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Alphabetisierung, Differenz und Aufmerksamkeit. Literacy im Kontext der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsdebatte

Title: Alphabetisierung, Differenz und Aufmerksamkeit. Literacy im Kontext der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsdebatte

Term Paper , 2018 , 20 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dr. Bernd Aschenbrenner (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Der Schriftphilosoph Jacques Derrida sprach davon, dass alle Bücher eine Form der Pädagogik umsetzen, welche ihre Bestimmung darin erfüllt, die Leser zu bilden und zu gestalten. Die hier vorgenommene theoretische Untersuchung konzentriert sich ebenfalls auf Formen der Literacy im Sinne von Lese-, Schreib- und Medienkompetenz, wie sie an der Schule vermittelt wird, untersucht am Forschungsgegenstand des kritisch zu betrachtenden Syndroms der Aufmerksamkeits-Defizit-Störung (kurz ADHS), die entweder mit oder ohne Hyperaktivität diagnostiziert wird. Untersuchungsgrundlage ist hierbei, ob es Zusammenhänge zwischen schulisch vermittelter Alphabetisierung, Differenz und Aufmerksamkeit gibt, die sich in einer allgemein zu betrachtenden ADHS-Diagnostik abbilden oder ob solche Diagnosen mit einer gesamtgesellschaftlichen Aufmerksamkeitsstörung zusammenhängen, wie sie der Medientheoretiker Bernard Stiegler darlegt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. AD(H)S-Diagnosen als Untersuchungsgegenstand

2.1 Kritische Betrachtung der Diagnostik von AD(H)S

2.2 AD(H)S als Symptom einer Symbolisierungsstörung in der Sprachentwicklung

3. Literacy, Entwicklung und Differenz

3.1 Objektbeziehungen und Sprachentwicklung

3.2 Schriftentwicklung und zeichenbasierte Differenz

4. AD(H)S-Diagnostik und Literacy

4.1 Aufmerksamkeitsstörungen zwischen Tiefen-Aufmerksamkeit und Hyper-Aufmerksamkeit

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den Zusammenhang zwischen schulpädagogisch vermittelter Literacy (Lese-, Schreib- und Medienkompetenz) und der Diagnose AD(H)S, wobei sie die Forschungsfrage verfolgt, inwieweit die inflationäre Diagnostik bei Kindern die Notwendigkeit einer fundierten schulischen Literacy-Erziehung untergräbt oder stützt. Dabei wird analysiert, ob AD(H)S eher als bindungstheoretisches Defizit und Symbolisierungsstörung verstanden werden sollte als rein medikamentös zu behandelnde Aufmerksamkeitsstörung.

  • Kritische Analyse der AD(H)S-Diagnostik aus pädagogischer Sicht
  • Die Rolle von Bindungstheorie und Mentalisierung für die Sprachentwicklung
  • Literacy als Differenzprozess zwischen Zeichen, Bedeutung und Subjektivität
  • Einfluss der Digitalisierung auf Aufmerksamkeitsformen (Hyper- vs. Tiefen-Aufmerksamkeit)
  • Die Bedeutung schulischer Bildung zur Förderung einer reflektierten Mediennutzung

Auszug aus dem Buch

2.1 Kritische Betrachtung der Diagnostik von AD(H)S

Eine medikamentenbasierte Behandlung der Diagnose AD(H)S wird auf Seite der tiefenpsychologischen und psychoanalytischen Behandlungsführung und -therapie oft hinterfragt (vgl. Leuzinger-Bohleber et al. 2008: 650). Einen Überblick bietet die Frankfurter Präventionsstudie (FPS) (vgl. ebd.: 621). Grundsätzliche Anfänge der Diagnostik von AD(H)S gibt es schon um 1900, wo man das unaufmerksame Verhalten von Kindern in einer Störung des zentralen Nervensystems annahm (vgl. Heinemann/Hopf 2006: 9). Die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegebenen und kassenärztlich anerkannten Diagnosemanuale DSM-IV und das ICD-10 zeigen die Faktoren einer Diagnose in den Standardisierungen von Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität, sowie Impulsivität, welche bereits vor dem Erreichen des 7. Lebensjahres auftreten und mit einer Beeinträchtigung des sozialen Umfelds zusammenhängen (vgl. ebd.: 10-11). Gerade aufgrund der bildungswissenschaftlichen Aktualität, ist relevant, vor allem im Hinblick auf lebenslanges Lernen, dass AD(H)S bei Erwachsenen zentral in die Forschung rückt, wie die Neubenennung der Leitlinien in „ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen“ verdeutlicht (vgl. Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften 2017). Diese momentan erfolgte Erneuerung der Leitlinien für AD(H)S wurde bereits Ende 2017 eingereicht, ist allerdings noch nicht abrufbar, da das Peer-Review noch nicht abgeschlossen ist (vgl. ebd.). Aus diesem Grund muss hier noch auf die Leitlinie „Hyperkinetische Störungen“ verwiesen werden (vgl. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 2007: 239-254).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Forschungsfrage zum Zusammenhang zwischen schulischer Literacy-Erziehung und AD(H)S-Diagnosen unter Einbezug bildungstheoretischer Ansätze.

