Mit dieser Bachelorarbeit sollte untersucht werden, wie sich E-Tutoring- und E-Coaching- Konzepte an Fernstudierende modellieren lassen, damit ein Drop- Out verhindert werden kann.
Innerhalb eines Experteninterviewverfahrens wurden fünf Experten zu konkreten Fallthemen befragt, anhand welcher Anforderungskriterien sich ein ganzheitliches- und individuelles Online- Betreuungskonzept bewerten- und antizipieren lässt.
Als Ergebnis wurden Maßnahmen genannt, die dazu beitragen, eine Selbstregulationskompetenz in Form von Transferstärke- und Problemlösekompetenzen bei Fernstudierenden herauszubilden, damit ein Drop- Out verhindert oder im Einvernehmen sogar gerechtfertigt werden kann.
Dazu wird empfohlen, bereits im Vorfeld, z.B. auf Kick- off Veranstaltungen „Volitionale“- und „Transferstärke“- Analysen durchzuführen, um daran anschließend die entsprechende Mentoring- oder Coachingmaßnahme für den Fernstudierenden ableiten zu können.
Vier personelle Determinanten sollen diesen Betreuungsvorgang im Blended Learning -prozessbegleitend unterstützen:
• Study-Coach: zur Unterstützung in der individuellen- volitionalen Problemlösung
• Alumni: zur Unterstützung bei der Herausbildung der „Transferstärke-Kompetenz“
• Mentoren: zur Unterstützung bei der Anfertigung von wissenschaftlichen Arbeiten
• Psychotherapeuten: zur Unterstützung von Fernstudierenden mit psychosozialen Störungen
Ferner wurden Gestaltungskriterien für eine Lernplattform zur Förderung des kooperativen Lernens genannt, die sich zum einen durch einen hohen Anonymisierungsgrad auszeichnen und zum anderen eine altersgerechte Interaktion zwischen Fernstudierenden zulassen.
Insbesondere die Netzkommunikation innerhalb einer virtuellen Lernumgebung wurde als eine unterstützende Kommunikation definiert, die sich in einem Gleichgewicht zwischen Distanz und Nähe befinden soll.
Damit dies gewährleistet werden kann, braucht es Online- Tutoren mit einer Coaching-Kompetenz und Erfahrung, die Fernstudierende nicht nach Typen, sondern themenspezifisch clustern.
Diese Bachelorarbeit ist insbesondere für Fernhochschulen, Bildungsberater und Online- Tutoren interessant.
Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG
1.1 PROBLEMSTELLUNG UND RELEVANZ DER THEMATIK
1.2 ZIELSETZUNG
1.3 AUFBAU DER ARBEIT
2.THEORETISCHER TEIL
2.1 ONLINE-BETREUUNG IM FERNLERNEN
2.1.1 Bedeutung und Funktion einer Online-Betreuung
2.1.2 Ziele einer Online-Betreuung
2.2 DER FERNSTUDIERENDE
2.3 E-TUTORING- UND E-COACHING-KONZEPTE
2.3.1 E-Tutoring
2.3.2 E-Coaching
2.4 FAZIT UND HINFÜHRUNG ZU DEN FRAGESTELLUNGEN DER EMPIRISCHEN UNTERSUCHUNG
2.4.1 Forschungsfrage 1
2.4.2 Forschungsfrage 2
2.4.3 Forschungsfrage 3
2.4.4 Forschungsfrage 4
2.4.5 Forschungsfrage 5
3. UNTERSUCHUNGSMETHODE
3.1 KONZIPIERUNG DES FORSCHUNGSPLANS UND DER DATENERHEBUNG
3.1.1 Operationalisierung des Forschungsgegenstands
3.1.2 Grundgesamtheit und Stichprobe
3.1.3 Konstruktion des Interviewleitfadens
3.1.4 Durchführung des Experteninterviews
3.2 DATENAUSWERTUNG
3.2.1 Qualitative Inhaltsanalyse
4. ERGEBNISSE
4.1 DIE BEFRAGTEN
4.2 ERGEBNISDARSTELLUNG
4.2.1 Einzelergebnisse zu F1
4.2.2. Einzelergebnisse zu F2
4.2.3 Einzelergebnisse zu F3
4.2.4 Einzelergebnisse zu F4
4.2.5 Einzelergebnisse zu F5
5.DISKUSSION
5.1 INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
5.2 QUALITÄT DES EIGENEN VORGEHENS UND DES DATENBESTANDES
5.2.1 Objektivität
5.2.2 Reliabilität
5.2.3 Validität
5.3 FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie E-Tutoring- und E-Coaching-Konzepte an Fernhochschulen gestaltet werden können, um Drop-out-Raten zu senken und die Lernmotivation der Studierenden zu steigern. Zentrale Forschungsfrage ist die Entwicklung eines ganzheitlichen Betreuungsansatzes, der sowohl soziale Aspekte als auch individuelle Lernbedürfnisse integriert.
