Im Folgenden wird der Begriff des Classroom-Management definiert, sowie auf die Ergebnisse von der Studie von Kounin zur effizienten Klassen- und Gruppenführung eingegangen. Im zweiten Teil der Arbeit wird die Theorie Kounins am Beispiel des Unterrichts einer sechsten Klasse verdeutlicht.
Lehrer in deutschen Schulen sind seit Jahren mit Problemen wie erhöhter Gewaltbereitschaft der Jugendlichen, schwierigen Familiensituationen und Demotivation der Schüler konfrontiert. Die Jugendlichen zeigen kaum Lernbereitschaft und Engagement. Doch es ist die Aufgabe der Lehrer, auf diese Problematik zu reagieren. Diese Debatte zeigt erneut auf, wie wichtig Klassenführung, Unterrichtsstrukturierung und Lernzeitnutzung für einen effizienten Unterricht sind. Die Relevanz dieses sogenannten Classroom-Managements für gelingende Lernprozesse ist durch die empirische Unterrichtsforschung eindeutig belegt.
Der Begriff Classroom-Management wird in Deutschland häufig als Klassenführung bezeichnet. Dieser Begriff ist aufgrund seiner Konnotation mit dem Begriff ‚Führung‘ in der schulpädagogischen Literatur negativ besetzt. Das Classroom-Management umfasst dem Umgang mit Unterrichtsstörungen sowie die Beziehungsstruktur zwischen Lehrkraft und Lernenden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitungsgedanke
2 Classroom-Management
2.1 Begriffsgenese
2.2 Kounins Studie zum Classroom-Management
2.2.1 Withitness
2.2.2 Overlapping
2.2.3 Momentum
2.2.4 Smoothness
2.2.5 Group Focus
2.2.6 Managing Transitions
2.2.7 Avoiding Mock Participation
3 Besuch einer Mittelschule
3.1 Unterricht der 6. Klasse
3.2 Untersuchung des Unterrichts nach Kounins Prinzipien
3.2.1 Withitness
3.2.2 Overlapping
3.2.3 Momentum
3.2.4 Smoothness
3.2.5 Group Focus
3.2.6 Managing Transitions
3.2.7 Avoiding Mock Participation
3.3 Fazit
4. Schlussgedanke
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die theoretischen Konzepte des Classroom-Managements nach Kounin darzulegen und deren praktische Anwendbarkeit sowie Wirksamkeit anhand einer Hospitation in einer sechsten Klasse einer Mittelschule zu überprüfen und kritisch zu reflektieren.
- Definition und theoretische Grundlagen des Classroom-Managements
- Die zentralen Prinzipien nach Kounin (u.a. Withitness, Overlapping, Momentum)
- Praktische Beobachtung und Dokumentation von Unterrichtsabläufen
- Analyse und Bewertung der Lehrerkompetenzen anhand der Kounin-Prinzipien
- Reflexion über das Verhältnis von Klassenführung und Unterrichtserfolg
Auszug aus dem Buch
3.2 Untersuchung des Unterrichts nach Kounins Prinzipien
Im Allgemeinen ist die Withitness im Unterricht gegeben. Die Lehrerin wendet sich nicht den einzelnen Schülern zu, wodurch sie immer die gesamte Klasse im Blick hat. Lediglich als sie die Hausaufgabe anschreibt, wendet sie der Klasse den Rücken zu.
Der Lehrerin gelingt das Overlapping noch nicht gänzlich. Sie konzentriert sich stets nur auf einen Prozess. Das fehlende Overlapping wirkt jedoch im Gesamtbild des Unterrichts nicht störend.
Auch das Momentum erscheint noch verbesserungswürdig. Die Lehrerin schafft es nicht, die Schüler zu ermahnen, ohne den Unterricht zu unterbrechen. Zudem geschieht ein Bruch, als sie Strafarbeiten verteilt. Auch das Anschreiben der Hausaufgaben ist nicht fließend in das Geschehen des Unterrichts eingearbeitet.
Der Lehrerin gelingt es besser, die Smoothness umzusetzen. Der Unterricht ist klar strukturiert und geplant. Zudem scheint es, als wüssten die Schüler über das weitere Geschehen Bescheid, da das Einführen neuer Texte immer nach demselben Muster geschieht. Für Außenstehende war das Handeln nicht vorauszusehen. Ich konnte, im Gegensatz zu den Schülern, den roten Faden zu Beginn nicht eindeutig erkennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitungsgedanke: Erläutert die Relevanz von Classroom-Management vor dem Hintergrund aktueller schulischer Herausforderungen wie Disziplinproblemen und Motivationsdefiziten.
2 Classroom-Management: Definiert den Begriff Klassenführung und stellt die zentralen Prinzipien der effizienten Gruppenführung nach Jacob Kounin theoretisch vor.
3 Besuch einer Mittelschule: Dokumentiert eine Unterrichtshospitation und analysiert das konkrete Handeln der Lehrkraft anhand der zuvor eingeführten theoretischen Kriterien.
4. Schlussgedanke: Zieht ein Fazit über die Bedeutung von Lehrerfortbildungen und der bewussten Anwendung von Classroom-Management-Techniken für ein besseres Schulklima.
Schlüsselwörter
Classroom-Management, Klassenführung, Kounin, Withitness, Overlapping, Momentum, Smoothness, Group Focus, Managing Transitions, Avoiding Mock Participation, Unterrichtsqualität, Hospitation, Mittelschule, Lehrerprofessionalität, Lernzeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Methoden des Classroom-Managements und untersucht, wie diese theoretischen Prinzipien in einem realen Unterrichtskontext an einer Mittelschule angewendet werden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Definition von Klassenführung, die Vorstellung der Kounin-Prinzipien sowie die praktische Beobachtung einer Deutschstunde in einer sechsten Klasse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Gegenüberstellung von theoretischer Klassenführung (nach Kounin) und der tatsächlichen Unterrichtspraxis, um Stärken und Optimierungspotenziale aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wurde eine qualitative Methode in Form einer Unterrichtshospitation angewandt, bei der das Verhalten der Lehrkraft beobachtet, interpretiert und anhand von Kounins Kriterien bewertet wurde.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der sieben Prinzipien nach Kounin und deren konkrete Anwendung bzw. Überprüfung während des beobachteten Unterrichts.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wesentliche Begriffe sind Classroom-Management, Withitness, Overlapping, Momentum, Smoothness und die unterrichtliche Effizienz durch gezielte Klassenführung.
Wie bewertet die Autorin die Umsetzung der Prinzipien in der beobachteten Klasse?
Die Autorin stellt fest, dass die Lehrerin die wichtigsten Prinzipien kennt und anwendet, jedoch in Bereichen wie dem "Momentum" und "Overlapping" noch Steigerungspotenzial besteht.
Was wird als Konsequenz für die Schulpraxis gefordert?
Aufgrund der Beobachtungen wird ein verstärkter Fokus auf Lehrerfortbildungen im Bereich des Classroom-Managements gefordert, um das Unterrichtsklima und die Lernzeit effektiv zu verbessern.
- Arbeit zitieren
- Linda Mitterweger (Autor:in), 2012, Classroom-Management, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/457302