2. AD(H)S-Diagnosen als Untersuchungsgegenstand: Diskussion der kontroversen Ursachen von AD(H)S und der psychodynamischen Perspektive auf Bindung und Mentalisierung.

2.1 Kritische Betrachtung der Diagnostik von AD(H)S: Auseinandersetzung mit der medikamentenbasierten Standarddiagnostik und der klinischen Einordnung hyperkinetischer Störungen.

2.2 AD(H)S als Symptom einer Symbolisierungsstörung in der Sprachentwicklung: Analyse des Zusammenhangs von Bindungserfahrungen, Mentalisierungsfähigkeit und Symbolbildung bei Kindern.

3. Literacy, Entwicklung und Differenz: Theoretische Grundlegung von Literacy als Prozess der Zeichenbildung, der eng mit der kognitiven und psychischen Entwicklung verknüpft ist.

3.1 Objektbeziehungen und Sprachentwicklung: Betrachtung der Bedeutung von Objektbeziehungen für die Identitätsbildung und die Symbolisierung bei Kindern.

3.2 Schriftentwicklung und zeichenbasierte Differenz: Untersuchung der Differenz zwischen Signifikant und Signifikat in der Schrift und deren Bedeutung für die Bewusstseinsbildung.

4. AD(H)S-Diagnostik und Literacy: Zusammenführung der theoretischen Befunde zur Bedeutung von schulischem Lernen für die neurologische und psychische Entwicklung.

4.1 Aufmerksamkeitsstörungen zwischen Tiefen-Aufmerksamkeit und Hyper-Aufmerksamkeit: Kritik an den Auswirkungen der Digitalisierung auf die kindliche Konzentrationsfähigkeit und Plädoyer für schulische Literacy-Bildung.

5. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Argumentation für einen bildungswissenschaftlich fundierten Umgang mit AD(H)S und Literacy.

Schlüsselwörter

AD(H)S, Literacy, Bindungstheorie, Mentalisierung, Symbolisierungsstörung, Schulpädagogik, Differenztheorie, Tiefen-Aufmerksamkeit, Hyper-Aufmerksamkeit, Digitalisierung, Objektbeziehungen, Psychoanalyse, Medienkompetenz, Erziehung, Psychodynamik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das kritische Spannungsfeld zwischen der zunehmenden AD(H)S-Diagnostik bei Kindern und der schulpädagogischen Vermittlung von Literacy-Kompetenzen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Bindungstheorie, die Bedeutung von Mentalisierung, zeichentheoretische Grundlagen nach Jacques Derrida sowie die Auswirkungen digitaler Medien auf die Aufmerksamkeit von Kindern.

Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?

Die Forschungsfrage lautet, inwieweit die schulische Literacy-Erziehung eine essenzielle Bildungsbedingung darstellt, die durch eine inflationäre AD(H)S-Diagnostik bei Kindern gefährdet oder in ihrer Bedeutung verkannt werden könnte.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Untersuchung, die psychoanalytische Ansätze, bindungstheoretische Forschung sowie bildungswissenschaftliche Konzepte kombiniert und kritisch reflektiert.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert AD(H)S als mögliches Symptom von Bindungsdefiziten, verknüpft dies mit dem Literacy-Begriff und hinterfragt die Auswirkungen von modernen Medien auf die menschliche Aufmerksamkeit (Tiefen- vs. Hyper-Aufmerksamkeit).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch die Begriffe AD(H)S, Literacy, Mentalisierung, Bindungstheorie und Zeichentheorie charakterisieren.

Warum wird die Bindungstheorie so stark in den Kontext der AD(H)S-Diagnostik gestellt?

Der Autor argumentiert, dass AD(H)S-Symptome häufig auf unzureichend entwickelte Objektbeziehungen und Schwierigkeiten bei der Symbolisierung zurückzuführen sind, anstatt rein biologisch-medikamentöse Ursachen zu haben.

Welche Lösung schlägt der Autor für die durch Medien verursachten Aufmerksamkeitsdefizite vor?

Der Autor plädiert für eine bewusste schulische Literacy-Erziehung, die Kindern hilft, wieder zu einer tiefen Konzentration (Tiefen-Aufmerksamkeit) zu finden, anstatt lediglich die Symptome medikamentös zu behandeln.

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Details

Title
Alphabetisierung, Differenz und Aufmerksamkeit. Literacy im Kontext der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsdebatte
College
University of Hagen
Grade
1,3
Author
Dr. Bernd Aschenbrenner (Author)
Publication Year
2018
Pages
20
Catalog Number
V421402
ISBN (eBook)
9783668688520
ISBN (Book)
9783668688537
Language
German
Tags
ADHS Literacy Aufmerksamkeit Alphabetisierung Differenz Hyperaktivität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Bernd Aschenbrenner (Author), 2018, Alphabetisierung, Differenz und Aufmerksamkeit. Literacy im Kontext der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsdebatte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/421402
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