Diese Hausarbeit beschäftigt sich näher mit dem Thema Sprachsensibler Fachunterricht in Geschichte. Am Beispiel einer Unterrichtsstunde wird gezeigt, wie ein möglicher sprachsensibler Fachunterricht aussehen kann. Das Material und die Arbeitsblätter sind angehängt.
Das Lernen ist immer mit Sprache verbunden, egal in welcher Sprache. Nur bedeutet dies eine enorme Herausforderung für die Lehrkräfte unserer Zeit. Jugendliche stoßen an ihre Grenzen, wenn sie dem Unterricht und hier insbesondere dem Fachunterricht nicht folgen können. Dies kann verschiedene Gründe haben.
Während die Lehrkräfte im Deutschunterricht versuchen, diese Sprachbarrieren zu überwinden und Sprache zu fördern, ist das Thema Sprache für die Fachlehrkräfte noch Neuland. Dabei gibt es gerade im Fachunterricht erhebliche Schwierigkeiten für Schüler, die eine mangelhafte Sprachleistung aufweisen. Sachtexte müssen verstanden und angewendet werden. Dabei ist die Fachsprache nicht mehr Alltagssprache. Wenn Lehrkräfte erkennen, dass die im Fach erforderlichen sprachlichen Mittel am besten im Rahmen ihres Fachunterrichts erlernt und geübt werden können, stehen sie vor der Frage nach der Umsetzung. Wie schon erwähnt, ist diese Herausforderung sehr groß und nur selten wenden Fachlehrkräfte Methoden der Sprachförderung gezielt und kontinuierlich an.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Sprachsensibler Fachunterricht in der Pädagogik
Begriffsklärung
Sprachförderung als Auftrag der Bildungsstandards
Sprache im Geschichtsunterricht
Sprachsensibler Fachunterricht nach Leisen
Sprachsensibler Fachunterricht in der Praxis
Didaktisch-methodische Begründung
Lernvoraussetzung an der GMS
Sprachbewusstes Arbeiten in der Praxis – die Durchführung im Unterricht
Ergebnisse der Reflexion
Sprachsensibler Fachunterricht reflektiert
Vorteile des sprachsensiblen Fachunterrichts
Grenzen und Nachteile des sprachsensiblen Fachunterrichts
Alternativen
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Integration von sprachsensiblen Lehrmethoden nach Josef Leisen in den Geschichtsunterricht einer heterogenen Klasse, um die Hürden beim Textverständnis abzubauen und die Partizipation der Schüler zu erhöhen.
- Grundlagen des sprachsensiblen Fachunterrichts in der Pädagogik
- Bedeutung der Bildungssprache im Fach Geschichte
- Praktische Umsetzung von Sprachhilfen am Beispiel der Unterrichtseinheit Industrialisierung
- Reflexion der Wirksamkeit von Sprachfördermaßnahmen
- Analyse der Vorteile, Grenzen und Optimierungsmöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
Sprache im Geschichtsunterricht
„Geschichte ist Text“, so schreiben es Christoph Hamann und Thomas Krehan in ihrem Essay über Wortschatzarbeit im Geschichtsunterricht. Es bleibt den Schülern also nichts anderes übrig, als im Geschichtsunterricht Texte zu lesen. Das können Texte aus Schulbüchern sein, Quellen oder Darstellungen. Geschichte(n) und ihre Form können die Vergangenheit für Schüler vergegenwärtigen und somit ist laut Bodo Borries „Lesekompetenz Voraussetzung und Teil der historischen Kompetenz.“
Das stellt uns Lehrkräfte natürlich vor eine Herausforderung, denn wenn die Texte in den Schulbüchern die Schüler überfordern, welche Möglichkeiten haben wir dann noch? Eine Textquelle lässt sich nicht unbegrenzt weiter vereinfachen, denn sonst geht ihr historischer Wert und die Informationen verloren.
Dass historische Begriffe eine semantische Herausforderung haben, erklären Hamann und Krehan in ihrem Essay näher. Beispielsweise unterliegen sie in ihrer Semantik selbst einem zeitlichen Wandel und sind „von daher ebenso historisch wie dasjenige, das sie benennen.“ Die Begriffe König, Adel oder Bürger bezeichnen beispielsweise in unterschiedlichen Epochen Unterschiedliches: der Adel im Mittelalter unterscheidet sich in Stellung und Funktion vom Adel des 19. Jahrhunderts. Das stellt für die Schüler eine Herausforderung dar, da sie einen Begriff in seiner Bedeutung nie eins zu eins übersetzen können. Daher muss das Lernen von historischen Begriffen immer kontextbezogen erfolgen. Der Weg des Lernens von historischen Fachwörtern sollte daher im Dreischritt erfolgen: Von der Anschauung zum Begriff und wieder zur Anschauung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Herausforderung von Sprache im Fachunterricht und motiviert die Auseinandersetzung mit sprachsensiblen Methoden zur Unterstützung heterogener Lerngruppen.
Sprachsensibler Fachunterricht in der Pädagogik: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen der Sprachbildung, beleuchtet deren Stellenwert in Bildungsstandards und analysiert die spezifischen Anforderungen sprachsensiblen Arbeitens im Geschichtsunterricht.
Sprachsensibler Fachunterricht in der Praxis: Hier wird ein konkretes Unterrichtsbeispiel zur Industrialisierung dargelegt, wobei didaktisch-methodische Überlegungen, Lernvoraussetzungen der Schüler sowie die praktische Anwendung von Sprachhilfen und deren Reflexion beschrieben werden.
Sprachsensibler Fachunterricht reflektiert: Das Kapitel bewertet die Vorteile und Grenzen des sprachsensiblen Ansatzes, diskutiert kritisch die Praxiserfahrungen und zeigt alternative methodische Ansätze auf.
Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz sprachsensibler Methoden zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit, um langfristige Lernerfolge zu erzielen.
Schlüsselwörter
Sprachsensibler Fachunterricht, Sprachbildung, Geschichtsunterricht, Josef Leisen, Bildungssprache, Heterogenität, Sprachförderung, Unterrichtsmethoden, Lesekompetenz, Industrialisierung, Lernvoraussetzungen, Fachbegriffe, Textverständnis, Reflexion, Sprachhilfen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Integration sprachsensibler Lehrkonzepte, insbesondere nach Josef Leisen, um Schülern den Zugang zu komplexen fachsprachlichen Inhalten im Geschichtsunterricht zu erleichtern.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit umfasst theoretische Grundlagen der Sprachbildung, die Rolle der Sprache im Geschichtsunterricht, die didaktische Planung eines Sprachförder-Konzepts sowie die kritische Reflexion des eigenen Lehrerhandelns.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Methoden zu finden, die es Schülern einer heterogenen Gemeinschaftsschulklasse ermöglichen, trotz unterschiedlicher sprachlicher Voraussetzungen erfolgreich an anspruchsvollen historischen Themen zu arbeiten.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Autorin kombiniert theoretische Literaturrecherche mit einem konkreten unterrichtspraktischen Versuch, dessen Ergebnisse durch Beobachtung und schriftliche Feedbackbögen der Schüler ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Darstellung der konkreten Unterrichtsdurchführung zur Industrialisierung sowie eine anschließende Auswertung und Reflexion der angewandten Sprachhilfen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Sprachsensibler Fachunterricht, Bildungssprache, Sprachförderung und historische Kompetenz.
Welche Herausforderung stellte die Klasse X für die Autorin dar?
Die Klasse wies eine hohe Heterogenität auf, darunter ein Schüler aus einer Vorbereitungsklasse sowie mehrere Schüler mit Leseschwächen oder Legasthenie, was eine differenzierte Unterrichtsgestaltung erforderlich machte.
Wie bewertet die Autorin den Einsatz von Sprachhilfen im Nachhinein?
Sie reflektiert kritisch, dass der Zeitaufwand hoch war und die Schüler die Hilfen zwar annahmen, aber keine signifikante Steigerung der allgemeinen Partizipation im Unterrichtsgespräch feststellbar war.
- Arbeit zitieren
- Anja Harnisch (Autor:in), 2019, Sprachbewusstes Arbeiten in der Schule im Fach Geschichte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/462358