Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen brauchen Unterstützung. Früher geschah dies in den Förderschulen, heute sollen das die Regelschulen leisten können. Das Schwierige dabei ist, dass Autisten in keine Schublade passen, denn von Schülerinnen und Schülern wird erwartet, dass sie sich ins System einfügen, doch genau das fällt Autisten so schwer. Daher ist es unschwer zu glauben, dass es bei den verschiedenen Erscheinungsformen und Schweregraden von Autismus-Spektrum-Störungen nicht oder schwer möglich ist, jedem Schüler gerecht zu werden. Nach aktuellem Forschungsstand sind etwa sechs bis sieben von 1000 Menschen von Autismus-Spektrum-Störungen betroffen, doch nur ein geringer Teil erhält eine offizielle Diagnose.
Diese Arbeit thematisiert die schulische Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen im gemeinsamen Unterricht. Der Fokus soll dabei auf die Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen in Regelschulen liegen. Die Arbeit soll zudem herausstellen, welche Rahmenbedingungen und Unterstützungsmöglichkeiten Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen erhalten können, damit die Inklusion möglichst gelingend ist. Nicht außer Acht gelassen werden außerdem die Herausforderungen für die Lehrkräfte, die maßgebend für eine gelingende Inklusion sind. Im ersten Teil wird ein Verständnis von Autismus aufgebaut. Dies wird im Folgenden dafür genutzt um herauszustellen, welche schulischen Förderungen Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen benötigen. Das Rahmenmodell zur schulischen Förderung bei Autismus-Spektrum-Störungen von Eckert und Sempert (2012) bietet eine theoretische Grundlage. Mit dieser Grundlage wird anschließend ein konkretes Förderkonzept, das TEACCH Förderkonzept, vorgestellt, das sich besonders für Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen eignet. Mit dem Abschnitt folgt die Einbeziehung des Inklusionsbegriffes. Nach einer Definition des Begriffs „Inklusion“ folgen die konkreten Rahmenbedingungen der inklusiven Beschulung. Bevor die Arbeit mit einem Fazit beendet wird, werden zunächst Gelingensfaktoren, Barrieren und Unterstützungsmöglichkeiten genannt, die für die Inklusion von Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen eine Rolle spielen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Autismus?
2.1 Welche Förderungen brauchen Menschen mit Autismus im schulischen Bereich?
2.2 Rahmenmodell zur schulischen Förderung bei Autismus-Spektrum-Störungen
2.3 Das TEACCH Förderkonzept für Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum Störungen
3. Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen
3.1 Definition des Begriffs Inklusion
3.2 Rahmenbedingungen inklusiver Beschulung
3.2.1 Personelle Bedingungen
3.2.2 Räumliche und sächliche Bedingungen
3.3 Gelingensfaktoren und Barrieren zur Inklusion bei Autismus-Spektrum-Störungen
3.4 Unterstützungsmöglichkeiten bei Autismus-Spektrum-Störungen in inklusiven Settings
4. Ausblick / Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die schulische Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen in Regelschulen. Dabei liegt der Fokus auf der Identifizierung von förderlichen Rahmenbedingungen, notwendigen Unterstützungsangeboten und den damit verbundenen Herausforderungen für das Lehrpersonal.
- Grundlagen und Erscheinungsformen von Autismus-Spektrum-Störungen
- Einsatz des TEACCH-Förderkonzepts im Schulalltag
- Systemische Rahmenbedingungen für eine gelingende inklusive Beschulung
- Gelingensfaktoren und Barrieren bei der Integration autistischer Schüler
- Rolle und Belastungsfaktoren von Lehrkräften im inklusiven Setting
Auszug aus dem Buch
Das TEACCH Förderkonzept für Schülerinnen und Schüler mit Autismus-Spektrum-Störungen
Der TEACCH (Treatment and Education of Autistic and related Communication- handicapped Children) Ansatz versteht sich als "[…] Ansatz des strukturierten Lehrens und Lernens für Menschen mit schwerwiegenden Problemen in den Bereichen Wahrnehmung, Kommunikation und Interaktion" (Kamp-Becker & Bölte 2014, S.80). Das Programm umfasst kombinierte pädagogische und verhaltenstherapeutische Maßnahmen. Das Ziel des TEACCH Ansatzes ist es, eine strukturierte und möglichst individuell angepasste Umgebung zu schaffen, die möglichst wenig störende Einflüsse für autistische Kinder enthält.
