Der Frage, ob sich der heutige musikpädagogische Ansatz des Klassenmusizierens logischerweise aus der Jugendmusikbewegung entwickelt hat, widmet sich diese Hausarbeit. Hierzu wird zunächst ein kurzer Einblick in die Geschichte und die Musikvermittlung der Jugendmusikbewegung gegeben.
Anschließend wird das Klassenmusizieren als aktuelle musikpädagogische Strömung vorgestellt und schließlich aspektorientiert an Inhalten, Gedanken und Praxen der beiden Ansätze mit der Musikvermittlung in der Jugendmusikbewegung verglichen. Somit wird eine mögliche Entstehung des Klassenmusizierens aus der Jugendmusikbewegung untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einblick in die Jugendmusikbewegung 1918 - 1933
2.1 Historische Übersicht
2.2 Musikvermittlung zur Zeit der Jugendmusikbewegung
2.2.1 Ideen, Ziele und Werte der Jugendmusikbewegung
2.2.2. Musikpädagogische Ansätze der Jugendmusikbewegung
3 Klassenmusizieren als aktuelle musikpädagogische Strömung
3.1 Formen des Klassenmusizierens in der Schule
3.1.1 Instrumentalklassen
3.1.2 Chorklassen
3.2 Einschätzung des Lernerfolgs durch Klassenmusizieren
4 Aspektorientierte Untersuchung der möglichen Entstehung des Klassenmusizierens aus der Jugendmusikbewegung
5 Fazit
6 Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das heutige musikpädagogische Konzept des Klassenmusizierens als logische Weiterentwicklung der Jugendmusikbewegung (1918–1933) betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, inwiefern historische Impulse hinsichtlich Gemeinschaftsbildung, Schüleraktivität und einer lebendigen Musikvermittlung in modernen Unterrichtsformen fortbestehen.
- Historische Einordnung der Jugendmusikbewegung und ihrer Schlüsselfiguren
- Gemeinschaftsideologie vs. individuelle musikalische Förderung
- Struktur und Konzepte von Instrumentalklassen und Chorklassen
- Vergleich der musikpädagogischen Ansätze von Jöde, Hensel und Kestenberg mit heutigen Anforderungen
- Analyse des Lernerfolgs und der sozial-kommunikativen Dimension des gemeinsamen Musizierens
Auszug aus dem Buch
2.1 Historische Übersicht
Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Vereinigungen junger Leute, die gemeinsam wanderten und sangen, wie der Schülerverein „Wandervogel“ in Steglitz. Ein wichtiges Liederbuch für alle singenden Gruppierungen war der 1909 von Hand Breuer veröffentlichte „Zupfgeigenhansel“, in dem Volkslieder abgedruckt waren, welche mit der „Zupfgeige“, bzw. der Laute oder der Gitarre auf einfachem Niveau begleitet werden konnten. Die Wandervogelbewegung als nicht spezifisch musikalisch ausgerichtete Jugendbewegung spielte aufgrund ihrer Ideen und Vorstellungen eine wesentliche Rolle für die Entstehung der Jugendmusikbewegung. Innerhalb dieser können in den 1920er Jahren zwei „Lager“ unterschieden werden, die von für die Bewegung sehr bedeutenden Persönlichkeiten gegründet wurden. Auf der einen Seite steht der im Jahre 1887 in Hamburg geborene Musiklehrer und -pädagoge Fitz Jöde, welcher 1919 die „Neudeutsche Musikergilde“ gründete. Die zweite Gruppierung zu dieser Zeit war der „Finkensteiner Bund“, gegründet von Walther Hensel im Jahr 1923. Dieser setzte sich vor allem aus Volksschullehrern, Pfarrern, Kirchenmusikern, Bauern und Handwerken zusammen, während in der Musikantengilde eher Studenten, Lehrer und Beamte, also die städtische Bevölkerung an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt das Klassenmusizieren als zentrales Konzept des modernen Musikunterrichts vor und formuliert die Forschungsfrage nach dessen historischen Wurzeln in der Jugendmusikbewegung.
2 Einblick in die Jugendmusikbewegung 1918 - 1933: Dieses Kapitel erläutert die Entstehung der Jugendmusikbewegung als Lebenskonzept der damaligen Jugend sowie die zentralen Akteure und musikpädagogischen Ideen jener Zeit.
3 Klassenmusizieren als aktuelle musikpädagogische Strömung: Hier werden moderne Formen wie Instrumentalklassen und Chorklassen definiert und deren positiver Einfluss auf das soziale Lernen und die individuelle Entwicklung der Schüler analysiert.
4 Aspektorientierte Untersuchung der möglichen Entstehung des Klassenmusizierens aus der Jugendmusikbewegung: In diesem Kapitel werden die theoretischen Konzepte der Jugendmusikbewegung mit denen des heutigen Klassenmusizierens verglichen, um Kontinuitäten und Brüche aufzuzeigen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bestätigt, dass die heutige Musikvermittlung wichtige Wurzeln in der Jugendmusikbewegung hat, wenngleich sie von späteren pädagogischen Entwicklungen mitgeprägt wurde.
6 Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Klassenmusizieren, Jugendmusikbewegung, Musikvermittlung, Gemeinschaftsmusik, Instrumentalklassen, Chorklassen, Fitz Jöde, Walther Hensel, Kestenberg-Reform, Musikpädagogik, Schülerorientierung, Musikunterricht, Gemeinschaftsbildung, aktive Musizierpraxis, Schulmusik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historische Verbindung zwischen der Jugendmusikbewegung der 1920er Jahre und dem heute in allgemeinbildenden Schulen weit verbreiteten Konzept des Klassenmusizierens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Jugendmusikbewegung, verschiedene Musikvermittlungskonzepte, die Rolle der Gemeinschaftsbildung durch Musik sowie die didaktischen Ansätze von Akteuren wie Fitz Jöde und Leo Kestenberg.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu prüfen, ob sich das heutige Klassenmusizieren als logische Konsequenz oder Entwicklung aus dem Gedankengut der Jugendmusikbewegung herleiten lässt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin wählt eine aspektorientierte Untersuchung, bei der pädagogische Ansätze, praktische Vorgehensweisen und Zielsetzungen beider Epochen gegenübergestellt und miteinander verglichen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Jugendmusikbewegung, eine Vorstellung moderner Unterrichtsformen (Instrumental-/Chorklassen) und einen systematischen Vergleich der beiden Ansätze hinsichtlich ihrer pädagogischen Relevanz.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Klassenmusizieren, Jugendmusikbewegung, Gemeinschaftsbildung, Musikpädagogik, Schüleraktivität und Musikvermittlung.
Welche Rolle spielt die Gemeinschaftsideologie in beiden Konzepten?
Beide Ansätze betrachten das gemeinsame Musizieren als Mittel, um soziale Bindungen zu stärken und den Einzelnen durch die Einordnung in ein größeres Ganzes zu fördern, wobei die Jugendmusikbewegung dies politisch-gesellschaftlich und das heutige Klassenmusizieren stärker kompetenzorientiert akzentuiert.
Gibt es auch Kritik an diesen musikpädagogischen Ansätzen?
Ja, die Arbeit greift unter anderem die historische Kritik von Theodor Adorno an der "pädagogischen Musik" auf und reflektiert heutige Herausforderungen wie mögliche soziale Selektionseffekte durch die Bildung von Musikprofilklassen.
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- Leona Bornemann (Author), 2018, Klassenmusizieren als Musikunterricht. Eine logische Entwicklung aus der Jugendmusikbewegung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/461009