Diese Arbeit wird sich mit den Bedingungen eines inklusiven Geschichtsunterrichts beschäftigen. Zunächst werden grundlegende Begrifflichkeiten erklärt, die den weiteren Einstieg in die Materie erleichtern sollen. Anschließend werden unterschiedliche Gelingensbedingungen eines Sachunterrichts im Rahmen einer heterogenen Gruppe genauer beleuchtet. Darauffolgend dient die exemplarische Darstellung einer Unterrichtseinheit zur Veranschaulichung des Sachverhalts. Abschließend sollen alle vorangegangenen Erläuterungen in einen Zusammenhang gebracht werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN UND THEORETISCHE HINTERGRÜNDE
2.1 HETEROGENITÄT
2.2 DIFFERENZIERUNG UND INDIVIDUALISIERUNG
2.3 INKLUSIVER UNTERRICHT
3. DIE VERWIRKLICHUNG INKLUSIVEN GESCHICHTSUNTERRICHTS
3.1 FACHDIDAKTIK UND INKLUSION
3.2 ROLLE DER LEHRKRAFT
3.3 INDIVIDUALISIERUNG DURCH DIFFERENZIERUNGSMÖGLICHKEITEN
4. EIN PRAXISBEISPIEL: AKZEPTANZ UND WIDERSTAND IN DER NS-ZEIT
4.1 BEZUG ZUM LEHRPLAN FÜR DIE BAYERISCHE MITTELSCHULE
4.2 BEGRÜNDUNG DER THEMENWAHL
4.3 METHODISCH-DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN
5. RESUMÉE
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegenden Bedingungen und didaktischen Möglichkeiten für die Gestaltung eines inklusiven Geschichtsunterrichts. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Lehrkräfte durch Differenzierung und Individualisierung den vielfältigen Lernvoraussetzungen in heterogenen Lerngruppen gerecht werden können und wie dies anhand des Themas "Akzeptanz und Widerstand in der NS-Zeit" konkret in der Praxis umgesetzt werden kann.
- Grundlagen der Inklusion, Heterogenität und Individualisierung in der Pädagogik.
- Herausforderungen und Rollen der Lehrkräfte bei der Gestaltung inklusiven Fachunterrichts.
- Differenzierungsstrategien als methodisches Werkzeug für den inklusiven Geschichtsunterricht.
- Konkrete Umsetzung einer Unterrichtseinheit unter Berücksichtigung des bayerischen Mittelschullehrplans.
Auszug aus dem Buch
3.3.2 Differenzierungsstrategien
Differenzierung kann in unterschiedlicher Art und Weise erfolgen. Hierzu wird die Aufgliederung nach BÖNSCH in drei wesentliche Strategien herangezogen. Er unterscheidet unterrichtsprozessbezogene innere Differenzierung, äußere Differenzierung und freigebende innere Differenzierung. Unterrichtsprozessgebundene innere Differenzierung beschreibt unter Einbezug von Instruktions-, Bearbeitungs- und Nachgehender Differenzierung ein drei-Stufen Modell bei dem der Unterrichtsprozess dahingehend ausdifferenziert wird, dass jeder Schüler/ jede Schülerin ihr Ziel erreicht.
Zu Beginn wird dabei ein situations-, handlungs- und theorieorientiertes Unterrichtskonzept ausgearbeitet, das im zweiten Schritt – der Bearbeitungsdifferenzierung – durch die passende Auswahl von Gruppenarbeit, Selbstständigem- oder Intensivlernen begleitet wird. Die Nachgehende Differenzierung kommt als abschließender Punkt zum Einsatz, wenn ein Ziel trotz der vorausgehenden Bemühungen nicht erreicht werden konnte. In diesem Fall gilt es variable Übungsmöglichkeiten zur Vervollständigung des Lernprozesses anzubieten. Äußere Differenzierung ist in Anlehnung an BÖNSCH ebenfalls in drei Teile gliederbar. Das Setting ist die Form, die am häufigsten umgesetzt wird.
