Diese Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, ob eine Verringerung der Symptome bei SoldatInnen mit posttraumatischer Belastungsstörung durch eine internetbasierte Intervention und die damit verbundene Steigerung von Schutzfaktoren erzielt werden kann.
Mögliche Folgen von traumatischen Ereignissen rücken immer mehr in das Blickfeld der Allgemeinbevölkerung. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem solchen Ereignis eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) auszubilden wird durch verschiedene Schutz- und Risikofaktoren beeinflusst. Die Lebenszeitprävalenz bei PTBS in Deutschland liegt zwischen 1,5 und 2 Prozent. Die Studie Web-based Intervention improves social acknowledgement and disclosure of trauma, leading to a reduction in posttraumatic stress disorder symptoms von Xu et al. (2016) befasst sich mit internetbasierter Intervention bei posttraumatischer Belastungsstörung und kann zur Untersuchung der Fragestellung, ob eine Verringerung der Symptome bei SoldatInnen mit Posttraumatischer Belastungsstörung durch eine internetbasierte Intervention und die damit verbundene Steigerung von Schutzfaktoren erzielt werden kann“, herangezogen werden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die internetbasierte Intervention durch die Verbesserung der sozialen Anerkennung und Offenlegung des Traumas die Symptome von posttraumatischer Belastungsstörung verringern kann. Zudem wird eine Verbindung zwischen den Ergebnissen der Studie und eine mögliche Übertragung auf SoldatInnen hergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund
3. Methode und Ereignisse
4. Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob eine internetbasierte Intervention die PTBS-Symptomatik bei betroffenen Soldatinnen und Soldaten durch eine gezielte Verbesserung der sozialen Anerkennung und die Förderung der Offenlegung von Traumata effektiv verringern kann.
- Theoretische Grundlagen von Traumata und PTBS-Symptomatiken.
- Die Rolle sozialer Anerkennung als protektiver Schutzfaktor.
- Evaluation einer internetbasierten Intervention mittels standardisierter Fragebögen.
- Analyse der Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf das militärische Umfeld.
- Diskussion von Stigmatisierung und Barrieren bei der Inanspruchnahme von Hilfe.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge leiden weltweit über 300 Millionen von Menschen unter einer psychischen Störung (WHO 2018a). Täglich werden wir in den Nachrichten mit Opfern politischer Konflikte, Kriege oder terroristischer Anschläge konfrontiert. Noch bevor das traumatische Erlebnis vorbei ist, kann jeder Mensch heute dank moderner Medien „live“ dabei sein. Der Schock bei den Zuschauern sitzt tief, doch was geschieht mit den Opfern dieser Ereignisse? (Boos 2014) „Deren Leiden eignet sich nicht lange für Schlagzeilen“ (Boos 2014). „Ich werde die Bilder nicht los und es fühlt sich für mich so an, als ob der Schrecken nie enden will“ (Flatten 2013). „Manchmal genügt die Sirene eines Krankenwagens. Wenn die Angst kommt und jeder Atemzug zur Qual wird, wünscht sich Jörg Beckers einfach weg“ (bundeswehr.de 2018). Jörg Beckers ist Soldat der Bundeswehr, seit über 20 Jahren. Jahre lang war er mit seiner Fregatte auf See, bis er Jahre später (2003) in die Eifel versetzt wurde. Dort gründete er eine Familie. 2011 wurde Jörg Becker für einen Einsatz nach Afghanistan geschickt. Er trug tagtäglich große Verantwortung für das Leben seiner Leute. Seit dem Geschehen 2011 kann er mit Afghanistan nicht abschließen. Drei Soldaten wurden an einem äußeren Posten erschossen, während Jörg Becker das Geschehen über Funk miterlebte. 2016 nach zahlreichen Vermutungen andere psychischer Störungen, wie Depressionen oder Burnout, dann die Diagnose- Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Heute möchte Jörg Beckers seinen Kameraden und anderen Betroffenen Mut machen, sich Unterstützung und Hilfe zu suchen. (bundeswehr.de 2018) Ergebnisse einer Dunkelzifferstudie zeigen, dass aller Voraussicht nach ca. 20 Prozent der EinsatzsoldatInnen unter einer psychischen Störung leiden. Die Studie ergab zudem, dass bei ca. 50 Prozent eine nicht diagnostizierte oder nicht behandelte Posttraumatische Belastungsstörung vorliegt. Die Ursachen für die hohen Dunkelziffern und niedrigen Behandlungsquoten werden der Erhebung zufolge auf die Angst vor einer Denunzierung zurückgeführt. (Gärtner 2013)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik posttraumatischer Belastungsstörungen bei Einsatzsoldaten ein und thematisiert die hohen Dunkelziffern aufgrund von Stigmatisierung.
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund: Hier werden wissenschaftliche Grundlagen zu Traumata, PTBS-Symptomatiken sowie die Bedeutung von Schutzfaktoren und internetbasierten Interventionen dargelegt.
3. Methode und Ereignisse: Dieses Kapitel erläutert das methodische Vorgehen der zugrunde liegenden Studie von Xu et al. sowie die Anwendung der Messinstrumente zur Evaluation der Intervention.
4. Diskussion: Das Kapitel bewertet die Forschungsergebnisse, verifiziert die aufgestellten Hypothesen und reflektiert die Übertragbarkeit auf die Praxis der Sozialen Arbeit sowie das militärische Umfeld.
Schlüsselwörter
Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, internetbasierte Intervention, soziale Anerkennung, Traumata, SoldatInnen, Bundeswehr, Stigmatisierung, Schutzfaktoren, psychische Gesundheit, Trauma-Offenlegung, Online-Therapie, Prävention, Resilienz, soziale Unterstützung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wirksamkeit von internetbasierten Interventionsprogrammen bei der Reduktion von PTBS-Symptomen durch die Stärkung protektiver Faktoren wie sozialer Anerkennung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der psychischen Belastung von Soldaten, der Stigmatisierung psychischer Erkrankungen im Militärkontext und dem Potential digitaler Selbsthilfeangebote.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Es wird der Frage nachgegangen, ob eine internetbasierte Intervention bei betroffenen Soldaten zur Symptomlinderung beitragen kann, indem sie die Offenlegung des Traumas und das soziale Umfeld einbezieht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Sekundäranalyse der Studie von Xu et al. (2016) und gleicht deren Ergebnisse mit dem aktuellen Forschungsstand zu Traumata und Schutzfaktoren ab.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Krankheitsbilder, eine methodische Darstellung der Interventionsstudie und eine kritische Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
PTBS, internetbasierte Interventionen, Stigmatisierung, Soldaten, soziale Anerkennung und Trauma-Bewältigung.
Warum spielt das Modul "Soziale Unterstützung" eine so wichtige Rolle für Betroffene?
Es hilft Betroffenen, kognitive Verzerrungen abzubauen, eigene Ressourcen zu erkennen und die wichtige Rolle ihres Umfelds bei der Bewältigung traumatischer Erinnerungen aktiv zu gestalten.
Was sind die größten Hürden für Soldaten bei der Suche nach Hilfe?
Die größte Barriere ist die Angst vor Stigmatisierung, Diskriminierung innerhalb der Dienststellen und der Sorge um den beruflichen Status, was oft zu einer langen Leidenszeit ohne Behandlung führt.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2018, Posttraumatische Belastungsstörung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/489014