Unter sozialarbeiterischen und pädagogischen Aspekten betrachtet können digitale Medien das Methodenspektrum in der Arbeit mit demenzerkrankten Senioren erweitern. Eine solche Erweiterung findet bereits in unterschiedlichen Sparten statt. Es kann eine Verbindung zu Kindern und Jugendlichen darstellen oder aber behinderten Menschen neue Zugänge in ihre soziale Umwelt verschaffen. In der Arbeit mit demenzerkrankten Senioren ist neben der seelischen und körperlichen Betreuung vor allem die Beschäftigung und Förderung ein wichtiger Bestandteil der Fürsorge. Hier werden in der Regel Methoden angewendet die kognitive und motorische Fähigkeiten fördern, dies kann z.B. in Form von Gedächtnis- und Bewegungsspielen geschehen. Verschiedene Videospiele, vor allem solche mit Bewegungssteuerung, erfordern die Anwendung kognitiver und motorischer Fähigkeiten. In Zuge dessen könnten Videospiele in eine Betreuungsplanung mit einbezogen werden. Weiterhin können Videospiele diesem spezifischen Klientel neue Beschäftigungsmöglichkeiten aufzeigen und sogar den Gemeinschaftssinn durch Teamspiele fördern.
Inhaltsverzeichnis
1. Motivation
2. Demenz
a. Demenz – ein allgemeiner Überblick
b. Demenz – Pathologie
c. Demenz – Therapieformen
3. Zielsetzung
a. Ziele und Umsetzung
b. Forschungsprojekte mit der Nintendo Wii
4. Teilnehmende Beobachtung
5. Perspektiven für die Soziale Arbeit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des Einsatzes der Nintendo Wii als medienpädagogisches und therapeutisches Instrument in der Arbeit mit demenzerkrankten Senioren, um deren Lebensqualität durch gezielte Beschäftigung und Förderung zu verbessern.
- Grundlagen und Symptomatik der Demenzerkrankung
- Einsatzmöglichkeiten digitaler Spiele in der Altenhilfe
- Konzeptentwicklung für Wohneinrichtungen
- Methodik der teilnehmenden Beobachtung zur Evaluation
- Multiprofessionelle Perspektiven der Sozialen Arbeit
Auszug aus dem Buch
b. Demenz – Pathologie
Demenz ist also eine langfristig (min. 6 Monate) bestehende Störung verschiedener kognitiver Leistungen. Die Erkrankung führt zu einem Absinken des individuellen Leistungsniveaus und einer Beeinträchtigung des Alltags. Da verschiedene Einzelsymptome in der Demenz zusammenwirken, spricht man medizinisch vom Demenzsyndrom. Dieses unterteilt sich in primäre und sekundäre Demenzformen. Zu den primären Demenzformen zählt u.a. die Alzheimer Krankheit, generell sind hier die Ursachen im Gehirn zu suchen. Im Fall der sekundären Demenzform ist die Ursache in anderen Krankheitsbildern, wie z.B. der Parkinsonerkrankung zu suchen.
Eines der wesentlichen Symptome der Demenz sind die kognitiven Störungen, diese können in unterschiedlicher Form auftreten, sind jedoch bereits im Frühstadium der Krankheit erkennbar. Allerdings treten sie nicht gleichzeitig auf, sondern entwickeln sich je nach Demenzstadium zu unterschiedlichen Zeiten. Alle Demenzerkrankungen haben jedoch gemein, dass sich mit Fortschreiten alle kognitiven Symptome zunehmend verschlechtern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Motivation: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende soziale Isolation von demenziell erkrankten Senioren und identifiziert den Bedarf an neuen, niedrigschwelligen Beschäftigungsangeboten.
2. Demenz: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über das Krankheitsbild, die Pathologie sowie aktuelle therapeutische Ansätze und deren Limitationen.
3. Zielsetzung: Hier wird der konkrete Plan zur Einführung der Nintendo Wii in einer Demenz-Wohngemeinschaft skizziert, inklusive der Zielsetzung und bestehender Forschungsprojekte.
4. Teilnehmende Beobachtung: Es wird die methodische Herangehensweise erläutert, um subjektive Erlebensweisen der Bewohner während des Spielens wissenschaftlich zu erfassen.
5. Perspektiven für die Soziale Arbeit: Das Fazit und der Ausblick diskutieren die Rolle der Sozialen Arbeit als Schnittstelle und Betreuungsinstanz bei der Nutzung digitaler Medien im Demenzkontext.
Schlüsselwörter
Demenz, Soziale Arbeit, Nintendo Wii, Videospiele, Lebensqualität, Altenhilfe, Demenz-Wohngemeinschaft, Ergotherapie, Teilnehmende Beobachtung, Kognitive Förderung, Medienpädagogik, Biografiearbeit, Aktivierung, motorische Fähigkeiten, soziale Isolation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie digitale Medien, speziell die Spielekonsole Nintendo Wii, in der Betreuung demenziell erkrankter Senioren als Beschäftigungsmethode sinnvoll eingesetzt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verbindet Aspekte der Gerontopsychiatrie und Krankheitslehre mit medienpädagogischen Ansätzen und qualitativen Forschungsmethoden der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass durch den spielerischen Einsatz der Konsole kognitive und motorische Fähigkeiten gefördert sowie die Lebensqualität durch soziale Teilhabe verbessert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der teilnehmenden Beobachtung, um in einem natürlichen Umfeld (Wohngemeinschaft) das Verhalten und die Reaktionen der Erkrankten auf das Medium zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das Krankheitsbild Demenz, stellt bestehende Forschungsergebnisse zu Videospielen bei Senioren vor und entwirft ein Konzept für den Einsatz in einer segregativen Wohngruppe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Demenz, Soziale Arbeit, Nintendo Wii, Lebensqualität, Biografiearbeit und Teilnehmende Beobachtung.
Warum wird die Nintendo Wii als besonders geeignet angesehen?
Aufgrund der intuitiven Bewegungssteuerung ist sie auch für technisch weniger affine Senioren leicht zu bedienen und ermöglicht eine breite Palette an Aktivitäten, von Sport bis Musik.
Welche Rolle spielt die Biografiearbeit bei diesem Projekt?
Über spezifische Spiele (z.B. Bowling oder Musikspiele) kann an frühere Interessen und Hobbys der Klienten angeknüpft werden, was zur Identitätsstärkung und geistigen Aktivierung beiträgt.
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- MA Sozialpädagogik Nina Hamberger (Author), 2015, Einsatz der Nintendo Wii in der Arbeit mit demenzerkrankten Senioren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452242