- Effektive Maßnahmen gegen Studienabbruch im Fernstudium
- Rolle von E-Tutoring und E-Coaching als Mentoring-Systeme
- Netzkommunikation und Qualitätskriterien für E-Learning
- Förderung von Selbstregulations- und Transferkompetenzen
- Gestaltung moderner, partizipativer Lernplattformen
Auszug aus dem Buch
2.3.2.2 Transferstärke-Coaching
Im Folgenden wird ein Coaching-Konzept vorgestellt, das im Blended-Learning im Rahmen von Fort- und Weiterbildungen für Unternehmen zum Einsatz kommt und in Anlehnung an ein Online-Betreuungskonzept im Fernlernen modelliert werden soll. Es handelt sich um eine Methode, die bereits in der unternehmerischen Praxis angewandt wird und empirisch aufbereitet ist. Es ist die Transferstärke-Methode nach dem Erfinder Prof. Dr. Axel Koch, die „18 fundierte Konzepte zu Lernen, Entwicklung und Veränderung“ vorstellt und darauf abzielt, über ein Coaching den Coachee dabei zu unterstützen, seine Transferstärke zu finden und zu entwickeln. Mithilfe dieses empirisch wissenschaftlich entwickelten Modells soll eine Persönlichkeitsentwicklungsrichtung vorgegeben und realisiert werden: „Transferstarke Personen sind stark im Transfer und in der Umsetzung von Lernerkenntnissen und Veränderungsimpulsen.“ Dadurch soll „eine erfolgreiche Selbstlern- und Selbstveränderungskompetenz“ herausgebildet werden. Die Transferstärke zeichnet sich durch vier Faktoren aus:
Offenheit für Fortbildungsimpulse
Selbstverantwortung für den Umsetzungserfolg
Rückfallmanagement im Arbeitsalltag
Positives Selbstgespräch bei Rückschlägen
Das Transferstärke-Coaching verläuft nach einem festen Ablaufplan:
(1) Bevor das eigentliche Coaching beginnt, wird eine Transferstärke-Analyse durchgeführt.
(2) Nach der Analyse erhalten die Teilnehmer einen Auswertungsbericht, dem sie ihre Stärken und Risikofaktoren für den Lern- und Veränderungserfolg im Rahmen ihres Fernstudiums entnehmen können. Daraus wird ein Handlungsplan abgeleitet.
(3) Im dritten Schritt erfolgt die aktive Arbeit daran, diesen Handlungsplan mithilfe eines Coaches umzusetzen. Dazu kann der Fernstudierende zwischen Skype, Telefon und anderen Kommunikationskanälen wählen. Nach dem Coaching folgt eine dreimonatige Anwendungsphase, in der der Coachee den Handlungsplan umsetzt. Damit der Entwicklungsprozess verfolgt werden kann, trägt er seine Umsetzungserfolge in eine Lernverlaufskurve ein und fordert einen Coach nach Bedarf („Betreuung on demand“) an. In dieser Phase erfolgen zwei feste Coaching-Termine, sogenannte Follow-up-Kontakte, in einem Abstand von einem Monat, in denen z. B. über Skype ein Soll-Ist-Abgleich erfolgen kann.
