Die Globalisierung führt dazu, dass Grenzen verschwinden, Märkte wachsen und Waren weltweit gehandelt werden. Der globale Wettbewerb ist in vollem Gange und nimmt stetig zu. Unternehmen konkurrieren nicht mehr nur mit regionalen Anbietern, sondern sehen sich einer internationalen Konkurrenz gegenüber. Dieser Wettbewerb beschränkt sich nicht mehr nur auf Produkte, sondern breitet sich immer mehr auf Nachwuchs und Talente aus. Wer zukünftig konkurrenzfähig bleiben möchte, muss geeigneten Nachwuchs finden und Talente binden. Diese Arbeit soll einen Beitrag zur Frage leisten, wie der Personalauswahlprozess mit gezielten Recrutainment-Elementen begünstigt wird.
Haben sich früher Arbeitgeber die besten Absolventen ausgesucht, so suchen sich heutzutage Absolventen den besten Arbeitgeber aus, unter anderem bedingt durch geringe Bewerberpools. Neben einer sicheren Festeinstellung und der Höhe des Gehalts rücken nun weichere Faktoren in den Fokus, wie beispielsweise flexible Arbeitszeiten, Standort- Vorteile, Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten, Work-Life-Balance, Mitbestimmung oder die Möglichkeit sich selbst zu verwirklichen. Vor allem Unternehmen in ländlichen Gebieten stellen sich die Frage, wie sie diese durch die Urbanisierung sogar noch verschärfte Herausforderung bewältigen sollen. Der Begriff "War for Talents" ist in aller Munde und ist aktueller denn je.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Personalmarketing
2.2 Personalauswahl
2.2.1 Personalauswahlprozess
2.2.2 Gütekriterium „soziale Validität“
2.3 Eignungsdiagnostische Verfahren
2.3.1 Auswertung von Bewerbungsunterlagen
2.3.2 Personal- und Biografischer Fragebogen
2.3.3 Bewerbungsgespräch
2.3.4 Intelligenztests und Leistungstests
2.3.5 Persönlichkeitstests
2.3.6 Simulationen
2.3.7 Assessment-Center-Verfahren
2.4 Recrutainment
2.5 Traineeprogramme
3 Konzeption eines Auswahlverfahrens für ein Traineeprogramm
3.1 Ziel des Auswahlverfahrens
3.2 Anforderungsanalyse und Anforderungsprofil
3.3 Wahl eines Modells zur Auswahlentscheidung
3.4 Wahl der eignungsdiagnostischen Verfahren
3.5 Weiteres Vorgehen
4 Diskussion
4.1 Gütekriterien
4.2 Praktische Relevanz
4.3 Digitale Medien im Personalauswahlprozess
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht eignungsdiagnostische Verfahren im Personalauswahlprozess und analysiert insbesondere das Potenzial von Recrutainment zur Steigerung der sozialen Validität und Akzeptanz bei Bewerbern. Ziel ist die Verifizierung der Hypothese, dass durch den Einsatz spielerisch-simulativer Ansätze in Traineeprogrammen ein effizienter und attraktiver Auswahlprozess gestaltet werden kann.
- Analyse des Einflusses der Digitalisierung auf das Personalmarketing
- Bewertung verschiedener eignungsdiagnostischer Instrumente (z.B. Interviews, Tests, Simulationen)
- Untersuchung der sozialen Validität als kritischer Erfolgsfaktor
- Konzeption eines praxisorientierten Auswahlmodells für Traineeprogramme
- Rolle digitaler Medien und Recrutainment für die Generation Y
Auszug aus dem Buch
2.4 Recrutainment
Bedingt durch die stetig voran schreitende Digitalisierung verschmelzen Personalmarketing und Personalauswahl mehr und mehr. Ein Begriff, der in diesem Zusammenhang immer häufiger fällt, ist „Recrutainment“. Dieser Trend bezeichnet die Verlagerung von Assessments in den virtuellen Raum. Mittels spielerisch-simulativer Self-Assessments wird der Versuch unternommen die Selbstselektion zu fördern. Um die Akzeptanz dieses Verfahrens zu erhöhen, werden darüberhinaus Unternehmensinformationen eingebunden. Zu diesen Self-Assessment-Verfahren zählen beispielsweise Berufsorientierungsspiele, Selbsttests, Events mit Interaktionselementen und Auswahlverfahren sowie Auswahltests („Assessment“) mit Unterhaltungs-, Informations- und/oder Simulationscharakter. Diese können sowohl Online, als auch Offline stattfinden. Unter Offline-Recrutainment-Events wird das Zusammentreffen von Bewerbern und Arbeitgebervertretern verstanden, wohingegen unter Online-Recrutainment-Verfahren die Interaktion von Bewerber und Maschine verstanden wird. Diese Verfahren werden durch die Megatrends des demografischen Wandels und der Digitalisierung voran getrieben.
