Kinderarmut und soziale Ungleichheit in schulischer und außerschulischer Bildung in Deutschland

Inwiefern werden Kinder im deutschen Schulsystem nach ihrer sozialen Herkunft bewertet?


Hausarbeit, 2018
28 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. KINDHEIT, BILDUNG UND ARMUT
1.1 WAS IST ARMUT? – DEFINITIONEN, DIMENSIONEN UND ARTEN VON ARMUT
1.2 KINDERARMUT IN DEUTSCHLAND
1.3 URSACHEN UND FOLGEN VON KINDERARMUT
1.4 BILDUNGSCHANCEN – EINE FRAGE DER SOZIALEN HERKUNFT

2. FAZIT
2.1 LÖSUNGSANSÄTZE ZUR BEKÄMPFUNG DER KINDERARMUT UND SOZIALEN UNGLEICHHEIT IN DEUTSCHLAND
2.2 POLITISCHE POSITIONEN ZUM THEMA „KINDERARMUT“

LITERATURVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

ANHANG:

Einleitung

Ab wann ist man eigentlich arm? Wer definiert das? Welche Indikatoren werden angewandt? Klamotten? Styling? Mitnichten einer der wichtigsten Parameter für Armut heutzutage ist der Indikator Bildung:

Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern. Sie ist der große Motor der persönlichen Entwicklung. Es ist durch Bildung, dass die Tochter eines Bauern Ärztin, der Sohn ein Vorarbeiter im Bergbau, oder der Sohn eines Landarbeiters Präsident einer Nation werden kann (Nelson Mandela).

Armut an sich ist ein sehr abstrakter Begriff, der mehrere verschiedene, im weiteren Verlauf der Arbeit aufgegriffene, Definitionen vorzuweisen hat. Nichtsdestotrotz ist der Begriff „Armut“ für viele Menschen negativ konnotiert, denn er wirkt ausgrenzend und diskriminierend.

Das Thema Kinderarmut ist in den letzten Jahren immer bedeutender geworden, denn knapp jedes fünfte Kind in Deutschland lebt dauerhaft oder wiederkehrend in Armut (vgl. Abbildung 1). Mittlerweile ist Kinderarmut zum Dauerstreitpunkt in der Politik geworden, aber auch Wohlfahrtsverbände und Kinderhilfsorganisationen schalten sich immer wieder ein und verlangen eine Besserung der Situation. Besonders prekär sei, dass „Kinderarmut [...] in Deutschland ein Dauerzustand [ist]. Wer einmal arm ist, bleibt lange arm. Zu wenige Familien können sich aus [der] Armut befreien“ (Jörg Dräger 2017: bertelsmann-stiftung.de). Es ist wichtig, sich dieser Entwicklung entgegenzustellen und die Schere zwischen den Armen und den Reichen nicht noch größer werden zu lassen (vom kommenden Jahr an wird das reichste Prozent der Weltbevölkerung mehr als die Hälfte des weltweiten Wohlstands besitzen). Gerade deswegen wird das Vertrauen der Menschen aus unteren sozialen Schichten in die Politik immer geringer: Diese Menschen fühlen sich nicht intensiv genug beachtet, was sich in Unzufriedenheit niederschlägt. Hier beginnt der sogenannte „Teufelskreis der Armut“ (aktion-deutschland-hilft.de).

Doch wie definiert sich (Kinder-)Armut, wenn Kinder per se kein eigenes, selbständiges Einkommen aufweisen können? Wie lässt sich Kinderarmut dann überhaupt definieren, denn an sich können Kinder nicht arm sein, sondern nur deren Eltern bzw. Erziehungsberechtigte? Daher wird in der folgenden Seminararbeit zunächst dargestellt, wie sich Armut definieren lässt, des Weiteren werden die verschiedenen Arten von Armut kurz aufgeführt. Danach wird speziell auf die aktuelle Lage zur Kinderarmut in Deutschland eingegangen. Im Anschluss daran wird sich insbesondere mit den Folgen der Kinderarmut für die betroffenen Familien aus unteren sozialen Schichten auseinandergesetzt, vor allem in Bezug auf (Schul-)Bildung. Schlussendlich wird die Frage beantwortet, ob Bildungschancen eine Frage der sozialen Herkunft sind. Abschließend konzentriert sich diese Seminararbeit auf die Lösungsmöglichkeiten sowie parteiliche Positionen zur Bekämpfung der Kinderarmut und sozialen Ungleichheit in schulischer und außerschulischer Bildung in Form eines prägnanten Fazits.

