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Chancen und Risiken des Lernfeldkonzepts in der beruflichen (Erst-)Ausbildung. Grundlagen und pädagogische Intentionen

Titel: Chancen und Risiken des Lernfeldkonzepts in der beruflichen (Erst-)Ausbildung. Grundlagen und pädagogische Intentionen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 21 Seiten , Note: sehr gut (1,3)

Autor:in: Karsten Hartdegen (Autor:in)

Pädagogik - Berufsbildung, Weiterbildung
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Abkehr von den fachspezifischen Qualifikationen hin zu umfassenden Kompetenzen, welche diese zwar einschließen aber weit darüber hinaus gehen, wird im Zuge der Diskussion um die Anpassung der beruflichen Ausbildung an die dramatischen Veränderungen
in der Berufswirklichkeit seit längerem gefordert.
So zeigte Mertens bereits im Jahre 1974 auf, dass die Zerfallszeit der erworbenen Qualifikationen
positiv mit ihrer Praxisnähe und negativ mit ihrem Abstraktionsniveau korreliere.
Er forderte ein Abrücken von der Tendenz, angesichts der Unsicherheit über die Entwicklung der Arbeitsanforderungen das Angebot an Faktenwissen zu verbreitern.
Stattdessen solle eine Hinwendung zu einer flexiblen Gestaltung der Bildungsinstitutionen
und zu einer stärkeren Orientierung der Lernprozesse an transferfähigen Problemlösungsfähigkeiten
und Kompetenzstrukturen angestrebt werden. Dohmen beschrieb dies folgendermaßen:
„In einer Zeit, in der aus dramatischen Umbrüchen und Transformationen
eine noch weitgehend unbekannte Zukunft entsteht, müssen auch
im Berufsbildungsbereich über die Vermittlung aktuell funktionsspezifischer
„Qualifikationen“ hinaus verstärkt persönliche „Kompetenzen“
entwickelt werden. Denn sie sind offenere subjektive Potentiale und
Verhaltensdispositionen, die sich laufend durch die konstruktivlernende
Verarbeitung von Erfahrung und Informationen weiterentwickeln..." (Dohmen 1996, S. 3).
Daraus verändern sich konsequenterweise der pädagogische Auftrag und das konkrete
Unterrichten. Diese Veränderungen werden sowohl in der Didaktik als auch in der Lern- und Hirnforschung breit diskutiert und zum Teil auch vehement eingefordert, so dass der Eindruck entsteht, dieser
Paradigmenwechsel sei irreversibel.
Ich möchte nun mit dieser Arbeit in komprimierter Form den Fragen nachgehen, ob
dieser Paradigmenwechsel mit der Einführung des Lernfeldkonzeptes (LFK) im schulischen
Teil der beruflichen (Erst-) Ausbildung möglich ist. Ich werde die Vor- und
Nachteile der Einführung des LFKs aufzeigen und darauf hinweisen, was bei der unterrichtlichen
Umsetzung grundsätzlich beachtet werden sollte.

Leseprobe


Inhaltsübersicht

1 Einführung

2 Definitionen Handlungsfelder, Lernfelder, Lernsituationen und deren strukturell-curricularer Zusammenhang

3 Wesen des Lernfeldkonzeptes

4 Vorteile, Chancen und Stärken des Lernfeldkonzeptes gegenüber einer Fächersystematik

5 Nachteile, Risiken und Schwächen des Lernfeldkonzeptes gegenüber einer Fächersystematik

6 Resümee, Diskussion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der beruflichen Bildung durch die Implementierung des Lernfeldkonzeptes. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob dieses Konzept die berufliche Erstausbildung unter Berücksichtigung pädagogischer Anforderungen und fachlicher Qualität zukunftsfähig gestalten kann.

  • Theoretische Fundierung des Lernfeldkonzeptes und dessen Abgrenzung zur klassischen Fächersystematik.
  • Analyse der didaktischen Anforderungen an Lehrende und der notwendigen Kompetenzentwicklung bei Auszubildenden.
  • Kritische Reflexion der Chancen und Risiken bei der praktischen Umsetzung in Berufsschulen.
  • Evaluation des Einflusses des Lernfeldkonzepts auf die Lehr-Lern-Organisation und die berufliche Handlungskompetenz.

Auszug aus dem Buch

3 Wesen des Lernfeldkonzeptes

Lernfelder sind durch Bezeichnung und Formulierung, Zielformulierung, Unterrichtsinhalte und sog. Zeitrichtwerte beschriebene thematische Einheiten (vgl. Hermann 2001, S. 5).

Die erwünschten Qualifikationen und Kompetenzen, welche am Ende des schulischen Lernprozesses in einem Lernfeld erwartet werden, werden durch die Zielformulierung umschrieben (vgl. Ermert/Pollmüller 2001, S. 19). Sie bringen den didaktischen Schwerpunkt und die Anspruchsebene des Lernfeldes zum Ausdruck, wobei zum Offenhalten für Veränderungsprozesse ein angemessenes Abstraktionsniveau eingehalten werden soll (vgl. KMK 2000, S. 16).

