanspiel-Experiment, zur Gewinnung und statistischen Auswertung von Entscheidungsdaten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die detaillierte Beschreibung des Lagerplanspiels sowie die empirische Diskussion der erzielten Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Entscheidungsfindung, Lagerdisposition, Gruppenentscheidung sowie Kostenoptimierung unter Unsicherheit.
Warum schneiden Teams im Lagerplanspiel besser ab?
Laut den Ergebnissen der Arbeit profitieren Teams von einem breiteren Spektrum an Qualifikationen und einer effizienteren Arbeitsteilung, was die Fehlerquote senkt.
Welche Rolle spielt die Heterogenität in den Gruppen?
Die Arbeit zeigt, dass heterogene Gruppen zwar komplexere Kommunikationsprozesse und erhöhten Stress aufweisen, diese Nachteile jedoch durch die resultierende höhere Lösungsqualität überkompensiert werden.
Haben soziodemographische Merkmale das Ergebnis beeinflusst?
Nein, Merkmale wie Alter oder Abiturnoten zeigten keinen maßgeblichen Zusammenhang mit dem Erfolg im Experiment; lediglich das Geschlecht wies vereinzelt Unterschiede auf.
Was ist das zentrale Fazit der Autorin?
Die Autorin schlussfolgert, dass Gruppen bei wiederkehrenden Problemen unter Unsicherheit tendenziell die besseren Problemlöser sind, wenngleich eine Übertragung auf alle betrieblichen Situationen differenziert zu betrachten ist.
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- Yasemin Yilmaz (Author), 2017, Entscheiden Teams anders als Individuen? Evidenzen aus der Experimentalökonomie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/387774