1. Kindheit, Bildung und Armut

1.1 Was ist Armut? – Definitionen, Dimensionen und Arten von Armut

Den Begriff „Armut“ zu definieren ist nicht so leicht wie es auf den ersten Blick scheint, ist er doch in unserem alltäglichen Leben ein festverankerter, fast täglich verwendeter Begriff geworden. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) wird Armut definiert als:

die wirtschaftliche Situation einer Person oder einer Gruppe von Menschen, in der diese nicht aus eigener Kraft einen als angemessenen bezeichneten Lebensunterhalt bestreiten kann (objektive Armut) oder ihre materielle Lage selbst als Mangel empfindet (subjektive Armut). [...] In der Wirtschaftsstatistik gilt als armutsgefährdet, wer über weniger als 60% des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt (bpb.de).

Doch diese Definition lässt, wie fast alle außer acht, dass man Armut nicht für jeden Menschen gleich definieren kann. Dies bringt uns zur Problematik der Armutsdefinitionen: Es ist quasi unmöglich genau anzugeben, aus welchen Elementen sich Armut zusammensetzt. Nach Faik (2005: S. 542, vgl. Abbildung 2) unterscheidet man mindestens vier Dimensionen von Armut voneinander: a) geringe Lebenserwartung; b) Analphabetismus; c) sozialer Ausschluss und d) materieller Mangel.

Im Wesentlichen unterscheidet man fünf Arten von Armut:

1. Die absolute Armut:

Menschen, die in absoluter Armut leben, können sich Lebensnotwendiges (Nahrung, Unterkunft) nicht mehr leisten. Die absolute Armutsgrenze liegt laut der Weltbank bei einem Einkommen von weniger als 1,90 US-$ pro Tag (Bock/Jürgensen 2016: S. 135);

2. Die relative Armut:

Da in den entwickelten Industrienationen die Frage der absoluten Armut keine große Rolle mehr spielt, hat sich der Begriff der relativen Armut etabliert. Dabei wird eine Armutsgrenze angesetzt, die durch die Unfähigkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe definiert ist (ibid.);

3. Einseitige Armut: „[...] [L]ediglich Einkommensarmut oder ein Deprivationszustand ist vorhanden“ (ebd.: S. 137));

4. Temporäre Armut: „Armut tritt abwechselnd mit Phasen des Wohlstands auf und wird als Risiko individueller Lebensläufe gesehen“ (ibid.);

5. Verfestigte Armut: „[...][D]as Einkommen liegt dauerhaft unterhalb der Armutsgrenze“ (ibid.).

In Deutschland liegt die Armutsquote im Jahr 2016 bei 16,7% (ebd.: S. 136): „Die Armutsquote misst das Verhältnis der als arm definierten Bevölkerung zur Gesamtbevölkerung eines Landes“ (ibid.). Anhand dieser Quote lässt sich ausmachen, welche sozialen Gruppen besonders gefährdet sind: Betrachtet man Abbildung 2 fällt auf, dass sowohl Arbeitslose (67,8% Armutsgefährdungsquote) als auch Menschen mit niedrigem Bildungsstand (29,1) überproportional stark von Armut gefährdet sind. „Dementsprechend kann zwar das Merkmal „[...][n]iedrige[r] Bildung[sstand] als ein Risikofaktor bezeichnet werden, dieses alleine ist aber nur bedingt aussagekräftig“ (Palentien 2004: S. 74). Daher wird nicht nur das Einkommen als Kriterium für die Berechnung der Armutsgefährdungsquote herangezogen, sondern auch der Bereich Wohnen, der Bereich Konsum sowie der Bereich Rücklagenbildung (vgl. ibid.). Diese sogenannte Deprivationsanalyse geht zurück auf die Studie von Peter Townsend (1979). „Armut beginnt für ihn dort, wo mit fallendem Einkommen Personen disproportional von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen sind“ (Palentien 2004: S. 75). „Unter ,disproportional ́ (Andreß et al. 1996: S.14) wird hierbei ein Ausschluss von der gesellschaftlichen Teilhabe bezeichnet, der größer ist als auf Grund des geringen Einkommens erwartbar wäre“ (Palentien 2004: S. 75). „Townsend (Townsend 1979) entwickelte einen sehr fein differenzierten ,Deprivationsindex ́ (Palentien 2004: S. 75.) der insgesamt 60 Indikatoren und drei übergeordnete Kategorien umfasst“ (ibid.).