Vor diesem Hintergrund und dem sich verschärfenden Fachkräftemangel, der bereits als „war for talent“ beschrieben wird, rückt die Akzeptanz von eignungsdiagnostischen Verfahren aus Bewerbersicht in den Fokus. Diese werden nicht selten als „Visitenkarte des Unternehmens“ verstanden. So sind es immer häufiger die qualifizierten Arbeitskräfte, die sich für ein Unternehmen beziehungsweise eine Stelle entscheiden, die am ehesten zu ihren Bedürfnissen passt und weniger die Unternehmen, die sich für einen geeigneten Mitarbeiter entscheiden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt den durch Globalisierung und demografischen Wandel verschärften Wettbewerb um Talente ("War for Talents") und leitet die Forschungsfrage zur Bedeutung von Recrutainment ab.
2 Theoretische Grundlagen: Erläutert die Konzepte von Personalmarketing und Personalauswahl sowie verschiedene eignungsdiagnostische Verfahren und deren Gütekriterien.
3 Konzeption eines Auswahlverfahrens für ein Traineeprogramm: Skizziert ein strukturiertes Auswahlmodell, das auf gemischten Prädiktoren und dem Einsatz von Recrutainment-Elementen basiert.
4 Diskussion: Reflektiert die methodischen Gütekriterien und die praktische Relevanz von Recrutainment angesichts aktueller Megatrends.
5 Fazit: Bestätigt die Arbeitshypothese, dass Recrutainment den Auswahlprozess für Traineeprogramme durch die Steigerung der sozialen Validität begünstigt.
Schlüsselwörter
Personalauswahl, Personalmarketing, Recrutainment, Soziale Validität, Eignungsdiagnostik, Traineeprogramme, War for Talents, Employer Branding, Online-Assessment, Generation Y, Bewerberakzeptanz, Arbeitsmarkt, Auswahlverfahren, Selbstselektion, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch moderne Auswahlmethoden, speziell das sogenannte Recrutainment, wettbewerbsfähig im Kampf um qualifizierte Nachwuchskräfte bleiben können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Personalmarketing, Eignungsdiagnostik, soziale Validität von Auswahlprozessen sowie die Integration spielerischer Elemente bei der Rekrutierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Untersuchung, ob der gezielte Einsatz von Recrutainment den Personalauswahlprozess für Traineeprogramme begünstigt und attraktiver gestaltet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse sowie der Konzeption eines exemplarischen Auswahlmodells für Traineeprogramme unter Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine detaillierte Betrachtung verschiedener diagnostischer Instrumente und die praktische Konzeption eines Auswahlverfahrens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Personalauswahl, Recrutainment, soziale Validität, Traineeprogramme und Employer Branding.
Warum ist die soziale Validität bei der Personalauswahl so wichtig?
Sie ist entscheidend, da qualifizierte Bewerber heutzutage aktiv ihr Wunschunternehmen wählen und Auswahlverfahren als "Visitenkarte" des Arbeitgebers wahrnehmen.
Welchen Vorteil bietet Recrutainment gegenüber klassischen Auswahlverfahren?
Recrutainment erhöht die Akzeptanz bei Bewerbern durch spielerische Elemente und fördert eine informierte Selbstselektion, was die Qualität der Bewerberpools verbessert.
- Citar trabajo
- Jan Bast (Autor), 2019, War for talents. Wie mit gezielten Recrutainment-Elementen der Personalauswahlprozess begünstigt werden kann, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/460946