Die Unterrichtsplanung wurde für eine 3. Klasse mit dem Thema "Der barmherzige Samariter" erstellt.
In der betreffenden Religionsgruppe der Klasse 3 der Schule befinden sich 14 Kinder. Diese sind zwischen acht und neun Jahren alt, wovon jeweils sieben Kinder Jungen und sieben Kinder Mädchen sind. Die Lerngruppe setzt sich aus den SuS der Klassen 3a und 3b zusammen. Diese klassenübergreifende Mischung hat jedoch keine erkennbaren, negativen Auswirkungen auf das soziale Klima innerhalb der Religionsgruppe.
Die Lerngruppe ist auch bezüglich ihrer religiösen Zugehörigkeit sehr heterogen: Neun Kinder sind evangelisch, ein Kind ist serbisch-orthodox, ein Kind ist griechisch-orthodox und drei Kinder sind konfessionslos. Entsprechend unterschiedlich ist auch das religiöse Vorwissen der SuS. Einige Kinder besuchen dieses Schuljahr zum ersten Mal den Religionsunterricht.
Die Klasse besitzt bisher nur wenig fachliche Vorerfahrung in Bezug auf Jesus und seine Gleichnisse. In diesem Schuljahr wurden noch keine Gleichnisse behandelt..
Die SuS der Klasse 3 lassen sich aufgrund ihres Alters nach Piaget dem konkret-operationalen Denken zuordnen. Den Kindern ist es demnach möglich, ausgehend vom Gleichnis des barmherzigen Samariters abstrakte Vorstellungen von dessen Aussage anzustellen. Kinder diesen Alters nehmen zunehmend wahr, dass das Einhalten von Regeln unerlässlich für das Funktionieren menschlichen Lebens ist. Auch das Gleichnis vom barmherzigen Samariter zeigt den SuS Regeln auf. Regeln zum Umgang miteinander. Einander zu helfen, anderen mit Respekt und Toleranz zu begegnen und sich nicht von äußeren Umständen beeinflussen zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsanalyse
1.1 Soziokulturelle Voraussetzungen
1.2 Fachliche Voraussetzungen und Entwicklungsstand der SuS
1.3 Methodische Voraussetzungen
2. Didaktische Analyse
2.1 Begründung des Themas vor dem Hintergrund der Lerngruppe
2.2 Einbettung der Stunde in den Gesamtzusammenhang
2.3 Legitimation des Themas vor dem Hintergrund des Bildungsplans
2.4 Lernziele
3. Sachanalyse
3.1 Das Lukasevangelium
3.2 Nächstenliebe
3.3 Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37)
4. Methodische Analyse
4.1 Ritualisierter Beginn
4.2 Hinführungsphase
4.3 Erarbeitungsphase
4.4 Arbeitsphase
4.5 Ergebnissicherung
4.6 Abschluss
5. Unterrichtsskizze
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Unterrichtsentwurfs ist es, den Schülerinnen und Schülern der dritten Klasse das biblische Gleichnis vom barmherzigen Samariter näherzubringen, um sie zu einem empathischen und verantwortungsbewussten Handeln im Sinne der Nächstenliebe zu motivieren und zu befähigen.
- Vermittlung des Konzepts der Nächstenliebe
- Reflexion über eigenes Handeln und Hilfsbereitschaft
- Perspektivübernahme und Empathieschulung
- Verbindung biblischer Inhalte mit der aktuellen Lebenswelt
- Praktische Umsetzung von Nächstenliebe in realen Kontexten
Auszug aus dem Buch
3.3 Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas 10,25-37)
Gleichnisse sind leicht verständliche Erzählungen Jesu, die er gewählt hat, um von den Menschen besser verstanden zu werden und Sachverhalte bildhafter darzustellen. Die Metaphorik der Gleichnisse soll die Zuhörer fesseln und sie so zum Nachdenken anregen. Die Besonderheit an Gleichnissen ist zweifellos, dass sie immer sehr allgemeingültig formuliert sind. Entsprechend verhält es sich auch mit dem Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Es werden keine Namen genannt, sodass die Geschichte für jedermann gültig sein und beliebig übertragen werden kann. Ein Perspektivenwechsel wird hierdurch sehr gut möglich, da der Leser des Gleichnisses weniger durch die Personen, als durch die Handlung angesprochen wird. Der Inhalt des Gleichnisses, der von Nächstenliebe handelt, ist für jeden gültig, weshalb auch jeder tangiert ist. Zudem werden auch keine Zeitangaben gemacht. Darum kann das Gleichnis auch auf jede beliebige Zeit übertragen werden. Lediglich eine vage Ortangabe ist zu verzeichnen: Zwischen Jerusalem und Jericho wird der Mann überfallen. Wobei diese Angabe nichts daran ändert, dass das Gleichnis auch auf jeden anderen Ort übertragen werden kann.