1.2 Kinderarmut in Deutschland

Doch was bedeutet nun der Begriff „Kinderarmut“? Wie lässt sich dieser Begriff definieren, wenn Kinder doch per se nicht arm sein können, da sie kein eigenes Erwerbseinkommen haben?

Nach der amtlichen Statistik lebten Ende 2004 (im letzten Jahr der „alten“ Sozialhilfe) in Deutschland 2,91 Mio. Personen im Sozialhilfebezug [...], darunter etwa 1,12 Millionen Kinder. Das entsprach 7,5% aller Kinder in Deutschland, wobei Nicht-deutsche mehr als doppelt so häufig betroffen waren (6,5% deutsch – 16,1% nicht-deutsch) (Chassé et al. 2010: S.13).

Auch zwischen den einzelnen Bundesländern zeigen sich große Unterschiede: „Die Quoten der Betroffenheit [waren (und sind)] sehr unterschiedlich (am niedrigsten im Süden, am höchsten in den nördlichen Stadtstaaten und in Berlin)“ (ibid.). Doch diese Entwicklung nahm immer weiter zu: „Im Jahr 2005 haben sich die Zahlen [mit Inkrafttreten des Gesetzes zur Zusammenlegung von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe (Hartz IV) der betroffenen Kinder auf 1,7 Millionen erhöht“ (ebd.: S.15). Im Jahr 2008 liegt die Zahl der von Hartz IV betroffenen Kinder bei ca. 17%, d.h., dass jedes sechste Kind in Deutschland mittlerweile von Hartz IV leben muss (vgl. ibid.). Nichtsdestotrotz sind Kinder selbst nicht von Armut betroffen, denn „die Kinder und Jugendlichen sind von der Armut ihrer Eltern – was meist gleichbedeutend ist mit: von der Nichterwerbstätigkeit und Erwerbslosigkeit ihrer Eltern – betroffen“ (ebd.: S.16).

„Überproportional gestiegen sind die Zahl der Kinder in der Sozialhilfe und der Anteil der Kinder in Haushalten, deren Pro-Kopf-Einkommen unterhalb der 50%-Grenze liegt“ (Lutz 2000: S. 188). An diesem Punkt bietet sich nun eine Analyse der Entwicklung der Prozentzahlen von Kindern und Jugendlichen in Einkommensarmut an, unterteilt in West- und Ostdeutschland. Tabelle 1 (vgl. Tabelle 1) zeigt einen deutlichen Anstieg an armutsgefährdeten Kindern und Jugendlichen – vor allem im Osten der Bundesrepublik Deutschland: Während die Prozentzahlen im Westen annährend gleichgeblieben sind, steigen sie im Osten teilweise ums Vierfache an. Des Weiteren zeigen die Zahlen aus Abbildung 3 (caritas.de), dass Kinder stärker von Armut betroffen sind als die Erwachsenen: Kinder unter 18 Jahren waren im Jahr 2010 zu 17,0% armutsgefährdet, wohingegen Erwachsene (18- bis 64-Jährige) zu 15,6% armutsgefährdet sind. Was an sich paradox ist, da ein armutsgefährdeter Erwachsener mit Kind automatisch ein armutsgefährdetes Kind hat – gesetzt den Fall das Kind ist noch nicht arbeitsberechtigt und kann somit kein eigenes Einkommen generieren.