Somit ist das TEACCH Konzept keine Therapiemethode, "[…] sondern ein Rahmengerüst zur Förderung und Erziehung von autistischen Menschen" (Kamp-Becker & Bölte 2014, S.80). Das Umfeld des autistischen Menschen wird so organisiert, dass ideale Lernbedingungen herrschen. Erreicht wird dies durch die Organisation der materiellen Umgebung, indem der Raum klar strukturiert ist und die Reize im Raum reduziert werden. Außerdem werden Pläne und Arbeitssysteme aufgestellt, komplexe Handlungen in überschaubare Teilschritte gegliedert, klare Abläufe und Handlungsschritte formuliert und visualisiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Situation von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen im Regelschulsystem und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Rahmenbedingungen und Herausforderungen für Lehrkräfte.
2. Was ist Autismus?: Dieses Kapitel bietet eine grundlegende Definition und medizinische Einordnung von autistischen Störungen sowie eine Analyse notwendiger schulischer Förderbedarfe.
3. Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Autismus-Spektrum-Störungen: Hier wird der Inklusionsbegriff definiert und auf die spezifischen Bedingungen, Gelingensfaktoren sowie Unterstützungsmöglichkeiten in inklusiven Settings eingegangen.
4. Ausblick / Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer bereiten, informierten Schulkultur und eines kooperativen Unterstützungssystems für autistische Schüler.
Schlüsselwörter
Inklusion, Autismus-Spektrum-Störungen, Regelschule, Sonderpädagogik, Förderplanung, TEACCH-Konzept, Lernumgebung, Schulbegleitung, Gelingensfaktoren, Barrieren, Lehrer-Schüler-Beziehung, Soziale Kompetenzen, Kommunikation, Verhaltensauffälligkeiten, Unterstützungsmöglichkeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der schulischen Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen in Regelschulen.
Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen des Autismus, die Bedeutung von Strukturierung im Unterricht sowie die Rolle von Rahmenbedingungen und personeller Unterstützung bei der Inklusion.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Inklusion für autistische Schüler gelingen kann und welche Rahmenbedingungen sowie Unterstützungsangebote dafür unabdingbar sind.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Forschungsansätze, Rahmenmodelle (wie das von Eckert & Sempert) und praxisorientierter Förderkonzepte (TEACCH).
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in das Verständnis von Autismus, die Darstellung von Förderkonzepten und die Analyse der spezifischen räumlichen, sächlichen und personellen Voraussetzungen für den inklusiven Unterricht.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Inklusion, Autismus-Spektrum-Störungen, Förderplanung, TEACCH-Ansatz und Gelingensfaktoren.
Inwiefern ist das TEACCH-Modell für autistische Schüler hilfreich?
Das Modell bietet ein strukturiertes Rahmengerüst, das durch visuelle Hilfen und klare Abläufe die Aufmerksamkeit fördert, Sicherheit vermittelt und Lernprozesse für Menschen mit Autismus besser handhabbar macht.
Warum spielt die Lehrperson eine Schlüsselrolle bei der Inklusion?
Die Lehrperson ist maßgeblich dafür verantwortlich, Förderpläne umzusetzen, notwendige Strukturierungen im Raum zu schaffen und eine positive, akzeptierende Beziehung zum Schüler aufzubauen.
Was sind laut der Arbeit die größten Barrieren für die Inklusion?
Als wesentliche Barrieren werden finanzielle Ressourcenengpässe, der Mangel an Fachwissen beim Personal und die Gefahr der Reizüberflutung in Regelschulen identifiziert.
- Citation du texte
- Maria König (Auteur), 2018, Schulische Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen im gemeinsamen Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/445104