Das Gleichnis verdeutlicht jedoch auch eine gesellschaftlich-kulturelle Problematik zur Zeit Jesu. Die Nächstenliebe war den Juden sehr wohl bekannt, doch war damit nicht etwa Menschenliebe im Allgemeinen und an jedermann gemeint. Die Nächstenliebe der Juden zu dieser Zeit bezog sich vielmehr auf das eigene Volk. Und Juden und Samariter waren Feinde. Selbst der Talmud beschreibt ausführlich, dass sich Juden am besten nicht mit Samaritern einlassen sollten. Doch Jesus stellt durch das Gleichnis kritisch die Frage, ob es wirklich rechtens ist, ein Gebot lediglich auf eine Personengruppe zu beschränken. Er zeigt auf, dass das Gebot zur Nächstenliebe keine Schranken kennt. Selbst der Gelehrte muss sich am Ende der Bibelstelle eingestehen, dass nicht etwa der Priester oder der Levit das Gebot der Nächstenliebe befolgt haben, sondern der Samariter, der dem Verletzten fremd, vielmehr noch sein Feind, ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bedingungsanalyse: Erläutert die soziokulturellen und fachlichen Voraussetzungen der Lerngruppe sowie die methodischen Rahmenbedingungen für den Religionsunterricht.
2. Didaktische Analyse: Begründet die Wahl des Themas, bettet es in die Unterrichtseinheit ein, legitimiert es durch den Bildungsplan und formuliert die Lernziele.
3. Sachanalyse: Analysiert das Lukasevangelium, den Begriff der Nächstenliebe und inhaltlich das Gleichnis vom barmherzigen Samariter.
4. Methodische Analyse: Beschreibt detailliert den geplanten Unterrichtsverlauf von der Hinführung bis zum Abschluss und begründet die gewählten Methoden.
5. Unterrichtsskizze: Bietet eine tabellarische Übersicht des gesamten Stundenverlaufs inklusive Zeitplan, Interaktionsformen und Medieneinsatz.
Schlüsselwörter
Nächstenliebe, Gleichnis, barmherziger Samariter, Religionsunterricht, Grundschule, Empathie, Hilfsbereitschaft, Perspektivenwechsel, biblische Erzählungen, Ethik, Inklusion, soziales Lernen, Verantwortung, Bildungsplan, Handlungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf befasst sich mit der Planung einer Religionsstunde zum Gleichnis vom barmherzigen Samariter für eine dritte Klasse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Nächstenliebe, Empathiefähigkeit, die biblische Erzählung des barmherzigen Samariters und die Anwendung dieser Werte auf die heutige Lebenswelt der Kinder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptanliegen ist es, dass die Schüler entfalten, dass der Samariter aus Nächstenliebe handelt und dabei Äußerlichkeiten keine Rolle spielen, um dieses Verständnis auf ihr eigenes Handeln zu übertragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein religionsdidaktischer Ansatz verfolgt, der Unterrichtsinhalte handlungsorientiert und lebensnah gestaltet, unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Modelle wie denen von Piaget und Kohlberg.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die didaktische und sachliche Analyse des Gleichnisses sowie die methodische Planung der Unterrichtsphasen inklusive einer konkreten Unterrichtsskizze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Nächstenliebe, Perspektivenwechsel, soziale Verantwortung und handlungsorientiertes Lernen im Religionsunterricht.
Wie wird die Inklusion im Unterricht berücksichtigt?
Besonders berücksichtigt wird die Schülerin mit einer Muskelerkrankung im Rollstuhl durch die Gestaltung des Stuhlkreises und spezifische methodische Anpassungen.
Welchen Bezug hat das Projekt zu Afrika?
In der Arbeitsphase arbeiten die Kinder mit einem Hilfsprojekt in Südafrika, um eine reale, authentische Situation für gelebte Nächstenliebe zu schaffen.
Welche Reflexionsmethode wird eingesetzt?
Am Ende der Stunde wird die Reflexionsmethode „Feder, Stein und Herz“ genutzt, damit die Kinder ihre Empfindungen und Lernerfahrungen ausdrücken können.
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- Laura Volkmann (Author), 2017, Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Unterrichtsplanung für eine Religionsstunde der 3. Klasse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/423607