Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Vertriebsstrukturen im Bankenbereich zu analysieren. Dabei werden sowohl Trends in der Branche als auch die bereits verfügbaren Anwendungsbereiche analysiert. Zusätzlich wird den Lesenden ein Überblick über die Zielgruppen des Retail Banking gegeben und auf die Bedeutung einer bedürfnisorientierten Kundenansprache eingegangen.
Die Finanzkrise von 2008 führte zum Verlust des Vertrauens in die Finanzwirtschaft. Die Bankbranche muss seit der Krise neben den strengen Vorschriften des Baseler Ausschusses, auch die langanhaltende Niedrigzinslage und die wandelnde KundInnenloyalität berücksichtigen. Demnach hat sich mit dem Anstieg der Internetnutzung auch das Kommunikations- und Konsumverhalten der Menschen verändert. Mit der richtigen Umsetzung von Bank 2.0 haben Finanzinstitute jedoch die Möglichkeit, ihre KundInnen auch in sozialen Netzwerken zu erreichen, um einerseits eine langfristige Beziehung aufzubauen und andererseits das Auftreten des Unternehmens zu verstärken. Die Entwicklung von sogenannten Finanztechnologie-Unternehmen, welche zunehmend über soziale Medien agieren, und der Trend des Multi-Channel-Banking verstärken die Tatsache, dass die Digitalisierung ein Pflichtprogramm für jede Bank ist. Die Kunden von morgen sind im Mittelpunkt jeder erfolgreichen Retail Banking Strategie und bilden zugleich das Fundament, auf dem die Banken aufbauen. Aus diesem Grund müssen Banken trotz der schwierigen Phase, in der sie sich befinden, auf die Veränderung des KundInnenverhaltens reagieren, um in der Zukunft weiterhin Erträge generieren zu können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsziel
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Die Vertriebsstrukturen im Bankensektor
2.1 Die klassische Retail Bank
2.2 Direktbanken
3 Gründe für die Digitalisierung und Dynamisierung in der Bankenbranche
3.1 Regulatorische Veränderungen nach der Finanzkrise
3.2 Fintech: Entstehung eines neuen Marktes
3.3 BankkundInnen und ihre wandelnde Loyalität
4 Technologische Treiber des Digitalisierungstrends
4.1 Electronic Banking
4.2 Bank 2.0
4.3 Trend zum Multi-Channel-Banking
5 Conclusio
5.1 Zusammenfassung und Beantwortung der Forschungsfragen
5.2 Ergebnisdiskussion und Limitation
5.3 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der voranschreitenden Digitalisierung auf die Vertriebsstrukturen im Retail Banking. Ziel ist es, die technologischen Treiber und die veränderten Kundenanforderungen zu analysieren, um aufzuzeigen, wie Finanzinstitute durch strategische Anpassungen ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern und langfristige Kundenbeziehungen im digitalen Zeitalter aufrechterhalten können.
- Analyse der Transformation klassischer Retail-Bank-Modelle
- Einfluss regulatorischer Veränderungen und des Markteintritts von Fintechs
- Die Bedeutung von Bank 2.0 und Multi-Channel-Banking
- Wandel des Kundenverhaltens und Strategien zur Steigerung der Kundenloyalität
Auszug aus dem Buch
3.2 Fintech: Entstehung eines neuen Marktes
Laut einer Studie aus den USA veränderten nach der globalen Finanzkrise von 2008 regulatorische Veränderungen und technologische Entwicklungen das Wesen der Finanzmärkte. Die Risikobereitschaft der Finanzinstitute und die Art und Weise wie sie bisher gearbeitet haben, musste sich grundlegend ändern. (vgl. Arner et al. 2017, S.375)
Kalmykova und Ryabova aus der Tomsk Polytechnic University in Russland gehen in ihrer Studie auf die Entwicklung eines neuen Marktes ein. Fintech heißt der neue Konkurrent der Bankindustrie. (vgl. Kalmykova/Ryabova 2016, S.1)
Thomas Puschmann beschreibt den Begriff Fintech in seiner Studie als eine Zusammensetzung aus den Wörtern Financial und Technology und betont, dass Fintechs mittlerweile zu den am schnellsten wachsenden Märkten gehört (vgl. Puschmann 2016, S.70).
Der russischen Studie zufolge wird die Finanztechnologie als ein Wirtschaftszweig beschrieben, indem Unternehmen durch den Einsatz von neuen Technologien verschiedene Finanzdienstleistungen anbieten, um Prozesse für sich effizienter und für die Kunden bequemer gestalten zu können (vgl. Kalmykova/Ryabova 2016, S.1).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert die Problemstellung durch den digitalen Wandel und setzt das Ziel, die Auswirkungen der Digitalisierung auf das Retail Banking wissenschaftlich zu untersuchen.
2 Die Vertriebsstrukturen im Bankensektor: Dieses Kapitel erläutert die Unterschiede zwischen klassischer Retail Bank und Direktbank als Grundlage für das Verständnis moderner Vertriebswege.
3 Gründe für die Digitalisierung und Dynamisierung in der Bankenbranche: Es werden regulatorische Zwänge, der Aufstieg von Fintechs und die sinkende Loyalität der Bankkunden als Treiber für den Veränderungsdruck analysiert.
4 Technologische Treiber des Digitalisierungstrends: Hier werden technische Innovationen wie Electronic Banking, das Konzept Bank 2.0 und der Multi-Channel-Ansatz als Werkzeuge für Banken vorgestellt.
5 Conclusio: Das Abschlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Limitationen der Studie und gibt einen Ausblick auf künftige Entwicklungsbereiche.
Schlüsselwörter
Digitalisierung, Retail Banking, Bank 2.0, Multi-Channel-Banking, Fintech, Kundenloyalität, Finanzkrise, Bankvertrieb, Online-Banking, Kundenbeziehungsmanagement, CRM, Bankenbranche, technologische Innovationen, Wettbewerbsfähigkeit, Finanztechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit befasst sich mit dem Transformationsprozess des Retail Bankings unter dem Einfluss der zunehmenden Digitalisierung und den daraus resultierenden Veränderungen der Vertriebsstrukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf den technologischen Treibern wie Electronic Banking, der Entstehung neuer Konkurrenz durch Fintechs sowie der Anpassung an ein geändertes Kundenverhalten.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Hauptziel ist die Analyse, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Vertriebsstrukturen im Bankensektor hat und wie Banken darauf reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer systematischen Auswertung und Bewertung aktueller wissenschaftlicher Quellen, Fachliteratur und akademischer Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung bestehender Vertriebsstrukturen, die Analyse der Ursachen für den digitalen Wandel sowie die Vorstellung technologischer Lösungsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Digitalisierung, Retail Banking, Bank 2.0, Multi-Channel-Banking, Fintechs und Kundenbindung.
Wie unterscheidet sich die "klassische Retail Bank" von "Direktbanken"?
Während die klassische Retail Bank primär auf das Filialnetz und physische Kundenberatung setzt, nutzen Direktbanken das Internet als Primärkanal für effizientere, kostengünstigere Prozesse.
Warum ist das Konzept "Bank 2.0" für Institute von Bedeutung?
Bank 2.0 ermöglicht es Banken, soziale Medien und interaktive Plattformen zu nutzen, um eine langfristige, vertrauensvolle Kundenbeziehung aufzubauen und nicht nur als reine Informationsquelle zu fungieren.
- Citar trabajo
- Mehmet Ünver (Autor), 2017, Die Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf die Vertriebskanäle im Retail Banking, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421265