Sie beschreibt die Unterteilung in vier Levels nach qualitativen und quantitativen Ansprüchen und ist durch ihre geringe Mobilität zwischen den vier Ebenen für inklusiven Unterricht nicht besonders geeignet. Diese Form ist zum Beispiel kennzeichnend für den Ausbau des deutschen Bildungssystems (Aufspaltung in weiterführende Schulen). Gleitende und Flexible Differenzierung sind daraus weiterentwickelt worden und eher aus dem Blickwinkel inklusiver Pädagogik zu befürworten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Dieses Kapitel verortet die Thematik im aktuellen bildungspolitischen Diskurs und betont die Bedeutung von Inklusion, Heterogenität und Individualisierung für das deutsche Schulsystem.
2. BEGRIFFSERKLÄRUNGEN UND THEORETISCHE HINTERGRÜNDE: Hier werden die zentralen Begriffe Heterogenität, Differenzierung, Individualisierung und Inklusiver Unterricht theoretisch definiert und in den pädagogischen Kontext eingeordnet.
3. DIE VERWIRKLICHUNG INKLUSIVEN GESCHICHTSUNTERRICHTS: Das Kapitel analysiert fachdidaktische Herausforderungen, die neue Rolle der Lehrkraft sowie konkrete Differenzierungsmöglichkeiten für einen inklusiven Geschichtsunterricht.
4. EIN PRAXISBEISPIEL: AKZEPTANZ UND WIDERSTAND IN DER NS-ZEIT: Anhand dieses historischen Themas wird aufgezeigt, wie der Lehrplan für die bayerische Mittelschule mit inklusiven Lehrmethoden verknüpft und methodisch-didaktisch in der Praxis angewendet werden kann.
5. RESUMÉE: Dieses Kapitel zieht ein Fazit, in dem betont wird, dass die inklusive Haltung der Lehrkraft und der Verzicht auf Selektion wesentliche Voraussetzungen für das Gelingen inklusiven Geschichtsunterrichts sind.
Schlüsselwörter
Inklusion, Geschichtsunterricht, Heterogenität, Individualisierung, Differenzierung, Inklusive Didaktik, NS-Zeit, Widerstand, Lehrplan, Mittelschule, Pädagogik, Lernvoraussetzungen, Schulentwicklung, Teamteaching, Handlungsorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den notwendigen Voraussetzungen und Methoden, um Geschichtsunterricht in inklusiven Lerngruppen erfolgreich zu gestalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind Inklusion, Heterogenität, der Einsatz von Differenzierungsstrategien sowie die praktische Anwendung an einem historischen Beispiel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch Individualisierung und Differenzierung den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in heterogenen Klassen im Fach Geschichte gerecht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die theoretische Grundlagen aus der Literatur mit praxisorientierten Überlegungen für den Unterricht verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Begriffe der Inklusion, die didaktischen Anforderungen an inklusive Lehrkräfte und differenzierte Unterrichtsstrategien (wie Werkstattunterricht) für das historische Thema "Akzeptanz und Widerstand in der NS-Zeit".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Geschichtsunterricht, Heterogenität, Differenzierung, Individualisierung und Handlungsorientierung.
Warum wurde das Thema "Akzeptanz und Widerstand in der NS-Zeit" gewählt?
Die Wahl begründet sich darin, dass die Werte der Kämpfer gegen das NS-Regime (wie Chancengleichheit und Anti-Diskriminierung) grundlegende Ideale inklusiver Bildung widerspiegeln.
Warum ist die "innere Differenzierung" für Inklusion besonders wichtig?
Im Gegensatz zur äußeren Differenzierung, die oft auf Selektion basiert, ermöglicht die innere Differenzierung eine bedürfnisorientierte Förderung innerhalb der gesamten Lerngruppe.
- Arbeit zitieren
- Jule Ried (Autor:in), 2018, Grundlegende Überlegungen zur Gestaltung inklusiven Geschichtsunterrichts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/419077