(4) Im vierten Schritt erfolgt eine Erfolgsmessung, indem der Fernstudierende nach drei Monaten eine Transferstärke-Analyse durchführen lässt, um auf diesem Weg ein Feedback dazu zu bekommen, inwieweit er seinen Handlungsplan insgesamt realisieren konnte und sich zu einem transferstarken Fernstudierenden entwickelt hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1.EINLEITUNG: Dieses Kapitel skizziert die Problematik hoher Abbruchquoten im Fernstudium und definiert die Zielsetzung sowie den methodischen Aufbau der Arbeit.
2.THEORETISCHER TEIL: Es werden die Grundlagen der Online-Betreuung, die Rolle des Fernstudierenden und spezifische Konzepte wie E-Tutoring und E-Coaching theoretisch hergeleitet.
3. UNTERSUCHUNGSMETHODE: Hier wird das qualitative Forschungsdesign mittels Experteninterviews sowie die Datenauswertung durch eine inhaltlich strukturierende Inhaltsanalyse erläutert.
4. ERGEBNISSE: Dieses Kapitel präsentiert die Erkenntnisse aus den Experteninterviews, unterteilt in die verschiedenen Forschungsfragen und Kategorien.
5.DISKUSSION: Die gewonnenen Ergebnisse werden hier interpretiert, in den Theorieteil eingeordnet und in Handlungsempfehlungen für Fernhochschulen übersetzt.
Schlüsselwörter
E-Tutoring, E-Coaching, Fernstudium, Drop-out, Online-Betreuung, Blended Learning, Selbstregulation, Transferstärke, Problemlösekompetenz, Experteninterview, Qualitative Inhaltsanalyse, Lernplattform, Mentoring, Handlungsfähigkeit, Fernhochschule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Bachelor-Thesis analysiert Konzepte zur Online-Betreuung, um Fernstudierende effektiver zu unterstützen und Studienabbrüche zu vermeiden.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf E-Tutoring, E-Coaching, der Gestaltung virtueller Lernumgebungen sowie der Entwicklung von Handlungskompetenzen bei Studierenden.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Ziel ist die Exploration und Modellierung ganzheitlicher Betreuungskonzepte, die sich individuell an die Bedürfnisse von Fernstudierenden anpassen lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine qualitative Studie. Die Datenbasis bilden Experteninterviews, die nach der inhaltlich strukturierenden Inhaltsanalyse ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben theoretischen Grundlagen die Ergebnisse aus zehn Experteninterviews detailliert dargestellt und auf Basis der entwickelten Kategorien analysiert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Drop-out, Transferstärke, Selbststeuerung, Blended Learning und die Rolle des Online-Tutors als Coach.
Was ist das „Emder Konzept“ in diesem Kontext?
Es handelt sich um ein zweistufiges Modell, das den Informationsfluss optimiert, indem der Betreuer in eine mentoriell-organisatorische Rolle und eine fachliche Professor-Rolle aufgeteilt wird.
Warum ist das „Rescue-Buch“ oder der „Rescue-Plan“ relevant?
Diese dienen als methodische Unterstützung für Betreuer, um in Krisensituationen von Studierenden zielgerichtete, individuelle Hilfestellungen und Notfallmaßnahmen anbieten zu können.
- Citation du texte
- Joachim Lorenz (Auteur), 2018, Online-Betreuungskonzepte im Fernlernen. Gestaltung und Organisation von E-Tutoring und E-Coaching für Fernstudierende an der Fernhochschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/459910