Es sind sowohl push- als auch pull-Effekte, die das Problem insgesamt hervorrufen und verstärken. Eine alleinige Ursache gibt es nicht! Der zentrale Problemfokus muss aber in der Zunahme von Armutstendenzen im familiären Kontext gesehen werden, was Fachkreise als ,Infantilisierung der Armut ́ bezeichnen (Lutz 2000: S.188).

Des Weiteren lässt sich ein klarer Zusammenhang zwischen geringen Bildungschancen und sozialer Herkunft herstellen (vgl. BMAS 2008: 66 ff.).

Doch womit hängt dieser starke Anstieg von an Hartz IV-lebenden Kindern zusammen?

„Neben einer wachsenden Minderheit der Kinder und Jugendlichen, die in Armutsverhältnissen aufwachsen, lebt auf der anderen Seite des sozialen Spektrums eine ebenfalls wachsende Zahl in sehr wohlhabenden Familien“ (Klocke/ Hurrelmann 2001: S. 15). Der starke Anstieg hat vor allem arbeitstechnische Gründe und hängt mit der Aufhebung des Normalarbeitsverhältnisses zusammen:

So behaupten Butterwegge et al. (2008: S.67), dass

mehr als in anderen Wohlfahrtsstatten beruht das soziale Sicherungssystem in Deutschland seit jeher auf einer von der Ausbildung bis zur Rente sozialversicherungspflichtig betriebenen, überwiegend von (Ehe-)Männern verrichteten Lohnarbeit. Wenn aber immer weniger Arbeitnehmer/innen immer mehr Güter herstellen und immer mehr Dienstleistungen erbringen, ohne noch eine „feste Stelle“ zu haben, die sie – samt ihren Familien – ernährt, verliert der erwerbsarbeitszentrierte Sozial(versicherungs)staat sein Fundament. Denn ihm liegt das Normalarbeitsverhältnis zugrunde, d.h. eine unbefristete, sozial- bzw. arbeitsrechtlich und kollektivvertraglich geschützte Vollzeitbeschäftigung, die sich in einer tiefen Krise befindet. ,Ausgelöst durch säkulare Umstrukturierungsprozesse im Bereich gesellschaftlicher Produktion, deutet sich eine Situation an, in der eine auf Erwerbsarbeit im Normalarbeitsverhältnis basierende gesellschaftliche Reproduktion als Regelfall nicht mehr vorstellbar ist ́(Mückenberger 8/1995: S. 466).

1.3 Ursachen und Folgen von Kinderarmut

Ausschlaggebend dafür, ob ein Kind von Armut betroffen ist oder nicht, ist immer das Erwerbseinkommen der Erziehungsberechtigten. Folgende Ursachen stehen dabei besonders im Vordergrund:

- Erwerbslosigkeit der/des Erziehungsberechtigten
- Niedriglohnsektor
- Ein-Eltern-Haushalt
- Mehrkindfamilien
- Überhöhtes Konsumverhalten (vgl. Astrid Teichert/ Kerstin Weichler: S.7)

Die Folgen der Kinderarmut sind genauso vielfältig wie die Kinder selbst, sie reichen von sozialer Ausgrenzung über Fehl- bzw. Unterernährung bis hin zu geringeren Bildungschancen. Andreas Klocke und Klaus Hurrelmann (Klocke/Hurrelmann 1995) belegten negative Auswirkungen familiärer Armutslagen auf das Gesundheitsverhalten und den Gesundheitszustand von Kindern [...]. Damit verbunden ist ein niedrigeres Wohlbefinden der Kinder, was wiederum mit einer geringeren Lebenszufriedenheit einhergeht (Chassé et al. 2010: S.25).

Weitere Folgen von Kinder Armut sind insbesondere

- weniger Zuwendung seitens der Erziehungsberechtigten (vgl. Walper 2001);
- Beeinträchtigung ihrer Sozialbeziehungen zu Gleichaltrigen (vgl. ebd.);
- Unzufriedenheit und fehlendes Selbstbewusstsein (vgl. von Balluseck et al. 1998)

„[...] [N]euere deutsche Studien (Becker/Nietfeld 1999) […]; Holz/Puhlmann 2005) [berichten von einem negativen Einfluss prekärer finanzieller Haushaltssituationen auf die Bildungsaspirationen und die Bildungschancen der Kinder]“ (Chassé et al. 2010: S. 25).

