Die vorliegende Arbeit möchte sich dem Wesen dirigentenloser Orchester annähern. Hiermit soll ein Beitrag zum Finden von beachtenswerten sozialen Lern- und Handlungsformen geleistet werden, die auch im schulischen Rahmen anwendbar sind.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Charakterisierung des dirigentenlosen Orchesters
3. Übertragung auf schulische Bildungsprozesse
4. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen der Publikation
Die vorliegende Arbeit untersucht das Modell des dirigentenlosen Orchesters, um daraus soziale Lern- und Handlungsformen abzuleiten, die auf schulische Bildungsprozesse übertragen werden können. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie basisdemokratische Strukturen im Musizieren als Beitrag zu einer human-ethischen Demokratiebildung fungieren können.
- Wesen und Geschichte dirigentenloser Orchester
- Soziale Dynamiken und ethische Anforderungen im Ensemble
- Basisdemokratische Entscheidungsfindung und Verantwortung
- Konzeptentwicklung für "dirigentenloses Klassenmusizieren"
- Transformation gesellschaftlicher Lernprozesse durch ästhetische Praxis
Auszug aus dem Buch
Charakterisierung des dirigentenlosen Orchesters
Die vorliegende Arbeit möchte sich dem Wesen dirigentenloser Orchester annähern. Hiermit soll ein Beitrag zum Finden von beachtenswerten sozialen Lern- und Handlungsformen geleistet werden, die auch im schulischen Rahmen anwendbar sind. Diese Ausarbeitung fragt daher danach: Was sind dirigentenlose Orchester? Welche sozialen Lern- und Handlungsformen sind im Kontext dieses Orchestermodells erkennbar? Welche Übertragungsmöglichkeiten können in Bezug auf schulische Bildungsprozesse angedacht werden?
In einem dirigentenlosen Orchester werden sowohl allgemeine Zielsetzungen (z.B. Stückauswahl, Probenablauf, Konzertkultur, Finanzierungskonzepte) als auch die Ausgestaltung des zu Musizierenden (bspw. Tempo, Dynamik, Artikulation) von den Instrumentalisten basisdemokratisch ohne Leitung festgelegt und erarbeitet. Hinsichtlich der Werkerarbeitung sowie -gestaltung z.B. durchdringt jede Musikerin/jeder Musiker die gesamte Partitur und musiziert reflexiv-bewusst, partizipativ sowie verantwortlich in Bezug auf ein ästhetisches Ideal. Das Konzept des dirigentenlosen Orchesters basiert auf kammermusikalische Vorstellungen, bei denen zwischen Instrumentalist*innen und Musikwerk ohnehin keine Dirigentin/kein Dirigent mit ihren/seinen persönlichen Intentionen und Eigenheiten steht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, inwiefern das Modell des dirigentenlosen Orchesters soziale Lernprozesse initiieren kann, die auch für den Bildungskontext relevant sind.
2. Charakterisierung des dirigentenlosen Orchesters: Dieses Kapitel erläutert die Arbeitsweise ohne Dirigat, beleuchtet die Anforderungen an die Musiker als ethische Subjekte und diskutiert die sozio-demokratischen Implikationen innerhalb eines solchen Klangkörpers.
3. Übertragung auf schulische Bildungsprozesse: Der Autor transferiert das Modell auf den Musikunterricht, wobei die Lehrkraft die Rolle des Begleiters einnimmt und Schüler zu basisdemokratischen Aushandlungsprozessen angeregt werden.
4. Zusammenfassung: Der abschließende Teil resümiert den Wert des Ansatzes als Beitrag zur Förderung human-ethischer Demokratiebildung innerhalb und außerhalb der Schule.
Schlüsselwörter
Dirigentenloses Orchester, Soziales Lernen, Demokratiebildung, Klassenmusizieren, Basisdemokratie, Ästhetische Erfahrung, Instrumentalspiel, Sozialer Organismus, Musikpädagogik, Partizipation, Ethik der Anerkennung, Musikunterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Modell dirigentenloser Orchester als Vorbild für soziale Lern- und Handlungsformen, insbesondere im Kontext schulischer Bildungsprozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind basisdemokratisches Musizieren, soziale Gerechtigkeit innerhalb von Ensembles, ästhetische Partizipation und die Transformation von Demokratiebildung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, das Konzept des dirigentenlosen Orchesters auf den Musikunterricht zu übertragen, um Schüler zu eigenverantwortlichem und ethischem Handeln zu befähigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse von Ensemblestrukturen und überträgt diese mittels pädagogischer Reflexion auf schulische Settings.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise dirigentenloser Ensembles, die notwendigen Qualifikationen der Musiker und die praktische Umsetzung eines "dirigentenlosen Klassenmusizierens".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Demokratiebildung, Basisdemokratie, dirigentenloses Orchester, Klassenmusizieren und ästhetische Erfahrung.
Wie wirkt sich das Fehlen eines Dirigenten auf die Musiker aus?
Die Musiker müssen als ethische Subjekte agieren, Verantwortung übernehmen, ihre ästhetischen Vorstellungen aushandeln und sich aktiv am Gelingen des sozialen Organismus beteiligen.
Warum sollte der Ansatz im Schulunterricht angewendet werden?
Der Ansatz fördert soziale Kompetenzen wie Zuhören, Argumentieren und Urteilsfähigkeit, die für ein human-demokratisches Miteinander essenziell sind.
Wie nimmt der Autor Bezug auf das Publikum?
Unter Rückgriff auf Fischer-Lichte wird vorgeschlagen, auch das Publikum durch performative Ansätze aus der passiven Rolle zu lösen und zur Partizipation anzuregen.
- Quote paper
- Bachelor of Arts, Diplomierter Fachlehrer Nico Schloß (Author), 2018, Soziales Lernen und Handeln in dirigentenlosen Orchestern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/444482