Die Zielformulierung beschreibt über Inhalte den Mindestumfang der beruflichen Fachlichkeit, welcher zur Erfüllung des Ausbildungsziels im Lernfeld notwendig ist. Eine fachsystematische Vollständigkeit kann zwar nicht erreicht werden, ein sachlogischer Aufbau der einzelnen Lernfelder mit übergreifender Struktur ist jedoch unerlässlich (vgl. Hermann 2001, S. 5).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung thematisiert den Paradigmenwechsel hin zur Kompetenzorientierung in der beruflichen Bildung und stellt die Forschungsfrage nach der Umsetzbarkeit des Lernfeldkonzepts.

2 Definitionen Handlungsfelder, Lernfelder, Lernsituationen und deren strukturell-curricularer Zusammenhang: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe des Lernfeldkonzepts und erläutert deren didaktischen Zusammenhang.

3 Wesen des Lernfeldkonzeptes: Hier werden die strukturellen Merkmale wie Zielformulierungen, Inhalte und die Bedeutung der Handlungskompetenz als Leitziel detailliert beschrieben.

4 Vorteile, Chancen und Stärken des Lernfeldkonzeptes gegenüber einer Fächersystematik: Das Kapitel analysiert das Potenzial des Konzepts für handlungsorientiertes Lernen und eine moderne Lehr-Lern-Kultur.

5 Nachteile, Risiken und Schwächen des Lernfeldkonzeptes gegenüber einer Fächersystematik: Es werden kritische Aspekte beleuchtet, insbesondere die Herausforderungen für Lehrer, Probleme der fachlichen Systematik und organisatorische Hürden.

6 Resümee, Diskussion und Ausblick: Abschließend wird die Umsetzbarkeit des Konzepts bewertet und die Notwendigkeit einer ausgewogenen Mischung aus Fach- und Handlungsorientierung hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Lernfeldkonzept, Berufsbildung, Handlungskompetenz, Fachsystematik, Didaktik, Berufsschule, Lehrerrolle, Lernsituationen, Handlungsfelder, Kompetenzmodell, Handlungsorientierung, Curriculum, Berufsmündigkeit, Lernortkooperation, berufliche Erstausbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Lernfeldkonzept in der schulischen beruflichen Erstausbildung, beleuchtet dessen theoretische Grundlagen sowie die Stärken und Schwächen im Vergleich zur klassischen Fächersystematik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die didaktische Neuausrichtung des Unterrichts, die Definition von Lernfeldern und Lernsituationen sowie die veränderten Anforderungen an Lehrende und Auszubildende.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Paradigmenwechsel vom fachsystematischen hin zum handlungsorientierten Unterricht kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, inwieweit das Lernfeldkonzept eine nachhaltige berufliche Handlungskompetenz fördern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse sowie die Auswertung von Modellversuchen und bildungspolitischen Handreichungen, um eine theoretische und praktische Einordnung vorzunehmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsdefinitionen, die Darlegung des Wesens des Lernfeldkonzepts sowie die detaillierte Analyse der Chancen und Risiken bei der Implementierung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen Lernfeldkonzept, Handlungskompetenz, berufliche Bildung, Didaktik und die kritische Auseinandersetzung zwischen Fächersystematik und Praxisorientierung.

Warum ist das Thema der "Ermöglichungsdidaktik" relevant für die Arbeit?

Die Ermöglichungsdidaktik bildet das humanistische Fundament, auf dem das Lernfeldkonzept aufbaut, indem sie Lernende dazu anregt, ihre Wirklichkeit aktiv zu konstruieren und selbstständig zu entscheiden.

Welches Fazit zieht der Autor zur "Fächersystematik"?

Der Autor plädiert gegen eine vollständige Verwerfung der Fächersystematik und schlägt eine sinnvolle Mischung vor, um fachliche Tiefe mit handlungsorientierten Lernkonzepten zu vereinen.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Chancen und Risiken des Lernfeldkonzepts in der beruflichen (Erst-)Ausbildung. Grundlagen und pädagogische Intentionen
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Fachbereich Kultur- und Sozialwissenschaften - Lehrgebiet Berufs- und Wirtschaftspädagogik)
Note
sehr gut (1,3)
Autor
Karsten Hartdegen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
21
Katalognummer
V43725
ISBN (eBook)
9783638414593
ISBN (Buch)
9783638596978
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lernfeldkonzept Grundlagen Intentionen Chancen Risiken Stärken Schwächen Implementierung Teil Ausbildung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karsten Hartdegen (Autor:in), 2005, Chancen und Risiken des Lernfeldkonzepts in der beruflichen (Erst-)Ausbildung. Grundlagen und pädagogische Intentionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/43725
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Leseprobe aus  21  Seiten
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