1.4 Bildungschancen – eine Frage der sozialen Herkunft

Ein ganz entscheidendes Schuljahr ist der Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule, hier zeigt sich oft, dass sozial benachteiligte Kinder geringere Bildungschancen haben als Kinder aus oberen sozialen Schichten:

[...] [Es] zeigt sich, dass der Wechsel in die höheren Schulstufen deutlich von der finanziellen Situation im Elternhais mitbestimmt ist; so wechseln Kinder aus armen Familien wesentlich seltener zum Gymnasium, als dies Kinder aus wohlhabenden Familien tun (ibid.).

Die Bildung ist ein ganz elementarer Teil unseres Lebens: Von ihr hängen sowohl das verfügbare Einkommen, als auch die Armutsgefährdung und der soziale Status einer Person ab (vgl. Bock/Jürgensen 2016: S.137): „Im Regelfall bilden die in der Schulzeit erworbenen Qualifikationen die Grundlage für die gesamte weitere Ausbildung“ (ibid.).

Doch wie kann es eigentlich sein, dass in einem so wohlhabenden Land wie Deutschland keine Chancengleichheit herrscht?

Chancengleichheit soll vor allem dort verbessert werden, wo Ungleichheiten nicht durch persönliche Leistung oder Fähigkeiten entstehen, sondern durch zugeschriebene Merkmale aufgrund der sozialen Herkunft, des Geschlechts, der Religion, des Wohnorts etc. (ibid.).

So kann es zum Beispiel sein, dass ein Lehrer/eine Lehrerin von Anfang an voreingenommen ist und Schüler*innen aus sozial unteren Schichten tendenziell schlechter benotet, als diese aus oberen sozialen Schichten, sei es auch unbewusst. „Als Indikatoren werden zumeist Bildungsabschlüsse und die Zahl der Gymnasiumbesuche herangezogen, welche in Bezug zu verschiedenen sozialen Gruppen gesetzt werden“ (ibid., vgl. Abbildung 4 und Abbildung 5). Anhand von Abbildung 4 zeigt sich, dass jeder zehnte Einwohner mit Migrationshintergrund ohne allgemeinen Schulabschluss da steht, während es bei Einwohnern ohne Migrationshintergrund lediglich jeder 20. ist. Anhand von Abbildung 5 zeigt sich, dass Kinder von Akademikern zu 80% einen Abschluss in der Sekundarstufe II erreichen, während es bei den Kindern von Nichtakademikern nicht mal die Hälfte schafft (knapp 45%). Setzt man dies in Verhältnis mit der Quote, ob diese Kinder später mal studieren zeigt sich, dass 71% der Akademiker-Kinder später selbst mal studieren, wohingegen dies bei Nicht-Akademiker- Kindern nur knapp jedes vierte ist. Die Ursachen dieser Tatsachen sind verschieden und reichen von der Kritik am Bildungssystem (das Bildungssystem sei zu stark auf die (obere) Mittelschicht ausgerichtet), über den Fakt, dass sozial benachteiligte Kinder später eingeschult werden und dass Kinder von Eltern mit geringerem sozialen Status oftmals tendenziell schlechtere Empfehlungen für weiterführende Schulen bekommen bis hin zum Standard des Elternhauses und der kognitiven und sprachlichen Entwicklung des Kindes (vgl. Bock/Jürgensen 2016: S.138).

[...]

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Kinderarmut und soziale Ungleichheit in schulischer und außerschulischer Bildung in Deutschland
Untertitel
Inwiefern werden Kinder im deutschen Schulsystem nach ihrer sozialen Herkunft bewertet?
Hochschule
Universität zu Köln  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Einführung in die Erziehungswissenschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
28
Katalognummer
V476842
ISBN (eBook)
9783668956766
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erziehungswissenschaft, soziale Ungleichheit, Kinderarmut, Bildung, Deutschland
Arbeit zitieren
Marvin Röllgen (Autor), 2018, Kinderarmut und soziale Ungleichheit in schulischer und außerschulischer Bildung in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476842

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Kinderarmut und soziale Ungleichheit in schulischer und außerschulischer Bildung in Deutschland


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden