In dieser wissenschaftlichen Arbeit soll die schulische Darstellung der Grammatik mit Blick auf die Wortartenklassifikation aus linguistischer Perspektive analysiert werden. Dabei soll die Frage, inwieweit die Darstellung im Schulbuch wissenschaftlichen korrekt ist, beantwortet und unterdessen die Stärken und Schwächen dieser herausgearbeitet werden.
Zuvorderst soll auf den Begriff Grammatik näher eingegangen werden und folgend die strukturellen Unterschiede zwischen linguistischer und didaktischer Grammatik dargelegt werden. Daran anknüpfend folgt die allgemeine Betrachtung der Wortartenklassifikation des Deutschen, um die Komplexität dieser Thematik zu verdeutlichen. Dabei werden unterschiedliche Klassifikationskriterien aufgezeigt und kritisch betrachtet. Im Anschluss wird – auf Grundlage des zuvor Erarbeiteten – die Wortartenklassifikation im Schulbuch betrachtet und analysiert. Hierbei soll zuerst auf den Klassifikationsgedanken – vordergründig mit Blick auf die Einführung der Thematik und ihren Hintergrund – und anschließend auf die Klassifikationskriterien eingegangen werden.
Die Schlussbetrachtung der Arbeit besteht aus einem kurzen Resümee, hauptsächlich jedoch aus der Rekapitulation und Rezension der gewonnen Erkenntnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung
2. Grammatik
2.1. Differenz zwischen linguistischer und didaktischer Grammatik
3. Wortartenklassifikation des Deutschen
3.1. Klassifikationskriterien
3.1.1. Morphologisches Kriterium
3.1.2. Syntaktisches Kriterium
3.1.3. Semantisches Kriterium
3.2. Zusammenfassung
4. Grammatikdarstellung im Schulbuch
4.1. Deutschbuch 1 (Cornelsen)
4.1.1. Klassifikationsgedanke
4.1.2. Klassifikationskriterien
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wortartenklassifikation im Deutschunterricht der Sekundarstufe I, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, inwieweit die Darstellung von Wortarten in einem aktuellen Schulbuch wissenschaftlich korrekt ist und welche Stärken bzw. Schwächen sich daraus für die Vermittlung ergeben.
- Vergleich zwischen wissenschaftlicher und didaktischer Grammatik
- Kriterien der Wortartenklassifikation (morphologisch, syntaktisch, semantisch)
- Analyse des "Deutschbuch 1" von Cornelsen
- Reflexion der Konstruiertheit von Wortarten im Unterricht
- Optimierungspotenzial für die schulische Grammatikvermittlung
Auszug aus dem Buch
3.1.1. MORPHOLOGISCHES KRITERIUM
Um Wörter zu kategorisieren, können morphologische Kriterien angewendet werden. Da das Deutsche zu den flektierenden Sprachen zählt, bietet sich dieses Kriterium zur Einteilung der Wortarten an. Das genannte Unterscheidungsmerkmal rekurriert bei der Kategorisierung der Wortarten auf Flexionsmerkmale der Wörter.
Der erste Schritt bei der Klassifizierung nach dem morphologischen Kriterium ist, den Wortschatz in flektierbare und nicht flektierbare Wörter zu segmentieren. Weiter lässt sich der flektierbare Wortschatz anhand der jeweiligen Flexionsart – Deklination oder Konjugation – subklassifizieren. Darauf folgend kann zwischen Wörtern, die – zusätzlich zur Flexion in Kasus und Numerus – in verschiedene Genera flektiert werden und solchen, die genusfest sind, unterschieden werden. Die Komparierbarkeit stellt das letzte Flexionsmerkmal dar, auf welches sich das morphologische Kriterium bei der Einteilung stützt. Folgt man stringent diesem Kriterium, ergeben sich fünf Wortarten: Verb, Substantiv, Adjektiv, Begleiter und Partikel. Diese hat Glinz bereits im Jahr 1970 in seiner Fünf-Wortarten-Lehre deskribiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung: Die Einleitung thematisiert bestehende Grammatikdefizite bei Studierenden und leitet die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung von Wortartenklassifikationen im Schulbuch her.
2. Grammatik: Dieses Kapitel definiert den Begriff Grammatik als wissenschaftliche Regelbeschreibung und arbeitet die grundlegenden Unterschiede zwischen linguistischer und didaktischer Grammatik heraus.
3. Wortartenklassifikation des Deutschen: Es werden die drei zentralen Klassifikationskriterien – morphologisch, syntaktisch und semantisch – detailliert dargestellt und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf den deutschen Wortschatz kritisch diskutiert.
4. Grammatikdarstellung im Schulbuch: Anhand des Lehrwerks "Deutschbuch 1" wird analysiert, wie Wortarten im Unterricht eingeführt werden und ob die gewählte didaktische Reduktion wissenschaftlichen Anforderungen standhält.
5. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert, dass die Darstellung im analysierten Schulbuch zwar didaktisch begründbar ist, jedoch durch mangelnde Reflexion der Konstruiertheit von Wortarten wissenschaftliches Optimierungspotenzial ungenutzt lässt.
Schlüsselwörter
Wortarten, Wortartenklassifikation, Schulgrammatik, Didaktik, linguistische Grammatik, morphologische Kriterien, syntaktische Kriterien, semantische Kriterien, Sprachbewusstheit, Deutschbuch, Grammatikdarstellung, Klassifikationsmodell, Flektion, Wortschatz, Sprachsensibilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Wortarten in Schulbüchern klassifiziert werden und prüft, inwieweit diese schulische Darstellung wissenschaftlich fundiert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die linguistischen Grundlagen der Wortartenklassifikation, den Vergleich von fachwissenschaftlicher und didaktischer Grammatik sowie die praktische Analyse eines Sprachbuchs.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die Darstellung der Wortartenklassifikation im untersuchten Schulbuch wissenschaftlich korrekt ist und welche Stärken oder Schwächen damit einhergehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Untersuchung, die theoretische Konzepte der Sprachwissenschaft mit der didaktischen Realität der Schulbuchdarstellung kontrastiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die morphologischen, syntaktischen und semantischen Kriterien der Wortartenbildung und wendet diese kritisch auf die im "Deutschbuch 1" vorgenommene Kategorisierung an.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wortarten, Sprachbewusstheit, Didaktik, Grammatikdarstellung, linguistische Kriterien und Schulbuchanalyse sind die zentralen Schlagworte.
Warum wird im Buch das "Deutschbuch 1" von Cornelsen analysiert?
Das Lehrwerk wurde exemplarisch gewählt, um anhand eines konkreten Leitmediums des Deutschunterrichts die Art und Weise der Wortartenvermittlung für Fünftklässler zu beleuchten.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Wortartenvermittlung?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Vermittlung zwar verständlich ist, aber durch zu geschlossene Formulierungen die Konstruiertheit sprachlicher Kategorien verschleiert, was das fachliche Verständnis der Schüler einschränken könnte.
Wie könnten Schüler besser an Wortarten herangeführt werden?
Die Autorin empfiehlt, den Schülern Operatoren an die Hand zu geben, mit denen sie eigene Klassifikationsversuche unternehmen und die Konstruiertheit von Sprache reflektieren können, statt nur deklaratives Wissen aufzunehmen.
- Citation du texte
- Lisa Maria Hoffmann (Auteur), 2016, Wortarten. Eine Betrachtung der Wortartenklassifikation im Schulbuch aus wissenschaftlicher Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/415794